Sacituzumab govitecan (2) – Trodelvy®

Mammakarzinom, HR+, HER2-, mind. 3 Vortherapien

Steckbrief

Start des Verfahrens 15.08.2023 – Zulassung: 26.07.2023
Beschluss 15.02.2024
Wirkstoff Sacituzumab govitecan
Handelsname Trodelvy®
Pharm. Unternehmer Gilead Sciences GmbH
G-BA Vorgangsnummer D-965
ATC-Code L01FX17 Andere monoklonale Antikörper und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (L01FX)
ICD-10 Codes (AIS) C50.0Bösartige Neubildung: Brustwarze und Warzenhof, C50.1Bösartige Neubildung: Zentraler Drüsenkörper der Brustdrüse, C50.2Bösartige Neubildung: Oberer innerer Quadrant der Brustdrüse, C50.3Bösartige Neubildung: Unterer innerer Quadrant der Brustdrüse, C50.4Bösartige Neubildung: Oberer äußerer Quadrant der Brustdrüse, C50.5Bösartige Neubildung: Unterer äußerer Quadrant der Brustdrüse, C50.6Bösartige Neubildung: Recessus axillaris der Brustdrüse, C50.8Bösartige Neubildung: Brustdrüse, mehrere Teilbereiche überlappend, C50.9Bösartige Neubildung: Brustdrüse, nicht näher bezeichnet
Alpha-ID Codes (AIS) I102868Bösartige Neubildung der äußeren 2 Quadranten der Brustdrüse, I102970Bösartige Neubildung des oberen inneren Quadranten der Brustdrüse, I102971Bösartige Neubildung des unteren inneren Quadranten der Brustdrüse, I102972Bösartige Neubildung des oberen äußeren Quadranten der Brustdrüse, I102973Bösartige Neubildung des unteren äußeren Quadranten der Brustdrüse, I102998Bösartige Neubildung des zentralen Drüsenkörpers der Brustdrüse, I102999Bösartige Neubildung des Recessus axillaris der Brustdrüse, I111628Bösartige Neubildung der Brustwarze und des Warzenhofes, I18060Metastasierendes Mammakarzinom
Therapeutisches Gebiet Onkologische Erkrankungen Mammakarzinom / Brustkrebs (BC)
Grund des Verfahrens Neues Anwendungsgebiet
Besonderheit ZVT-Änderung Praxisbesonderheit

Anwendungsgebiet des Beschlusses

Trodelvy ist als Monotherapie zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit nicht resezierbarem oder metastasiertem Hormonrezeptor (HR)-positivem, HER2-negativem Mammakarzinom indiziert, die eine Endokrin-basierte Therapie und mindestens zwei zusätzliche systemische Therapien bei fortgeschrittener Erkrankung erhalten haben.

Patientengruppe Indikation ZVT
Erwachsene mit einem nicht resezierbarem oder metastasiertem Hormonrezeptor (HR)-positivem, HER2-negativem Mammakarzinom, die zuvor eine endokrin-basierte Therapie erhalten haben, und mindestens zwei zusätzliche systemische Therapien im fortgeschrittenen Stadium – Capecitabin oder – Eribulin oder – Vinorelbin oder – eine Anthrazyklin- oder Taxan-haltige Therapie (nur für Patientinnen und Patienten, die noch keine Anthrazyklin- und/oder Taxan-haltige Therapie erhalten haben oder die für eine erneute Anthrazyklin- oder Taxan-haltige Behandlung infrage kommen.)

Studien und Ergebnisse

Anzahl Studien
(beste Patientengruppe)
2 (TROPiCS-02, EVER-132-00)
Studiendesign
(beste Patientengruppe)
H2H vs. ZVT
Metaanalyse
(beste Patientengruppe)
nein
ZVT-Änderung 02.08.2023 – Änderung des wissenschaftlichen Standards

  • Klinische Studien
    • Für die Nutzenbewertung legt der pharmazeutische Unternehmer Ergebnisse der offenen, randomisierten, multizentrischen Phase-III-Studie TROPiCS-02 vor.
    • In der Studie TROPiCS-02 wurde Sacituzumab Govitecan mit einer Therapie nach ärztlicher Maßgabe unter Auswahl von Capecitabin, Eribulin, Gemcitabin und Vinorelbin verglichen.
    • Bei der Studie EVER-132-002 handelt es sich um eine noch laufende, offene randomisierte und kontrollierte Studie, in der Sacituzumab Govitecan mit einer Therapie nach ärztlicher Maßgabe unter Auswahl von Capecitabin, Eribulin, Gemcitabin und Vinorelbin verglichen wird.

Erwachsene mit einem nicht resezierbarem oder metastasiertem Hormonrezeptor (HR)-positivem, HER2-negativem Mammakarzinom, die zuvor eine endokrin-basierte Therapie erhalten haben, und mindestens zwei zusätzliche systemische Therapien im fortgeschrittenen Stadium

  • In der Gesamtschau wird für Sacituzumab Govitecan eine deutliche und konsistente Verbesserung in der gesundheitsbezogenen Lebensqualität gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie festgestellt, insbesondere vor dem Hintergrund der ungünstigen Prognose der Patientinnen und Patienten, welche sich im vorliegenden Anwendungsgebiet bereits in einer späten, palliativen Behandlungssituation befinden.
  • Zudem zeigen sich Vorteile im Gesamtüberleben und in der Morbidität. Demgegenüber stehen Nachteile bei den Nebenwirkungen. Im Ergebnis wird für Sacituzumab Govitecan im Vergleich zu Capecitabin oder Eribulin oder Vinorelbin ein beträchtlicher Zusatznutzen festgestellt.
  • Die Aussagesicherheit für den festgestellten Zusatznutzen wird in die Kategorie „Hinweis“ eingestuft.
  • In der Gesamtschau wird ein Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen von Sacituzumab Govitecan gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie festgestellt.
  • Mortalität
    • Das Gesamtüberleben war in beiden Studien TROPiCS-02 und EVER-132-002 als die Zeit zwischen Randomisierung und dem Tod ungeachtet der zugrundeliegenden Todesursache definiert.
    • Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigt sich in der Metaanalyse der Studien ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Sacituzumab Govitecan im Vergleich zu Capecitabin oder Eribulin oder Vinorelbin.
  • Morbidität - Progressionsfreies Überleben (PFS)
    • Das PFS war in beiden Studien der primäre Endpunkt und operationalisiert als die Zeit von Randomisierung bis zur ersten Beobachtung einer objektiven Tumorprogression oder bis zum Tod, je nachdem, welches Ereignis zuerst eintritt.
    • Es zeigt sich ein statistisch signifikant verlängertes PFS zugunsten von Sacituzumab Govitecan gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie.
    • Bei dem Endpunkt PFS handelt es sich um einen kombinierten Endpunkt, der sich aus Endpunkten der Kategorien Mortalität und Morbidität zusammensetzt.
  • Gesundheitsbezogene Lebensqualität
    • Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde in beiden Studien mittels der Funktionsskalen des krebsspezifischen Fragebogens EORTC QLQ-C30 erhoben.
    • Operationalisiert wurde die Erhebung der Lebensqualität als Zeit bis zur ersten Verschlechterung. Hierbei wurde eine Abnahme des Scores um ≥ 10 Punkte im Vergleich zum Studienbeginn als klinisch relevante Verschlechterung angesehen.
    • Für den Endpunkt soziale Funktion liegt kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen vor.
    • Hinsichtlich der Endpunkte globaler Gesundheitsstatus, körperliche Funktion, kognitive Funktion, Rollenfunktion und emotionale Funktion zeigt sich jeweils ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Sacituzumab Govitecan im Vergleich zu Capecitabin, Eribulin und Vinorelbin.
    • Insgesamt liegen in Bezug auf die Lebensqualität ausschließlich positive Effekte für Sacituzumab Govitecan vor.
  • Nebenwirkungen - Unerwünschte Ereignisse (UE) gesamt
    • In beiden Studien traten in allen Studienarmen bei nahezu allen eingeschlossenen Patientinnen und Patienten unerwünschte Ereignisse auf.
  • Gesamtbewertung
    • Für die Bewertung des Zusatznutzens von Sacituzumab Govitecan zur Behandlung des nicht resezierbaren oder metastasiertem Hormonrezeptor (HR)-positiven, HER2-negativen Mammakarzinoms bei Erwachsenen, die eine Endokrin-basierte Therapie und mindestens zwei zusätzliche systemische Therapien bei fortgeschrittener Erkrankung erhalten haben, liegen aus einer Metaanalyse zur relevanten Teilpopulation Ergebnisse zu den Endpunktkategorien Mortalität, Morbidität, gesundheitsbezogene Lebensqualität und Nebenwirkungen vor.
    • Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigt sich in der Metaanalyse der Studien ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Sacituzumab Govitecan im Vergleich zu Capecitabin oder Eribulin oder Vinorelbin.
    • Hinsichtlich der Morbidität wurden in der Metaanalyse die Symptomatik anhand des EORTC-QLQ-C30 und der allgemeine Gesundheitszustand mittels der visuellen Analogskala des EQ-5D patientenberichtet erhoben. Im Ergebnis zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Sacituzumab Govitecan im Vergleich zu Capecitabin, Eribulin oder Vinorelbin für den allgemeinen Gesundheitszustand. Bezüglich der Symptomatik zeigen sich mehr positive als negative Effekte. In der Gesamtbetrachtung der Ergebnisse der Endpunktkategorie Morbidität überwiegen die positiven Effekte, so dass hinsichtlich der Morbidität insgesamt ein Vorteil von Sacituzumab Govitecan im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie abgeleitet wird.
    • In Bezug auf die Lebensqualität liegen für den EORTC QLQ-C30 ausschließlich positive Effekte für Sacituzumab Govitecan gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie vor. Aussagen zur Lebensqualität haben in der vorliegenden palliativen Therapiesituation einen besonders hohen Stellenwert.
    • Für die Endpunktkategorie Nebenwirkungen lässt sich für Sacituzumab Govitecan gegenüber Capecitabin, Eribulin oder Vinorelbin ein Nachteil bei den schweren UE feststellen, sowie im Detail Vor- und Nachteile bei den spezifischen UE. In der Gesamtschau der Nebenwirkungsendpunkte überwiegen die negativen Effekte von Sacituzumab Govitecan.
    • In der Gesamtschau wird für Sacituzumab Govitecan eine deutliche und konsistente Verbesserung in der gesundheitsbezogenen Lebensqualität gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie festgestellt, insbesondere vor dem Hintergrund der ungünstigen Prognose der Patientinnen und Patienten, welche sich im vorliegenden Anwendungsgebiet bereits in einer späten, palliativen Behandlungssituation befinden. Zudem zeigen sich Vorteile im Gesamtüberleben und in der Morbidität. Demgegenüber stehen Nachteile bei den Nebenwirkungen. Im Ergebnis wird für Sacituzumab Govitecan im Vergleich zu Capecitabin oder Eribulin oder Vinorelbin ein beträchtlicher Zusatznutzen festgestellt.

Zugehörige Verfahren

Sacituzumab govitecan (3) Trodelvy® Gilead Sciences GmbH Onkologische Erkrankungen Mammakarzinom, triple-negativ, Erstlinie n.d. laufendes Verfahren
Sacituzumab govitecan (2) Trodelvy® Gilead Sciences GmbH Onkologische Erkrankungen Mammakarzinom, HR+, HER2-, mind. 3 Vortherapien 2.480–8.240 100% Hinweis auf beträchtlicher Zusatznutzen
Sacituzumab govitecan (1) Trodelvy® Gilead Sciences GmbH Onkologische Erkrankungen Mammakarzinom, triple-negativ, mind. 2 Vortherapien 1.150–2.370 100% Hinweis auf erheblicher Zusatznutzen


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