Elotuzumab (2) – Empliciti®

Multiples Myelom, mind. 2 Vortherapien, Kombination mit Pomalidomid und Dexamethason

Steckbrief

Start des Verfahrens 01.10.2019 – Zulassung: 23.08.2019
Beschluss 02.04.2020 aufgehoben
Befristung bis 01.07.2021
Wirkstoff Elotuzumab
Handelsname Empliciti®
Pharm. Unternehmer Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
G-BA Vorgangsnummer D-490
ATC-Code L01FX08 Andere monoklonale Antikörper und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (L01FX)
ICD-10 Codes (AIS) C90.00Multiples Myelom: Ohne Angabe einer kompletten Remission, C90.01Multiples Myelom: In kompletter Remission
Alpha-ID Codes (AIS) I21328Multiples Myelom, I31059Multiples Myelom in kompletter Remission
DDD Tagesdosis 50 mg parenteral
Therapeutisches Gebiet Onkologische Erkrankungen Multiples Myelom (MM)
Grund des Verfahrens Neues Anwendungsgebiet
Aufgehoben durch: Elotuzumab (3) (16.12.2021)

Anwendungsgebiet des Beschlusses

Empliciti ist in Kombination mit Pomalidomid und Dexamethason zur Behandlung des rezidivierten und refraktären Multiplen Myeloms bei Erwachsenen indiziert, die mindestens zwei vorausgegangene Therapien, darunter Lenalidomid und einen Proteasom-Inhibitor, erhalten haben und unter der letzten Therapie eine Progression gezeigt haben (siehe Abschnitte 4.2 und 5.1).

Patientengruppe Indikation ZVT
Erwachsene Patienten mit rezidiviertem und refraktärem multiplen Myelom, die bereits mindestens zwei Vortherapien, darunter Lenalidomid und einen Proteasom-Inhibitor, erhalten haben und unter der letzten Therapie eine Progression gezeigt haben - Bortezomib in Kombination mit Dexamethason oder - Lenalidomid in Kombination mit Dexamethason oder - Pomalidomid in Kombination mit Dexamethason oder - Elotuzumab in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason oder - Carfilzomib in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason oder - Carfilzomib in Kombination mit Dexamethason oder - Daratumumab in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason oder - Daratumumab in Kombination mit Bortezomib und Dexamethason

Studien und Ergebnisse

Anzahl Studien
(beste Patientengruppe)
1 (ELOQUENT-3)
Studiendesign
(beste Patientengruppe)
H2H vs. ZVT
Metaanalyse
(beste Patientengruppe)
nein

  • Klinische Studien
    • Die Studie ELOQUENT-3 ist eine laufende, offene, randomisierte, kontrollierte Phase-II-Studie, in der eine Dreifachkombination aus Elotuzumab, Pomalidomid und Dexamethason (E-Pd) mit der Zweifachkombination Pomalidomid und Dexamethason (Pd) verglichen wird.

Erwachsene Patienten mit rezidiviertem und refraktärem multiplen Myelom, die bereits mindestens zwei Vortherapien, darunter Lenalidomid und einen Proteasom-Inhibitor, erhalten haben und unter der letzten Therapie eine Progression gezeigt haben

  • In der Gesamtbetrachtung gelangt der G-BA zu dem Ergebnis, dass für E-PD in der Behandlung von Patienten mit rezidiviertem und refraktärem Multiplem Myelom, die bereits mindestens zwei Vortherapien, darunter Lenalidomid und einen Proteasom-Inhibitor, erhalten haben und unter der letzten Therapie eine Progression gezeigt haben, ein beträchtlicher Zusatznutzen im Vergleich zu Pd festgestellt wird.
  • In der Gesamtschau wird ein Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen für E-Pd im Vergleich zu Pd in der Behandlung von Patienten mit rezidiviertem und refraktärem multiplem Myelom, die mindestens zwei vorausgegangene Therapien, darunter Lenalidomid und einen Proteasom-Inhibitor, erhalten haben und unter der letzten Therapie eine Progression gezeigt haben, abgeleitet.
  • Aus den beschriebenen Unsicherheiten lässt sich insgesamt ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen von E-Pd ableiten.
  • Mortalität
    • Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von E-Pd im Vergleich zu Pd (Hazard Ratio (HR): 0,54 [95 %-Konfidenzintervall (KI): 0,30; 0,96]; p-Wert = 0,034).
    • Der Median der Überlebenszeit war in der Patientengruppe, die E-Pd erhält, zum 2. Datenschnitt am 29.11.2018 nicht erreicht.
    • Dies wird als eine beträchtliche Verlängerung des Gesamtüberlebens unter Elotuzumab in Kombination mit Pomalidomid und Dexamethason bewertet.
    • Für das Gesamtüberleben zeigt sich in der ELOQUENT-3-Studie ein Vorteil von E-Pd gegenüber Pd, welcher in seinem Ausmaß als beträchtlich eingestuft wird.
  • Morbidität - Progressionsfreies Überleben (PFS)
    • Das PFS war der primäre Endpunkt der ELOQUENT-3-Studie und wurde operationalisiert als Zeit von der Randomisierung bis zur Tumorprogression oder Tod aufgrund jeglicher Ursache.
    • Für das PFS zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Elotuzumab (Hazard Ratio (HR): 0,499 [95 %-Konfidenzintervall (KI): 0,325; 0,765]; p-Wert = 0,0011).
    • Die Patienten in der E-Pd-Gruppe weisen im Median einen progressionsfreien Überlebensvorteil von 5,55 Monaten gegenüber Patienten in der Pd-Gruppe auf.
    • Bei dem Endpunkt PFS handelt es sich um einen kombinierten Endpunkt, der sich aus Endpunkten der Kategorien Mortalität und Morbidität zusammensetzt.
    • Unter Berücksichtigung der oben genannten Aspekte bestehen hinsichtlich der Patientenrelevanz des Endpunktes PFS unterschiedliche Auffassungen innerhalb des G-BA.
  • Lebensqualität
    • Der Endpunkt gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde in der Studie ELOQUENT-3 mit dem Symptom Interference Score des MDASI-MM-Fragebogens erhoben.
    • Dieser deckt allerdings die Dimension der gesundheitsbezogenen Lebensqualität nicht vollständig ab.
    • Daher liegen zur Bewertung der Endpunktkategorie Lebensqualität keine geeigneten Daten vor.
  • Nebenwirkungen - Unerwünschte Ereignisse (UE) gesamt
    • Unerwünschte Ereignisse traten unabhängig vom Behandlungsarm bei fast allen Patienten mindestens einmal auf.
    • Die Ergebnisse zum Endpunkt „Unerwünschte Ereignisse“ (UE) werden nur ergänzend dargestellt, da in der Operationalisierung der Nebenwirkungen auch Ereignisse abgebildet sind, die nicht patientenrelevant sind.
  • Gesamtbewertung / Fazit
    • Für die Bewertung des Zusatznutzens zu E-Pd zur Behandlung von Patienten mit rezidiviertem und refraktärem Multiplem Myelom, die bereits mindestens zwei Vortherapien, darunter Lenalidomid und einen Proteasom-Inhibitor, erhalten haben und unter der letzten Therapie eine Progression gezeigt haben, liegen aus der ELOQUENT-3-Studie Ergebnisse zur Mortalität (Gesamtüberleben), Morbidität und zu Nebenwirkungen vor.
    • Für das Gesamtüberleben zeigt sich in der ELOQUENT-3-Studie ein Vorteil von E-Pd gegenüber Pd, welcher in seinem Ausmaß als beträchtlich eingestuft wird.
    • In der Kategorie Morbidität zeigt sich für die Endpunkte Gesundheitszustand und Symptomatik kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
    • Zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität liegen aus der Studie ELOQUENT-3 keine geeigneten Daten vor.
    • In der Gesamtschau der Ergebnisse zu Nebenwirkungen liegen statistisch signifikante Unterschiede bei den schweren UEs (CTCAE-Grad 3 bis 4) für Patienten mit 2 oder 3 vorangegangenen Therapielinien und im Detail bei den spezifischen unerwünschten Ereignissen Neutropenie und Anämie vor.
    • In der Gesamtbetrachtung aller Endpunkte wird in der Kategorie Nebenwirkungen ein geringer Vorteil von E-Pd gegenüber Pd festgestellt.
    • In der Gesamtbetrachtung gelangt der G-BA zu dem Ergebnis, dass für E-PD in der Behandlung von Patienten mit rezidiviertem und refraktärem Multiplem Myelom, die bereits mindestens zwei Vortherapien, darunter Lenalidomid und einen Proteasom-Inhibitor, erhalten haben und unter der letzten Therapie eine Progression gezeigt haben, ein beträchtlicher Zusatznutzen im Vergleich zu Pd festgestellt wird.
  • Gesamtbewertung / Fazit
    • Für die Bewertung des Zusatznutzens zu E-Pd zur Behandlung von Patienten mit rezidiviertem und refraktärem Multiplem Myelom, die bereits mindestens zwei Vortherapien, darunter Lenalidomid und einen Proteasom-Inhibitor, erhalten haben und unter der letzten Therapie eine Progression gezeigt haben, liegen aus der ELOQUENT-3-Studie Ergebnisse zur Mortalität (Gesamtüberleben), Morbidität und zu Nebenwirkungen vor.
    • Für das Gesamtüberleben zeigt sich in der ELOQUENT-3-Studie ein Vorteil von E-Pd gegenüber Pd, welcher in seinem Ausmaß als beträchtlich eingestuft wird.
    • In der Kategorie Morbidität zeigt sich für die Endpunkte Gesundheitszustand und Symptomatik kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
    • Zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität liegen aus der Studie ELOQUENT-3 keine geeigneten Daten vor.
    • In der Gesamtschau der Ergebnisse zu Nebenwirkungen liegen statistisch signifikante Unterschiede bei den schweren UEs (CTCAE-Grad 3 bis 4) für Patienten mit 2 oder 3 vorangegangenen Therapielinien und im Detail bei den spezifischen unerwünschten Ereignissen Neutropenie und Anämie vor.
    • In der Gesamtbetrachtung aller Endpunkte wird in der Kategorie Nebenwirkungen ein geringer Vorteil von E-Pd gegenüber Pd festgestellt.
    • In der Gesamtbetrachtung gelangt der G-BA zu dem Ergebnis, dass für E-PD in der Behandlung von Patienten mit rezidiviertem und refraktärem Multiplem Myelom, die bereits mindestens zwei Vortherapien, darunter Lenalidomid und einen Proteasom-Inhibitor, erhalten haben und unter der letzten Therapie eine Progression gezeigt haben, ein beträchtlicher Zusatznutzen im Vergleich zu Pd festgestellt wird.

Zugehörige Verfahren



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