Vutrisiran (1) – Amvuttra®

Hereditäre Transthyretin-Amyloidose mit Polyneuropathie (Stadium 1 oder 2)

Steckbrief

Start des Verfahrens 15.10.2022 – Zulassung: 15.09.2022
Beschluss 06.04.2023
Wirkstoff Vutrisiran
Handelsname Amvuttra®
Pharm. Unternehmer Alnylam Germany GmbH
G-BA Vorgangsnummer D-877
ATC-Code N07XX18 Andere Mittel für das Nervensystem (N07XX)
ICD-10 Codes (AIS) E85.1Neuropathische heredofamiliäre Amyloidose, E85.2Heredofamiliäre Amyloidose, nicht näher bezeichnet, E85.4Organbegrenzte Amyloidose, E85.9Amyloidose, nicht näher bezeichnet
Alpha-ID Codes (AIS) I129348Hereditäre Transthyretin-Amyloidose, I24316Amyloidose, I2491Neuropathische heredofamiliäre Amyloidose, I66392Lokalisierte Amyloidose
ORPHAcodes (AIS) 271861Hereditäre Transthyretin-Amyloidose, 69Amyloidose,
Therapeutisches Gebiet Stoffwechselkrankheiten Amyloidose Orphan
Grund des Verfahrens Erstbewertung
Besonderheit Praxisbesonderheit

Anwendungsgebiet des Beschlusses

Amvuttra wird zur Behandlung der hereditären Transthyretin-Amyloidose (hATTR-Amyloidose) bei erwachsenen Patienten mit Polyneuropathie der Stadien 1 oder 2 angewendet.

Patientengruppe Indikation ZVT
Erwachsene mit hereditärer Transthyretin-Amyloidose (hATTR-Amyloidose) mit Polyneuropathie der Stadien 1 oder 2 Tafamidis (nur bei hATTR-PN Stadium 1) oder Patisiran

Studien und Ergebnisse

Anzahl Studien
(beste Patientengruppe)
1 (HELIOS-A)
Studiendesign
(beste Patientengruppe)
H2H vs. ZVT
Metaanalyse
(beste Patientengruppe)
nein

  • Klinische Studien
    • Bei der Studie HELIOS-A handelt es sich um eine offene, randomisierte, multizentrische Phase-III-Studie bei erwachsenen Patientinnen und Patienten mit hATTR-Amyloidose mit einer 18-monatigen Behandlungsphase zum direkten Vergleich von Vutrisiran mit Patisiran.

Erwachsene mit hereditärer Transthyretin-Amyloidose (hATTR-Amyloidose) mit Polyneuropathie der Stadien 1 oder 2

  • In der Gesamtschau wird ein Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen von Vutrisiran gegenüber Patisiran abgeleitet.
  • Die Bewertung des Zusatznutzens erfolgt auf Basis der offenen, randomisierten Studie HELIOS-A. Das Verzerrungspotential wird auf Studienebene als niedrig eingestuft. Durch das offene Studiendesign ergeben sich jedoch Einschränkungen beim endpunktspezifischen Verzerrungspotential. Da die Ergebnisse zu den Nebenwirkungen, aus denen sich der festgestellte Zusatznutzen ableitet, überwiegend eine hohe Aussagekraft aufweisen, kann trotz der beschriebenen Limitation auf der vorliegenden Datengrundlage insgesamt ein Hinweis auf einen Zusatznutzen abgeleitet werden.
  • Mortalität
    • Für den Endpunkt „Gesamtmortalität“ zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Morbidität - Norfolk QoL-DN
    • Für den Endpunkt „Norfolk QoL-DN“ zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Morbidität - Mittlere Ganggeschwindigkeit (10-MWT)
    • Für den Endpunkt „10-MWT“ zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Morbidität - Gesundheitszustand (EQ-5D-5L VAS)
    • Für den Endpunkt „Gesundheitszustand“ zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Morbidität - Hospitalisierungen aufgrund jeglicher Ursache
    • Für den Endpunkt „Hospitalisierungen aufgrund jeglicher Ursache“ zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Morbidität - Polyneuropathische Symptomatik (mNIS+7)
    • Für den Endpunkt „mNIS+7“ zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Morbidität - Einschränkungen bezüglich Alltagsaktivitäten (R-ODS)
    • Für den Endpunkt „R-ODS“ zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Lebensqualität
    • In der Studie HELIOS-A wurde kein Endpunkt erhoben, der für die Abbildung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität geeignet ist. Der „Norfolk QoL-DN“ wird der Kategorie Morbidität zugeordnet.
  • Nebenwirkungen - Schwere unerwünschte Ereignisse (SUEs)
    • Bei den SUEs zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen zum Vorteil von Vutrisiran. Es bleibt jedoch unklar, ob die beobachteten Effekte auf Patientinnen und Patienten mit einer NYHA Klassifikation > II übertragen werden können.
  • Nebenwirkungen - Schwere unerwünschte Ereignisse (schwere UEs)
    • Bei den schweren UEs zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen zum Vorteil von Vutrisiran.
  • Nebenwirkungen - Abbruch wegen unerwünschter Ereignisse (UEs)
    • Beim Abbruch wegen UEs zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Nebenwirkungen - Spezifische unerwünschte Ereignisse (spezifische UEs)
    • Im Detail zeigt sich für die spezifischen UEs „Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen (schwere UEs)“, „Infektionen und parasitäre Erkrankungen (SUEs)“, „Herzinsuffizienz (SUEs), „Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts (SUE)“ und „Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort (SUE)“ jeweils ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen zum Vorteil von Vutrisiran.
  • Gesamtbewertung
    • Für die Nutzenbewertung liegt die offene, randomisierte Studie HELIOS-A vor, in der Vutrisiran gegenüber Patisiran bei erwachsenen Patientinnen und Patienten mit hATTR-Amyloidose in einer 18-monatige Behandlungsphase verglichen wurde.
    • In der Kategorie Mortalität zeigt sich für den Endpunkt Gesamtmortalität kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
    • In der Kategorie Morbidität zeigen sich für die Endpunkte „Norfolk QoL-DN“, „Mittlere Ganggeschwindigkeit (10-MWT)“, „Gesundheitszustand (EQ-5D-5L VAS)“, „Hospitalisierungen aufgrund jeglicher Ursache“ und „PND-Score und FAP-Stadium“ keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen.
    • In der Kategorie Nebenwirkungen zeigen sich bei SUEs, schweren UEs und spezifischen UEs statistisch signifikante Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen zum Vorteil von Vutrisiran. Bei Abbruch wegen UEs zeigen sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen.
    • In der Gesamtschau der Ergebnisse zeigt sich ein positiver Effekt in der Kategorie Nebenwirkungen, der im Ausmaß als gering einzustufen ist.

Zugehörige Verfahren

Vutrisiran (2) Amvuttra® Alnylam Germany GmbH Stoffwechselkrankheiten Wildtyp- oder hereditäre Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie 1.760–2.120 100% Zusatznutzen nicht belegt Orphan
Vutrisiran (1) Amvuttra® Alnylam Germany GmbH Stoffwechselkrankheiten Hereditäre Transthyretin-Amyloidose mit Polyneuropathie (Stadium 1 oder 2) 360 100% Hinweis auf geringer Zusatznutzen Orphan


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