Evolocumab (1) – Repatha®
Primäre Hypercholesterinämie, gemischte Dyslipidämie
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 15.09.2015 – Zulassung: 17.07.2015 |
|---|---|
| Beschluss | 09.03.2016 Patientengruppen aufgehoben |
| Wirkstoff | Evolocumab |
| Handelsname | Repatha® |
| Pharm. Unternehmer | Amgen GmbH |
| G-BA Vorgangsnummer | D-181 |
| ATC-Code | C10AX13 Andere Mittel, die den Lipidstoffwechsel beeinflussen (C10AX) |
| ICD-10 Codes (AIS) | E78.0Reine Hypercholesterinämie, E78.2Gemischte Hyperlipidämie, E78.4Sonstige Hyperlipidämien, E78.5Hyperlipidämie, nicht näher bezeichnet, E78.8Sonstige Störungen des Lipoproteinstoffwechsels, E78.9Störung des Lipoproteinstoffwechsels, nicht näher bezeichnet |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I128024Familiäre Hypercholesterinämie bei homozygoter Mutation, I16611Hyperlipoproteinurie, I2449Gemischte Hyperlipidämie, I2459Familiäre Hyperlipidämie, I64600Primäre Hypercholesterinämie, I94846Dyslipidämie |
| DDD Tagesdosis | 10 mg parenteral |
| Therapeutisches Gebiet | Stoffwechselkrankheiten Hypercholesterinämie |
| Grund des Verfahrens |
Erstbewertung
Aufgehoben durch: Evolocumab (2) (06.09.2018) |
| Besonderheit | ZVT-Änderung Kombinationstherapie |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
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Hypercholesterinämie und gemischte Dyslipidämie Repatha wird bei Erwachsenen mit primärer Hypercholesterinämie (heterozygot familiär und nicht-familiär) oder gemischter Dyslipidämie zusätzlich zu diätetischer Therapie angewendet:
Homozygote familiäre Hypercholesterinämie Repatha wird bei Erwachsenen und Jugendlichen im Alter von 12 Jahren und älter mit homozygoter familiärer Hypercholesterinämie in Kombination mit anderen lipidsenkenden Therapien angewendet. Die Wirkung von Repatha auf kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität wurde bisher noch nicht nachgewiesen. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| a1) | Patienten mit Hypercholesterinämie (heterozygote familiär und nicht-familiär) oder gemischter Dyslipidämie, bei denen eine Statintherapie infrage kommt | Maximal tolerierte medikamentöse und diätetische Therapie zur Lipidsenkung |
| a2) | Patienten mit Hypercholesterinämie (heterozygote familiär und nicht-familiär) oder gemischter Dyslipidämie, bei denen eine Statintherapie aufgrund von Statinintoleranz oder Kontraindikationen nicht infrage kommt | Andere (als Statine) Lipidsenker (Fibrate oder Anionenaustauscher oder Cholesterinresorptionshemmer) als Monotherapie und diätetische Therapie zur Lipidsenkung |
| a3) | Patienten mit Hypercholesterinämie (heterozygote familiär und nicht-familiär) oder gemischter Dyslipidämie, bei denen medikamentöse und diätetische Optionen zur Lipidsenkung ausgeschöpft worden sind | LDL-Apherese (als „ultima ratio“ bei therapierefraktären Verläufen) ggf. mit begleitender medikamentöser lipidsenkender Therapie |
| b1) | Patienten mit homozygoter familiärer Hypercholesterinämie, bei denen medikamentöse und diätetische Optionen zur Lipidsenkung nicht ausgeschöpft worden sind | Maximal tolerierte medikamentöse und diätetische Therapie zur Lipidsenkung |
| b2) | Patienten mit homozygoter familiärer Hypercholesterinämie, bei denen medikamentöse und diätetische Optionen zur Lipidsenkung ausgeschöpft worden sind und die keine LDL-Apheresebehandlung erhalten | LDL-Apherese (als „ultima ratio“ bei therapierefraktären Verläufen) ggf. mit begleitender medikamentöser lipidsenkender Therapie |
| b3) | Patienten mit homozygoter familiärer Hypercholesterinämie, bei denen medikamentöse und diätetische Optionen zur Lipidsenkung ausgeschöpft worden sind und die zugleich eine LDL-Apheresebehandlung erhalten | LDL-Apherese (als „ultima ratio“ bei therapierefraktären Verläufen) ggf. mit begleitender medikamentöser lipidsenkender Therapie |
Studien und Ergebnisse
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Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
1 (TESLA) |
|---|---|
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Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
H2H vs. ZVT (off-label) |
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Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
nein |
| Grund für Patientengruppenbildung (G-BA) | Vorbehandlung, Patienten-Eignung |
| ZVT-Änderung | 07.07.2015 – vor Dossiereinreichung |
- Klinische Studien
- Zum Nachweis des Zusatznutzens in der Patientenpopulation „Homozygoter familiäre Hypercholesterinämie (HoFH), bei denen medikamentöse und diätetische Optionen zur Lipidsenkung nicht ausgeschöpft worden sind“ legt der pharmazeutische Unternehmer die 12-wöchige randomisierte, placebokontrollierte doppelblinde Studie TESLA vor.
a1) Hypercholesterinämie (heterozygote familiär und nicht-familiär) oder gemischte Dyslipidämie - Patienten, bei denen eine Statintherapie infrage kommt
- Der Zusatznutzen ist nicht belegt.
- Zum einen wurde die zweckmäßige Vergleichstherapie „maximal tolerierte medikamentöse und diätetische Therapie zur Lipidsenkung“ nicht adäquat umgesetzt, zum anderen ist die Studiendauer von 12 Wochen vor dem Hintergrund der chronischen Erkrankung für die Bewertung des Zusatznutzens nicht ausreichend.
- In der Studie wurden die Patienten im Vergleichsarm festen Dosisregimes für Statine und Ezetimib zugeordnet, eine Anpassung der Dosierung während der Studie war nicht möglich.
- Aussagen zum Zusatznutzen von Evolocumab vs. Ezetimib bei den Patienten, für die Ezetimib die patientenindividuell optimierte Therapie darstellt, lassen sich aus der Studie zudem nicht ableiten, da die Studiendauer von 12 Wochen für zu kurz für den Nachweis eines Zusatznutzens erachtet wird.
a2) Hypercholesterinämie (heterozygote familiär und nicht-familiär) oder gemischte Dyslipidämie - Patienten, bei denen eine Statintherapie aufgrund von Statinintoleranz oder Kontraindikationen nicht infrage kommt
- Der Zusatznutzen ist nicht belegt.
- Aussagen zum Zusatznutzen von Evolocumab gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie lassen sich aus der GAUSS-2 Studie nicht ableiten, da die Studiendauer von 12 Wochen für zu kurz für den Nachweis eines Zusatznutzens erachtet wird.
- Es ist unsicher inwiefern die Kombinationstherapie aus Ezetimib und anderen Lipidsenkern in dieser Patientenpopulation der Umsetzung der zweckmäßigen Vergleichstherapie „andere (als Statine) Lipidsenker (Fibrate, Anionenaustauscher, Cholesterinresorptionshemmer) als Monotherapie und diätetische Therapie zur Lipidsenkung“ entspricht.
a3) Hypercholesterinämie (heterozygote familiär und nicht-familiär) oder gemischte Dyslipidämie - Patienten, bei denen medikamentöse und diätetische Optionen zur Lipidsenkung ausgeschöpft worden sind
- Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
- Da keine direkt vergleichende Studie von Evolocumab gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie „LDL-Apherese (als „ultima ratio“ bei therapierefraktären Verläufen) ggf. mit begleitender medikamentöser lipidsenkender Therapie“ vorliegen, hat der pharmazeutische Unternehmer zum Zwecke eines indirekten Vergleiches eine Recherche nach geeigneten Studien durchgeführt. Es konnten keine Studien identifiziert werden, die sich für einen indirekten Vergleich eignen.
b1) Homozygote familiäre Hypercholesterinämie - Patienten, bei denen medikamentöse und diätetische Optionen zur Lipidsenkung nicht ausgeschöpft worden sind
- Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
- Ob es sich um Patienten handelt, deren medikamentöse Therapie bereits maximal optimiert wurde oder nicht, ist unklar. Die vorliegende Fragestellung umfasst jedoch Patienten, deren medikamentöse und diätetische Optionen zur Lipidsenkung nicht ausgeschöpft worden sind, weshalb für die adäquate Umsetzung der zweckmäßigen Vergleichstherapie in der Studie eine Dosisanpassung der lipidsenkenden Basistherapie vorgesehen hätte sein müssen.
- Zudem ist aufgrund der kurzen Studiendauer von 12 Wochen die Studie TESLA für die Bewertung des Zusatznutzens von Evolocumab nicht geeignet, da die Studiendauer von 12 Wochen für zu kurz für den Nachweis eines Zusatznutzens erachtet wird.
b2) Homozygote familiäre Hypercholesterinämie - Patienten, bei denen medikamentöse und diätetische Optionen zur Lipidsenkung ausgeschöpft worden sind und die keine LDL-Apheresebehandlung erhalten
- Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
- Da keine direkt vergleichende Studie von Evolocumab gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie „LDL-Apherese (als „ultima ratio“ bei therapierefraktären Verläufen), ggf. mit begleitender medikamentöser lipidsenkender Therapie.“ vorliegen, hat der pharmazeutische Unternehmer zum Zwecke eines indirekten Vergleiches eine Recherche nach geeigneten Studien durchgeführt. Es konnten keine Studien identifiziert werden, die sich für einen indirekten Vergleich gegenüber der LDL-Apherese eignen.
b3) Homozygote familiäre Hypercholesterinämie - Patienten, die zugleich eine LDL-Apheresebehandlung erhalten
- Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
- Da keine direkt vergleichende Studie von Evolocumab gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie „LDL-Apherese (als „ultima ratio“ bei therapierefraktären Verläufen), ggf. mit begleitender medikamentöser lipidsenkender Therapie.“ vorliegen, hat der pharmazeutische Unternehmer zum Zwecke eines indirekten Vergleiches eine Recherche nach geeigneten Studien durchgeführt. Es konnten keine Studien identifiziert werden, die sich für einen indirekten Vergleich gegenüber der LDL-Apherese eignen.
Zugehörige Verfahren
| Evolocumab (3) | Repatha® | Amgen GmbH | Primäre Hypercholesterinämie, ≥ 10 bis < 18 Jahre | 768–950 | 100% Zusatznutzen nicht belegt | |
| Evolocumab (2) | Repatha® | Amgen GmbH | Primäre Hypercholesterinämie, gemischte Dyslipidämie | 271.500 | 100% Zusatznutzen nicht belegt | |
| Evolocumab (1) | Repatha® | Amgen GmbH | Primäre Hypercholesterinämie, gemischte Dyslipidämie |
1.810–1.819
273.310–273.319 |
100% Zusatznutzen nicht belegt Patientengruppen aufgehoben |
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