Teduglutid (2) – Revestive®
Kurzdarmsyndrom, 1 bis < 18 Jahre
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 01.08.2016 – Zulassung: 29.06.2016 |
|---|---|
| Beschluss | 19.01.2017 |
| Wirkstoff | Teduglutid |
| Handelsname | Revestive® |
| Pharm. Unternehmer |
Dossier: Shire Deutschland GmbH
Neuer Inverkehrbringer: TAKEDA GmbH |
| G-BA Vorgangsnummer | D-254 |
| ATC-Code | A16AX08 Sonstige Mittel für das alimentäre System und den Stoffwechsel (A16AX) |
| ICD-10 Codes (AIS) | K91.2Malabsorption nach chirurgischem Eingriff, anderenorts nicht klassifiziert |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I5825Kurzdarmsyndrom |
| ORPHAcodes (AIS) | 104008Kurzdarmsyndrom |
| DDD Tagesdosis | 1.25 mg parenteral |
| Therapeutisches Gebiet | Krankheiten des Verdauungssystems Kurzdarmsyndrom Orphan |
| Grund des Verfahrens | Neues Anwendungsgebiet |
| Besonderheit | Praxisbesonderheit |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
|
Revestive® ist indiziert zur Behandlung von Patienten ab dem Alter von 1 Jahr mit Kurzdarmsyndrom. Nach einem chirurgischen Eingriff sollte zunächst eine Phase der intestinalen Adaption abgewartet werden und die Patienten sollten sich in einer stabilen Phase befinden. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| Patienten im Alter von einem bis einschließlich 17 Jahren mit Kurzdarmsyndrom | – (Orphan Drug) |
Studien und Ergebnisse
|
Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
1 (TED-C13-003) |
|---|---|
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Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
Single-Arm + sonstiger Vergleich |
|
Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
nein |
Patienten im Alter von einem bis einschließlich 17 Jahren
- Nicht quantifizierbar.
- Ein Zusatznutzen liegt vor, ist aber nicht quantifizierbar, weil die wissenschaftliche Datengrundlage eine quantifizierbare Aussage zum Ausmaß des Zusatznutzens für patientenrelevante Endpunkte zum derzeitigen Zeitpunkt nicht zulässt.
- Aufgrund der deutlichen methodischen Limitationen der Studie sowie der insgesamt eingeschränkten Evidenzgrundlage stuft der G-BA das Ausmaß des Zusatznutzens für Teduglutid in der Gruppe der Patienten von einem bis unter 18 Jahren auf Basis der Kriterien in § 5 Absatz 7 der AM-NutzenV unter Berücksichtigung des Schweregrades der Erkrankung und des therapeutischen Ziels bei der Behandlung der Erkrankung als nicht quantifizierbar ein.
- Mortalität
- In der Studie traten keine Todesfälle auf. Daher kann hinsichtlich der Mortalität keine Aussage zum Ausmaß des Zusatznutzens getroffen werden.
- Morbidität
- Einer der Endpunkte der Studie war die Volumenreduktion von parenteraler Ernährung. In der Responderanalyse wurde Ansprechen, definiert als 10% bzw. 20% Reduktion des Volumens der wöchentlichen parenteralen Ernährung in Woche 12 im Vergleich zur Baseline, nur in der Teduglutid-Gruppe erreicht, und zwar von 8 Patienten bei Auswertung der vom Prüfarzt verschriebenen Volumina.
- Die Auswertung der Tagebuchdaten ergab 10 (10%ige Reduktion der parenteralen Ernährung) bzw. 7 (20%ige Reduktion) Responder.
- Die relative und absolute Volumenänderung pro Woche war in der Teduglutid-Gruppe jeweils ausgeprägter: Es ergab sich eine Verringerung um im Median 25,4 % bzw. 1,3 Liter unter Teduglutid gegenüber 0 % unter Placebo bei Auswertung der vom Prüfarzt verschriebenen Volumina.
- Die Auswertung der Tagebuchdaten ergab eine Verringerung um 29,3 % bzw. 2,0 Liter pro Woche unter Teduglutid gegenüber einer Steigerung von 9,1 % bzw. 0,5 Liter pro Woche unter Placebo.
- Eine eindeutige Einschätzung der Patientenrelevanz der Volumenreduktion parenteraler Ernährung kann aus den vorliegenden Daten nicht hergeleitet werden.
- Des Weiteren wurde der Anteil der Patienten erfasst, die ihre parenterale Ernährung nach 12 Wochen um 1, 2 bzw. 3 Tage pro Woche reduzieren konnten. Basierend auf den vom Arzt verschriebenen Volumina konnten dies 4 Patienten in der Teduglutid-, jedoch keine Patienten in der Kontrollgruppe erreichen.
- Laut Tagebuchdaten ergab sich eine Verkürzung von im Median 3 Stunden pro Tag unter Teduglutid vs. 0 Stunden pro Tag unter Kontrolle.
- Das komplette Absetzen der parenteralen Ernährung wurde in der Teduglutid-Gruppe von 3 Patienten basierend auf den vom Prüfarzt verschriebenen Volumina, nicht aber in der Kontrollgruppe erreicht.
- Basierend auf den Tagebuchdaten und den vom Prüfarzt verschriebenen Volumina erreichte ein Patient von 15 in der Teduglutidgruppe ein komplettes Absetzen der parenteralen Ernährung, demgegenüber kein Patient in der Kontrollgruppe.
- Eine Quantifizierung des Zusatznutzens ist auf Grundlage der vorliegenden Daten zur Morbidität aufgrund der beschriebenen methodischen Limitationen der Studie nicht möglich.
- Gesundheitsbezogene Lebensqualität
- Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde nicht als separater Endpunkt erhoben. Es lässt sich keine Aussage zum Ausmaß des Zusatznutzens aufgrund der Lebensqualität treffen.
- Nebenwirkungen
- Unerwünschte Ereignisse (UE) traten bei jeweils allen Patienten der beiden Studienarme auf.
- Mindestens ein schwerwiegendes UE (SUE) wurde bei 53 % der Patienten in der Interventions- und 60 % in der Kontrollgruppe berichtet.
- In keinem Fall wurde die Therapie aufgrund von UE abgebrochen.
- Die Betrachtung einzelner UE ist aufgrund der geringen Studiengröße und unzureichender Vergleichbarkeit der Behandlungsgruppen für die Herleitung des Ausmaßes eines Zusatznutzens nicht angemessen.
- Insgesamt kann hinsichtlich der Nebenwirkungen keine Aussage zum Ausmaß des Zusatznutzens getroffen werden.
- Gesamtbetrachtung
- Zusammenfassend lässt sich anhand der Mortalitäts-, Morbiditäts- und Nebenwirkungsdaten keine Quantifizierung des Zusatznutzens von Teduglutid ableiten.
Zugehörige Verfahren
| Teduglutid (2) | Revestive® | Shire Deutschland GmbH | Kurzdarmsyndrom, 1 bis < 18 Jahre | 230–500 | 100% nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen Orphan | |
| Teduglutid (1) | Revestive® | NPS Pharma Germany GmbH | Kurzdarmsyndrom | 1.100–2.400 | 100% geringer Zusatznutzen Orphan |
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