Darolutamid (2) – Nubeqa®
Prostatakarzinom, metastasiert, hormonsensitiv, Kombination mit Docetaxel und Androgendeprivationstherapie
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 01.04.2023 – Zulassung: 27.02.2023 |
|---|---|
| Beschluss | 21.09.2023 |
| Wirkstoff | Darolutamid |
| Handelsname | Nubeqa® |
| Pharm. Unternehmer | Bayer Vital GmbH |
| G-BA Vorgangsnummer | D-928 |
| ATC-Code | L02BB06 Antiandrogene (L02BB) |
| ICD-10 Codes (AIS) | C61Bösartige Neubildung der Prostata |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I21708Metastasierendes Prostatakarzinom |
| Therapeutisches Gebiet | Onkologische Erkrankungen Prostatakarzinom (PC) |
| Grund des Verfahrens | Neues Anwendungsgebiet |
| Besonderheit | Praxisbesonderheit |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
|
Nubeqa wird angewendet zur Behandlung erwachsener Männer mit metastasiertem hormonsensitivem Prostatakarzinom (mHSPC) in Kombination mit Docetaxel und einer Androgendeprivationstherapie. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| Erwachsene Männer mit metastasiertem hormonsensitivem Prostatakarzinom (mHSPC) | – die konventionelle Androgendeprivation in Kombination mit Apalutamid oder – die konventionelle Androgendeprivation in Kombination mit Enzalutamid oder – die konventionelle Androgendeprivation in Kombination mit Abirateronacetat und Prednison oder Prednisolon (nur für Patienten mit neu diagnostiziertem Hochrisiko-Prostatakarzinom) oder – die konventionelle Androgendeprivation in Kombination mit Docetaxel mit oder ohne Prednison oder Prednisolon |
Studien und Ergebnisse
|
Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
1 (ARASENS) |
|---|---|
|
Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
H2H vs. ZVT |
|
Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
nein |
- Klinische Studien
- Der pharmazeutische Unternehmer hat zur Nutzenbewertung Daten der randomisierten, doppelblinden Phase-III-Studie ARASENS vorgelegt, in der Darolutamid in Kombination mit Docetaxel und ADT gegenüber Placebo in Kombination mit Docetaxel und ADT verglichen wurde.
Erwachsene Männer mit metastasiertem hormonsensitivem Prostatakarzinom (mHSPC)
- Im Ergebnis stellt der G-BA für Darolutamid in Kombination mit Docetaxel und ADT zur Behandlung erwachsener Männer mit metastasiertem hormonsensitivem Prostatakarzinom einen beträchtlichen Zusatznutzen gegenüber Docetaxel in Kombination mit ADT fest.
- Die Aussagesicherheit wird auf Grundlage der vorliegenden Nachweise somit in die Kategorie „Hinweis“ eingestuft.
- Mortalität
- Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Darolutamid in Kombination mit Docetaxel und ADT im Vergleich zum Kontrollarm.
- Das Ausmaß des erzielten Vorteils im Gesamtüberleben wird als eine deutliche Verbesserung bewertet.
- Morbidität - Symptomatische skelettale Ereignisse
- Der in der Studie ARASENS erhobene kombinierte Endpunkt symptomatische skelettale Ereignisse ist operationalisiert als Zeit von Randomisierung bis zur erstmaligen Dokumentation einer der folgenden Komponenten: externe Strahlentherapie zur Linderung skelettaler Symptome, neue symptomatische, pathologische Knochenfrakturen, Auftreten einer Rückenmarkskompression, tumorbedingter orthopädisch-chirurgischer Eingriff.
- Es zeigt sich für den kombinierten Endpunkt ein statistisch signifikanter Vorteil von Darolutamid in Kombination mit Docetaxel und ADT gegenüber dem Kontrollarm.
- Morbidität - Stärkster Schmerz
- Für den Endpunkt stärkster Schmerz, erhoben anhand des Item 3 des BPI-SF, zeigt sich in der Ereigniszeitanalyse ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Darolutamid in Kombination mit Docetaxel und ADT im Vergleich zum Kontrollarm.
- Morbidität - Beeinträchtigung durch Schmerz
- Für den Endpunkt Beeinträchtigung durch Schmerz, erhoben anhand der Items 9a-g des BPI-SF, zeigt sich auf Basis der Mittelwertsdifferenzen ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Darolutamid in Kombination mit Docetaxel und ADT.
- Das 95 %-Konfidenzintervall der standardisierten Mittelwertdifferenz liegt jedoch nicht vollständig außerhalb des Irrelevanzbereichs von -0,2 bis 0,2. Somit lässt sich nicht ableiten, dass der beobachtete Effekt relevant ist.
- Morbidität - Symptomatik (NFPSI-17)
- Für die Subskala TSE zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Darolutamid in Kombination mit Docetaxel und ADT. Das 95 %-Konfidenzintervall der standardisierten Mittelwertdifferenz liegt jedoch nicht vollständig außerhalb des Irrelevanzbereichs von -0,2 bis 0,2. Damit lässt sich nicht ableiten, dass der beobachtete Effekt relevant ist.
- Lebensqualität
- Entsprechend der vorstehenden Ausführungen zum NFPSI-17, gehen aus der Studie ARASENS keine Daten zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität hervor.
- Nebenwirkungen - Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE), schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad ≥ 3), Therapieabbrüche aufgrund von unerwünschten Ereignissen
- Für die Endpunkte SUE, schwere UE (CTCAE-Grad ≥ 3) und Therapieabbrüche aufgrund von UE liegen keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen vor.
- Nebenwirkungen - Spezifische unerwünschte Ereignisse
- Im Detail zeigen sich im Bereich der spezifischen UE statistisch signifikante Unterschiede zum Nachteil Darolutamid in Kombination mit Docetaxel und ADT bezüglich der Endpunkte Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes (SOC, schwere UE) und Hypertonie (PT, schwere UE); ein statistisch signifikanter Vorteil liegt hingegen für den Endpunkt Knochenschmerzen (PT, schwere UE) vor.
- Gesamtbewertung
- Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigt sich ein deutlicher Vorteil von Darolutamid in Kombination mit Docetaxel und ADT gegenüber Docetaxel in Kombination mit ADT.
- In der Endpunktkategorie Morbidität zeigen sich Vorteile für Darolutamid in Kombination mit Docetaxel und ADT bei den Endpunkten symptomatische skelettale Ereignisse und stärkster Schmerz. Hinsichtlich der patientenberichteten Symptomatik erhoben mittels des Messinstruments NFPSI-17, zeigen sich keine bewertungsrelevanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen.
- Zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität gehen aus der Studie ARASENS keine Daten hervor.
- Bei den Nebenwirkungen ergeben sich keine für die Nutzenbewertung relevanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen. Im Detail zeigen sich allein bei den spezifischen unerwünschten Ereignissen sowohl Nachteile bei den Endpunkten Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes (SOC, schwere UE) und Hypertonie (PT, schwere UE) als auch ein Vorteil beim Endpunkt Knochenschmerzen (PT, schwere UE).
- In der Gesamtbetrachtung stehen somit den positiven Effekten in den Endpunktkategorien Mortalität und Morbidität keine Nachteile gegenüber.
Zugehörige Verfahren
| Darolutamid (3) | Nubeqa® | Bayer Vital GmbH | Prostatakarzinom, metastasiert, hormonsensitiv, Kombination mit Androgendeprivationstherapie | 2.590–3.640 | 100% Zusatznutzen nicht belegt | |
| Darolutamid (2) | Nubeqa® | Bayer Vital GmbH | Prostatakarzinom, metastasiert, hormonsensitiv, Kombination mit Docetaxel und Androgendeprivationstherapie | 2.590–3.640 | 100% Hinweis auf beträchtlicher Zusatznutzen | |
| Darolutamid (1) | Nubeqa® | Bayer Vital GmbH | Prostatakarzinom, nicht metastasiert, hohes Metastasenrisiko | 1.090–3.800 | 100% Hinweis auf beträchtlicher Zusatznutzen |
<< Liste aller Beschlüsse