Idebenon (1) – Raxone®
Lebersche hereditäre Optikusneuropathie
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 01.10.2015 – Zulassung: 08.09.2015 |
|---|---|
| Beschluss | 17.03.2016 aufgehoben |
| Befristung bis | 01.09.2020 |
| Wirkstoff | Idebenon |
| Handelsname | Raxone® |
| Pharm. Unternehmer |
Dossier: Santhera Pharmaceuticals
Neuer Inverkehrbringer: Chiesi GmbH |
| G-BA Vorgangsnummer | D-191 |
| ATC-Code | S01XA43 Andere Ophthalmika (S01XA) |
| ICD-10 Codes (AIS) | H47.2Optikusatrophie |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I117877Hereditäre Leber-Optikusneuropathie |
| ORPHAcodes (AIS) | 104Hereditäre Leber-Optikusneuropathie |
| DDD Tagesdosis | 0.9 g oral |
| Therapeutisches Gebiet | Augenerkrankungen Lebersche hereditäre Optikusneuropathie (LHON) Orphan |
| Grund des Verfahrens |
Erstbewertung
Aufgehoben durch: Idebenon (2) (15.09.2022) |
| Regulatorischer Status | Außergewöhnliche Umstände (EC) |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
|
Idebenon (Raxone®) wird zur Behandlung von Sehstörungen bei jugendlichen und erwachsenen Patienten mit Leberscher Hereditärer Optikusneuropathie (LHON) angewendet. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| Jugendliche und erwachsene Patienten mit Leberscher Hereditärer Optikusneuropathie (LHON) | – (Orphan Drug) |
Studien und Ergebnisse
|
Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
1 (RHODOS) |
|---|---|
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Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
H2H vs. ZVT |
|
Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
nein |
- Klinische Studien
- Bei der RHODOS Studie handelt es sich um eine multizentrische, doppelblinde, randomisierte Placebo-kontrollierte parallele Phase-II-Studie, in die insgesamt 85 Patienten im Alter von 14 bis 65 Jahren mit Leberscher Hereditärer Optikusneuropathie (LHON) im Verhältnis 2:1 eingeschlossen wurden.
- In der Studie wurde die Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit von Idebenon gegenüber Placebo untersucht.
a) Jugendliche und erwachsene Patienten mit Leberscher Hereditärer Optikusneuropathie (LHON)
- Der G-BA stuft das Ausmaß des Zusatznutzens von Idebenon auf Basis der Kriterien in § 5 Absatz 7 der AM NutzenV unter Berücksichtigung des Schweregrades der Erkrankung und des therapeutischen Ziels bei der Behandlung der Erkrankung als nicht quantifizierbar ein.
- Ein Zusatznutzen liegt vor, ist aber nicht quantifizierbar, weil die wissenschaftliche Datengrundlage dies nicht zulässt.
- Entscheidungsrelevant ist in der vorliegenden Indikation, dass ein Vorteil hinsichtlich patientenrelevanter Endpunkte von Idebenon gegenüber Placebo nicht gezeigt werden konnte, so dass eine Quantifizierung des Zusatznutzens nicht möglich ist.
- Mortalität
- In der Studie RHODOS wurden keine Todesfälle beobachtet.
- Zusammengenommen kann hinsichtlich der Mortalität aufgrund der vorliegenden Ergebnisse keine Aussage zum Ausmaß des Zusatznutzens hergeleitet werden.
- Morbidität - Beste Verbesserung der Sehschärfe nach 24 Wochen
- Die „beste Verbesserung der Sehschärfe nach 24 Wochen“, primärer Endpunkt der Studie RHODOS, war definiert als die beste Verbesserung der Sehschärfe in jeweils einem Auge der Patienten, gemessen an der Veränderung in logMAR zwischen Studienbeginn und Woche 24.
- Hinsichtlich des Endpunktes Beste Verbesserung der Sehschärfe nach 24 Wochen wurde kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Studienarmen festgestellt.
- Morbidität - Veränderung der besten Sehschärfe nach 24 Wochen
- Die „Veränderung der besten Sehschärfe nach 24 Wochen“ war definiert die Sehschärfe des besten Auges zu Woche 24 im Vergleich zur Sehschärfe des besten Auges zu Studienbeginn.
- Hinsichtlich des Endpunktes Veränderung der besten Sehschärfe nach 24 Wochen wurde kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Studienarmen festgestellt.
- Morbidität - Veränderung der Sehschärfe des besten Auges (zu Studienbeginn) nach 24 Wochen
- Die Veränderung der Sehschärfe des besten Auges nach 24 Wochen war definiert als die Veränderung desjenigen Auges, welches zu Studienbeginn die beste Sehschärfe aufwies, gemessen in Woche 24.
- Hinsichtlich des Endpunktes Veränderung der Sehschärfe des besten Auges nach 24 Wochen wurde kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Studienarmen festgestellt.
- Insgesamt ist es bezogen auf die Sehschärfeendpunkte fraglich, inwieweit die Erfassung der Sehschärfe im Anwendungsgebiet die Symptome der Erkrankung umfassend abbildet.
- Morbidität - Veränderung der Farbkontrastsensitivität nach 24 Wochen
- Bei diesem Endpunkt wurde die Farbkontrastsensitivität für die Farben Rot-Grün (Protan) und Gelb-Blau (Tritan) erfasst, jedoch nur in einem Studienzentrum, so dass lediglich Ergebnisse für eine Subgruppe vorliegen.
- Zudem basiert die Analyse auf der Anzahl an Augen. Der Anteil an Patienten mit einer Verbesserung der Farbkontrastsensitivität bleibt unklar.
- Es zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Studienarmen hinsichtlich der Wahrnehmung von Rot-Grün.
- Bezüglich der Wahrnehmung der Farben Gelb-Blau zeigte sich im untersuchten Studienzentrum ein statistisch signifikant vorteiliger Effekt von Idebenon gegenüber Placebo. Die geschätzte Differenz zwischen den Gruppen betrug -13,63 ± 5,05 (95 % KI: [-23,61;-3,66]; p = 0,008); diese war auf eine Abnahme der Farbkonfusion in der Idebenon- und auf eine entgegengesetzte Veränderung nach 24 Wochen in der Placebo- Gruppe zurückzuführen.
- Zusammengenommen kann hinsichtlich der Morbidität aufgrund der vorliegenden Ergebnisse keine Aussage zum Ausmaß des Zusatznutzens hergeleitet werden.
- Lebensqualität
- Bezüglich der Lebensqualität lagen keine verwertbaren Daten vor.
- Nebenwirkungen
- Hinsichtlich der Nebenwirkungen wurden keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen der Idebenon- und Placebo-behandelten Patientengruppe festgestellt.
- Zusammengenommen kann hinsichtlich der Nebenwirkungen aufgrund der vorliegenden Ergebnisse keine Aussage zum Ausmaß des Zusatznutzens hergeleitet werden.
- Fazit
- In der Gesamtbetrachtung der vorliegenden Ergebnisse kommt der G-BA zu folgender Bewertung des Ausmaßes des Zusatznutzens: ein Zusatznutzen liegt vor, ist aber nicht quantifizierbar, weil die wissenschaftliche Datenlage eine quantifizierbare Aussage zum Ausmaß des Zusatznutzens für patientenrelevante Endpunkte zum derzeitigen Zeitpunkt nicht zulässt.
Zugehörige Verfahren
| Idebenon (2) | Raxone® | Chiesi GmbH | Lebersche hereditärer Optikusneuropathie | 1.400–3.000 | 100% Anhaltspunkt für nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen Orphan | |
| Idebenon (1) | Raxone® | Santhera Pharmaceuticals | Lebersche hereditäre Optikusneuropathie |
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1.500–3.000 |
100% nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen Orphan aufgehoben |
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