Elotuzumab (3) – Empliciti®

Multiples Myelom, mind. 2 Vortherapien, Kombination mit Pomalidomid und Dexamethason

Steckbrief

Start des Verfahrens 01.07.2021 – Zulassung: 23.08.2019
Beschluss 16.12.2021
Wirkstoff Elotuzumab
Handelsname Empliciti®
Pharm. Unternehmer Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
G-BA Vorgangsnummer D-708
ATC-Code L01FX08 Andere monoklonale Antikörper und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (L01FX)
ICD-10 Codes (AIS) C90.00Multiples Myelom: Ohne Angabe einer kompletten Remission, C90.01Multiples Myelom: In kompletter Remission
Alpha-ID Codes (AIS) I21328Multiples Myelom, I31059Multiples Myelom in kompletter Remission
DDD Tagesdosis 50 mg parenteral
Therapeutisches Gebiet Onkologische Erkrankungen Multiples Myelom (MM)
Grund des Verfahrens Neubewertung: Ablauf Befristung
Ursprünglicher Beschluss: Elotuzumab (2) (02.04.2020)

Anwendungsgebiet des Beschlusses

Elotuzumab ist in Kombination mit Pomalidomid und Dexamethason zur Behandlung des rezidivierten und refraktären Multiplen Myeloms bei Erwachsenen indiziert, die mindestens zwei vorausgegangene Therapien, darunter Lenalidomid und einen Proteasom-Inhibitor, erhalten haben und unter der letzten Therapie eine Progression gezeigt haben.

Patientengruppe Indikation ZVT
Erwachsene mit rezidivierten und refraktären Multiplem Myelom, die mindestens zwei vorausgegangene Therapien, darunter Lenalidomid und einen Proteasom-Inhibitor, erhalten haben und unter der letzten Therapie eine Progression gezeigt haben - Bortezomib in Kombination mit pegyliertem liposomalen Doxorubicin oder - Bortezomib in Kombination mit Dexamethason oder - Lenalidomid in Kombination mit Dexamethason oder - Pomalidomid in Kombination mit Dexamethason oder - Elotuzumab in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason oder - Carfilzomib in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason oder - Carfilzomib in Kombination mit Dexamethason oder - Daratumumab in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason oder - Daratumumab in Kombination mit Bortezomib und Dexamethason

Studien und Ergebnisse

Anzahl Studien
(beste Patientengruppe)
1 (ELOQUENT-3)
Studiendesign
(beste Patientengruppe)
H2H vs. ZVT
Metaanalyse
(beste Patientengruppe)
nein

  • Klinische Studien
    • ELOQUENT-3 ist eine multizentrische, offene, randomisierte kontrollierte Phase-II-Studie, in der die Dreifachkombination aus Elotuzumab, Pomalidomid und Dexamethason (E-Pd) mit der Zweifachkombination aus Pomalidomid und Dexamethason (Pd) verglichen wird.

Erwachsene mit rezidiviertem und refraktärem Multiplen Myelom, die mindestens zwei vorausgegangene Therapien, darunter Lenalidomid und einen Proteasom-Inhibitor, erhalten haben und unter der letzten Therapie eine Progression gezeigt haben

  • Im Ergebnis stellt der G-BA für E-Pd einen beträchtlichen Zusatznutzen gegenüber Pd fest.
  • Die Aussagesicherheit für den festgestellten Zusatznutzen wird in die Kategorie „Anhaltspunkt“ eingestuft.
  • Mortalität
    • Das Gesamtüberleben ist in der Studie ELOQUENT-3 als die Zeit zwischen Randomisierung und Tod, ungeachtet der zugrundeliegenden Todesursache, definiert.
    • Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigte sich bezogen auf die Gesamtpopulation der Studie ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Elotuzumab in Kombination mit Pomalidomid und Dexamethason.
    • Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigt sich bezogen auf die Gesamtpopulation der Studie ELOQUENT-3 durch die Behandlung mit E-Pd eine Verlängerung der Überlebenszeit gegenüber einer Behandlung mit Pd, die als eine deutliche Verbesserung bewertet wird.
  • Morbidität - Progressionsfreies Überleben (PFS)
    • Das PFS war der primäre Endpunkt der ELOQUENT-3-Studie und wurde operationalisiert als Zeit von der Randomisierung bis zur Tumorprogression oder Tod aufgrund jeglicher Ursache.
    • Während für den 2. Datenschnitt vom 29.11.2018, welcher die Grundlage der Erstbewertung von E-Pd durch den G-BA bildete, Daten zum PFS verfügbar waren, liegen für die finale Analyse des Gesamtüberlebens mit Datenschnitt vom 22.02.2021 keine Daten zum PFS vor.
  • Morbidität - Gesundheitszustand (erhoben mittels EQ-5D VAS)
    • Der Gesundheitszustand wurde mittels der visuellen Analogskala (VAS) des EQ-5D Fragebogens erhoben.
    • Es zeigte sich für keine der drei Responseschwellen ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Studienarmen.
    • Hinsichtlich des Gesundheitszustandes liegen somit weder positive noch negative Effekte von Elotuzumab in Kombination mit Pomalidomid und Dexamethason vor.
  • Morbidität - Symptomatik (erhoben mittels MDASI-MM-Fragebogen)
    • Für die Erfassung der Symptomatik wurde in der ELOQUENT-3-Studie der MDASI-MM-Fragebogen eingesetzt.
    • Für die Endpunkte Symptomschwere sowie Beeinträchtigung des alltäglichen Lebens durch Symptome zeigte sich jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Studienarmen.
    • Demnach liegen hinsichtlich der Symptomatik weder positive noch negative Effekte von Elotuzumab in Kombination mit Pomalidomid und Dexamethason vor.
  • Lebensqualität
    • Der Endpunkt gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde in der Studie ELOQUENT-3 mit dem Symptom Interference Score des MDASI-MM-Fragebogens erhoben.
    • Dieser deckt allerdings die Dimension der gesundheitsbezogenen Lebensqualität nicht vollständig ab und wurde bereits im Rahmen der Erstbewertung der Endpunktkategorie Morbidität zugeordnet.
    • Daher liegen zur Bewertung der Endpunktkategorie Lebensqualität keine geeigneten Daten vor.
  • Nebenwirkungen - Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE)
    • Für die schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Studienarmen.
  • Nebenwirkungen - Schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad ≥ 3)
    • Für die schweren unerwünschten Ereignisse mit CTCAE-Grad ≥ 3 ergab sich bezogen auf die Gesamtpopulation der Studie ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von E-Pd gegenüber Pd.
    • Dabei zeigte sich eine Effektmodifikation durch das Merkmal „Anzahl der vorangegangenen Therapielinien“. Für Personen mit 2 oder 3 vorangegangenen Therapielinien zeigte sich ein statistisch signifikanter Effekt zum Vorteil von E-Pd im Vergleich zu Pd. Für Personen mit 4 oder mehr vorangegangene Therapielinien zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied.
  • Nebenwirkungen - Abbruch wegen unerwünschter Ereignisse (UE)
    • Für den Endpunkt Abbruch wegen UE zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Studienarmen.
  • Nebenwirkungen
    • In der Gesamtschau zeigte sich bei den Nebenwirkungen hinsichtlich des Endpunkts schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad ≥ 3) ein Vorteil von E-Pd gegenüber Pd.
    • Bei den Endpunkten schwerwiegende UE sowie Abbruch wegen UE ergaben sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Studienarmen.
    • In der Gesamtbetrachtung aller Endpunkte wird in der Kategorie Nebenwirkungen ein Vorteil von E-Pd gegenüber Pd festgestellt.
  • Gesamtbewertung
    • Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigen die vorliegenden Ergebnisse eine statistisch signifikante Verlängerung der Überlebenszeit durch die Behandlung mit E-Pd gegenüber einer Behandlung mit Pd, die als eine deutliche Verbesserung bewertet wird.
    • Für die Symptomatik (erhoben mittels MDASI-MM) und den Gesundheitszustand (erhoben mittels EQ-5D VAS) zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
    • Zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität liegen aus der Studie ELOQUENT-3 keine geeigneten Daten vor.
    • Bei den Nebenwirkungen ist hinsichtlich des Endpunkts schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad ≥ 3) ein Vorteil von E-Pd im Vergleich zu Pd festzustellen. Kein Unterschied zeigt sich für die Endpunkte schwerwiegende UE sowie Abbruch wegen UE. In der Kategorie Nebenwirkungen ist somit insgesamt ein Vorteil von E-Pd gegenüber Pd festzustellen.
    • In der Gesamtbetrachtung gelangt der G-BA zu dem Ergebnis, dass für E-Pd in der Behandlung von Patienten mit rezidiviertem und refraktärem Multiplem Myelom, die bereits mindestens zwei Vortherapien, darunter Lenalidomid und einen Proteasom-Inhibitor, erhalten haben und unter der letzten Therapie eine Progression gezeigt haben, ein beträchtlicher Zusatznutzen im Vergleich zu Pd vorliegt.

Zugehörige Verfahren



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