Eravacyclin (1) – Xerava®
Komplizierte intraabdominale Infektionen (cIAI)
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 01.08.2022 – Zulassung: 20.09.2018 |
|---|---|
| Beschluss | 19.01.2023 |
| Wirkstoff | Eravacyclin |
| Handelsname | Xerava® |
| Pharm. Unternehmer |
Dossier: PAION Deutschland GmbH
Neuer Inverkehrbringer: Paion Pharma GmbH |
| G-BA Vorgangsnummer | D-859 |
| ATC-Code | J01AA13 Tetracycline (J01AA) |
| ICD-10 Codes (AIS) | K35.2Akute Appendizitis mit generalisierter Peritonitis, K35.30Akute Appendizitis mit lokalisierter Peritonitis ohne Perforation oder Ruptur, K35.31Akute Appendizitis mit lokalisierter Peritonitis mit Perforation oder Ruptur, K35.32Akute Appendizitis mit Peritonealabszess, K57.02Divertikulitis des Dünndarmes mit Perforation und Abszess, ohne Angabe einer Blutung, K57.03Divertikulitis des Dünndarmes mit Perforation, Abszess und Blutung, K57.22Divertikulitis des Dickdarmes mit Perforation und Abszess, ohne Angabe einer Blutung, K57.23Divertikulitis des Dickdarmes mit Perforation, Abszess und Blutung, K57.42Divertikulitis sowohl des Dünndarmes als auch des Dickdarmes mit Perforation und Abszess, ohne Angabe einer Blutung, K57.43Divertikulitis sowohl des Dünndarmes als auch des Dickdarmes mit Perforation, Abszess und Blutung, K57.82Divertikulitis des Darmes, Teil nicht näher bezeichnet, mit Perforation und Abszess, ohne Angabe einer Blutung, K57.83Divertikulitis des Darmes, Teil nicht näher bezeichnet, mit Perforation, Abszess und Blutung, K63.0Darmabszess, K63.1Perforation des Darmes (nichttraumatisch), K65.00Spontane bakterielle Peritonitis (SBP) (akut), K65.09Sonstige und nicht näher bezeichnete akute Peritonitis, K65.8Sonstige Peritonitis, K65.9Peritonitis, nicht näher bezeichnet, K75.0Leberabszess, K80.40Gallengangsstein mit Cholezystitis: Ohne Angabe einer Gallenwegsobstruktion, K81.0Akute Cholezystitis, N73.0Akute Parametritis und Entzündung des Beckenbindegewebes, N73.3Akute Pelveoperitonitis bei der Frau, N73.4Chronische Pelveoperitonitis bei der Frau, N73.5Pelveoperitonitis bei der Frau, nicht näher bezeichnet, O08.0Infektion des Genitaltraktes und des Beckens nach Abort, Extrauteringravidität und Molenschwangerschaft, T81.4Infektion nach einem Eingriff, anderenorts nicht klassifiziert, T85.71Infektion und entzündliche Reaktion durch Katheter zur Peritonealdialyse |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I101573Sepsis durch Katheter zur Peritonealdialyse, I110253Bakterielle Peritonitis, I111055Nichttraumatische Darmperforation, I111356Dickdarmdivertikulitis mit Perforation und Abszess, I115927Akute Appendizitis mit generalisierter Peritonitis, I115929Akute Appendizitis mit lokalisierter Peritonitis, I115932Akute Appendizitis mit lokalisierter Peritonitis nach Perforation, I12405Akute Beckenbindegewebsentzündung, I13646Darmabszess, I17556Leberabszess, I20030Perihepatitis, I21240Peritonitis, I23035Akute Cholezystitis, I5578Akute Appendizitis mit Peritonealabszess, I5800Gallengangsstein mit Cholezystitis, I7256Akute Pelveoperitonitis bei der Frau, I7259Chronische Pelveoperitonitis bei der Frau, I7260Pelveoperitonitis bei der Frau, I7735Infektion der Geschlechtsorgane nach Abort, I87853Dünndarmdivertikulitis mit Perforation, I87924Dickdarmdivertikulitis mit Perforation und Blutung, I87926Dünndarmdivertikulitis mit Perforation mit Blutung, I87976Darmdivertikulitis mit Peritonitis, I88033Darmdivertikulitis mit Peritonitis mit Blutung, I88416Divertikulitis des Dünndarmes und des Dickdarmes mit Peritonitis, I88417Divertikulitis des Dünndarmes und des Dickdarmes mit Peritonitis mit Blutung, I89303Intraabdominaler Abszess nach medizinischen Maßnahmen, I97875Spontane bakterielle Peritonitis |
| DDD Tagesdosis | 0.14 g parenteral |
| Therapeutisches Gebiet | Infektionskrankheiten Antibiotikatherapie, Komplizierte intraabdominelle Infektionen (cIAI) |
| Grund des Verfahrens | Erstbewertung – Reserveantibiotikum |
| Regulatorischer Status | Reserveantibiotikum |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
|
Xerava wird angewendet zur Behandlung komplizierter intraabdominaler Infektionen (cIAI) bei Erwachsenen. Die offiziellen Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von antibakteriellen Wirkstoffen sind zu berücksichtigen. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| Erwachsene mit komplizierten intraabdominalen Infektionen (cIAI) |
Studien und Ergebnisse
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Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
0 (keine Daten vorgelegt) |
|---|---|
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Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
keine Daten vorgelegt |
Erwachsene mit komplizierten intraabdominalen Infektionen (cIAI)
- Der Zusatznutzen gilt als belegt.
- Für das Arzneimittel Xerava mit dem Wirkstoff Eravacyclin wurde mit Beschluss vom 21. April 2022 eine Freistellung von der Verpflichtung zur Vorlage der Nachweise nach § 35a Absatz 1 Satz 3 Nummer 2 und 3 SGB V erteilt, da es sich um ein Reserveantibiotikum i.S.d. § 35a Absatz 1c Satz 1 SGB V handelt.
- Hat der Gemeinsame Bundesausschuss eine Freistellung für ein Reserveantibiotikum nach § 35a Absatz 1c Satz 1 SGB V beschlossen, gilt der Zusatznutzen als belegt; das Ausmaß des Zusatznutzens und seine therapeutische Bedeutung sind vom Gemeinsamen Bundesausschuss nicht zu bewerten.
- Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung
- Die Anforderung, dass Eravacyclin nur dann zur Behandlung von den im Anwendungsgebiet genannten Infektionen angewendet werden darf, wenn nur begrenzte Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, wird im Rahmen der Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung im vorliegenden Beschluss bestimmt, um die strenge Indikationsstellung für alle Anwendungsgebiete gemäß § 35a Absatz 1c SGB V sicherzustellen.
- Die qualifizierte Rücksprache erfolgt entsprechend der Fachexpertise mit einer/einem Fachärztin/Facharzt im Bereich Infektiologie (Innere Medizin und Infektiologie, Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie oder Zusatzbezeichnung Infektiologie) oder, bei Nichtverfügbarkeit, mit einer/einem Fachärztin/Facharzt aus anderen Fachrichtungen, die/der angemessenen Erfahrung in der Behandlung von Infektionskrankheiten mit multiresistenten Erregern haben muss.
- Grundsätzlich ist Eravacyclin nicht im Rahmen einer kalkulierten (empirischen) Therapie anzuwenden. Die strenge Indikationsstellung als Reserveantibiotikums setzt die Kenntnis des Erregers voraus.
- Auch in den genannten Ausnahmefällen ist die Infektion mit einem multiresistenten Erreger der Erregerliste des RKI zumindest wahrscheinlich.
- Sollte sich im Rahmen des Erregernachweises ergeben, dass der Erreger gegen andere Antibiotika (ohne Reservestatus) eine Sensibilität aufweist, ist die Therapie entsprechend zu deeskalieren, um eine nicht notwendige Verwendung des Reserveantibiotikums zu vermeiden.
- Eine empirische Therapie mit Eravacyclin sollte so kurz wie möglich erfolgen.
- Zur Umsetzung der Anforderungen an die qualitätsgesicherte Anwendung ist es notwendig, dass sie in den klinikinternen Regelungen/Prozessen Berücksichtigung finden.
- Für die Integration in die Prozesse ist die jeweilige Arzneimittelkommission zuständig.
- Gemäß § 23 Abs. 4 Infektionsschutzgesetz führt die Behandlungseinrichtung verpflichtend eine Verbrauchs- und Resistenzsurveillance durch, wobei keine Vorgabe der zu verwendenden Systeme besteht.
- Die Systeme ARS, AVS und ARVIA des RKI aggregieren deutschlandweit Daten zu Antibiotikaresistenzen und -Verbrauch. ARS bildet zudem die Grundlage für die Beteiligung Deutschlands an internationalen Surveillancesystemen.
- Aus diesem Grund soll die Teilnahme der Kliniken, in denen Eravacyclin angewendet wird, an diesen Systemen angestrebt werden.
- Sollte bisher keine Teilnahme erfolgen, so ist zumindest für das Reserveantibiotikum Eravacyclin die Meldung der Daten an die genannten Systeme vorzunehmen.
- Hierfür wird eine Übergangsfrist bis 1. Januar 2024 als angemessen angesehen.
- Bis zu einer Teilnahme an den genannten Systemen ist die Verbrauchs- und Resistenzsituation über die bestehenden Systeme zu gewährleisten.
Zugehörige Verfahren
| Eravacyclin (2) | Xerava® | Paion Pharma GmbH | Komplizierte intraabdominale Infektionen (cIAI), ≥ 12 bis < 18 Jahre, ≥ 50 kg | 175–440 | 100% Zusatznutzen gilt als belegt | |
| Eravacyclin (1) | Xerava® | PAION Deutschland GmbH | Komplizierte intraabdominale Infektionen (cIAI) | 2.600–6.600 | 100% Zusatznutzen gilt als belegt |
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