Glecaprevir / Pibrentasvir (2) – Maviret®

Chronische Hepatitis C, 12 bis < 18 Jahre

Steckbrief

Start des Verfahrens 15.04.2019 – Zulassung: 11.03.2019
Beschluss 17.10.2019
Wirkstoff Glecaprevir/Pibrentasvir
Handelsname Maviret®
Pharm. Unternehmer AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG
G-BA Vorgangsnummer D-441
ATC-Code J05AP57 Antivirale Mittel zur Behandlung von Hepatitis C Infektionen (J05AP)
ICD-10 Codes (AIS) B18.2Chronische Virushepatitis C
Alpha-ID Codes (AIS) I29602Chronische Virushepatitis C
DDD Tagesdosis 3 E oral
Therapeutisches Gebiet Infektionskrankheiten Hepatitis C (HCV)
Grund des Verfahrens Neues Anwendungsgebiet

Anwendungsgebiet des Beschlusses

Maviret wird bei Erwachsenen und bei Jugendlichen im Alter von 12 bis < 18 Jahren zur Behandlung der chronischen Hepatitis-C-Virus (HCV)-Infektion angewendet (siehe Abschnitte 4.2, 4.4 und 5.1).

Patientengruppe Indikation ZVT
a) Patienten mit chronischer Hepatitis C im Alter von 12 bis <18 Jahren, Genotyp 1, 4, 5 oder 6 Ledipasvir/Sofosbuvir
b) Patienten mit chronischer Hepatitis C im Alter von 12 bis < 18 Jahren, Genotyp 2 oder 3 Sofosbuvir + Ribavirin

Studien und Ergebnisse

Anzahl Studien
(beste Patientengruppe)
1 (DORA)
Studiendesign
(beste Patientengruppe)
Single-Arm + kein Vergleich
Metaanalyse
(beste Patientengruppe)
nein
Grund für Patientengruppenbildung (G-BA) Genetik/Mutationstyp

  • Klinische Studien
    • Bei der Studie M16-123 (DORA) handelt es sich um eine offene, einarmige Studie zur Untersuchung von Glecaprevir/Pibrentasvir mit vorbehandelten und therapienaiven Kindern und Jugendlichen im Alter von 3 bis 18 Jahren.

a) Patienten mit chronischer Hepatitis C im Alter von 12 bis < 18 Jahren, Genotyp 1, 4, 5 oder 6

  • Ein Zusatznutzen von Glecaprevir/Pibrentasvir bei jugendlichen Patienten mit chronischer Hepatitis C im Alter von 12 bis < 18 Jahren, mit Infektion von Genotyp 1, 4, 5 oder 6 ist nicht belegt.
  • Insgesamt kann auf der Grundlage der vorgelegten Daten kein Zusatznutzen festgestellt werden.
  • Morbidität - Dauerhaftes virologisches Ansprechen (SVR = Sustained virological Response)
    • Ein dauerhaftes virologisches Ansprechen 12 (SVR12) nach Therapieende wurde in der Kohorte von allen Patienten erreicht.
    • Die Ergebnisse der Studie DORA liegen in derselben Größenordnung wie diejenigen der zweckmäßigen Vergleichstherapie Ledipasvir/Sofosbuvir.
    • Für Ledipasvir/Sofosbuvir wurden SVR12 von 97,5 bis 100 % beobachtet (siehe Beschluss des G-BA vom 15. Februar 2018).
  • Nebenwirkungen
    • Es traten keine Todesfälle, schwerwiegende unerwünschte Ereignisse oder solche unerwünschten Ereignisse auf, die zum Therapieabbruch führten.
    • Ein schweres unerwünschtes Ereignis (Depression, CTCAE ≥ 3) wurde bei einem Patienten beobachtet.

b) Patienten mit chronischer Hepatitis C im Alter von 12 bis < 18 Jahren, Genotyp 2 oder 3

  • Ein Zusatznutzen von Glecaprevir/Pibrentasvir bei jugendlichen Patienten mit chronischer Hepatitis C im Alter von 12 bis < 18 Jahren, mit Infektion von Genotyp 2 oder 3 ist nicht belegt.
  • Insgesamt kann auf der Grundlage der vorgelegten Daten kein Zusatznutzen festgestellt werden.
  • Evidenz für die Beurteilung eines Zusatznutzens in ggf. von Ribavirin-Freiheit profitierenden Patientengruppen liegt jedoch nicht vor, so dass sich daraus kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen ergibt.
  • Morbidität - Dauerhaftes virologisches Ansprechen (SVR = Sustained virological Response)
    • Ein dauerhaftes virologisches Ansprechen 12 (SVR12) nach Therapieende wurde in der Kohorte von allen Patienten erreicht.
    • Die Ergebnisse der Studie DORA liegen in derselben Größenordnung wie diejenigen der zweckmäßigen Vergleichstherapie Sofosbuvir (in Kombination mit Ribavirin).
    • Für Sofosbuvir plus Ribavirin wurden SVR12 von 96,4 bis 100 % beobachtet (siehe Beschluss des G-BA vom 15. Februar 2018).
  • Nebenwirkungen
    • Es traten keine Todesfälle, schwere oder schwerwiegende unerwünschte Ereignisse oder solche unerwünschten Ereignisse auf, die zum Therapieabbruch führten.

Zugehörige Verfahren



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