Radium-223-dichlorid (2) – Xofigo®

Prostatakarzinom

Steckbrief

Start des Verfahrens 15.04.2019 – Zulassung: 28.09.2018
Beschluss 17.10.2019
Wirkstoff Radium-223-dichlorid
Handelsname Xofigo®
Pharm. Unternehmer Bayer Vital GmbH
G-BA Vorgangsnummer D-455
ATC-Code V10XX03 Verschiedene Radiotherapeutika (V10XX)
ICD-10 Codes (AIS) C61Bösartige Neubildung der Prostata
Alpha-ID Codes (AIS) I21708Metastasierendes Prostatakarzinom
Therapeutisches Gebiet Onkologische Erkrankungen Prostatakarzinom (PC)
Grund des Verfahrens Neubewertung: §13 (Anforderung G-BA)
Ursprünglicher Beschluss: Radium-223-dichlorid (1) (19.06.2014)
Besonderheit ZVT-Änderung

Anwendungsgebiet des Beschlusses

Xofigo wird als Monotherapie oder in Kombination mit einem LHRH-Analogon (LHRH: Luteinisierendes-Hormon-freisetzendes Hormon) zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC) und symptomatischen Knochenmetastasen ohne bekannte viszerale Metastasen angewendet, bei denen die Erkrankung nach Erhalt von mindestens zwei vorausgehenden systemischen Therapielinien zur Behandlung des mCRPC (außer LHRH-Analoga) fortschreitet, oder für die keine andere verfügbare systemische mCRPC Therapie geeignet ist (siehe Abschnitt 4.4).

Patientengruppe Indikation ZVT
a) Erwachsene Patienten mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC) und symptomatischen Knochenmetastasen ohne bekannte viszerale Metastasen, bei denen die Erkrankung nach Erhalt von mindestens zwei vorausgehenden systemischen Therapielinien zur Behandlung des mCRPC (außer LHRH-Analoga) fortschreitet Patientenindividuelle Therapie unter Berücksichtigung der Vortherapien und unter Auswahl von Abirateron, Enzalutamid, Cabazitaxel und Docetaxel
b) Erwachsene Patienten mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC) und symptomatischen Knochenmetastasen ohne bekannte viszerale Metastasen, für die keine andere verfügbare systemische mCRPC Therapie geeignet ist Best-Supportive-Care (insbesondere adäquate Schmerztherapie, Behandlung mit Bisphosphonaten, Denosumab und/oder Radionukliden)

Studien und Ergebnisse

Anzahl Studien
(beste Patientengruppe)
1 (ALSYMPCA)
Studiendesign
(beste Patientengruppe)
H2H vs. ZVT
Metaanalyse
(beste Patientengruppe)
nein
Grund für Patientengruppenbildung (G-BA) Patienten-Eignung
ZVT-Änderung 04.09.2019 – nach Dossiereinreichung, Stellungnahmeverfahren

  • Klinische Studien
    • Bei der Studie ALSYMPCA handelt es sich um eine doppelblinde, randomisierte, kontrollierte Phase-III-Studie, in welcher Radium-223-dichlorid + BSC mit Placebo + BSC verglichen wurde.

a) Erwachsene Patienten mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC) und symptomatischen Knochenmetastasen ohne bekannte viszerale Metastasen, bei denen die Erkrankung nach Erhalt von mindestens zwei vorausgehenden systemischen Therapielinien zur Behandlung des mCRPC (außer LHRH-Analoga) fortschreitet

  • Für erwachsene Patienten mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC) und symptomatischen Knochenmetastasen ohne bekannte viszerale Metastasen, bei denen die Erkrankung nach Erhalt von mindestens zwei vorausgehenden systemischen Therapielinien zur Behandlung des mCRPC (außer LHRH-Analoga) fortschreitet, ist ein Zusatznutzen nicht belegt.
  • Der Zusatznutzen für Radium-223-dichlorid als Monotherapie oder in Kombination mit einem LHRH-Analogon (LHRH: Luteinisierendes-Hormon-freisetzendes Hormon) zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC) und symptomatischen Knochenmetastasen ohne bekannte viszerale Metastasen, bei denen die Erkrankung nach Erhalt von mindestens zwei vorausgehenden systemischen Therapielinien zur Behandlung des mCRPC (außer LHRH-Analoga) fortschreitet, ist somit nicht belegt.
  • Zur Ableitung des Zusatznutzens hat der pharmazeutische Unternehmer eine retrospektive vergleichende Datenanalyse der Flatiron Health Datenbank vorgelegt.
  • Es wurden Daten zum Gesamtüberleben unter Therapie mit Radium-223-dichlorid im Vergleich zu den Wirkstoffen Abirateron, Cabazitaxel, Docetaxel und Enzalutamid betrachtet.
  • Weiterhin stellte der pharmazeutische Unternehmer Daten zu weiteren Endpunkten der 1-armigen Studien PARABO und REASSURE sowie die Zulassungsstudie ALSYMPCA dar.
  • In der direkt vergleichenden Zulassungsstudie ALSYMPCA wird eine Therapie mit Radium-223-dichlorid mit Best-Supportive-Care verglichen.
  • Somit ist die zweckmäßige Vergleichstherapie nicht umgesetzt.
  • Weiterhin entspricht die in die Studie eingeschlossene Patientenpopulation nicht der vom Anwendungsgebiet umfassten Patientenpopulation, welche mindestens zwei vorherige Therapien erhalten haben.
  • Die Daten der 1-armigen Studien PARABO und REASSURE sowie die retrospektive Datenanalyse der Flatiron Health Datenbank sind ebenfalls nicht zur Ableitung eines Zusatznutzens geeignet.
  • Der pharmazeutische Unternehmer legt im Dossier somit keine Ergebnisse aus direkt vergleichenden Studien gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie oder Studien, die sich für einen adjustierten indirekten Vergleich eignen, vor.
  • Eine Bewertung des Zusatznutzens ist auf Basis der vorgelegten Daten nicht möglich.

b) Erwachsene Patienten mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC) und symptomatischen Knochenmetastasen ohne bekannte viszerale Metastasen, für die keine andere verfügbare systemische mCRPC Therapie geeignet ist

  • Für erwachsene Patienten mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC) und symptomatischen Knochenmetastasen ohne bekannte viszerale Metastasen, für die keine andere verfügbare systemische mCRPC Therapie geeignet ist, ist ein Zusatznutzen nicht belegt.
  • Der Zusatznutzen für Radium-223-dichlorid als Monotherapie oder in Kombination mit einem LHRH-Analogon (LHRH: Luteinisierendes-Hormon-freisetzendes Hormon) zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC) und symptomatischen Knochenmetastasen ohne bekannte viszerale Metastasen, für die keine andere verfügbare systemische mCRPC Therapie geeignet ist, ist somit nicht belegt.
  • Zur Ableitung des Zusatznutzens stellte der pharmazeutische Unternehmer die Ergebnisse der Studie ALSYMPCA dar, welche bereits die Grundlage des Beschlusses des ersten Nutzenbewertungsverfahrens zu Radium-223-dichlorid bildete (Beschluss vom 19. Juni 2014).
  • Durch die Zulassung neuer Wirkstoffe (Abirateron, Cabazitaxel, Enzalutamid) hat sich die Therapiesituation grundlegend verändert.
  • Somit stünden den Patienten der ALSYMPCA-Studie heute weitere Therapieoptionen in der Vortherapie zur Verfügung.
  • Die Ergebnisse der Studie ALSYMPCA sind in der Folge nicht auf die heutige Therapiesituation übertragbar.
  • Der pharmazeutische Unternehmer legt im Dossier somit keine Daten vor, die eine Bewertung des Zusatznutzens ermöglichen.
  • Der pharmazeutische Unternehmer wurde von der EMA mit der Durchführung einer randomisierten, doppelblinden, multizentrischen Phase IV-Studie in der zugelassenen Indikation beauflagt.
  • Diese Studie befindet sich laut Information des pharmazeutischen Unternehmers derzeit noch in der Planung bzw. Abstimmung mit der EMA.

Zugehörige Verfahren

Radium-223-dichlorid (2) Xofigo® Bayer Vital GmbH Onkologische Erkrankungen Prostatakarzinom 3.810–4.560 100% Zusatznutzen nicht belegt
Radium-223-dichlorid (1) Xofigo® Bayer Vital GmbH Onkologische Erkrankungen Prostatakarzinom 0
22.700
78% Hinweis auf beträchtlicher Zusatznutzen aufgehoben


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