Niraparib / Abirateronacetat (2) – Akeega®
Prostatakarzinom, metastasiert, hormonsensitiv, BRCA1/2-Mutationen, Kombination mit Prednis(ol)on und Androgendeprivationstherapie
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 15.03.2026 – Zulassung: 06.03.2026 |
|---|---|
| Beschluss | 03.09.2026 |
| Wirkstoff | Niraparib/Abirateronacetat |
| Handelsname | Akeega® |
| Pharm. Unternehmer | Janssen-Cilag GmbH |
| G-BA Vorgangsnummer | D-1314 |
| ATC-Code | n.d. |
| Therapeutisches Gebiet | Onkologische Erkrankungen |
| Grund des Verfahrens | Neues Anwendungsgebiet |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
|
Akeega wird angewendet mit Prednison oder Prednisolon: – zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit metastasiertem hormonsensitivem Prostatakarzinom (metastatic hormone-sensitive prostate cancer, mHSPC) und BRCA1/2-Mutationen (in der Keimbahn und/oder somatisch) in Kombination mit einer Androgendeprivationstherapie (ADT). |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| a) |
Erwachsene Patienten mit neu diagnostiziertem metastasiertem hormonsensitivem Prostatakarzinom (mHSPC) mit BRCA1/2-Mutationen (Keimbahn- und/oder somatisch) und Hochrisikokonstellation |
− die konventionelle Androgendeprivation in Kombination mit Apalutamid oder − die konventionelle Androgendeprivation in Kombination mit Enzalutamid oder − die konventionelle Androgendeprivation in Kombination mit Abirateronacetat und Prednison oder Prednisolon (nur für Patienten mit neu diagnostiziertem Hochrisiko-Prostatakarzinom) oder − die konventionelle Androgendeprivation in Kombination mit Darolutamid und Docetaxel |
| b) |
Erwachsene Patienten mit metastasiertem hormonsensitivem Prostatakarzinom (mHSPC) und BRCA1/2 ‑ Mutationen, die nicht neu diagnostiziert sind und/oder keine Hochrisikokonstellation aufweisen |
− die konventionelle Androgendeprivation in Kombination mit Apalutamid oder − die konventionelle Androgendeprivation in Kombination mit Enzalutamid oder − die konventionelle Androgendeprivation in Kombination mit Abirateronacetat und Prednison oder Prednisolon (nur für Patienten mit neu diagnostiziertem Hochrisiko-Prostatakarzinom) oder − die konventionelle Androgendeprivation in Kombination mit Darolutamid und Docetaxel |
| a) |
Erwachsene Patienten mit neu diagnostiziertem metastasiertem hormonsensitivem Prostatakarzinom (mHSPC) mit BRCA1/2-Mutationen (Keimbahn- und/oder somatisch) und Hochrisikokonstellation |
− die konventionelle Androgendeprivation in Kombination mit Apalutamid oder − die konventionelle Androgendeprivation in Kombination mit Enzalutamid oder − die konventionelle Androgendeprivation in Kombination mit Abirateronacetat und Prednison oder Prednisolon (nur für Patienten mit neu diagnostiziertem Hochrisiko-Prostatakarzinom) oder − die konventionelle Androgendeprivation in Kombination mit Darolutamid und Docetaxel |
| b) |
Erwachsene Patienten mit metastasiertem hormonsensitivem Prostatakarzinom (mHSPC) und BRCA1/2 ‑ Mutationen, die nicht neu diagnostiziert sind und/oder keine Hochrisikokonstellation aufweisen |
− die konventionelle Androgendeprivation in Kombination mit Apalutamid oder − die konventionelle Androgendeprivation in Kombination mit Enzalutamid oder − die konventionelle Androgendeprivation in Kombination mit Abirateronacetat und Prednison oder Prednisolon (nur für Patienten mit neu diagnostiziertem Hochrisiko-Prostatakarzinom) oder − die konventionelle Androgendeprivation in Kombination mit Darolutamid und Docetaxel |
| a) |
Erwachsene Patienten mit neu diagnostiziertem metastasiertem hormonsensitivem Prostatakarzinom (mHSPC) mit BRCA1/2-Mutationen (Keimbahn- und/oder somatisch) und Hochrisikokonstellation |
− die konventionelle Androgendeprivation in Kombination mit Apalutamid oder − die konventionelle Androgendeprivation in Kombination mit Enzalutamid oder − die konventionelle Androgendeprivation in Kombination mit Abirateronacetat und Prednison oder Prednisolon (nur für Patienten mit neu diagnostiziertem Hochrisiko-Prostatakarzinom) oder − die konventionelle Androgendeprivation in Kombination mit Darolutamid und Docetaxel |
| b) |
Erwachsene Patienten mit metastasiertem hormonsensitivem Prostatakarzinom (mHSPC) und BRCA1/2 ‑ Mutationen, die nicht neu diagnostiziert sind und/oder keine Hochrisikokonstellation aufweisen |
− die konventionelle Androgendeprivation in Kombination mit Apalutamid oder − die konventionelle Androgendeprivation in Kombination mit Enzalutamid oder − die konventionelle Androgendeprivation in Kombination mit Abirateronacetat und Prednison oder Prednisolon (nur für Patienten mit neu diagnostiziertem Hochrisiko-Prostatakarzinom) oder − die konventionelle Androgendeprivation in Kombination mit Darolutamid und Docetaxel |
Studien und Ergebnisse
- Klinische Studien
- Bei der Studie AMPLITUDE handelt es sich um eine noch laufende, doppelblinde, randomisierte kontrollierte Phase‑III‑Studie zum Vergleich von Niraparib/Abirateronacetat in Kombination mit Placebo, Prednison und ADT gegenüber der Kombination aus Placebo, Abirateronacetat, Prednison und ADT.
a) Erwachsene Patienten mit neu diagnostiziertem metastasiertem hormonsensitivem Prostatakarzinom (mHSPC) mit BRCA1/2-Mutationen (Keimbahn- und/oder somatisch) und Hochrisikokonstellation
- In der Gesamtbetrachtung stehen der Verbesserung im Morbiditätsendpunkt „Symptomatische Progression“ – die als eine relevante, auf Basis der vorliegenden Daten jedoch nicht mehr als eine geringe Verbesserung gewertet wird – bedeutsame Nachteile bei den Nebenwirkungen gegenüber.
- In einer Abwägungsentscheidung gelangt der G-BA zu dem Ergebnis, dass für Niraparib/Abirateronacetat in Kombination mit Prednison oder Prednisolon und ADT im Vergleich zu Abirateronacetat in Kombination mit Prednison oder Prednisolon und ADT ein Zusatznutzen nicht belegt ist.
- Mortalität
- Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Morbidität - Symptomatische Progression
- Der kombinierte Endpunkt symptomatische Progression war gemäß Protokoll Amendment 4 vom 28.08.2023 definiert als Zeit von der Randomisierung bis zur erstmaligen Dokumentation eines der folgenden Ereignisse: Einsatz einer Strahlentherapie bei skelettalen oder beckenbezogenen Symptomen, Notwendigkeit eines tumorbedingten orthopädisch-chirurgischen Eingriffs, krebsbedingte Morbiditätsereignisse (zum Beispiel: Frakturen [symptomatisch und / oder pathologisch], Rückenmarkskompression, Harnwegsobstruktionen), Beginn einer neuen systemischen Krebstherapie aufgrund von Krebssymptomen, Einsatz anderer krebsbedingter Eingriffe (zum Beispiel Einsetzen einer Nephrostomie, Einsetzen eines Blasenkatheters oder eine Operation bei Tumorsymptomen).
- Zusammenfassend lässt sich eine Verbesserung in dem Endpunkt symptomatische Progression und damit ein Vorteil für Niraparib/Abirateronacetat in Kombination mit Prednison und ADT im Vergleich zu Abirateronacetat in Kombination mit Prednison und ADT feststellen.
- Es verbleiben jedoch Unsicherheiten hinsichtlich der Berücksichtigung der Teilkomponente „Tod jeglicher Ursache“. Unter Berücksichtigung der Gesamtzahl der Ereignisse, der absoluten Differenz zwischen den Behandlungsgruppen und der Ereignisanzahl in den jeweiligen Einzelkomponenten werden die Ergebnisse zu dem Endpunkt symptomatische Progression als eine relevante, auf Basis der vorliegenden Daten jedoch nicht mehr als eine geringe Verbesserung gewertet.
- Diesbezüglich wird für die vorliegende Bewertung die Analyse A2) herangezogen, die einen statistisch signifikanten Vorteil für Niraparib/Abirateronacetat in Kombination mit Prednison und ADT zeigt.
- Ergänzend zeigt sich in der Analyse A1) inklusive der Teilkomponente Tod jeglicher Ursache ein gleichgerichtetes Ergebnis, das allerdings nicht statistisch signifikant ist (Hazard Ratio [95%-KI]; p-Wert: 0,67 [0,39; 1,15]; p-Wert: 0,143).
- Morbidität - Stärkster Schmerz (BPI-SF Item 3), Beeinträchtigung durch Schmerz (BPI-SF Item 9a–g) und Gesundheitszustand (EQ-5D VAS)
- Für die Endpunkte stärkster Schmerz (BPI-SF Item 3), Beeinträchtigung durch Schmerz (BPI-SF Item 9a–g) und Gesundheitszustand, erhoben anhand der VAS des EQ-5D, zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Lebensqualität
- Die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten wird in der Studie AMPLITUDE mittels FACT-P-Gesamtscore erhoben.
- Es zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Insgesamt ergibt sich damit hinsichtlich der gesundheitsbezogenen Lebensqualität weder ein Vorteil noch ein Nachteil für Niraparib/Abirateronacetat in Kombination mit Placebo, Prednison und ADT.
- Nebenwirkungen - Schwerwiegende UE (SUE), schwere UE (CTCAE-Grad ≥ 3)
- Für die Endpunkte Schwerwiegende UE (SUE), schwere UE (CTCAE-Grad ≥ 3) zeigt sich jeweils ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Niraparib/Abirateronacetat in Kombination mit Placebo, Prednison und ADT.
- Nebenwirkungen - Abbruch wegen UEs (≥ 1 Wirkstoffkomponente)
- Für den Endpunkt Abbruch wegen UEs (≥ 1 Wirkstoffkomponente) zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Nebenwirkungen - Anämie und Hypertonie (jeweils schwere UEs)
- Für die Endpunkte Anämie und Hypertonie (jeweils PTs und schwere UEs) zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Niraparib/Abirateronacetat in Kombination mit Placebo, Prednison und ADT.
- Gesamtbewertung
- Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Für den kombinierten Endpunkt „symptomatische Progression“ – der verschiedene, klinisch relevante Ereignisse auf Basis von Symptomen umfasst – lässt sich zusammenfassend eine Verbesserung und damit ein Vorteil für Niraparib/Abirateronacetat in Kombination mit Prednison und ADT im Vergleich zu Abirateronacetat in Kombination mit Prednison und ADT feststellen.
- Es verbleiben jedoch Unsicherheiten hinsichtlich der Berücksichtigung der Teilkomponente „Tod jeglicher Ursache“. Die Ergebnisse zu dem Endpunkt symptomatische Progression werden als eine relevante, jedoch nicht mehr als eine geringe, Verbesserung gewertet.
- Für die gesundheitsbezogene Lebensqualität zeigen sich weder positive noch negative Effekte einer Behandlung mit Niraparib/Abirateronacetat in Kombination mit Prednison und ADT.
- Bei den Nebenwirkungen ist ein bedeutsamer Nachteil für die Behandlung mit Niraparib/Abirateronacetat in Kombination mit Prednison und ADT festzustellen, dem eine deutliche Zunahme von SUE und schweren UE (CTCAE-Grad ≥ 3) zugrunde liegt.
- Hinsichtlich der spezifischen UE zeigen sich im Detail eine deutliche Zunahme bei schweren Anämien und schweren Hypertonien.
- In der Gesamtbetrachtung stehen der Verbesserung im Morbiditätsendpunkt „Symptomatische Progression“ bedeutsame Nachteile bei den Nebenwirkungen gegenüber.
- In einer Abwägungsentscheidung gelangt der G-BA zu dem Ergebnis, dass für Niraparib/Abirateronacetat in Kombination mit Prednison oder Prednisolon und ADT im Vergleich zu Abirateronacetat in Kombination mit Prednison oder Prednisolon und ADT ein Zusatznutzen nicht belegt ist.
b) Erwachsene Patienten mit metastasiertem hormonsensitivem Prostatakarzinom (mHSPC) und BRCA1/2‑Mutationen, die nicht neu diagnostiziert sind und/oder keine Hochrisikokonstellation aufweisen
- Für die Gruppe der Patienten mit metastasiertem hormonsensitivem Prostatakarzinom (mHSPC) und BRCA1/2 Mutationen, die nicht neu diagnostiziert sind und/oder keine Hochrisikokonstellation aufweisen, liegen keine Daten vor.
- Somit ist ein Zusatznutzen für Niraparib/Abirateronacetat in Kombination mit Prednison oder Prednisolon und ADT nicht belegt.
Zugehörige Verfahren
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