Semaglutid (Rybelsus, Ozempic, 1) – Rybelsus, Ozempic®, Rybelsus®
Diabetes mellitus Typ 2
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 01.11.2020 – Zulassung: 08.02.2018 |
|---|---|
| Beschluss | 15.04.2021 aufgehoben |
| Wirkstoff | Semaglutid |
| Handelsname | Rybelsus, Ozempic®, Rybelsus® |
| Pharm. Unternehmer | Novo Nordisk Pharma GmbH |
| G-BA Vorgangsnummer | D-597 |
| ATC-Code | A10BJ06 GLP-1-Rezeptoragonisten (A10BJ) |
| ICD-10 Codes (AIS) | E11.01Diabetes mellitus, Typ 2: Mit Koma: Als entgleist bezeichnet, E11.11Diabetes mellitus, Typ 2: Mit Ketoazidose: Als entgleist bezeichnet, E11.20Diabetes mellitus, Typ 2: Mit Nierenkomplikationen: Nicht als entgleist bezeichnet, E11.21Diabetes mellitus, Typ 2: Mit Nierenkomplikationen: Als entgleist bezeichnet, E11.30Diabetes mellitus, Typ 2: Mit Augenkomplikationen: Nicht als entgleist bezeichnet, E11.31Diabetes mellitus, Typ 2: Mit Augenkomplikationen: Als entgleist bezeichnet, E11.40Diabetes mellitus, Typ 2: Mit neurologischen Komplikationen: Nicht als entgleist bezeichnet, E11.41Diabetes mellitus, Typ 2: Mit neurologischen Komplikationen: Als entgleist bezeichnet, E11.50Diabetes mellitus, Typ 2: Mit peripheren vaskulären Komplikationen: Nicht als entgleist bezeichnet, E11.51Diabetes mellitus, Typ 2: Mit peripheren vaskulären Komplikationen: Als entgleist bezeichnet, E11.60Diabetes mellitus, Typ 2: Mit sonstigen näher bezeichneten Komplikationen: Nicht als entgleist bezeichnet, E11.61Diabetes mellitus, Typ 2: Mit sonstigen näher bezeichneten Komplikationen: Als entgleist bezeichnet, E11.72Diabetes mellitus, Typ 2: Mit multiplen Komplikationen: Mit sonstigen multiplen Komplikationen, nicht als entgleist bezeichnet, E11.73Diabetes mellitus, Typ 2: Mit multiplen Komplikationen: Mit sonstigen multiplen Komplikationen, als entgleist bezeichnet, E11.74Diabetes mellitus, Typ 2: Mit multiplen Komplikationen: Mit diabetischem Fußsyndrom, nicht als entgleist bezeichnet, E11.75Diabetes mellitus, Typ 2: Mit multiplen Komplikationen: Mit diabetischem Fußsyndrom, als entgleist bezeichnet, E11.80Diabetes mellitus, Typ 2: Mit nicht näher bezeichneten Komplikationen: Nicht als entgleist bezeichnet, E11.81Diabetes mellitus, Typ 2: Mit nicht näher bezeichneten Komplikationen: Als entgleist bezeichnet, E11.90Diabetes mellitus, Typ 2: Ohne Komplikationen: Nicht als entgleist bezeichnet, E11.91Diabetes mellitus, Typ 2: Ohne Komplikationen: Als entgleist bezeichnet, E12.01Diabetes mellitus in Verbindung mit Fehl- oder Mangelernährung (Malnutrition): Mit Koma: Als entgleist bezeichnet, E12.11Diabetes mellitus in Verbindung mit Fehl- oder Mangelernährung (Malnutrition): Mit Ketoazidose: Als entgleist bezeichnet, E12.20Diabetes mellitus in Verbindung mit Fehl- oder Mangelernährung (Malnutrition): Mit Nierenkomplikationen: Nicht als entgleist bezeichnet, E12.21Diabetes mellitus in Verbindung mit Fehl- oder Mangelernährung (Malnutrition): Mit Nierenkomplikationen: Als entgleist bezeichnet, E12.30Diabetes mellitus in Verbindung mit Fehl- oder Mangelernährung (Malnutrition): Mit Augenkomplikationen: Nicht als entgleist bezeichnet, E12.31Diabetes mellitus in Verbindung mit Fehl- oder Mangelernährung (Malnutrition): Mit Augenkomplikationen: Als entgleist bezeichnet, E12.40Diabetes mellitus in Verbindung mit Fehl- oder Mangelernährung (Malnutrition): Mit neurologischen Komplikationen: Nicht als entgleist bezeichnet, E12.41Diabetes mellitus in Verbindung mit Fehl- oder Mangelernährung (Malnutrition): Mit neurologischen Komplikationen: Als entgleist bezeichnet, E12.50Diabetes mellitus in Verbindung mit Fehl- oder Mangelernährung (Malnutrition): Mit peripheren vaskulären Komplikationen: Nicht als entgleist bezeichnet, E12.51Diabetes mellitus in Verbindung mit Fehl- oder Mangelernährung (Malnutrition): Mit peripheren vaskulären Komplikationen: Als entgleist bezeichnet, E12.60Diabetes mellitus in Verbindung mit Fehl- oder Mangelernährung (Malnutrition): Mit sonstigen näher bezeichneten Komplikationen: Nicht als entgleist bezeichnet, E12.61Diabetes mellitus in Verbindung mit Fehl- oder Mangelernährung (Malnutrition): Mit sonstigen näher bezeichneten Komplikationen: Als entgleist bezeichnet, E12.72Diabetes mellitus in Verbindung mit Fehl- oder Mangelernährung (Malnutrition): Mit multiplen Komplikationen: Mit sonstigen multiplen Komplikationen, nicht als entgleist bezeichnet, E12.73Diabetes mellitus in Verbindung mit Fehl- oder Mangelernährung (Malnutrition): Mit multiplen Komplikationen: Mit sonstigen multiplen Komplikationen, als entgleist bezeichnet, E12.74Diabetes mellitus in Verbindung mit Fehl- oder Mangelernährung (Malnutrition): Mit multiplen Komplikationen: Mit diabetischem Fußsyndrom, nicht als entgleist bezeichnet, E12.75Diabetes mellitus in Verbindung mit Fehl- oder Mangelernährung (Malnutrition): Mit multiplen Komplikationen: Mit diabetischem Fußsyndrom, als entgleist bezeichnet, E12.80Diabetes mellitus in Verbindung mit Fehl- oder Mangelernährung (Malnutrition): Mit nicht näher bezeichneten Komplikationen: Nicht als entgleist bezeichnet, E12.81Diabetes mellitus in Verbindung mit Fehl- oder Mangelernährung (Malnutrition): Mit nicht näher bezeichneten Komplikationen: Als entgleist bezeichnet, E12.90Diabetes mellitus in Verbindung mit Fehl- oder Mangelernährung (Malnutrition): Ohne Komplikationen: Nicht als entgleist bezeichnet, E12.91Diabetes mellitus in Verbindung mit Fehl- oder Mangelernährung (Malnutrition): Ohne Komplikationen: Als entgleist bezeichnet, E13.01Sonstiger näher bezeichneter Diabetes mellitus: Mit Koma: Als entgleist bezeichnet, E13.11Sonstiger näher bezeichneter Diabetes mellitus: Mit Ketoazidose: Als entgleist bezeichnet, E13.20Sonstiger näher bezeichneter Diabetes mellitus: Mit Nierenkomplikationen: Nicht als entgleist bezeichnet, E13.21Sonstiger näher bezeichneter Diabetes mellitus: Mit Nierenkomplikationen: Als entgleist bezeichnet, E13.30Sonstiger näher bezeichneter Diabetes mellitus: Mit Augenkomplikationen: Nicht als entgleist bezeichnet, E13.31Sonstiger näher bezeichneter Diabetes mellitus: Mit Augenkomplikationen: Als entgleist bezeichnet, E13.40Sonstiger näher bezeichneter Diabetes mellitus: Mit neurologischen Komplikationen: Nicht als entgleist bezeichnet, E13.41Sonstiger näher bezeichneter Diabetes mellitus: Mit neurologischen Komplikationen: Als entgleist bezeichnet, E13.50Sonstiger näher bezeichneter Diabetes mellitus: Mit peripheren vaskulären Komplikationen: Nicht als entgleist bezeichnet, E13.51Sonstiger näher bezeichneter Diabetes mellitus: Mit peripheren vaskulären Komplikationen: Als entgleist bezeichnet, E13.60Sonstiger näher bezeichneter Diabetes mellitus: Mit sonstigen näher bezeichneten Komplikationen: Nicht als entgleist bezeichnet, E13.61Sonstiger näher bezeichneter Diabetes mellitus: Mit sonstigen näher bezeichneten Komplikationen: Als entgleist bezeichnet, E13.72Sonstiger näher bezeichneter Diabetes mellitus: Mit multiplen Komplikationen: Mit sonstigen multiplen Komplikationen, nicht als entgleist bezeichnet, E13.73Sonstiger näher bezeichneter Diabetes mellitus: Mit multiplen Komplikationen: Mit sonstigen multiplen Komplikationen, als entgleist bezeichnet, E13.74Sonstiger näher bezeichneter Diabetes mellitus: Mit multiplen Komplikationen: Mit diabetischem Fußsyndrom, nicht als entgleist bezeichnet, E13.75Sonstiger näher bezeichneter Diabetes mellitus: Mit multiplen Komplikationen: Mit diabetischem Fußsyndrom, als entgleist bezeichnet, E13.80Sonstiger näher bezeichneter Diabetes mellitus: Mit nicht näher bezeichneten Komplikationen: Nicht als entgleist bezeichnet, E13.81Sonstiger näher bezeichneter Diabetes mellitus: Mit nicht näher bezeichneten Komplikationen: Als entgleist bezeichnet, E13.90Sonstiger näher bezeichneter Diabetes mellitus: Ohne Komplikationen: Nicht als entgleist bezeichnet, E13.91Sonstiger näher bezeichneter Diabetes mellitus: Ohne Komplikationen: Als entgleist bezeichnet, E14.01Nicht näher bezeichneter Diabetes mellitus: Mit Koma: Als entgleist bezeichnet, E14.11Nicht näher bezeichneter Diabetes mellitus: Mit Ketoazidose: Als entgleist bezeichnet, E14.20Nicht näher bezeichneter Diabetes mellitus: Mit Nierenkomplikationen: Nicht als entgleist bezeichnet, E14.21Nicht näher bezeichneter Diabetes mellitus: Mit Nierenkomplikationen: Als entgleist bezeichnet, E14.30Nicht näher bezeichneter Diabetes mellitus: Mit Augenkomplikationen: Nicht als entgleist bezeichnet, E14.31Nicht näher bezeichneter Diabetes mellitus: Mit Augenkomplikationen: Als entgleist bezeichnet, E14.40Nicht näher bezeichneter Diabetes mellitus: Mit neurologischen Komplikationen: Nicht als entgleist bezeichnet, E14.41Nicht näher bezeichneter Diabetes mellitus: Mit neurologischen Komplikationen: Als entgleist bezeichnet, E14.50Nicht näher bezeichneter Diabetes mellitus: Mit peripheren vaskulären Komplikationen: Nicht als entgleist bezeichnet, E14.51Nicht näher bezeichneter Diabetes mellitus: Mit peripheren vaskulären Komplikationen: Als entgleist bezeichnet, E14.60Nicht näher bezeichneter Diabetes mellitus: Mit sonstigen näher bezeichneten Komplikationen: Nicht als entgleist bezeichnet, E14.61Nicht näher bezeichneter Diabetes mellitus: Mit sonstigen näher bezeichneten Komplikationen: Als entgleist bezeichnet, E14.72Nicht näher bezeichneter Diabetes mellitus: Mit multiplen Komplikationen: Mit sonstigen multiplen Komplikationen, nicht als entgleist bezeichnet, E14.73Nicht näher bezeichneter Diabetes mellitus: Mit multiplen Komplikationen: Mit sonstigen multiplen Komplikationen, als entgleist bezeichnet, E14.74Nicht näher bezeichneter Diabetes mellitus: Mit multiplen Komplikationen: Mit diabetischem Fußsyndrom, nicht als entgleist bezeichnet, E14.75Nicht näher bezeichneter Diabetes mellitus: Mit multiplen Komplikationen: Mit diabetischem Fußsyndrom, als entgleist bezeichnet, E14.80Nicht näher bezeichneter Diabetes mellitus: Mit nicht näher bezeichneten Komplikationen: Nicht als entgleist bezeichnet, E14.81Nicht näher bezeichneter Diabetes mellitus: Mit nicht näher bezeichneten Komplikationen: Als entgleist bezeichnet, E14.90Nicht näher bezeichneter Diabetes mellitus: Ohne Komplikationen: Nicht als entgleist bezeichnet, E14.91Nicht näher bezeichneter Diabetes mellitus: Ohne Komplikationen: Als entgleist bezeichnet Mehr anzeigen >> |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I110911Diabetisches Fußsyndrom, I110976Diabetes mellitus mit Augenkomplikation, I110978Diabetes mellitus mit neurologischer Komplikation, I111029Diabetes mellitus mit Komplikation, I111031Diabetes mellitus mit vaskulärer Komplikation, I111458Sekundärer Diabetes mellitus, I111462Diabetische Entgleisung, I111702Diabetes mellitus Typ 2b mit Nephropathie, I111707Diabetes mellitus Typ 2b mit Komplikationen, I115660Typ-2-Diabetes mellitus mit diabetischem Fußsyndrom, I119462Diabetes mellitus Typ 2 in Verbindung mit Fehl- oder Mangelernährung (Malnutrition), I127364Insulinresistenz-Syndrom, Typ A, I127626Wolfram-Syndrom, I2202Diabetes mellitus ohne Komplikation, I25564Diabetes mellitus mit Koma, I31391Diabetes mellitus mit multiplen Komplikationen, I97452Diabetes mellitus mit Hypoglykämie, I98004Diabetes mellitus mit Ketoazidose, I98511Hypoglykämisches Koma bei Diabetes mellitus, I99009Typ-2-Diabetes mellitus mit Koma, I99030Typ-2-Diabetes mellitus mit peripherer vaskulärer Komplikation, I99034Typ-2-Diabetes mellitus mit multiplen Komplikationen, I99037Diätetisch behandelter Typ-2-Diabetes mellitus ohne Komplikation, I99064Hypoglykämisches Koma bei Typ-2-Diabetes mellitus, I99192Diabetes mellitus Typ 2 mit Ketoazidose, I99238Diabetes mellitus Typ 2 mit Hypoglykämie |
| DDD Tagesdosis | 10.5 mg oral |
| Therapeutisches Gebiet | Stoffwechselkrankheiten Diabetes mellitus (DM Typ 1-2) |
| Grund des Verfahrens |
Neubewertung: §13 (Anforderung G-BA)
Ursprünglicher Beschluss: Semaglutid (1) (02.05.2019) |
| Besonderheit | Kombinationstherapie |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
|
Ozempic wird zur Behandlung des unzureichend kontrollierten Diabetes mellitus Typ 2 bei Erwachsenen als Zusatz zu Diät und körperlicher Aktivität angewendet - als Monotherapie, wenn die Anwendung von Metformin aufgrund einer Unverträglichkeit oder Kontraindikationen ungeeignet ist -zusätzlich zu anderen Arzneimitteln zur Behandlung des Diabetes mellitus. Für Studienergebnisse hinsichtlich Kombinationen, Auswirkungen auf die glykämische Kontrolle und kardiovaskuläre Ereignisse, sowie untersuchte Populationen, siehe Abschnitte 4.4, 4.5 und 5.1. Rybelsus wird zur Behandlung des unzureichend kontrollierten Diabetes mellitus Typ 2 bei Erwachsenen zur Verbesserung der glykämischen Kontrolle als Zusatz zu Diät und körperlicher Aktivität angewendet - als Monotherapie, wenn die Anwendung von Metformin aufgrund einer Unverträglichkeit oder Kontraindikationen ungeeignet ist -in Kombination mit anderen Arzneimitteln zur Behandlung des Diabetes mellitus. Für Studienergebnisse hinsichtlich Kombinationen, Auswirkungen auf die glykämische Kontrolle und kardiovaskuläre Ereignisse, sowie untersuchte Populationen, siehe Abschnitte 4.4, 4.5 und 5.1. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| a1) | Erwachsene Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2, bei denen Diät und Bewegung allein den Blutzucker nicht ausreichend kontrollieren, und für die die Anwendung von Metformin aufgrund einer Unverträglichkeit nicht geeignet ist;bei Patienten ohne manifeste kardiovaskuläre Erkrankung | Sulfonylharnstoff (Glibenclamid oder Glimepirid) |
| a2) | Erwachsene Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2, bei denen Diät und Bewegung allein den Blutzucker nicht ausreichend kontrollieren, und für die die Anwendung von Metformin aufgrund einer Unverträglichkeit nicht geeignet ist;bei Patienten mit manifester kardiovaskulärer Erkrankung in Kombination mit weiterer Medikation zur Behandlung der kardiovaskulären Risikofaktoren | Sulfonylharnstoff (Glibenclamid oder Glimepirid) |
| b1) | Erwachsene Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2, bei denen Diät und Bewegung und die Behandlung mit einem blutzuckersenkenden Arzneimittel (außer Insulin) den Blutzucker nicht ausreichend kontrollieren;bei Patienten ohne manifeste kardiovaskuläre Erkrankung | • Metformin + Sulfonylharnstoff (Glibenclamid oder Glimepirid) oder – Metformin + Empagliflozin oder – Humaninsulin, wenn Metformin gemäß Fachinformation unverträglich oder kontraindiziert ist |
| b2) | Erwachsene Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2, bei denen Diät und Bewegung und die Behandlung mit einem blutzuckersenkenden Arzneimittel (außer Insulin) den Blutzucker nicht ausreichend kontrollieren;bei Patienten mit manifester kardiovaskulärer Erkrankung in Kombination mit weiterer Medikation zur Behandlung der kardiovaskulären Risikofaktoren | • Metformin + Sulfonylharnstoff (Glibenclamid oder Glimepirid) oder – Metformin + Empagliflozin oder – Metformin + Liraglutid – Humaninsulin, wenn Metformin gemäß Fachinformation unverträglich oder kontraindiziert ist |
| c1) | Erwachsene Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2, bei denen Diät und Bewegung und die Behandlung mit mindestens zwei blutzuckersenkenden Arzneimitteln (außer Insulin) den Blutzucker nicht ausreichend kontrollieren;bei Patienten ohne manifeste kardiovaskuläre Erkrankung | • Humaninsulin + Metformin oder – nur Humaninsulin, wenn Metformin gemäß Fachinformation unverträglich oder kontraindiziert oder aufgrund eines fortgeschrittenen Diabetes mellitus Typ 2 nicht ausreichend wirksam ist |
| c2) | Erwachsene Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2, bei denen Diät und Bewegung und die Behandlung mit mindestens zwei blutzuckersenkenden Arzneimitteln (außer Insulin) den Blutzucker nicht ausreichend kontrollieren;bei Patienten mit manifester kardiovaskulärer Erkrankung in Kombination mit weiterer Medikation zur Behandlung der kardiovaskulären Risikofaktoren | • Humaninsulin + Metformin oder – Humaninsulin + Empagliflozin oder – Humaninsulin + Liraglutid oder – Humaninsulin, wenn die bestimmten Kombinationspartner gemäß Fachinformation unverträglich oder kontraindiziert oder aufgrund eines fortgeschrittenen Diabetes mellitus Typ 2 nicht ausreichend wirksam sind |
| d1) | Erwachsene Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2, bei denen Diät und Bewegung und die Behandlung mit Insulin (mit oder ohne einem anderen blutzuckersenkenden Arzneimittel) den Blutzucker nicht ausreichend kontrollieren;bei Patienten ohne manifeste kardiovaskuläre Erkrankung | • Die Optimierung des Humaninsulinregimes (ggf. + Metformin) |
| d2) | Erwachsene Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2, bei denen Diät und Bewegung und die Behandlung mit Insulin (mit oder ohne einem anderen blutzuckersenkenden Arzneimittel) den Blutzucker nicht ausreichend kontrollieren;bei Patienten mit manifester kardiovaskulärer Erkrankung in Kombination mit weiterer Medikation zur Behandlung der kardiovaskulären Risikofaktoren | • Die Optimierung des Humaninsulinregimes (ggf. + Metformin oder Empagliflozin oder Liraglutid) |
Studien und Ergebnisse
|
Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
2 (SUSTAIN 6, PIONEER 6) |
|---|---|
|
Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
H2H vs. ZVT |
|
Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
nein |
| Grund für Patientengruppenbildung (G-BA) | Anzahl Arzneimittel, Vorbehandlung, Krankheitsstadium, Patienten-Eignung |
- Klinische Studien
- Bei der Studie SUSTAIN 6 handelt es sich um eine randomisierte, placebokontrollierte und doppelblinde Studie, die multizentrisch in Nordamerika, Lateinamerika, Europa, Asien sowie in den Ländern Algerien, Australien, Israel und Türkei durchgeführt wurde.
- Die Studie PIONEER 6 ist eine randomisierte, placebokontrollierte und doppelblinde Studie, die multizentrisch in Nord- und Südamerika, Europa, Asien und Afrika durchgeführt wurde.
a1) Erwachsene Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2, bei denen Diät und Bewegung allein den Blutzucker nicht ausreichend kontrollieren, und für die die Anwendung von Metformin aufgrund einer Unverträglichkeit nicht geeignet ist - bei Patienten ohne manifeste kardiovaskuläre Erkrankung
- Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
a2) Erwachsene Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2, bei denen Diät und Bewegung allein den Blutzucker nicht ausreichend kontrollieren, und für die die Anwendung von Metformin aufgrund einer Unverträglichkeit nicht geeignet ist - bei Patienten mit manifester kardiovaskulärer Erkrankung in Kombination mit weiterer Medikation zur Behandlung der kardiovaskulären Risikofaktoren
- Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
- In den für eine Bewertung des Zusatznutzens bei Patienten mit manifester kardiovaskulärer Erkrankung in Kombination mit weiterer Medikation zur Behandlung der kardiovaskulären Risikofaktoren vorgelegten Studien SUSTAIN 6 und PIONEER 6 (siehe Ausführungen zu patientenübergreifenden Aspekten sowie zu den Studien, S. 11 ff) betrug der Anteil der Patientinnen und Patienten ohne antidiabetische Medikation vor Studienbeginn unter 2 %. Zudem ist unklar, inwieweit für diese Patienten, bzw. wie groß der Anteil der Patienten ist, bei denen das Zulassungskriterium „Metformin-Unverträglichkeit oder -Kontraindikation“, berücksichtigt wurde.
b1) Erwachsene Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2, bei denen Diät und Bewegung und die Behandlung mit einem blutzuckersenkenden Arzneimittel (außer Insulin) den Blutzucker nicht ausreichend kontrollieren - bei Patienten ohne manifeste kardiovaskuläre Erkrankung
- Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
- In der Gesamtschau wird festgestellt, dass ein Zusatznutzen von Semaglutid + Metformin gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie Empagliflozin + Metformin in der Patientenpopulation b1) Erwachsene Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2, bei denen Diät und Bewegung und die Behandlung mit einem blutzuckersenkenden Arzneimittel (außer Insulin) den Blutzucker nicht ausreichend kontrollieren ohne manifeste kardiovaskuläre Erkrankung nicht belegt ist.
- Mortalität
- Es trat in der Studie PIONEER 2 nur ein Todesfall im Empagliflozin-Arm auf. Es ergeben sich dabei keine signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen.
- Morbidität - akutes Koronarsyndrom
- Das akute Koronarsyndrom war in der Studie PIONEER 2 definiert als akuter Myokardinfarkt, stiller Myokardinfarkt oder Hospitalisierung aufgrund von instabiler Angina Pectoris, jedoch bleibt für stille Myokardinfarkte und Hospitalisierungen aufgrund von instabiler Angina Pectoris unklar, inwiefern die Ergebnisse durch Zufallsbefunde ohne Symptomatik bzw. den Versorgungskontext beeinflusst werden. Es liegen dabei im Dossier keine Informationen über die Anzahl der Patientinnen und Patienten mit den einzelnen Ereignissen der Komponente akutes Koronarsyndrom. Vor diesem Hintergrund liegen für den Endpunkt „akutes Koronarsyndrom“ keine verwertbaren Daten vor.
- Morbidität - zerebrovaskuläres Ereignis
- In der Studie PIONEER 2 umfasst der Endpunkt „zerebrovaskuläres Ereignis“ folgende adjudizierte Ereignisse: ischämischer oder hämorrhagischer Schlaganfall, Schlaganfall mit ungeklärter Ursache oder TIA. Dabei erlitten nur vier Patientinnen und Patienten im Empagliflozin-Arm ein zerebrovaskuläres Ereignis; der Unterschied ist zwar statistisch signifikant zugunsten von Semaglutid, jedoch kann aufgrund der geringen Ereigniszahlen kein Vorteil abgeleitet werden.
- Morbidität - Hospitalisierungen aufgrund von Herzinsuffizienz, Nierenerkrankung und diabetische Retinopathien
- Bei den Endpunkten „Hospitalisierungen aufgrund von Herzinsuffizienz“ und „Nierenerkrankung“ traten nur wenige Ereignisse auf (maximal 2 pro Studienarm). Es ergeben sich dabei keine signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen.
- Hinsichtlich des Endpunktes „diabetische Retinopathien“ liegen keine verwertbaren Daten vor, da in der Studie PIONEER 2 keine dezidierte Erhebung von diabetischen Retinopathien erfolgte.
- Lebensqualität - SF-36v2
- In der Studie PIONEER 2 ergaben sich hinsichtlich der Ergebnisse des SF-36 mit einer Responseschwelle von 15 % der Skalenspannweite für den körperlichen und den psychischen Summenscore jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Nebenwirkungen - Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE)
- Bei 6,8 % der Patientinnen und Patienten im Semaglutid- bzw. 9 % im Empagliflozin-Arm traten SUE auf. Es ergeben sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen.
- Nebenwirkungen - Therapieabbruch wegen UE
- In der Studie PIONEER 2 brachen statistisch signifikant mehr Patientinnen und Patienten die Therapie wegen UE im Semaglutid-Arm im Vergleich zum Empagliflozin-Arm ab (ca. 10,7 % vs. 4,4 %).
- Nebenwirkungen - Hypoglykämien
- Für die Endpunkte „schwere Hypoglykämien“ sowie „bestätigte symptomatische Hypoglykämien (Blutzucker ≤ 56 mg/dl)“ zeigten sich in der Studie PIONEER 2 keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen.
- Für den Endpunkt “symptomatische Hypoglykämien (Blutzucker < 70 mg/dl)“ liegen im Dossier keine Daten vor. Der pharmazeutische Unternehmer reicht diese mit der schriftlichen Stellungnahme ein und darin zeigt sich, dass in beiden Studienarmen 5,4 % der Patientinnen und Patienten eine symptomatische Hypoglykämie (Blutzucker < 70 mg/dl) aufwiesen.
- Nebenwirkungen - akute Pankreatitis
- In der Studie PIONEER 2 trat in beiden Studienarmen jeweils nur bei einer/m Patientin/Patient eine akute Pankreatitis auf; es ergibt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Nebenwirkungen - Weitere spezifische UE
- In der Studie PIONEER 2 erlitten mehr Patientinnen und Patienten im Semaglutid-Arm Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts (SOC; 40,7 % vs. 14,2 %) und Übelkeit (PT; 19,8 % vs. 2,4 %) im Vergleich zum Empagliflozin-Arm. Das Ergebnis ist statistisch signifikant zuungunsten von Semaglutid.
- Hinsichtlich der Genitalinfektionen wurden statistisch signifikant mehr Ereignisse im Empagliflozin-Arm verzeichnet (1,0 % vs. 7,6 %), während Harnweginfektionen in beiden Studienarmen ähnlich häufig auftraten (ca. 3 %). Eine diabetische Ketoacidose erlitt nur ein Patient im Empagliflozin-Arm. Für die Endpunkte Harnweginfektion und diabetische Ketoacidose ergeben sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen.
- Gesamtbewertung
- Insgesamt traten in der Studie nur wenige Ereignisse bei den Endpunkte Mortalität und Morbidität auf. Es ergibt sich zwar ein statistisch signifikanter Vorteil für Semaglutid beim Endpunkt „zerebrovaskuläres Ereignisse“ (0 vs. 4 Ereignisse), aufgrund der geringen Ereigniszahlen wird jedoch kein Vorteil abgeleitet. Hinsichtlich der Lebensqualität zeigen sich keine Vor- oder Nachteile durch Semaglutid.
- In der Studie PIONEER 2 brachen statistisch signifikant mehr Patientinnen und Patienten die Therapie wegen UE im Semaglutid-Arm im Vergleich zum Empagliflozin-Arm ab und es ergaben sich Nachteile unter Semaglutid bei den Endpunkten „Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts“ und „Übelkeit“, wohingegen beim Endpunkt „Genitalinfektionen“ Vorteile unter Semaglutid ggü. Empagliflozin zu verzeichnen sind. Die weiteren Nebenwirkungsendpunkte zeigen keine Vor- oder Nachteile von Semaglutid verglichen mit Empagliflozin.
b2) Erwachsene Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2, bei denen Diät und Bewegung und die Behandlung mit einem blutzuckersenkenden Arzneimittel (außer Insulin) den Blutzucker nicht ausreichend kontrollieren - bei Patienten mit manifester kardiovaskulärer Erkrankung in Kombination mit weiterer Medikation zur Behandlung der kardiovaskulären Risikofaktoren
- Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
- Siehe Ausführungen zu patientenübergreifenden Aspekten sowie zu den Studien PIONEER 6 und SUSTAIN 6, S. 11 ff.
- Gesamtschau
- In der Gesamtschau der Ergebnisse der Studien PIONEER 6 und SUSTAIN 6 zeigen sich Vor- und Nachteile von Semaglutid gegenüber der Kontrollgruppe. Die gezeigten Vorteile in der Studie PIONEER 6 hinsichtlich der Gesamtmortalität bzw. kardiovaskulären Mortalität sowie in der Studie SUSTAIN 6 im Endpunkt MACE und den nicht tödlichen Schlaganfällen konnten durch die Ergebnisse der jeweils anderen Studie nicht bestätigt werden. Die Ergebnisse zuungunsten von Semaglutid bei den Therapieabbrüchen aufgrund von UE (Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts) zeigen sich in beiden Studien; weitere Nachteile bei der retinalen Photokoagulation und Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts zeigen sich nur in der Studie SUSTAIN 6, wobei diese Endpunkte in der Studie PIONEER 6 nicht erhoben wurden.
- Aufgrund der heterogenen Ergebnisse der beiden Studien, des geringen Ausmaßes und der fraglichen Validität der beobachteten Effekte in den Endpunktkategorien Mortalität und Morbidität, sowie der deutlichen Nachteile bei den Nebenwirkungen wird vor dem Hintergrund der beschriebenen, relevanten Unsicherheiten der Studien insbesondere bzgl. der Übertragbarkeit auf den deutschen Versorgungskontext und dem fehlenden Vergleich gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie in der jeweiligen Patientengruppe in der Gesamtschau festgestellt, dass der Zusatznutzen von Semaglutid nicht belegt ist.
c1) Erwachsene Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2, bei denen Diät und Bewegung und die Behandlung mit mindestens zwei blutzuckersenkenden Arzneimitteln (außer Insulin) den Blutzucker nicht ausreichend kontrollieren - bei Patienten ohne manifeste kardiovaskuläre Erkrankung
- Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
c2) Erwachsene Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2, bei denen Diät und Bewegung und die Behandlung mit mindestens zwei blutzuckersenkenden Arzneimitteln (außer Insulin) den Blutzucker nicht ausreichend kontrollieren - bei Patienten mit manifester kardiovaskulärer Erkrankung in Kombination mit weiterer Medikation zur Behandlung der kardiovaskulären Risikofaktoren
- Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
- Siehe Ausführungen zu patientenübergreifenden Aspekten sowie zu den Studien PIONEER 6 und SUSTAIN 6, S. 11 ff.
- Gesamtschau
- In der Gesamtschau zeigen sich Vor- und Nachteile von Semaglutid gegenüber der Kontrolle. Die Vorteile hinsichtlich der Gesamtmortalität bzw. kardiovaskulären Mortalität (PIONEER 6) sowie im Endpunkt MACE und nicht tödliche Schlaganfälle (SUSTAIN 6) konnten durch die Ergebnisse der jeweils anderen Studie nicht bestätigt werden. Die Ergebnisse zuungunsten von Semaglutid bei Therapieabbrüchen aufgrund von UE zeigen sich in beiden Studien; weitere Nachteile bei der retinalen Photokoagulation und Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts zeigen sich nur in der Studie SUSTAIN 6, wobei diese in der Studie PIONEER 6 nicht erhoben wurden.
- Insbesondere vor dem Hintergrund der Fortentwicklung der antidiabetischen Therapie gemäß aktueller Leitlinienempfehlungen, wäre zu erwarten gewesen, dass die Patienten im Rahmen der durchgeführten Standardtherapie vermehrt mit Liraglutid bzw. Empagliflozin behandelt worden wären. Zwar wurden in beiden Studien Anpassungen der antidiabetischen und antihypertensiven Therapie durchgeführt, insgesamt wird jedoch davon ausgegangen, dass im Studienverlauf noch weitere Anpassungen der antidiabetischen Therapie und der antihypertensiven Therapie im Kontrollarm hätten vorgenommen werden müssen, um die Zielwerte der Patienten zu erreichen.
- Aufgrund der heterogenen Ergebnisse der beiden Studien, des geringen Ausmaßes und der fraglichen Validität der beobachteten Effekte hinsichtlich Mortalität und Morbidität, sowie der deutlichen Nachteile bei den Nebenwirkungen wird vor dem Hintergrund der beschriebenen, Unsicherheiten der Studien insbesondere bzgl. der Übertragbarkeit auf den deutschen Versorgungskontext und dem fehlenden Vergleich gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie in der Gesamtschau festgestellt, dass der Zusatznutzen von Semaglutid nicht belegt ist.
d1) Erwachsene Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2, bei denen Diät und Bewegung und die Behandlung mit Insulin (mit oder ohne einem anderen blutzuckersenkenden Arzneimittel) den Blutzucker nicht ausreichend kontrollieren - bei Patienten ohne manifeste kardiovaskuläre Erkrankung
- Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
d2) Erwachsene Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2, bei denen Diät und Bewegung und die Behandlung mit Insulin (mit oder ohne einem anderen blutzuckersenkenden Arzneimittel) den Blutzucker nicht ausreichend kontrollieren - bei Patienten mit manifester kardiovaskulärer Erkrankung in Kombination mit weiterer Medikation zur Behandlung der kardiovaskulären Risikofaktoren
- Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
- Siehe Ausführungen zu patientenübergreifenden Aspekten sowie zu den Studien PIONEER 6 und SUSTAIN 6, S. 11 ff.
- Gesamtschau
- In der Gesamtschau zeigen sich Vor- und Nachteile von Semaglutid gegenüber der Kontrolle. Die Vorteile hinsichtlich der Gesamtmortalität bzw. kardiovaskulären Mortalität (PIONEER 6) sowie im Endpunkt MACE und nicht tödliche Schlaganfälle (SUSTAIN 6) konnten durch die Ergebnisse der jeweils anderen Studie nicht bestätigt werden. Die Ergebnisse zuungunsten von Semaglutid bei Therapieabbrüchen aufgrund von UE zeigen sich in beiden Studien; weitere Nachteile bei der retinalen Photokoagulation und Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts zeigen sich nur in der Studie SUSTAIN 6, wobei diese in der Studie PIONEER 6 nicht erhoben wurden.
- Insbesondere vor dem Hintergrund der Fortentwicklung der antidiabetischen Therapie gemäß aktueller Leitlinienempfehlungen, wäre zu erwarten gewesen, dass die Patienten im Rahmen der durchgeführten Standardtherapie vermehrt mit Liraglutid bzw. Empagliflozin behandelt worden wären. Zwar wurden in beiden Studien Anpassungen der antidiabetischen und antihypertensiven Therapie durchgeführt, insgesamt wird jedoch davon ausgegangen, dass im Studienverlauf noch weitere Anpassungen der antidiabetischen Therapie und der antihypertensiven Therapie im Kontrollarm hätten vorgenommen werden müssen, um die Zielwerte der Patienten zu erreichen.
- Aufgrund der heterogenen Ergebnisse der beiden Studien, des geringen Ausmaßes und der fraglichen Validität der beobachteten Effekte hinsichtlich Mortalität und Morbidität, sowie der deutlichen Nachteile bei den Nebenwirkungen wird vor dem Hintergrund der beschriebenen, Unsicherheiten der Studien insbesondere bzgl. der Übertragbarkeit auf den deutschen Versorgungskontext und dem fehlenden Vergleich gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie in der Gesamtschau festgestellt, dass der Zusatznutzen von Semaglutid nicht belegt ist.
- Mortalität - Gesamtmortalität / kardiovaskuläre Mortalität
- Es liegen in der Studie SUSTAIN 6 keine signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen hinsichtlich der Gesamtmortalität und des Endpunktes „kardiovaskulärer Tod“ vor.
- Insgesamt traten in der Studie PIONEER 6 23 (1,4 %) Todesfälle im Semaglutid- und 45 (2,8 %) Todesfälle im Kontrollarm auf (Gesamtmortalität). Hinsichtlich des Endpunktes „kardiovaskulärer Tod“ wurden 15 (0,9 %) Todesfälle im Semaglutid- und 30 (1,9 %) Todesfälle im Kontrollarm erfasst. Bei beiden Endpunkten war die Anzahl der Todesfälle im Semaglutid-Arm statistisch signifikant geringer als im Kontrollarm.
- Morbidität - Kombinierter Endpunkt Major adverse cardiovascular Events (MACE)
- Der kombinierte Endpunkt „Major adverse cardiovascular events (MACE)“ erfasst in beiden Studien die Endpunkte „kardiovaskulärer Tod“, „nicht-tödlicher Myokardinfarkt“ sowie „nicht tödlicher Schlaganfall“.
- In der Studie SUSTAIN 6 zeigt sich für MACE ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Semaglutid (HR 0,74, 95 %-KI [0,58; 0,95]; p=0,017). Bei der Betrachtung der Einzelkomponenten zeigt sich im Endpunkt „nicht tödlicher Schlaganfall“ ein statistisch signifikanter Vorteil für Semaglutid (HR 0,61; 95 %-KI [0,38; 0,99]; p=0,04). Bei den weiteren Komponenten „nicht-tödlicher Myokardinfarkt“ und „kardiovaskulärer Tod“ ergeben sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen.
- Bei der Studie PIONEER 6 ist der kombinierte Endpunkt MACE nicht interpretierbar, da die Effekte von Semaglutid auf die Einzelkomponenten nicht gleichgerichtet sind. Für die Einzelkomponenten ergeben sich folgende Ergebnisse: Hinsichtlich des Endpunktes „kardiovaskulärer Tod“ ergibt sich ein statistisch signifikanter Vorteil für Semaglutid. Beim Endpunkt „nicht tödlicher Schlaganfall“ wurden numerisch weniger Schlaganfälle im Semaglutid- im Vergleich zum Kontroll-Arm beobachtet (0,8 % vs. 1,0 %). Hinsichtlich des Endpunktes „nicht-tödlicher Myokardinfarkt“ traten mehr Ereignisse im Semaglutid- im Vergleich zum Kotrollarm auf (2,3 % vs. 1,9 %). Für beide Endpunkte ergeben sich jedoch keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen.
- Morbidität - weitere kardiovaskuläre Morbiditätsendpunkte
- Für die Endpunkte der Gesamtzahl tödliche und nicht-tödliche Herzinfarkte sowie Schlaganfälle, Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz und TIA liegen in beiden Studien keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen vor.
- Morbidität - Komplikationen bei diabetischer Retinopathie
- Bei den Endpunkten zu Komplikationen bei diabetischer Retinopathie zeigte sich in der Studie SUSTAIN 6 im Endpunkt „retinale Photokoagulation“ ein statistisch signifikanter Nachteil von Semaglutid gegenüber dem Vergleichsarm (2,3 % vs. 1,2 %). Bei den weiteren einzelnen Endpunkten „Glaskörperblutung“ und „diabetesbedingte Erblindung“ traten nur wenige Ereignisse auf und es zeigte sich eine Effektrichtung zuungunsten von Semaglutid, die jedoch jeweils statistisch nicht signifikant war.
- In der Studie PIONEER 6 erfolgte keine systematische Erfassung des Endpunktes „diabetische Retinopathie“; es liegen somit keine verwertbaren Daten für die Nutzenbewertung vor.
- Morbidität - Nierenerkrankung
- In der Studie SUSTAIN 6 ergaben sich hinsichtlich der Endpunkte „Akute Nierenschädigung“, „Nierenversagen“ und „Beginn einer dauerhaften Nierenersatztherapie“ keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen dem Semaglutid-Arm und dem Vergleichsarm.
- Beim Endpunkt „Akute Nierenschädigung“ zeigen sich in der Studie PIONEER 6 keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen. Die Operationalisierungen der Endpunkte „Nierenversagen“ und „Beginn einer dauerhaften Nierenersatztherapie“ wurden in der Studie nicht erhoben; es liegen somit keine verwertbaren Daten für die Nutzenbewertung vor.
- Lebensqualität - SF-36v2
- In der Studie SUSTAIN 6 ergab sich hinsichtlich der Ergebnisse des SF-36 mit einer Responseschwelle von 15 % der Skalenspannweite für den körperlichen und den psychischen Summenscore jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- In der Studie PIONEER 6 wurde der Endpunkt Lebensqualität nicht erhoben; es liegen somit keine verwertbaren Daten für die Nutzenbewertung vor.
- Nebenwirkungen - Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE)
- In den Studien PIONEER 6 und SUSTAIN 6 liegen für den Endpunkt SUE in beiden Studien keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen vor.
Zugehörige Verfahren
| Semaglutid (Rybelsus, Ozempic, 1) | Rybelsus, Ozempic® | Novo Nordisk Pharma GmbH | Diabetes mellitus Typ 2 |
0
2.107.999–2.108.001 |
100% Zusatznutzen nicht belegt aufgehoben |
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