Ixazomib (2) – Ninlaro®

Multiples Myelom, mind. 1 Vortherapie, Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason

Steckbrief

Start des Verfahrens 01.11.2021 – Zulassung: 21.11.2016
Beschluss 21.04.2021
Wirkstoff Ixazomib
Handelsname Ninlaro®
Pharm. Unternehmer Takeda GmbH
G-BA Vorgangsnummer D-753
ATC-Code L01XG03 Proteasom-Inhibitoren (L01XG)
ICD-10 Codes (AIS) C90.00Multiples Myelom: Ohne Angabe einer kompletten Remission, C90.01Multiples Myelom: In kompletter Remission
Alpha-ID Codes (AIS) I21328Multiples Myelom, I31059Multiples Myelom in kompletter Remission
ORPHAcodes (AIS) 29073Multiples Myelom,
DDD Tagesdosis 0.43 mg oral
Therapeutisches Gebiet Onkologische Erkrankungen Multiples Myelom (MM) Orphan
Grund des Verfahrens Neubewertung: Ablauf Befristung
Ursprünglicher Beschluss: Ixazomib (1) (06.07.2017)
Regulatorischer Status Bedingte Zulassung (CMA)

Anwendungsgebiet des Beschlusses

NINLARO ist in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason für die Behandlung des multiplen Myeloms bei erwachsenen Patienten indiziert, die mindestens eine vorausgegangene Therapie erhalten haben.

Patientengruppe Indikation ZVT
Erwachsene mit multiplem Myelom, die mindestens eine vorausgegangene Therapie erhalten haben – (Orphan Drug)

Studien und Ergebnisse

Anzahl Studien
(beste Patientengruppe)
1 (C16010)
Studiendesign
(beste Patientengruppe)
H2H vs. ZVT
Metaanalyse
(beste Patientengruppe)
nein

  • Klinische Studien
    • Bei dieser Studie handelt es sich um eine randomisierte, kontrollierte, doppelblinde, multizentrische Phase-III-Studie, in der Ixazomib in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason (Ixazomib / LenDex) gegenüber Lenalidomid und Dexamethason (LenDex) verglichen wird.

erwachsene Patienten mit multiplem Myelom, die mindestens eine vorausgegangene Therapie erhalten haben

  • Anhaltpunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen, weil die wissenschaftliche Datengrundlage eine Quantifizierung nicht zulässt
  • Es kann in Bezug auf die Aussagesicherheit ein Anhaltspunkt abgeleitet werden.
  • Im Ergebnis wird das Ausmaß des Zusatznutzen als nicht quantifizierbar eingestuft, weil die wissenschaftliche Datengrundlage eine Quantifizierung nicht zulässt.
  • Mortalität
    • Das Gesamtüberleben ist in der Studie C16010 als die Zeit ab der Randomisierung bis zum Tod jeglicher Ursache definiert.
    • Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigt sich bezogen auf die Gesamtpopulation der Studie kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
    • Es liegt eine Effektmodifikation durch das Merkmal „Vortherapie mit Bortezomib“ für das Gesamtüberleben vor. Demnach ergibt sich für Patientinnen und Patienten ohne vorangegangene Bortezomib-Therapie ein statistisch signifikanter Effekt zugunsten von Ixazomib / LenDex.
    • Für Patientinnen und Patienten mit vorausgegangener Therapie mit Bortezomib zeigt sich hingegen kein signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
    • Aus diesen Gründen wird die beobachtete Effektmodifikation durch das Merkmal „Bortezomib-Vortherapie“ als nicht hinreichend angesehen, um entsprechend getrennte Aussagen zum Zusatznutzen in der Gesamtbewertung abzuleiten.
  • Morbidität - Progressionsfreies Überleben
    • Das progressionsfreie Überleben (PFS) stellt den primären Endpunkt der Studie C16010 dar. Das PFS wurde definiert als Zeit von der Randomisierung bis zum Zeitpunkt der ersten dokumentierten Krankheitsprogression (Definition gemäß der International Myeloma Working Group, IMWG) oder dem Tod des Patienten ungeachtet der Todesursache – je nachdem welches Ereignis früher eintrat.
    • Es zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
  • Morbidität - Schmerz (BPI-SF)
    • Die Selbsteinschätzung von Schmerz wurde mittels Brief Pain Inventory-Short Form (BPI-SF) erfasst und wurde bis zum Eintritt eines Progresses oder Tod oder Studienabbruch erhoben.
    • Es zeigen sich weder in den 4 Items der Domäne Schmerzintensität noch im Score über die 7 Items der Domäne Schmerzinterferenz (9A-9G) statistisch signifikante Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Morbidität - Symptomatik (EORTC QLQ-C30 / EORTC QLQ-MY20)
    • Die Krankheitssymptomatik wurde in der C16010-Studie anhand des krebsspezifischen Fragebogens EORTC QLQ-C30 und des myelomspezifischen Zusatzmoduls EORTC QLQ-MY20 bis zum Eintritt eines Krankheitsprogresses erhoben.
    • Bei der Analyse zur „Zeit bis zur 1. Verschlechterung“ um ≥ 10 Punkte zeigte sich nur für die Domäne „Appetitverlust“ ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Ixazomib/LenDex gegenüber Len/Dex.
    • Allein hierauf basierend kann in der Gesamtbetrachtung der Ergebnisse für die Symptomatik kein Vorteil abgeleitet werden.
    • Hinsichtlich der Symptomatik liegen somit keine relevanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen vor.
  • Morbidität - Allgemeiner Gesundheitszustand (EQ-5D VAS)
    • Der Gesundheitszustand wird in der C16010-Studie mittels der visuellen Analogskala (VAS) des EQ-5D über den Krankheitsprogress hinaus bis zum Tod oder bis zum Studienende erhoben.
    • Für diese Auswertung konnte kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen identifiziert werden.
  • Gesundheitsbezogene Lebensqualität
    • Die Erfassung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität wurde in der Studie C16010 anhand der Funktionsskalen und der Skala zum globalen Gesundheitsstatus des krebsspezifischen Fragebogens EORTC QLQ-C30 und des myelomspezifischen Zusatzmoduls EORTC QLQ-MY20 bis zum Eintritt eines Krankheitsprogresses durchgeführt.
    • Bei den Analysen zur „Zeit bis zur 1. Verschlechterung“ um ≥ 10 Punkte zeigten sich für die Domäne „Globaler Gesundheitsstatus / Globale Lebensqualität“ ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Ixazomib/LenDex gegenüber Len/Dex und für die Domäne „Zukunftsperspektive“ ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Ixazomib/LenDex gegenüber Len/Dex.
    • In der Gesamtbetrachtung der Ergebnisse wird für die gesundheitsbezogene Lebensqualität insgesamt kein relevanter Unterschied festgestellt.
  • Nebenwirkungen - Unerwünschte Ereignisse (UE), gesamt
    • In der Studie C16010 trat bei nahezu allen randomisierten Patientinnen und Patienten, mindestens ein unerwünschtes Ereignis auf.
  • Nebenwirkungen - Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE), schwere UE (CTCAE-Grad ≥ 3), Abbruch wegen UE
    • Für die Endpunkte schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE), schwere UE (CTCAE-Grad ≥ 3) und Abbruch wegen UE liegt jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen vor.
    • Bei den schweren UE zeigen sich im Detail bei den Erkrankungen der Nieren und Harnwege (SOC) ein Vorteil sowie bei den Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes (SOC) ein Nachteil für Ixazomib / LenDex gegenüber LenDex.
  • Fazit zu Nebenwirkungen
    • In der Gesamtschau der Ergebnisse zu den Nebenwirkungen ergeben sich keine für die Nutzenbewertung relevanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen.
  • Gesamtbewertung / Fazit
    • Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
    • Für die Endpunkte der Kategorie Morbidität ergeben sich in der Gesamtbetrachtung der Ergebnisse hinsichtlich der Symptomatik (erhoben mittels EORTC QLQ-C30 sowie EORTC QLQ-MY20), hinsichtlich des allgemeinen Gesundheitszustands (erhoben mittels EQ-5D VAS) und hinsichtlich des Schmerzes (BPI-SF) keine relevanten Unterschiede zwischen einer Behandlung mit Ixazomib in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason und einer Behandlung mit Lenalidomid in Kombination mit Dexamethason.
    • Für die gesundheitsbezogene Lebensqualität (erhoben mittels EORTC QLQ-C30 sowie EORTC QLQ-MY20) ergeben sich in der Gesamtbetrachtung der Ergebnisse ebenfalls keine relevanten Unterschiede.
    • In der Gesamtschau der Ergebnisse zu den Nebenwirkungen ergeben sich keine für die Nutzenbewertung relevanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen.
    • Im Ergebnis wird das Ausmaß des Zusatznutzen als nicht quantifizierbar eingestuft, weil die wissenschaftliche Datengrundlage eine Quantifizierung nicht zulässt.

Zugehörige Verfahren

Ixazomib (2) Ninlaro® Takeda GmbH Onkologische Erkrankungen Multiples Myelom, mind. 1 Vortherapie, Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason 4.700–7.000 100% Anhaltspunkt für nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen Orphan
Ixazomib (1) Ninlaro® Takeda GmbH Onkologische Erkrankungen Multiples Myelom, mind. 1 Vortherapie, Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason 0
4.700–7.000
100% nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen Orphan aufgehoben


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