Mirvetuximab-Soravtansin (1) – Elahere®
Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom oder primäres Peritonealkarzinom, FRα-positiv, platinresistent, nach 1 bis 3 Vortherapien
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 15.12.2024 – Zulassung: 14.11.2024 |
|---|---|
| Beschluss | 05.06.2025 aufgehoben |
| Wirkstoff | Mirvetuximab-Soravtansin |
| Handelsname | Elahere® |
| Pharm. Unternehmer | AbbVie Deutschland GmbH |
| G-BA Vorgangsnummer | D-1131 |
| ATC-Code | L01FX26 Andere monoklonale Antikörper und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (L01FX) |
| ICD-10 Codes (AIS) | C48.0Bösartige Neubildung: Retroperitoneum, C48.1Bösartige Neubildung: Näher bezeichnete Teile des Peritoneums, C48.2Bösartige Neubildung: Peritoneum, nicht näher bezeichnet, C48.8Bösartige Neubildung: Retroperitoneum und Peritoneum, mehrere Teilbereiche überlappend, C56Bösartige Neubildung des Ovars, C57.0Bösartige Neubildung: Tuba uterina (Falloppio), C57.1Bösartige Neubildung: Lig. latum uteri, C57.2Bösartige Neubildung: Lig. teres uteri, C57.3Bösartige Neubildung: Parametrium, C57.4Bösartige Neubildung: Uterine Adnexe, nicht näher bezeichnet |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I105561Bösartige Neubildung des parietalen Peritoneums, I127389Primäres Peritonealkarzinom, I12785Bösartige Neubildung des Retroperitoneums, I20716Ovarialkarzinom, I30230Eileiterkarzinom, I30231Bösartige Neubildung des Ligamentum latum uteri, I30234Bösartige Neubildung des Ligamentum teres uteri, I30237Bösartige Neubildung des Parametriums, I30243Bösartige Neubildung der Uterusadnexe |
| ORPHAcodes (AIS) | 168829Primäres Peritonealkarzinom, 213500Ovarialkarzinom, |
| Therapeutisches Gebiet | Onkologische Erkrankungen Ovarialkarzinom / Eileiterkarzinom / Peritonealkarzinom Orphan |
| Grund des Verfahrens | Erstbewertung |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
|
ELAHERE als Monotherapie ist indiziert zur Behandlung von erwachsenen Patientinnen mit Folatrezeptor-alpha (FRα)-positivem, platinresistentem, high-grade serösem epithelialem Ovarial-, Tuben- oder primärem Peritonealkarzinom, die zuvor ein bis drei systemische Behandlungslinien erhalten haben |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| Erwachsene Patientinnen mit FR-α positivem Platin-resistentem high-grade serösem epithelialem Karzinom der Ovarien, der Tuben oder mit primärem Peritonealkarzinom, die bereits 1 bis 3 vorherige Therapien erhalten haben | – (Orphan Drug) |
Studien und Ergebnisse
|
Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
2 (MIRASOL , FORWARD 1) |
|---|---|
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Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
H2H vs. ZVT |
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Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
ja |
Erwachsene Patientinnen mit FR-α positivem Platin-resistentem high-grade serösem epithelialem Karzinom der Ovarien, der Tuben oder mit primärem Peritonealkarzinom, die bereits 1 bis 3 vorherige Therapien erhalten haben
- In der Gesamtschau stellt der G-BA aufgrund von relevanten Vorteilen im Gesamtüberleben und deutlichen Vorteilen bei den Nebenwirkungen einen beträchtlichen Zusatznutzen von Mirvetuximab Soravtansin für Patientinnen mit FR-α positivem Platin-resistentem high-grade serösem epithelialem Karzinom der Ovarien, der Tuben oder mit primärem Peritonealkarzinom, die bereits 1 bis 3 vorherige Therapien erhalten haben, fest.
- Die Aussagekraft der Nachweise für den festgestellten Zusatznutzen wird insgesamt in die Kategorie „Hinweis“ eingestuft.
- Mortalität
- Das Gesamtüberleben ist in den Studie MIRASOL und FORWARD 1 operationalisiert als Zeit von der Randomisierung bis zum Tod jeglicher Ursache.
- Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigt sich in der Studie MIRASOL und in der Meta-Analyse ein statistisch signifikanter Vorteil zugunsten von Mirvetuximab Soravtansin.
- Das Ausmaß der erzielten Verlängerung im Gesamtüberleben wird als eine relevante Verbesserung bewertet.
- Morbidität - Progressionsfreies Überleben (PFS)
- Das progressionsfreie Überleben (PFS) wurde in den Studien MIRASOL und FORWARD 1 operationalisiert als Zeit von der Randomisierung bis zum Zeitpunkt der radiologischen Krankheitsprogression oder bis zum Tod aus jeglichem Grund, je nachdem, was zuerst eintrat.
- Für den Endpunkt PFS zeigt sich sowohl in der Studie MIRASOL als auch in der Metaanalyse ein statistisch signifikanter Vorteil zugunsten von Mirvetuximab Soravtansin.
- Bei dem Endpunkt PFS handelt es sich um einen kombinierten Endpunkt, der sich aus Endpunkten der Kategorien Mortalität und Morbidität zusammensetzt.
- Unter Berücksichtigung der oben genannten Aspekte bestehen hinsichtlich der Patientenrelevanz des Endpunktes PFS unterschiedliche Auffassungen innerhalb des G-BA. Die Gesamtaussage zum Zusatznutzen bleibt davon unberührt.
- Morbidität - Symptomatik
- Die Rücklaufquoten liegen bereits ab Woche 8/9 und somit zur ersten Erhebung nach Baseline für alle Instrumente bei < 70 %.
- Gesundheitsbezogene Lebensqualität - EORTC QLQ-C30 und EORTC QLQ-OV28
- Die Rücklaufquoten liegen bei < 70 % und sind für die Nutzenbewertung somit nicht geeignet (detaillierte Darstellung im Abschnitt zur Symptomatik).
- Nebenwirkungen - Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE), Schwere UE (CTCAE-Grad 3 oder 4) und Therapieabbrüche aufgrund von unerwünschten Ereignissen
- Für die Endpunkte SUE, schwere UE und Therapieabbrüche aufgrund von UE zeigen sich statistisch signifikante Unterschiede zum Vorteil von Mirvetuximab Soravtansin.
- Insgesamt zeigt sich in der Endpunktkategorie Nebenwirkungen ein deutlicher Vorteil von Mirvetuximab Soravtansin im Vergleich zur Therapie nach ärztlicher Maßgabe unter Auswahl von Paclitaxel, pegyliertem liposomalem Doxorubicin und Topotecan.
- Nebenwirkungen - Spezifische unerwünschte Ereignisse
- Im Detail zeigen sich bei den schweren UEs (mit einer Inzidenz ≥ 5 % in mind. einem Studienarm) statistisch signifikante Vorteile im Interventionsarm bei „Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems, SOC“ (Studien MIRASOL und FORWARD 1 sowie Metaanalyse), Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort, SOC“ (Studien MIRASOL und FORWARD 1 sowie Metaanalyse), „Untersuchungen, SOC“ (Studie MIRASOL und Metaanalyse), „Anämie, PT“ (Studie MIRASOL und Metaanalyse), „Neutropenie, PT“ (Studie MIRASOL und Metaanalyse), „Thrombozytopenie, PT“ (Studie MIRASOL) sowie „Ermüdung, PT“ (Studie MIRASOL und Meta-Analyse).
- Bei den SUE (mit einer Inzidenz ≥ 5 % in mind. einem Studienarm) zeigt sich ein statistisch signifikanter Vorteil im Interventionsarm bei „Dünndarmobstruktion, PT“ (Studie MIRASOL und Metaanalyse) und „Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes, SOC“ (Metaanalyse).
- Bei den UE von besonderem Interesse zeigen sich statistisch signifikante Nachteile im Interventionsarm bei „Pneumonitis, UE unabhängig vom Schweregrad“ (Studie MIRASOL) und „Periphere Neuropathie, UE unabhängig vom Schweregrad“ (Studie MIRASOL und Metaanalyse) sowie bei den folgenden PT für „Augenerkrankung“ „Katarakt, UE unabhängig vom Schweregrad“ (Studie MIRASOL und Metaanalyse), „Trockenes Auge, UE unabhängig vom Schweregrad“ (Studien MIRASOL und FORWARD 1 sowie Metaanalyse), „Augenschmerzen, UE unabhängig vom Schweregrad“ (Studie MIRASOL und Metaanalyse), „Keratopathie, UE unabhängig vom Schweregrad“ (Metaanalyse), „Photophobie, UE unabhängig vom Schweregrad“ (Studie MIRASOL und Metaanalyse), „Sehen verschwommen, UE unabhängig vom Schweregrad“ (Studien MIRASOL und FORWARD 1 sowie Metaanalyse) und „Sehschärfe vermindert, UE unabhängig vom Schweregrad“ (Metaanalyse).
- Gesamtbewertung
- Für die Nutzenbewertung liegen Ergebnisse zu Mortalität, Morbidität, Lebensqualität und Nebenwirkungen aus den offenen, randomisierten, kontrollierten Phase-III-Studien MIRASOL und FORWARD 1 sowie der Metaanalyse dieser beiden Studien zum Vergleich von Mirvetuximab Soravtansin gegenüber einer Therapie nach ärztlicher Maßgabe unter Auswahl von Paclitaxel, pegyliertem liposomalem Doxorubicin und Topotecan vor.
- Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigt sich in der Studie MIRASOL und in der Meta-Analyse ein statistisch signifikanter Vorteil zugunsten von Mirvetuximab Soravtansin. Das Ausmaß der erzielten Verlängerung im Gesamtüberleben wird als eine relevante Verbesserung bewertet.
- Hinsichtlich der Morbidität und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität liegen keine bewertbaren Daten vor.
- Für die Endpunktkategorie Nebenwirkungen liegen statistisch signifikante Vorteile bei den SUE, schweren UE und Therapieabbrüchen aufgrund von UE vor, welche als deutliche Verbesserung bewertet werden. Im Detail zeigen sich Vor- und Nachteile bei spezifischen UE.
- In der Gesamtschau stellt der G-BA aufgrund von relevanten Vorteilen im Gesamtüberleben und deutlichen Vorteilen bei den Nebenwirkungen einen beträchtlichen Zusatznutzen von Mirvetuximab Soravtansin fest.
Zugehörige Verfahren
| Mirvetuximab-Soravtansin (2) | Elahere® | AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG | Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom oder primäres Peritonealkarzinom, FRα-positiv, platinresistent, nach 1 bis 3 Vortherapien | 630–1.300 | 100% Hinweis auf beträchtlicher Zusatznutzen Orphan (Umsatzgrenze) | |
| Mirvetuximab-Soravtansin (1) | Elahere® | AbbVie Deutschland GmbH | Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom oder primäres Peritonealkarzinom, FRα-positiv, platinresistent, nach 1 bis 3 Vortherapien |
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630–1.300 |
100% Hinweis auf beträchtlicher Zusatznutzen Orphan aufgehoben |
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