Omaveloxolon (1) – Skyclarys®

Friedreich-Ataxie, ≥ 16 Jahre

Steckbrief

Start des Verfahrens 15.03.2024 – Zulassung: 09.02.2024
Beschluss 19.09.2024 aufgehoben
Wirkstoff Omaveloxolon
Handelsname Skyclarys®
Pharm. Unternehmer Dossier: Biogen GmbH
Neuer Inverkehrbringer: BIOGEN DISTRIBUTION SERVICES LIMITED
G-BA Vorgangsnummer D-1049
ATC-Code N07XX25 Andere Mittel für das Nervensystem (N07XX)
ICD-10 Codes (AIS) G11.1Früh beginnende zerebellare Ataxie
Alpha-ID Codes (AIS) I23467Friedreich-Ataxie
ORPHAcodes (AIS) 95Friedreich-Ataxie
Therapeutisches Gebiet Krankheiten des Nervensystems Friedreich-Ataxie Orphan
Grund des Verfahrens Erstbewertung

Anwendungsgebiet des Beschlusses

Skyclarys wird angewendet zur Behandlung der Friedreich-Ataxie bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 16 Jahren.

Patientengruppe Indikation ZVT
Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren mit Friedreich-Ataxie – (Orphan Drug)

Studien und Ergebnisse

Anzahl Studien
(beste Patientengruppe)
1 (MOXIe)
Studiendesign
(beste Patientengruppe)
H2H vs. ZVT
Metaanalyse
(beste Patientengruppe)
nein

  • Klinische Studien
    • Beim Teil 2 der MOXIe-Studie handelt es sich um eine multizentrische, randomisierte, kontrollierte, doppelt-verblindete Studienphase zur Untersuchung der Sicherheit und Wirksamkeit von Omaveloxolon im Vergleich zu Placebo.

Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren mit Friedreich-Ataxie

  • Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen, weil die wissenschaftliche Datengrundlage eine Quantifizierung nicht zulässt.
  • In der Gesamtbewertung der vorliegenden Ergebnisse zu den patientenrelevanten Endpunkten stuft der G-BA daher das Ausmaß des Zusatznutzens von Omaveloxolon zur Behandlung der Friedreich-Ataxie bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 16 Jahren auf Basis der Kriterien in § 5 Absatz 8 i.V.m. § 5 Absatz 7 Satz 1 Nummer 1 bis 4 AM-NutzenV als nicht quantifizierbar ein, weil die wissenschaftliche Datengrundlage eine Quantifizierung nicht zulässt.
  • In der Gesamtschau wird ein Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen von Omaveloxolon zur Behandlung der Friedreich-Ataxie bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 16 Jahren festgestellt, weil die wissenschaftliche Datengrundlage eine Quantifizierung nicht zulässt.
  • Die der Nutzenbewertung zugrundeliegende Studie MOXIe Teil 2 weist ein hohes Verzerrungspotential auf.
  • In der Gesamtbetrachtung wird die Aussagekraft der Nachweise als Anhaltspunkt eingestuft.
  • Mortalität
    • Die Todesfälle wurden im Rahmen der Sicherheitserhebung erfasst. Es traten keine Todesfälle auf.
  • Morbidität - Körperliche Funktionsfähigkeit mittels modified Friedreich Ataxia Rating Scale (mFARS)
    • Die modifizierte Friedreich Ataxia Rating Scale (mFARS) dient der Erfassung der körperlichen Funktionsfähigkeit bei Patientinnen und Patienten mit Friedreich-Ataxie und umfasst vier Domänen (bulbäre Funktion, Koordination der oberen Extremitäten, Koordination der unteren Extremitäten und aufrechte Stabilität). Eine höhere Punktzahl indiziert eine stärkere körperliche Beeinträchtigung.
    • Bezüglich der Auswertungen zur mittleren Veränderung des mFARS zu Woche 48 im Vergleich zur Baseline zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Omaveloxolon im Vergleich zu Placebo. Das 95 %-Konfidenzintervall des Effektmaßes Hedges‘ g liegt dabei nicht vollständig außerhalb des Irrelevanzbereiches von - 0,2 bis 0,2, sodass sich nicht ableiten lässt, dass der Effekt klinisch relevant ist.
  • Morbidität - Allgemeiner Gesundheitszustand mittels Patient Global Impression of Change (PGI-C)
    • Sowohl für die Verschlechterung als auch für die Verbesserung zu Woche 48 zeigen sich keine statistisch signifikanten Unterschiede für Omaveloxolon im Vergleich zu Placebo.
  • Morbidität - Klinischer Gesamteindruck mittels Clinical Global Impression of Change (CGI-C)
    • Die prüfärztliche Einschätzung zur Veränderung des Gesundheitszustandes wird als nicht patientenrelevant erachtet. Grundsätzlich wird im Rahmen der Nutzenbewertung die Selbsteinschätzung der betroffenen Person zu ihrem Gesundheitszustand im Vergleich zu einer Fremdeinschätzung bevorzugt.
  • Morbidität - Aktivitäten des täglichen Lebens mittels Activities of Daily Living (ADL)
    • In diesen zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
  • Morbidität - Feinmotorik der oberen Extremitäten mittels 9-Hole Peg Test (9-HPT)
    • Die feinmotorische Funktionsfähigkeit ist grundsätzlich patientenrelevant im vorliegenden Anwendungsgebiet. Im Dossier werden Daten zur Ausführgeschwindigkeit (reziproker Wert = Pegs/Sekunde) dargestellt. Auswertungen zur für die Bewältigung der Aufgabe benötigten Dauer in Sekunden, die zur Beurteilung der Veränderung der Feinmotorik der oberen Gliedmaßen als relevant für eine inhaltlich sinnvolle und verständliche Interpretation angesehen werden, liegen nicht vor.
  • Morbidität - Funktionsfähigkeit der unteren Extremitäten mittels Timed 25 Foot Walk Test (T25-FWT)
    • Die Gehfähigkeit ist grundsätzlich patientenrelevant im vorliegenden Anwendungsgebiet. Im Dossier werden Daten zur Gehgeschwindigkeit dargestellt. Auswertungen zur für die Bewältigung der Aufgabe benötigten Dauer in Sekunden, die zur Beurteilung der Veränderung der Gehfähigkeit als relevant für eine inhaltlich sinnvolle und verständliche Interpretation angesehen werden, liegen nicht vor.
  • Lebensqualität - Short Form (36)-Gesundheitsfragebogen (SF-36)
    • Für den körperlichen und den psychischen Summenscore des SF-36 zeigen sich jeweils keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen.
  • Nebenwirkungen
    • Für die Gesamtraten der schweren unerwünschten Ereignisse, der schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse (SUE) sowie der unerwünschten Ereignisse, die zum Abbruch der Studienmedikation führten, zeigen sich jeweils keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen. Unerwünschte Ereignisse von besonderem Interesse waren nicht präspezifiziert.
  • Gesamtbewertung
    • Für die Nutzenbewertung von Omaveloxolon zur Behandlung der Friedreich-Ataxie bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 16 Jahren liegen Ergebnisse der randomisierten, doppelblinden Studie MOXIe Teil 2 vor, in der Omaveloxolon gegenüber Placebo verglichen wurde.
    • Im Rahmen der Studie traten in beiden Behandlungsarmen keine Todesfälle auf.
    • In der Kategorie Morbidität zeigt sich ein statistisch signifikanter Vorteil von Omaveloxolon im Vergleich zu Placebo im Endpunkt körperliche Funktionsfähigkeit. Auf Basis von Hedges‘ g lässt sich diesbezüglich nicht ableiten, dass der Effekt klinisch relevant ist.
    • Für die Endpunkte allgemeiner Gesundheitszustand und Aktivitäten des täglichen Lebens zeigt sich jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied.
    • Hinsichtlich der Lebensqualität ergeben sich anhand der vorliegenden Daten weder im körperlichen noch im psychischen Summenscore des SF-36 statistisch signifikante Unterschiede.
    • Auch im Bereich der Nebenwirkungen zeigen sich keine statistisch signifikanten Unterschiede in den Gesamtraten der schweren und schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse sowie der Therapieabbrüche aufgrund von unerwünschten Ereignissen. Unerwünschte Ereignisse von besonderem Interesse waren nicht präspezifiziert.
    • Zusammenfassend lassen sich auf Basis der vorliegenden Daten keine Aussagen zum Ausmaß des Zusatznutzens ableiten.

Zugehörige Verfahren

Omaveloxolon (2) Skyclarys® Biogen GmbH Krankheiten des Nervensystems Friedreich-Ataxie, ≥ 16 Jahre 990 100% Zusatznutzen nicht belegt Orphan (Umsatzgrenze)
Omaveloxolon (1) Skyclarys® Biogen GmbH Krankheiten des Nervensystems Friedreich-Ataxie, ≥ 16 Jahre 0
970
100% Anhaltspunkt für nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen Orphan aufgehoben


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