Ceritinib (2) – Zykadia®

Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom, ALK+, nach Crizotinib-Vortherapie

Steckbrief

Start des Verfahrens 01.10.2016 – Zulassung: 06.05.2015
Beschluss 16.03.2017
Wirkstoff Ceritinib
Handelsname Zykadia®
Pharm. Unternehmer Novartis Pharma GmbH
G-BA Vorgangsnummer D-259
ATC-Code L01ED02 ALK-Inhibitoren (L01ED)
ICD-10 Codes (AIS) C34.0Bösartige Neubildung: Hauptbronchus, C34.1Bösartige Neubildung: Oberlappen (-Bronchus), C34.2Bösartige Neubildung: Mittellappen (-Bronchus), C34.3Bösartige Neubildung: Unterlappen (-Bronchus), C34.8Bösartige Neubildung: Bronchus und Lunge, mehrere Teilbereiche überlappend, C34.9Bösartige Neubildung: Bronchus oder Lunge, nicht näher bezeichnet
Alpha-ID Codes (AIS) I111155Karzinom des Oberlappenbronchus, I116693Nicht kleinzelliges Lungenkarzinom, I24595Karzinom des Hauptbronchus, I30015Lungenkarzinom des Mittellappens, I30021Lungenkarzinom des Unterlappens, I30022Bösartige Neubildung der Bronchien und der Lunge, mehrere Teilbereiche überlappend
DDD Tagesdosis 0.45 g oral
Therapeutisches Gebiet Onkologische Erkrankungen Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom (NSCLC)
Grund des Verfahrens Neubewertung: Ablauf Befristung
Ursprünglicher Beschluss: Ceritinib (1) (17.12.2015)
Regulatorischer Status Bedingte Zulassung (CMA)

Anwendungsgebiet des Beschlusses

Zykadia wird angewendet bei erwachsenen Patienten zur Behandlung des fortgeschrittenen, Anaplastische-Lymphomkinase(ALK)-positiven, nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms (NSCLC), die mit Crizotinib vorbehandelt wurden.

Patientengruppe Indikation ZVT
1) Erwachsene mit fortgeschrittenem, Anaplastische-Lymphomkinase(ALK)-positivem, nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC), die mit Crizotinib vorbehandelt wurden und für die eine Behandlung mit Docetaxel oder Pemetrexed infrage kommt Docetaxel oder Pemetrexed
2) Erwachsene mit fortgeschrittenem, Anaplastische-Lymphomkinase(ALK)-positivem, nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC), die mit Crizotinib vorbehandelt wurden und für die eine Behandlung mit Docetaxel oder Pemetrexed nicht infrage kommt Best-Supportive-Care

Studien und Ergebnisse

Anzahl Studien
(beste Patientengruppe)
1 (ASCEND-5)
Studiendesign
(beste Patientengruppe)
H2H vs. ZVT
Metaanalyse
(beste Patientengruppe)
nein
Grund für Patientengruppenbildung (G-BA) Patienten-Eignung

1) Patienten, für die eine Behandlung mit Docetaxel oder Pemetrexed infrage kommt

  • Mortalität
    • Gesamtüberleben
    • Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen der Studie (Hazard Ratio: 1,00 [0,67; 1,49], p-Wert = 0,496). Ein Zusatznutzen von Ceritinib gegenüber der Chemotherapie mit Docetaxel oder Pemetrexed ist somit für das Gesamtüberleben nicht belegt.
    • Die mediane Überlebenszeit in den Behandlungsgruppen betrug 18,1 Monate (Ceritinib) und 20,1 Monate (Docetaxel oder Pemetrexed).
    • Bei der Bewertung wird berücksichtigt, dass zum Zeitpunkt der Analyse 64,7 % der Patienten aus der Chemotherapie-Behandlungsgruppe auf eine Folgebehandlung mit Ceritinib gewechselt hatten („Cross-over“), wodurch das Ergebnis zum Gesamtüberleben einer potenziell starken Verzerrung unterliegt.
  • Morbidität - Progressionsfreies Überleben
    • Das progressionsfreie Überleben (PFS) war in der Ceritinib-Behandlungsgruppe statistisch signifikant länger: im Median 5,4 Monate (Ceritinib) vs. 1,6 Monate (Chemotherapie); Hazard Ratio: 0,49 [0,36; 0,67], p-Wert < 0,001.
    • Bei dem Endpunkt PFS handelt es sich um einen kombinierten Endpunkt, der sich aus Endpunkten der Kategorien Mortalität und Morbidität zusammensetzt.
    • Die Erhebung der Morbiditätskomponente erfolgte nicht symptombezogen, sondern ausschließlich mittels bildgebender Verfahren.
  • Gesundheitsbezogene Lebensqualität
    • Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde in der vorliegenden Studie mittels der Funktionsskalen sowie der Skala zur Erfassung des globalen Gesundheitsstatus des Krebsspezifischen Fragebogens EORTC QLQ-C30 erhoben.
    • Für die Endpunkte körperliche Funktion, Rollenfunktion sowie soziale Funktion zeigt sich ein statistisch signifikanter Vorteil für Ceritinib gegenüber Docetaxel oder Pemetrexed.
    • Bei den weiteren Endpunkten ‒ globaler Gesundheitsstatus, emotionale Funktion und kognitive Funktion ‒ zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied.
    • In der Gesamtbetrachtung wird eine Verbesserung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität für die Behandlung mit Ceritinib gegenüber der Chemotherapie mit Docetaxel oder Pemetrexed festgestellt.
  • Nebenwirkungen
    • Unerwünschte Ereignisse hat in der vorliegenden Studie nahezu jeder Patient mindestens einmal erfahren, sowohl die mit Ceritinib als auch die Docetaxel oder Pemetrexed behandelten Patienten.
    • Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE) traten in der Ceritinib-Behandlungsgruppe bei 42,6 % und in der Chemotherapie Behandlungsgruppe bei 31,9 % der Patienten auf.
    • Von unerwünschten Ereignissen, die als „schwere unerwünschte Ereignisse“ eingestuft wurden (CTCAE Grad 3 oder 4), war in beiden Behandlungsgruppen der Studie der überwiegende Anteil der Patienten betroffen: 77,4 % bzw. 63,7 %.
    • Die Analyse der Zeit bis zum ersten Auftreten zeigt keinen statistisch signifikanten Unterschied.
    • Zudem konnte kein statistisch signifikanter Unterschied bei den Therapieabbrüchen aufgrund von unerwünschten Ereignissen beobachtet werden.
    • Für die Endpunkte Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort, Erkrankungen des Nervensystems, Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums, Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems (CTCAE-Grad 3 oder 4), Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen (CTCAE-Grad 3 oder 4) sowie Psychiatrische Erkrankungen zeigen sich jeweils statistisch signifikante Vorteile von Ceritinib gegenüber Docetaxel oder Pemetrexed.
    • Für den Endpunkt Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts zeigt sich ein statistisch signifikanter Nachteil von Ceritinib gegenüber Docetaxel oder Pemetrexed.
    • Insgesamt zeigen die Ergebnisse zu den ausgewählten spezifischen unerwünschten Ereignissen teils positive Effekte, teils negative Effekte für Ceritinib, wobei die positiven Effekte eindeutig überwiegen, insbesondere auch bei den spezifischen unerwünschten Ereignissen mit statistisch signifikantem Unterschied bei den Ereignissen mit höherem Schweregrad (CTCAE Grad 3 oder 4).
  • Gesamtbewertung
    • Für die Bewertung des Zusatznutzens von Ceritinib zur Behandlung des fortgeschrittenen, Anaplastische-Lymphomkinase(ALK)-positiven, nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms (NSCLC) nach vorausgegangener Therapie mit Crizotinib, liegen aus der Studie ASCEND-5 Ergebnisse zur Mortalität (Gesamtüberleben), Morbidität, gesundheitsbezogenen Lebensqualität und zu Nebenwirkungen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie (Docetaxel oder Pemetrexed) vor.
    • Für das Gesamtüberleben ist ein Zusatznutzen für die Behandlung mit Ceritinib nicht belegt. Bei der Bewertung wird berücksichtigt, dass zum Zeitpunkt der Analyse 64,7 % der Patienten aus der Chemotherapie-Behandlungsgruppe auf eine Folgebehandlung mit Ceritinib gewechselt hatten („Cross-over“), wodurch das Ergebnis zum Gesamtüberleben einer potenziell starken Verzerrung unterliegt.
    • Die Ergebnisse zur Symptomatik zeigen unter Ceritinib insgesamt eine deutliche Verbesserung auf, insbesondere auch bei Symptomen, die für das fortgeschrittene Lungenkarzinom charakteristisch und für die Patienten bedeutsam sind.
    • Zudem zeigt sich im Vergleich der Effekte der Behandlungen auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität bei mehreren Dimensionen der gesundheitsbezogenen Lebensqualität eine Verbesserung unter Ceritinib.
    • Bei den Nebenwirkungen zeigt sich hinsichtlich der Endpunkte schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE), schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad 3 oder 4) sowie Therapieabbruch aufgrund von unerwünschten Ereignissen weder ein Vorteil noch ein Nachteil für Ceritinib. Bei den betrachteten spezifischen unerwünschten Ereignissen liegt ein überwiegend positiver Effekt von Ceritinib vor.
    • In der Gesamtbetrachtung wird für Ceritinib im vorliegenden Anwendungsgebiet gegenüber der Chemotherapie mit Docetaxel oder Pemetrexed ein Zusatznutzen festgestellt. Das Ausmaß des Zusatznutzens wird unter Berücksichtigung des weit fortgeschrittenen Stadiums der Erkrankung sowie der fortgeschrittenen Therapiesituation, in der die Patienten bereits zuvor eine AKL-spezifische Therapie erhalten haben, als „beträchtlich“ eingestuft.

2) Patienten, für die eine Behandlung mit Docetaxel oder Pemetrexed nicht infrage kommt

  • Für Patienten, für die eine Behandlung mit Docetaxel oder Pemetrexed nicht infrage kommt, ist ein Zusatznutzen nicht belegt.
  • Für die Gruppe der Patienten, für die eine Behandlung mit Docetaxel oder Pemetrexed nicht infrage kommt, wurden keine Daten für die Bewertung des Zusatznutzens von Ceritinib gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie (Best-Supportive-Care) vorgelegt.

Zugehörige Verfahren

Ceritinib (3) Zykadia® Novartis Pharma GmbH Onkologische Erkrankungen Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom, ALK+, Erstlinie 430–850 100% Zusatznutzen nicht belegt
Ceritinib (2) Zykadia® Novartis Pharma GmbH Onkologische Erkrankungen Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom, ALK+, nach Crizotinib-Vortherapie 200–1.310 81% Anhaltspunkt für beträchtlicher Zusatznutzen
Ceritinib (1) Zykadia® Novartis Pharma GmbH Onkologische Erkrankungen Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom 0
120–560
100% Zusatznutzen nicht belegt aufgehoben


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