Sotorasib (2) – Lumykras®
Lungenkarzinom, nicht-kleinzelliges, KRAS G12C-Mutation, ≥ 1 Vortherapie
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 01.02.2023 – Zulassung: 06.01.2022 |
|---|---|
| Beschluss | 03.08.2023 |
| Wirkstoff | Sotorasib |
| Handelsname | Lumykras® |
| Pharm. Unternehmer | Amgen Europe B.V. |
| G-BA Vorgangsnummer | D-913 |
| ATC-Code | L01XX73 Andere antineoplastische Mittel (L01XX) |
| ICD-10 Codes (AIS) | C34.0Bösartige Neubildung: Hauptbronchus, C34.1Bösartige Neubildung: Oberlappen (-Bronchus), C34.2Bösartige Neubildung: Mittellappen (-Bronchus), C34.3Bösartige Neubildung: Unterlappen (-Bronchus), C34.8Bösartige Neubildung: Bronchus und Lunge, mehrere Teilbereiche überlappend, C34.9Bösartige Neubildung: Bronchus oder Lunge, nicht näher bezeichnet |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I111155Karzinom des Oberlappenbronchus, I116693Nicht kleinzelliges Lungenkarzinom, I24595Karzinom des Hauptbronchus, I30015Lungenkarzinom des Mittellappens, I30021Lungenkarzinom des Unterlappens, I30022Bösartige Neubildung der Bronchien und der Lunge, mehrere Teilbereiche überlappend |
| Therapeutisches Gebiet | Onkologische Erkrankungen Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom (NSCLC) |
| Grund des Verfahrens |
Neubewertung: Ablauf Befristung
Ursprünglicher Beschluss: Sotorasib (1) (04.08.2022) |
| Regulatorischer Status | Bedingte Zulassung (CMA) |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
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Lumykras wird als Monotherapie angewendet für die Behandlung von Erwachsenen mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC, non-small cell lung cancer) mit KRAS G12C-Mutation, bei denen nach mindestens einer vorherigen systemischen Therapie eine Progression festgestellt wurde. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| b) | Erwachsene mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) mit KRAS p.G12C-Mutation nach Erstlinientherapie mit einer zytotoxischen Chemotherapie | - Docetaxel (nur für Patientinnen und Patienten mit PD-L1 negativen Tumoren) oder - Pemetrexed (nur für Patientinnen und Patienten mit PD-L1 negativen Tumoren und außer bei überwiegend plattenepithelialer Histologie) oder - Nivolumab oder - Pembrolizumab (nur für Patientinnen und Patienten mit PD-L1 exprimierenden Tumoren (PD-L1-Expression ≥ 1 % der Tumorzellen)) oder - Atezolizumab oder - Docetaxel in Kombination mit Nintedanib (nur für Patientinnen und Patienten mit PD-L1 negativen Tumoren und Adenokarzinom-Histologie) |
| c1) | Erwachsene mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) mit KRAS p.G12C-Mutation nach Erstlinientherapie mit einem PD-1/PD-L1-Antikörper in Kombination mit einer platinhaltigen Chemotherapie oder nach sequenzieller Therapie mit einem PD-1/PD-L1-Antikörper und einer platinhaltigen Chemotherapie, für die Docetaxel die patientenindividuell geeignete Therapie darstellt | Patientenindividuelle Therapie unter Berücksichtigung der Vortherapie und Histologie unter Auswahl von Afatinib, Pemetrexed, Erlotinib, Docetaxel, Docetaxel in Kombination mit Ramucirumab, Docetaxel in Kombination mit Nintedanib und Vinorelbin |
| c2) | Erwachsene mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) mit KRAS p.G12C-Mutation nach Erstlinientherapie mit einem PD-1/PD-L1-Antikörper in Kombination mit einer platinhaltigen Chemotherapie oder nach sequenzieller Therapie mit einem PD-1/PD-L1-Antikörper und einer platinhaltigen Chemotherapie, für die eine andere Therapie als Docetaxel die patientenindividuell geeignete Therapie darstellt | Patientenindividuelle Therapie unter Berücksichtigung der Vortherapie und Histologie unter Auswahl von Afatinib, Pemetrexed, Erlotinib, Docetaxel, Docetaxel in Kombination mit Ramucirumab, Docetaxel in Kombination mit Nintedanib und Vinorelbin |
Studien und Ergebnisse
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Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
1 (CodeBreak 200) |
|---|---|
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Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
H2H vs. ZVT |
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Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
nein |
| Grund für Patientengruppenbildung (G-BA) | Sonstiges |
b) Erwachsene mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) mit KRAS p.G12C-Mutation nach Erstlinientherapie mit einer zytotoxischen Chemotherapie
- Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
- Für Erwachsene mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) mit KRAS p.G12C-Mutation nach Erstlinientherapie mit einer zytotoxischen Chemotherapie, legt der pharmazeutische Unternehmer keine Daten für die Bewertung des Zusatznutzens vor. Somit ist ein Zusatznutzen nicht belegt.
c1) Erwachsene mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) mit KRAS p.G12C-Mutation nach Erstlinientherapie mit einem PD-1/PD-L1-Antikörper in Kombination mit einer platinhaltigen Chemotherapie oder nach sequenzieller Therapie mit einem PD-1/PD-L1-Antikörper und einer platinhaltigen Chemotherapie - c1) Erwachsene, für die Docetaxel die patientenindividuell geeignete Therapie darstellt
- Anhaltspunkt für einen nicht-quantifizierbaren Zusatznutzen.
- In der Gesamtbewertung wird daher für Sotorasib als Monotherapie zur Behandlung Erwachsener mit fortgeschrittenem NSCLC mit KRAS p.G12C-Mutation nach Erstlinientherapie mit einem PD 1/PD-L1-Antikörper in Kombination mit einer platinhaltigen Chemotherapie oder nach sequenzieller Therapie mit einem PD-1/PD-L1-Antikörper und einer platinhaltigen Chemotherapie, für die Docetaxel die patientenindividuell geeignete Therapie darstellt, ein nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen gegenüber Docetaxel festgestellt.
- Insgesamt wird für die Aussagesicherheit für den festgestellten Zusatznutzen ein Anhaltspunkt abgeleitet.
- Mortalität
- Der Endpunkt Gesamtüberleben wurde in der Studie CodeBreak 200 definiert als Zeit vom Datum der Randomisierung bis zum Tod aufgrund jeglicher Ursache. Dabei zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- In Bezug auf das Gesamtüberleben ist somit ein Zusatznutzen von Sotorasib im Vergleich zu Docetaxel nicht belegt.
- Morbidität - Progressionsfreies Überleben (PFS)
- Das progressionsfreie Überleben (PFS) ist in der Studie definiert als Zeit beginnend vom Datum der Randomisierung bis zur Krankheitsprogression oder bis zum Tod aufgrund jeglicher Ursache, je nachdem was zuerst eintrat.
- Für das PFS zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Sotorasib im Vergleich zu Docetaxel.
- Bei dem Endpunkt PFS handelt es sich um einen kombinierten Endpunkt, der sich aus Endpunkten der Kategorien Mortalität und Morbidität zusammensetzt. Die Endpunktkomponente Mortalität wird in der vorliegenden Studie über den Endpunkt Gesamtüberleben als eigenständiger Endpunkt erhoben. Die Erhebung der Morbiditätskomponente erfolgt gemäß RECIST-Kriterien (Version 1.1) und damit überwiegend mittels bildgebender Verfahren. Unter Berücksichtigung der oben genannten Aspekte bestehen hinsichtlich der Patientenrelevanz des Endpunktes PFS unterschiedliche Auffassungen innerhalb des G-BA. Die Gesamtaussage zum Ausmaß des Zusatznutzens bleibt davon unberührt.
- Fazit zu den Endpunkten zur Morbidität
- In der Gesamtbetrachtung der Ergebnisse kann hinsichtlich der Morbidität ein Vorteil für Sotorasib festgestellt werden, dessen Ausmaß nicht quantifiziert werden kann.
- Gesundheitsbezogene Lebensqualität
- Die gesundheitsbezogene Lebensqualität der Patientinnen und Patienten in der Studie CodeBreak 200 wird mittels der Funktionsskalen des Fragebogen EORTC QLQ-C30 erhoben. Im Ergebnis der voranstehenden Beurteilung der Daten überwiegt die große Unsicherheit aufgrund einer Abwägung der Höhe des differentiellen Anteils der in den Behandlungsarmen in die Auswertung eingegangenen Patientinnen und Patienten und des Ausmaßes der Effekte bei den Lebensqualitätsendpunkten. Deshalb lässt sich nicht mit hinreichender Sicherheit von einem Effekt auf die Lebensqualität insgesamt ausgehen. Im Ergebnis wird festgestellt, dass die Daten nicht bewertbar sind.
- Nebenwirkungen - Unerwünschte Ereignisse (UE) gesamt
- In der Studie CodeBreak 200 traten in beiden Behandlungsarmen bei nahezu allen Studienteilnehmerinnen und Studienteilnehmern UE auf. Die Ergebnisse werden nur ergänzend dargestellt.
- Gesamtschau der Ergebnisse zu den Nebenwirkungen
- In der Gesamtschau der Ergebnisse zu den Nebenwirkungen lässt sich weder ein Vorteil noch ein Nachteil für die Behandlung mit Sotorasib im Vergleich zu Docetaxel feststellen.
- Gesamtbewertung / Fazit
- Für die Bewertung des Zusatznutzens von Sotorasib bei Erwachsene mit fortgeschrittenem NSCLC mit KRAS p.G12C-Mutation nach Erstlinientherapie mit einem PD 1/PD-L1-Antikörper in Kombination mit einer platinhaltigen Chemotherapie oder nach sequenzieller Therapie mit einem PD-1/PD-L1-Antikörper und einer platinhaltigen Chemotherapie liegen Ergebnisse zur Mortalität, Morbidität, gesundheitsbezogenen Lebensqualität und zu Nebenwirkungen aus der offenen, randomisierten, kontrollierten Phase III Studie CodeBreak 200 vor.
- In der Studie CodeBreak 200 wurde Sotorasib gegenüber Docetaxel verglichen.
- Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- In Bezug auf die Endpunkte Symptomatik und Gesundheitszustand, die in der Studie CodeBreak 200 mittels der Fragebögen EORTC QLQ-C30, EORTC QLQ-LC13, BPI-SF, FACT-G GP5, und PGI-C erhoben worden sind, liegen Unsicherheiten vor, die sich aus dem differenziellen Anteil an in die Auswertung eingegangenen Patientinnen und Patienten zwischen den Behandlungsarmen von > 15 Prozentpunkte ergeben. Hinsichtlich der Auswertungen des EQ-5D VAS zeigt sich für den Endpunkt Gesundheitszustand ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Sotorasib gegenüber Docetaxel. In der Gesamtbetrachtung der Ergebnisse kann hinsichtlich der Morbidität ein Vorteil für Sotorasib festgestellt werden, dessen Ausmaß nicht quantifiziert werden kann.
- Für die Endpunktkategorie gesundheitsbezogene Lebensqualität erhoben anhand der Funktionsskalen des Fragebogen EORTC QLQ-C30 liegen keine bewertbaren Daten vor.
- In der Gesamtschau der Ergebnisse zu den Nebenwirkungen lässt sich weder ein Vorteil noch ein Nachteil für die Behandlung mit Sotorasib im Vergleich zu Docetaxel feststellen.
- In der Gesamtbewertung wird daher für Sotorasib als Monotherapie zur Behandlung Erwachsener mit fortgeschrittenem NSCLC mit KRAS p.G12C-Mutation nach Erstlinientherapie mit einem PD 1/PD-L1-Antikörper in Kombination mit einer platinhaltigen Chemotherapie oder nach sequenzieller Therapie mit einem PD-1/PD-L1-Antikörper und einer platinhaltigen Chemotherapie, für die Docetaxel die patientenindividuell geeignete Therapie darstellt, ein nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen gegenüber Docetaxel festgestellt.
c2) Erwachsene mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) mit KRAS p.G12C-Mutation nach Erstlinientherapie mit einem PD-1/PD-L1-Antikörper in Kombination mit einer platinhaltigen Chemotherapie oder nach sequenzieller Therapie mit einem PD-1/PD-L1-Antikörper und einer platinhaltigen Chemotherapie - c2) Erwachsene, für die eine andere Therapie als Docetaxel die patientenindividuell geeignete Therapie darstellt
- Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
- Für die Teilpopulation der Erwachsenen mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) mit KRAS p.G12C-Mutation nach Erstlinientherapie mit einem PD-1/PD-L1-Antikörper in Kombination mit einer platinhaltigen Chemotherapie oder nach sequenzieller Therapie mit einem PD-1/PD-L1-Antikörper und einer platinhaltigen Chemotherapie und für die eine andere Therapie als Docetaxel die patientenindividuell geeignete Therapie darstellt, können unter Berücksichtigung der CodeBreak 200 Studie keine Aussagen zum Zusatznutzen getroffen werden. Da für die Nutzenbewertung ausschließlich Ergebnisse mit einem Vergleich gegenüber Docetaxel vorgelegt wurden, liegen insgesamt keine verwertbaren Angaben vor. Ein Zusatznutzen von Sotorasib ist für Teilpopulation c2) somit nicht belegt.
Zugehörige Verfahren
| Sotorasib (2) | Lumykras® | Amgen Europe B.V. | Lungenkarzinom, nicht-kleinzelliges, KRAS G12C-Mutation, ≥ 1 Vortherapie | 480–1.040 | 44% Anhaltspunkt für nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen | |
| Sotorasib (1) | Lumykras® | Amgen Europe B.V. | Lungenkarzinom, nicht-kleinzelliges, KRAS G12C-Mutation, ≥ 1 Vortherapie |
500–1.080
560–1.210 |
100% Zusatznutzen nicht belegt Patientengruppen aufgehoben |
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