Iptacopan (4) – Fabhalta®

Komplement-3-Glomerulopathie

Steckbrief

Start des Verfahrens 15.12.2025 – Zulassung: 31.03.2025
Beschluss 04.06.2026
Wirkstoff Iptacopan
Handelsname Fabhalta®
Pharm. Unternehmer Novartis Pharma GmbH
G-BA Vorgangsnummer D-1270
ATC-Code L04AJ08 IMMUNSUPPRESSIVA (L04A)
ICD-10 Codes (AIS) N00.5Akutes nephritisches Syndrom: Diffuse mesangiokapilläre Glomerulonephritis, N00.6Akutes nephritisches Syndrom: Dense-deposit-Krankheit, N01.5Rapid-progressives nephritisches Syndrom: Diffuse mesangiokapilläre Glomerulonephritis, N01.6Rapid-progressives nephritisches Syndrom: Dense-deposit-Krankheit, N02.5Rezidivierende und persistierende Hämaturie: Diffuse mesangiokapilläre Glomerulonephritis, N02.6Rezidivierende und persistierende Hämaturie: Dense-deposit-Krankheit, N03.5Chronisches nephritisches Syndrom: Diffuse mesangiokapilläre Glomerulonephritis, N03.6Chronisches nephritisches Syndrom: Dense-deposit-Krankheit, N04.5Nephrotisches Syndrom: Diffuse mesangiokapilläre Glomerulonephritis, N04.6Nephrotisches Syndrom: Dense-deposit-Krankheit, N05.5Nicht näher bezeichnetes nephritisches Syndrom: Diffuse mesangiokapilläre Glomerulonephritis, N05.6Nicht näher bezeichnetes nephritisches Syndrom: Dense-deposit-Krankheit, N06.5Isolierte Proteinurie mit Angabe morphologischer Veränderungen: Diffuse mesangiokapilläre Glomerulonephritis, N06.6Isolierte Proteinurie mit Angabe morphologischer Veränderungen: Dense-deposit-Krankheit
Alpha-ID Codes (AIS) I1223Membranoproliferative Glomerulonephritis, I7030Akutes nephritisches Syndrom mit diffuser mesangiokapillärer Glomerulonephritis, I7031Akutes nephritisches Syndrom mit Dense-deposit-Krankheit, I7045Rapid-progressives nephritisches Syndrom mit diffuser mesangiokapillärer Glomerulonephritis, I7046Rapid-progressives nephritisches Syndrom mit Dense-deposit-Krankheit, I7064Persistierende Hämaturie mit diffuser mesangiokapillärer Glomerulonephritis, I7066Persistierende Hämaturie mit Dense-deposit-Krankheit, I7075Chronische proliferierende Glomerulonephritis, I7077Chronisches nephritisches Syndrom mit Dense-deposit-Krankheit, I7088Nephrotisches Syndrom mit diffuser mesangiokapillärer Glomerulonephritis, I7089Nephrotisches Syndrom mit Dense-deposit-Krankheit, I7097Isolierte Proteinurie mit diffuser mesangiokapillärer Glomerulonephritis, I7098Isolierte Proteinurie mit Dense-deposit-Krankheit
ORPHAcodes (AIS) 54370Membranoproliferative Glomerulonephritis,
Therapeutisches Gebiet Krankheiten des Urogenitalsystems Orphan (Umsatzgrenze)
Grund des Verfahrens Neubewertung: Orphan Umsatz-Überschreitung

Anwendungsgebiet des Beschlusses

FABHALTA wird angewendet zur Behandlung erwachsener Patienten mit Komplement-3-Glomerulopathie (C3G) in Kombination mit einem Renin-Angiotensin-System (RAS)-Inhibitor oder bei Patienten, die intolerant gegen RAS-Inhibitoren sind oder bei denen ein RAS-Inhibitor kontraindiziert ist

Patientengruppe Indikation ZVT
Erwachsene mit Komplement-3-Glomerulopathie (C3G) Mycophenolatmofetil in Kombination mit Kortikosteroiden

Studien und Ergebnisse

Erwachsene mit Komplement-3-Glomerulopathie (C3G)

  • Für Erwachsene mit Komplement-3-Glomerulopathie ist der Zusatznutzen nicht belegt.
  • In der Gesamtschau der Ergebnisse sind die vorgelegten Daten insgesamt nicht ausreichend, um die Ableitung eines Zusatznutzens gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie zu rechtfertigen.
  • Mortalität
    • In der relevanten Teilpopulation traten keine Todesfälle auf.
  • Morbidität - Fatigue (FACIT-Fatigue, PGI-S)
    • Der Endpunkt Fatigue ist für die Bewertung grundsätzlich relevant.
    • Die Auswertungen zu den patientenberichteten Endpunkten der Studie APPEAR-C3G sind jedoch nicht geeignet, da im Vergleichsarm lediglich für 6 der 9 Patientinnen und Patienten Baselinewerte vorliegen.
    • Dies bedeutet einen zu großen Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen (> 15 Prozentpunkte) hinsichtlich des Anteils an Patientinnen und Patienten, die nicht in der Auswertung berücksichtigt wurden.
  • Morbidität - Gesundheitszustand (EQ-5D-VAS)
    • Der Endpunkt Gesundheitszustand ist für die Bewertung grundsätzlich relevant.
    • Die Auswertungen zu den patientenberichteten Endpunkten der Studie APPEAR-C3G sind jedoch nicht geeignet (siehe Ausführungen zum Endpunkt Fatigue).
  • Morbidität - Proteinurie (UPCR)
    • Der pharmazeutische Unternehmer legt für den Endpunkt Proteinurie (UPCR, basierend auf 24-Stunden-Sammelurin) mehrere Operationalisierungen, unter anderem die Veränderung des UPCR gegenüber Baseline, vor.
    • Der Endpunkt stellt einen Laborparameter ohne direkten Symptombezug dar.
    • Der pharmazeutische Unternehmer hat im Dossier keine Surrogatvalidierung vorgelegt.
    • Auf Basis der vorliegenden Informationen ist daher keine Bewertung der Proteinurie als Surrogatendpunkt möglich.
    • Der Endpunkt Proteinurie wird daher nur ergänzend dargestellt.
  • Morbidität - Glomeruläre Filtrationsrate (eGFR)
    • Der pharmazeutische Unternehmer legt für den Endpunkt glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) die Operationalisierungen ≤ 10 % bzw. ≤ 15 % Reduktion gegenüber Baseline vor.
    • Der Endpunkt stellt einen Laborparameter ohne direkten Symptombezug dar.
    • Der pharmazeutische Unternehmer hat im Dossier keine Surrogatvalidierung vorgelegt.
    • Der Endpunkt wird daher nicht für die Nutzenbewertung herangezogen.
  • Lebensqualität - SF-36
    • Der körperliche Summenscore (PCS) und psychische Summenscore (MCS) des Short Form-36 Health Survey (SF-36) sind für die Bewertung grundsätzlich relevant.
    • Der pharmazeutische Unternehmer legt in seinem Dossier zu diesem patientenberichteten Endpunkt jedoch Auswertungen vor, die nicht geeignet sind (siehe Ausführungen zum Endpunkt Fatigue).
  • Nebenwirkungen - Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE)
    • Für den Endpunkt SUE zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
  • Nebenwirkungen - Abbruch wegen unerwünschter Ereignisse (UE)
    • Es trat in der relevanten Teilpopulation kein „Abbruch wegen UE“ auf.
  • Nebenwirkungen - Spezifische UE (Infektionen)
    • Im Detail zeigt sich für das spezifische UE „Infektionen“, operationalisiert als Infektionen und parasitäre Erkrankungen (SOC, UEs und SUEs), bezüglich der „Infektionen (UE)“ kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen, während bezüglich der „Infektionen (SUE)“ in der relevanten Teilpopulation keine Ereignisse auftraten.
  • Gesamtbewertung
    • In der relevanten Teilpopulation der Studie traten keine Todesfälle auf.
    • In der Kategorie Morbidität liegen für die Endpunkte Fatigue (FACIT-Fatigue, PGI-S) und Gesundheitszustand (EQ-5D-VAS) keine geeigneten Daten vor.
    • In der Kategorie gesundheitsbezogene Lebensqualität liegen für den Endpunkt SF-36 (körperlicher Summenscore und psychischer Summenscore) ebenfalls keine geeigneten Daten vor.
    • In der Kategorie Nebenwirkungen zeigt sich bei den Gesamtraten der SUE kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
    • Es traten in der relevanten Teilpopulation zudem keine Therapieabbrüche aufgrund von UE auf.
    • In der Gesamtschau der Ergebnisse sind die vorgelegten Daten insgesamt nicht ausreichend, um die Ableitung eines Zusatznutzens gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie zu rechtfertigen.

Zugehörige Verfahren

Iptacopan (4) Fabhalta® Novartis Pharma GmbH Krankheiten des Urogenitalsystems Komplement-3-Glomerulopathie 110–230 100% Zusatznutzen nicht belegt Orphan (Umsatzgrenze)
Iptacopan (3) Fabhalta® Novartis Pharma GmbH Krankheiten des Blutes und der blutbildenden Organe Paroxysmale Nächtliche Hämoglobinurie 290–945 100% Zusatznutzen nicht belegt Orphan (Umsatzgrenze)
Iptacopan (2) Fabhalta® Novartis Pharma GmbH Krankheiten des Urogenitalsystems Komplement-3-Glomerulopathie n.d. eingestellt Orphan
Iptacopan (1) Fabhalta® Novartis Pharma GmbH Krankheiten des Blutes und der blutbildenden Organe Paroxysmale Nächtliche Hämoglobinurie 0
290–945
100% Anhaltspunkt für nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen Orphan aufgehoben


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