Fedratinib (2) – Inrebic®
Myelofibrose
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 01.03.2025 – Zulassung: 08.02.2021 |
|---|---|
| Beschluss | 21.08.2025 |
| Wirkstoff | Fedratinib |
| Handelsname | Inrebic® |
| Pharm. Unternehmer | Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA |
| G-BA Vorgangsnummer | D-1168 |
| ATC-Code | L01EJ02 JAK-Inhibitoren (L01EJ) |
| ICD-10 Codes (AIS) | C94.40Akute Panmyelose mit Myelofibrose: Ohne Angabe einer kompletten Remission, C94.41Akute Panmyelose mit Myelofibrose: In kompletter Remission, C94.60Myelodysplastische und myeloproliferative Krankheit, nicht klassifizierbar: Ohne Angabe einer kompletten Remission, C94.61Myelodysplastische und myeloproliferative Krankheit, nicht klassifizierbar: In kompletter Remission, D47.1Chronische myeloproliferative Krankheit, D47.4Osteomyelofibrose |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I116324Nicht klassifizierbare myelodysplastische Krankheit, I116326Nicht klassifizierbare myelodysplastische Krankheit in kompletter Remission, I18621Myelofibrose, I30544Akute Myelofibrose, I31136Akute Myelofibrose in kompletter Remission, I75744Chronische myeloproliferative Krankheit |
| ORPHAcodes (AIS) | 86843Akute Myelofibrose, |
| Therapeutisches Gebiet | Onkologische Erkrankungen Myelofibrose (MF) Orphan |
| Grund des Verfahrens |
Neubewertung: Ablauf Befristung
Ursprünglicher Beschluss: Fedratinib (1) (02.09.2021) |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
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Inrebic wird angewendet für die Behandlung krankheitsbedingter Splenomegalie oder Symptome bei erwachsenen Patienten mit primärer Myelofibrose, Post-Polycythaemia Vera-Myelofibrose oder Post-Essentielle Thrombozythämie-Myelofibrose, die nicht mit einem Janus-assoziierten Kinase (JAK)-Inhibitor vorbehandelt sind oder die mit Ruxolitinib behandelt wurden. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| b) | Erwachsene mit primärer Myelofibrose, Post-Polycythaemia Vera-Myelofibrose oder Post-Essentielle Thrombozythämie-Myelofibrose, die mit Ruxolitinib behandelt wurden, zur Behandlung krankheitsbedingter Splenomegalie oder Symptome | – (Orphan Drug) |
Studien und Ergebnisse
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Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
1 (FREEDOM2 z) |
|---|---|
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Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
H2H vs. ZVT |
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Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
nein |
b) Erwachsene mit primärer Myelofibrose, Post-Polycythaemia Vera-Myelofibrose oder Post-Essentielle Thrombozythämie-Myelofibrose, die mit Ruxolitinib behandelt wurden, zur Behandlung krankheitsbedingter Splenomegalie oder Symptome
- Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen, weil die wissenschaftliche Datengrundlage eine Quantifizierung nicht zulässt.
- Die Aussagesicherheit für den festgestellten Zusatznutzen wird als „Anhaltspunkt“ eingestuft.
- Mortalität
- Der Endpunkt Gesamtüberleben ist als Zeit von der Randomisierung bis zum Tod unabhängig von der Todesursache operationalisiert. Es liegt kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen vor.
- Morbidität - Milzansprechen mittels MRT/CT
- In der Studie FREEDOM2 stellte das Milzansprechen den primären Endpunkt dar. Die Milzansprechrate war definiert als der Anteil Personen mit einer Milzvolumenreduktion um ≥ 35 %, gemessen mittels Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT), zu Woche 24 im Vergleich zu Baseline. Es zeigte sich ein signifikanter Vorteil für den Fedratinib-Arm.
- Morbidität - Fazit des Milzansprechens und des Symptomatikansprechens mittels MFSAF
- Eine langanhaltende Verringerung des pathologisch erhöhten Milzvolumens, verbunden mit einer für die Patientinnen und Patienten spürbaren Abnahme beeinträchtigender Krankheitssymptome, wird als patientenrelevant erachtet. Vorliegend wurde das Milzansprechen mittels bildgebender Verfahren erhoben. In den stetigen Auswertungen für den MFSAF-TSS zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Fedratinib, von dem jedoch keine klinische Relevanz abgeleitet werden kann.
- Im Ergebnis lässt sich für die Symptomatik kein für die Nutzenbewertung relevanter Unterschied ableiten, weshalb das Milzansprechen als primärer Endpunkt der Studie FREEDOM2 nur ergänzend dargestellt wird.
- Lebensqualität
- Die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten wurde in der Studie FREEDOM2 mit dem EORTC QLQ-C30 erhoben. Es wird auf die obigen Ausführungen zum Endpunkt Symptomatik verwiesen.
- Die vorliegenden Daten des EORTC QLQ-C30 sind nicht auswertbar.
- Nebenwirkungen - Unerwünschte Ereignisse (UE) gesamt
- Bei nahezu allen Studienteilnehmern traten UE auf. Die Ergebnisse werden nur ergänzend dargestellt.
- Gesamtbewertung
- Für die erneute Nutzenbewertung nach Fristablauf von Fedratinib für Erwachsene mit primärer Myelofibrose, Post-Polycythaemia Vera-Myelofibrose oder Post-Essentielle Thrombozythämie-Myelofibrose, die mit Ruxolitinib behandelt wurden, liegen Daten aus der Studie FREEDOM2 vor, in der Fedratinib mit Best Available Therapy (BAT) verglichen wurde. Aus dieser Studie liegen Ergebnisse zur Mortalität, zur Morbidität, zur Lebensqualität sowie zu unerwünschten Ereignissen vor.
- Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- In der Endpunktkategorie Morbidität liegen Ergebnisse zum Milzansprechen, zum Symptomansprechen, erhoben mittels MFSAF, sowie zur Symptomatik (EORTC QLQ-C30) und zum Gesundheitszustand (EQ-5D VAS) vor.
- Für das Milzansprechen, erhoben mittels bildgebender Verfahren (MRT/CT), zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Fedratinib. Hinsichtlich des Symptomansprechen mittels MFSAF zeigt sich in den vorliegenden stetigen Auswertungen ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Fedratinib. Eine langanhaltende Verringerung des pathologisch erhöhten Milzvolumens, verbunden mit einer für die Patientinnen und Patienten spürbaren Abnahme beeinträchtigender Krankheitssymptome, wird als patientenrelevant erachtet. Das 95 %-Konfidenzintervall der standardisierten Mittelwertdifferenz (Hedges‘ g) des MFSAF-TSS liegt innerhalb der Irrelevanzschwelle (-0,2 bis 0,2), sodass nicht abgeleitet werden kann, dass der beobachtete Effekt im Symptomansprechen mittels MFSAF klinisch relevant ist. Im Ergebnis lässt sich für die Symptomatik kein relevanter Unterschied feststellen.
- Zur Symptomatik (erhoben mittels EORTC QLQ-C30) und dem Gesundheitszustand (erhoben mittels EQ-5D-VAS) liegen aufgrund eines zu hohen Anteils fehlender Werte keine geeigneten Daten vor. Dies trifft auch auf die Daten zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität (erhoben mittels EORTC QLQ-C30) zu.
- Aus den Daten zur Morbidität lassen sich zusammenfassend keine Aussagen zum Ausmaß des Zusatznutzens ableiten.
- Bei den Nebenwirkungen ergibt sich für die schweren UE (CTCAE-Grad ≥ 3) ein statistisch signifikanter Nachteil für Fedratinib. Für schwerwiegende UE und Abbruch wegen UE liegen keine statistisch signifikanten Unterschiede vor. Im Detail liegen zudem Nachteile für einzelne Unerwünschte Ereignisse von besonderem Interesse vor.
- Für die Endpunktkategorie Nebenwirkungen ist insgesamt ein Nachteil für Fedratinib festzustellen.
- In der Gesamtschau wird für Fedratinib zur Behandlung krankheitsbedingter Splenomegalie oder Symptome bei Erwachsenen mit primärer Myelofibrose, Post-Polycythaemia Vera-Myelofibrose oder Post-Essentielle Thrombozythämie-Myelofibrose, die mit Ruxolitinib behandelt wurden, ein nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen festgestellt, weil die wissenschaftliche Datengrundlage eine Quantifizierung nicht zulässt.
Zugehörige Verfahren
| Fedratinib (2) | Inrebic® | Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA | Myelofibrose | 640–1.710 | 100% Anhaltspunkt für nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen Orphan | |
| Fedratinib (1) | Inrebic® | Celgene GmbH | Myelofibrose |
740–3.590
1.370–5.280 |
100% Anhaltspunkt für nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen Orphan Patientengruppen aufgehoben |
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