Sotatercept (1) – Winrevair®

Pulmonale arterielle Hypertonie

Steckbrief

Start des Verfahrens 15.09.2024 – Zulassung: 22.08.2024
Beschluss 06.03.2025
Wirkstoff Sotatercept
Handelsname Winrevair®
Pharm. Unternehmer MSD Sharp & Dohme GmbH
G-BA Vorgangsnummer D-1104
ATC-Code C02KX06 Antihypertensiva zur Behandlung der pulmonalen arteriellen Hypertonie (C02KX)
ICD-10 Codes (AIS) I27.08Sonstige primäre pulmonale Hypertonie
Alpha-ID Codes (AIS) I119869Primäre pulmonale arterielle Hypertension, I98236Pulmonale arterielle Hypertonie
ORPHAcodes (AIS) 275766Primäre pulmonale arterielle Hypertension,
Therapeutisches Gebiet Herz-Kreislauf-Erkrankungen Pulmonal arterielle Hypertonie (PAH) Orphan
Grund des Verfahrens Erstbewertung
Besonderheit ZVT-Änderung Kombinationstherapie vertraulicher Erstattungsbetrag

Anwendungsgebiet des Beschlusses

Winrevair ist, in Kombination mit anderen Therapien gegen pulmonale arterielle Hypertonie (PAH), für die Behandlung von PAH bei erwachsenen Patienten mit der WHO-Funktionsklasse (FK) II bis III zur Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit angezeigt.

Patientengruppe Indikation ZVT
Erwachsene mit pulmonaler arterieller Hypertonie (PAH) der WHO-Funktionsklasse (WHO-FK) II bis III Individualisierte Therapie unter Auswahl von: - Endothelin-Rezeptor-Antagonisten (Ambrisentan, Bosentan, Macitentan) - Phosphodiesterase-Typ-5-Inhibitoren (Sildenafil, Tadalafil) - Prostazyklin-Analoga (Epoprostenol, Iloprost, Treprostinil) - Selektive Prostazyklin-Rezeptor-Agonisten (Selexipag) und - Stimulator der löslichen Guanylatyclase (Riociguat)

Studien und Ergebnisse

Anzahl Studien
(beste Patientengruppe)
1 (STELLAR)
Studiendesign
(beste Patientengruppe)
H2H vs. ZVT
Metaanalyse
(beste Patientengruppe)
nein
ZVT-Änderung 24.09.2024 – Änderung des Therapiestandards

  • Klinische Studien
    • In die Studie STELLAR wurden insgesamt 323 Patientinnen und Patienten im Alter von 18 bis 82 Jahren mit pulmonaler arterieller Hypertonie der WHO-Funktionsklasse II oder III eingeschlossen.
    • Die Studienteilnehmenden wurden im Verhältnis 1:1 auf die beiden Studienarme Sotatercept (N = 163) und Placebo (N = 160) randomisiert.

Erwachsene mit pulmonaler arterieller Hypertonie (PAH) der WHO-Funktionsklasse (WHO-FK) II bis III

  • Für Erwachsene mit pulmonaler arterieller Hypertonie der WHO-Funktionsklasse II bis III liegt für Sotatercept ein Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie vor.
  • Im Ergebnis stellt der G-BA somit für Sotatercept in Kombination mit anderen PAH-Therapien zur Behandlung erwachsener Personen mit pulmonaler arterieller Hypertonie der WHO-Funktionsklasse II bis III einen geringen Zusatznutzen fest.
  • Mortalität
    • Für den Endpunkt Gesamtmortalität ergab sich zum Ende der Studie STELLAR kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Morbidität - Gehfähigkeit – mittels 6-Minuten-Gehtest (6MWT)
    • Die Gehfähigkeit bzw. körperliche Belastbarkeit wurde mittels des 6-Minuten-Gehtests erhoben. Zu Studienwoche 24 zeigte sich ein statistisch signifikanter Vorteil von Sotatercept gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie. Der mediane Unterschied zu Woche 24 berechnet als Hodges-Lehmann Location Shift betrug 40,4 m.
    • Für Personen der WHO-Funktionsklasse III ergab sich ebenfalls ein statistisch signifikanter Vorteil von Sotatercept gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie. Da die Untergrenze des 95 %-Konfidenzintervalls hier bei 40,5 m lag, wird dieser Effekt als klinisch relevant eingeschätzt.
    • Für die Nutzenbewertung wird das Ergebnis in der Gesamtpopulation der Studie STELLAR herangezogen. Das Ausmaß der Verbesserung des 6-Minuten-Gehstrecke wird als gering bewertet.
  • Morbidität - Symptomatik – mittels Pulmonary Arterial Hypertension – Symptoms and Impact-Fragebogens (PAH-SYMPACT) – Kardiopulmonale und kardiovaskuläre Symptome
    • Für den Endpunkt kardiopulmonale Symptome konnte kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen festgestellt werden.
    • Demgegenüber zeigte sich bei dem Endpunkt kardiovaskuläre Symptome ein statistisch signifikanter Vorteil von Sotatercept im Vergleich zu Placebo jeweils in Kombination mit anderen PAH-Therapien.
  • Morbidität - Dyspnoe – mittels Borg 10 Point Category Ratio Scale (Borg CR10 Skala)
    • Für den Endpunkt konnte kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen festgestellt werden.
  • Morbidität - Gesundheitszustand – mittels visueller Analogskala des Fragebogens EQ-5D (EQ-5D VAS)
    • Zu Studienwoche 24 zeigte sich für diesen Endpunkt kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen Sotatercept und der zweckmäßigen Vergleichstherapie in der Gesamtpopulation.
    • Für Personen mit PAH der WHO-Funktionsklasse II wurde ein statistisch signifikanter Vorteil von Sotatercept gegenüber Placebo jeweils in Kombination mit anderen PAH-Therapien beobachtet.
  • Gesundheitsbezogene Lebensqualität – mittels PAH-SYMPACT – körperliche Beeinträchtigungen und kognitive / emotionale Beeinträchtigungen
    • In beiden Domänen konnte zu Woche 24 kein statistisch signifikanter Unterschied von Sotatercept gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie festgestellt werden.
  • Nebenwirkungen - Schwere unerwünschte Ereignisse (SUEs)
    • In der Studie STELLAR ergab sich zwischen den Behandlungsgruppen kein statistisch signifikanter Unterschied in der Auswertung des Endpunktes SUEs.
  • Nebenwirkungen - Abbruch wegen unerwünschter Ereignisse (UEs)
    • Die Ergebnisse des Endpunktes Abbruch wegen UEs zeigten keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen Sotatercept und Placebo jeweils in Kombination mit anderen PAH-Therapien.
  • Gesamtbewertung
    • In der Endpunktkategorie Mortalität zeigte sich zum Ende der Studie STELLAR kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
    • In der Kategorie Morbidität ergab sich zu Studienwoche 24 bei dem Endpunkt Gehfähigkeit (erhoben mittels 6MWT) ein statistisch signifikanter Vorteil für Sotatercept gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie. Die erreichte Verbesserung der Gehfähigkeit um 40,4 m wird im Ausmaß als gering eingestuft.
    • In dem Endpunkt Symptomatik konnte in der PAH-SYMPACT-Domäne der kardiovaskulären Symptome ein statistisch signifikanter Vorteil für Sotatercept im Vergleich zu Placebo jeweils in Kombination mit anderen PAH-Therapien beobachtet werden, der in seinem Ausmaß ebenfalls als gering eingeschätzt wird.
    • In der Kategorie der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (erhoben mittels der PAH-SYMPACT-Domänen körperliche Beeinträchtigungen und kognitive / emotionale Beeinträchtigungen) wurden für Sotatercept im Vergleich zu Placebo jeweils in Kombination mit anderen PAH-Therapien keine statistisch signifikanten Unterschiede festgestellt.
    • In der Kategorie Nebenwirkungen ergaben sich zu Studienende weder bei den schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen noch bei Abbrüchen wegen unerwünschter Ereignisse statistisch signifikante Unterschiede zwischen den beiden Behandlungsarmen. Im Detail zeigten sich in den spezifischen unerwünschten Ereignissen Augenerkrankungen und Nasenbluten statistisch signifikante Unterschiede zum Nachteil von Sotatercept im Vergleich zu Placebo jeweils in Kombination mit anderen PAH-Therapien.
    • In der Gesamtschau ergeben sich somit in der Endpunktkategorie Morbidität statistisch signifikante und klinisch relevante Vorteile für Sotatercept gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie. Bei der Lebensqualität und bei den Nebenwirkungen zeigten sich keine für die Nutzenbewertung relevanten Unterschiede. Insgesamt werden die positiven Effekte von Sotatercept im Ausmaß als gering eingestuft.

Zugehörige Verfahren

Sotatercept (2) Winrevair® MSD Sharp & Dohme GmbH Herz-Kreislauf-Erkrankungen Pulmonale arterielle Hypertonie, WHO-Funktionsklasse IV 35–130 100% Anhaltspunkt für nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen Orphan
Sotatercept (1) Winrevair® MSD Sharp & Dohme GmbH Herz-Kreislauf-Erkrankungen Pulmonale arterielle Hypertonie 580–7.850 100% Anhaltspunkt für geringer Zusatznutzen Orphan


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