Abirateronacetat (2) – Zytiga®
Prostatakarzinom, nach Androgenentzugstherapie, keine Indikation für Chemotherapie
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 15.01.2013 |
|---|---|
| Beschluss | 04.07.2013 |
| Wirkstoff | Abirateronacetat |
| Handelsname | Zytiga® |
| Pharm. Unternehmer | Janssen-Cilag GmbH |
| G-BA Vorgangsnummer | D-056 |
| ATC-Code | L02BX03 Andere Hormonantagonisten und verwandte Mittel (L02BX) |
| ICD-10 Codes (AIS) | C61Bösartige Neubildung der Prostata |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I21708Metastasierendes Prostatakarzinom |
| DDD Tagesdosis | 1 g oral |
| Therapeutisches Gebiet | Onkologische Erkrankungen Prostatakarzinom (PC) |
| Grund des Verfahrens | Neues Anwendungsgebiet |
| Besonderheit | Ende Patent-/Unterlagenschutz |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
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Zytiga® ist zugelassen in Kombination mit Prednison oder Prednisolon: • zur Behandlung des metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinoms bei erwachsenen Männern mit asymptomatischem oder mild symptomatischem Verlauf der Erkrankung nach Versagen der Androgenentzugstherapie, bei denen eine Chemotherapie noch nicht klinisch indiziert ist. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| a) | Erwachsene Männer mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom und asymptomatischem oder mild symptomatischem Verlauf der Erkrankung nach Versagen der Androgenentzugstherapie, bei denen eine Chemotherapie noch nicht klinisch indiziert ist | Das abwartende Vorgehen unter Beibehaltung der bestehenden konventionellen Androgendeprivation oder gegebenenfalls die kombinierte, maximale Androgenblockade mit einem nichtsteroidalen Antiandrogen (Flutamid, Bicalutamid) |
Studien und Ergebnisse
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Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
1 (COU-AA-302) |
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Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
H2H vs. ZVT |
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Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
nein |
Erwachsene Männer mit metastasiertem, kastrationsresistentem Prostatakarzinom, deren Erkrankung nach Versagen einer konventionellen Androgenentzugstherapie asymptomatisch oder mild symptomatisch ist
- Für erwachsene Männer mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom mit asymptomatischem oder mild symptomatischem Verlauf der Erkrankung nach Versagen der Androgenentzugstherapie, bei denen eine Chemotherapie noch nicht klinisch indiziert ist, liegt ein Hinweis für einen beträchtlichen Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie vor.
- Der G-BA stuft das Ausmaß des Zusatznutzens von Abirateronacetat auf Basis der Kriterien in § 5 Absatz 7 der AM-NutzenV unter Berücksichtigung des Schweregrades der Erkrankung und des therapeutischen Ziels bei der Behandlung der Erkrankung als beträchtlich ein.
- Die Aussagesicherheit (Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens) wird in die Kategorie „Hinweis“ eingeordnet.
- Aus diesen Erwägungen heraus, auf Basis der Angaben im Dossier und der Ergebnisse der Nutzenbewertung sowie der Stellungnahmen, stellt der G-BA einen beträchtlichen Zusatznutzen von Abirateronacetat gegenüber einer alleinigen konventionellen Androgendeprivation fest.
- Mortalität
- Der Endpunkt „Gesamtüberleben“ wurde in Studie COU-AA-302 als Ko-primärer Endpunkt erhoben.
- Die mediane Überlebenszeit war für die im Abirateronacetat-Arm randomisierten Patienten mit 35,3 Monaten statistisch signifikant um 5,2 Monate länger als für die im Kontrollarm randomisierten Patienten.
- Für den Endpunkt Mortalität wertet der G-BA das Ausmaß des Zusatznutzens für Abirateronacetat als beträchtlich da gegenüber einer alleinigen konventionellen Androgendeprivation eine moderate Verlängerung der Lebensdauer erreicht wird.
- Morbidität - Schmerz
- Zeit bis zum Beginn einer Opiattherapie
- In Studie COU-AA-302 wurde der Endpunkt „schwerer Schmerz“ über den Beginn einer Opiattherapie erfasst und über die Behandlungsphase hinaus bis zum Ende der Nachbeobachtungszeit erhoben.
- Es zeigt sich für den Endpunkt „Zeit bis zum Beginn einer Opiattherapie“, ein statistischer Vorteil für Abirateronacetat.
- Die Vermeidung oder Verringerung von schweren Schmerzen ist patientenrelevant.
- Die Ergebnisse für den Endpunkt „schwerer Schmerz“, operationalisiert über die Zeit bis zum Beginn einer Opiattherapie, werden für Abirateronacetat als eine Verzögerung des Auftretens eines schwerwiegenden Krankheitssymptoms bewertet, die den für den Endpunkt Gesamtüberleben nachgewiesenen beträchtlichen Zusatznutzen stützen.
- Brief Pain Inventory Short Form (BPI-SF)
- Der Endpunkt Schmerz wurde als patientenberichteter Endpunkt über den BPI-SF-Fragebogen bis zum Auftreten einer die Behandlungsphase beendenden Progression erhoben.
- Es zeigt sich für die Endpunkte „stärkster Schmerz“ und „Beeinträchtigung durch den Schmerz“ ein statistischer Vorteil für Abirateronacetat.
- Hinsichtlich der klinischen Relevanz der Ergebnisse bestehen unterschiedliche Auffassungen. Die Gesamtaussage zum Ausmaß des Zusatznutzens bleibt davon unberührt.
- Zeit bis zum Beginn einer Chemotherapie
- Die Therapieentscheidung zum Beginn einer Chemotherapie erfolgte in der vorliegenden Studie nicht aufgrund prospektiv festgelegter Kriterien, sondern aufgrund der individuellen Arzt-Patienten-Entscheidung.
- Der Endpunkt „Zeit bis zum Beginn einer Chemotherapie“ ist daher in seiner Patientenrelevanz fraglich und für eine Bewertung des Zusatznutzens nicht geeignet.
- Zeit bis zur Verschlechterung des Allgemeinzustands
- Der Endpunkt „Zeit bis zur Verschlechterung des Allgemeinzustands“, operationalisiert über die Verschlechterung des ECOG-Performance-Status von mindestens einer Stufe, ist daher für eine Bewertung des Zusatznutzens nicht geeignet.
- Lebensqualität
- In Studie COU-AA-302 wurden mit dem im Anwendungsgebiet Prostatakarzinom validierten Patientenfragebogen FACT-P Daten zur krankheitsspezifischen Lebensqualität bis zum Auftreten einer die Behandlungsphase beendenden Progression erhoben.
- Es zeigt sich für den Endpunkt „krankheitsspezifische Lebensqualität“ ein statistischer Vorteil für Abirateronacetat.
- Hinsichtlich der klinischen Relevanz der Ergebnisse bestehen unterschiedliche Auffassungen. Die Gesamtaussage zum Ausmaß des Zusatznutzens bleibt davon unberührt.
- Nebenwirkungen
- Den positiven Effekten von Abirateronacetat stehen unerwünschte Ereignisse gegenüber.
- Im Abirateronacetat-Arm ist sowohl der Anteil an Patienten, bei denen mindestens ein unerwünschtes Ereignis auftrat (Gesamtrate UE), als auch der Anteil an Patienten, bei denen mindestens ein schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis auftrat (Gesamtrate SUE) gegenüber dem Kontrollarm statistisch signifikant höher.
- Aufgrund der durchschnittlich deutlich längeren Behandlungsdauer für Abirateronacetat als für Placebo ist von einer Überschätzung der unerwünschten Ereignisse für Abirateronacetat auszugehen.
- In Hinblick auf die Nebenwirkungen ergeben sich keine Hinweise auf einen größeren Schaden durch unerwünschte Ereignisse für Abirateronacetat, die eine Herabstufung des Ausmaßes Zusatznutzens rechtfertigen.
- Gesamtbetrachtung
- In der Gesamtbetrachtung der vorliegenden Ergebnisse zur Mortalität, der Morbidität und Lebensqualität und der Ergebnisse zu den Nebenwirkungen ergibt sich für Abirateronacetat keine nachhaltige und gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie bisher nicht erreichte große Verbesserung des therapierelevanten Nutzens, insbesondere keine Heilung der Erkrankung, keine erhebliche Verlängerung der Lebensdauer, keine langfristige Freiheit von schweren Symptomen und keine weitgehende Vermeidung schwerwiegender Nebenwirkungen.
- Deshalb ist eine Einstufung als erheblicher Zusatznutzen nicht gerechtfertigt.
- Die Ergebnisse zu Gesamtmortalität, unterstützt von den Ergebnissen zu dem schwerwiegenden Krankheitssymptom schwerer Schmerz, operationalisiert als Zeit bis zum Beginn einer Opiattherapie, werden als eine gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie bisher nicht erreichte, deutliche Verbesserung des therapierelevanten Nutzens bewertet.
Zugehörige Verfahren
| Abirateronacetat (3) | Zytiga® | Janssen-Cilag GmbH | Prostatakarzinom, Hochrisiko, Kombination mit Androgenentzugstherapie | 1.500–2.200 | 100% Hinweis auf beträchtlicher Zusatznutzen | |
| Abirateronacetat (2) | Zytiga® | Janssen-Cilag GmbH | Prostatakarzinom, nach Androgenentzugstherapie, keine Indikation für Chemotherapie | 15.000–28.800 | 100% Hinweis auf beträchtlicher Zusatznutzen | |
| Abirateronacetat (1) | Zytiga® | Janssen-Cilag GmbH | Prostatakarzinom, Progredienz während oder nach Docetaxel-haltiger Chemotherapie, Kombination mit Prednison oder Prednisolon | 5.670–6.930 | 85% Hinweis auf beträchtlicher Zusatznutzen |
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