Eliglustat (2) – Cerdelga®

Morbus Gaucher Typ 1, ≥ 6 bis < 18 Jahre, ≥ 15 kg KG

Steckbrief

Start des Verfahrens 01.01.2025 – Zulassung: 06.12.2024
Beschluss 18.06.2025
Wirkstoff Eliglustat
Handelsname Cerdelga®
Pharm. Unternehmer Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
G-BA Vorgangsnummer D-1136
ATC-Code A16AX10 Sonstige Mittel für das alimentäre System und den Stoffwechsel (A16AX)
ICD-10 Codes (AIS) E75.2Sonstige Sphingolipidosen
Alpha-ID Codes (AIS) I118801Gaucher-Krankheit Typ 1
ORPHAcodes (AIS) 77259Gaucher-Krankheit Typ 1
Therapeutisches Gebiet Stoffwechselkrankheiten Morbus Gaucher Typ 1 Orphan
Grund des Verfahrens Neues Anwendungsgebiet

Anwendungsgebiet des Beschlusses

Cerdelga ist für Kinder und Jugendliche mit GD1 bestimmt, im Alter von 6 Jahren und älter mit einem Körpergewicht von mindestens 15 kg, die mit einer Enzymersatztherapie (enzyme replacement therapy, ERT) stabilisiert und CYP2D6 PMs, IMs oder EMs sind.

Patientengruppe Indikation ZVT
Kinder und Jugendliche ab 6 Jahren mit einem Körpergewicht von mindestens 15 kg mit Morbus Gaucher Typ 1 (GD1), die mit einer Enzymersatztherapie stabilisiert und die in Bezug auf Cytochrom-P450 Typ 2D6 (CYP2D6) langsame (PMs), intermediäre (IMs) oder schnelle Metabolisierer (EMs) sind – (Orphan Drug)

Studien und Ergebnisse

Anzahl Studien
(beste Patientengruppe)
1 (ELIKIDS)
Studiendesign
(beste Patientengruppe)
Single-Arm + kein Vergleich
Metaanalyse
(beste Patientengruppe)
nein

  • Klinische Studien
    • Für die Nutzenbewertung legt der pharmazeutische Unternehmer Ergebnisse der Studie ELIKIDS vor. Hierbei handelt es sich um eine multizentrische, offene, nicht-kontrollierte und nicht-randomisierte Phase-III-Studie zur Untersuchung der Sicherheit, Wirksamkeit und Pharmakokinetik von Eliglustat.

Kinder und Jugendliche ab 6 Jahren mit einem Körpergewicht von mindestens 15 kg mit Morbus Gaucher Typ 1 (GD1), die mit einer Enzymersatztherapie stabilisiert und die in Bezug auf Cytochrom-P450 Typ 2D6 (CYP2D6) langsame (PMs), intermediäre (IMs) oder schnelle Metabolisierer (EMs) sind

  • Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen, weil die wissenschaftliche Datengrundlage eine Quantifizierung nicht zulässt.
  • Die Aussagekraft der Nachweise wird zusammenfassend als „Anhaltspunkt“ eingestuft.
  • Mortalität
    • Todesfälle wurden im Rahmen der Sicherheitserhebung erfasst. Bis zum Datenschnitt vom 21. Juni 2023 traten keine Todesfälle auf.
    • Aufgrund des einarmigen Studiendesigns ist eine vergleichende Bewertung der Daten nicht möglich; es kann keine Aussage zum Ausmaß des Zusatznutzens auf Basis des Endpunktes Mortalität getroffen werden.
  • Morbidität - Knochenschmerzen
    • Der Endpunkt Knochenschmerzen wurde im Rahmen der Studie ELIKIDS anhand einer patientenberichteten Frage nach der Intensität der Knochenschmerzen in den letzten 4 Wochen mit 6 vorgegebenen Antwortmöglichkeiten erhoben.
    • Zu Beginn der Studie hatten 96 % der Patientinnen und Patienten keine Schmerzen und 4 % sehr leichte Schmerzen. Nach 52 Wochen waren weiterhin 90 % der Patientinnen und Patienten schmerzfrei, während 4 % sehr leichte und 6 % leichte Schmerzen berichteten.
    • Während der Studie wurden sowohl Analgetika als auch topische Produkte für Gelenk- und Muskelschmerzen bei jeweils 45 % der Patientinnen und Patienten eingesetzt, was die Ergebnisse des Endpunktes verzerren kann.
    • Aufgrund des einarmigen Studiendesigns ist eine vergleichende Bewertung der Daten nicht möglich; es kann keine Aussage zum Ausmaß des Zusatznutzens auf Basis des Endpunktes Knochenschmerzen getroffen werden.
  • Morbidität - Fatigue mittels Pediatric Quality of Life Inventory Multidimensional Fatigue Scale (PedsQL Fatigue)
    • Für die Nutzenbewertung werden die auf Selbstberichten basierenden Auswertungen herangezogen, die für Patientinnen und Patienten ab 5 Jahren verfügbar sind.
    • Zu Baseline lag der Mittelwert bei 76,6 Punkten und zu Woche 52 bei 75,4 Punkten. Es zeigten sich somit keine ausgeprägten numerischen Veränderungen im Laufe der Studie.
    • Aufgrund des einarmigen Studiendesigns ist eine vergleichende Bewertung der Daten nicht möglich; es kann keine Aussage zum Ausmaß des Zusatznutzens auf Basis des Endpunktes Fatigue getroffen werden.
  • Morbidität - Schmerzen mittels Pediatric Quality of Life Inventory (PedsQL) Pediatric Pain Questionnaire
    • Der PedsQL Pediatric Pain erfragt das Ausmaß der aktuellen Schmerzen („akuter Schmerz“) und der stärksten Schmerzen in den letzten 7 Tagen sowie die Schmerzlokalisation.
    • Für den aktuellen Schmerz lag der Mittelwert bei Baseline bei 9,1 Punkten und zu Woche 52 bei 10,0 Punkten. Die Mittelwerte für den stärksten Schmerz der letzten 7 Tage betrugen zu Baseline 13,2 Punkte und zu Woche 52 14,7 Punkte. Es zeigten sich somit keine ausgeprägten numerischen Veränderungen im Laufe der Studie.
    • Aufgrund des einarmigen Studiendesigns ist eine vergleichende Bewertung der Daten nicht möglich; es kann keine Aussage zum Ausmaß des Zusatznutzens auf Basis der Endpunkte „akuter Schmerz“ und „stärkster Schmerz der letzten 7 Tage“ getroffen werden.
  • Morbidität - Milzvolumen
    • In der Studie ELIKIDS wurde das Milzvolumen mittels abdominaler Magnetresonanztomographie (MRT) erhoben. Die Auswertung des Milzvolumens erfolgte durch die Berechnung des „Multiples of Normal“ (MN), in welches das individuelle Körpergewicht eingeht.
    • Es liegen Auswertungen für 46 Patientinnen und Patienten vor. Zu Baseline betrug der Durchschnittswert in MN 3,35, zu Woche 52 3,25. Insgesamt blieb das Milzvolumen im Laufe der Studie somit weitestgehend stabil.
    • Eine langanhaltende Verringerung des pathologisch erhöhten Milzvolumens verbunden mit einer für Patientinnen bzw. Patienten spürbaren Abnahme beeinträchtigender Krankheitssymptome und Verbesserung der Lebensqualität wird als patientenrelevant erachtet.
    • Allerdings ist vorliegend eine vergleichende Bewertung der Daten aufgrund des einarmigen Studiendesigns nicht möglich. Es kann keine Aussage zum Ausmaß des Zusatznutzens auf Basis des Endpunktes Milzvolumen getroffen werden.
  • Lebensqualität
    • Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde mittels des Pediatric Quality of Life Inventory (PedsQL) erhoben.
    • Zu Baseline lag der Mittelwert bei 80,3 Punkten und zu Woche 52 bei 79,5 Punkten. Es zeigten sich somit keine ausgeprägten numerischen Veränderungen im Laufe der Studie.
    • Aufgrund des einarmigen Studiendesigns ist eine vergleichende Bewertung der Daten nicht möglich; es kann keine Aussage zum Ausmaß des Zusatznutzens für die Kategorie Lebensqualität getroffen werden.
  • Nebenwirkungen
    • Neben Parametern der Pharmakokinetik wurden Nebenwirkungen als primäre Endpunkte der Studie ELIKIDS erfasst.
    • Bei 4 Patientinnen und Patienten (8 %) trat ein schweres UE auf; 5 Patientinnen und Patienten (10 %) erlitten ein schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis (SUE) und 7 Patientinnen und Patienten (14 %) ein UE, das zum Abbruch der Studienmedikation führte.
    • Aufgrund des einarmigen Studiendesigns ist eine vergleichende Bewertung der Daten nicht möglich; es kann keine Aussage zum Ausmaß des Zusatznutzens für die Kategorie Nebenwirkungen getroffen werden.
  • Gesamtbewertung
    • Der Nutzenbewertung von Eliglustat zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen ab 6 Jahren mit einem Körpergewicht von mindestens 15 kg mit Morbus Gaucher Typ 1, die mit einer Enzymersatztherapie stabilisiert und die in Bezug auf Cytochrom-P450 Typ 2D6 (CYP2D6) langsame (PMs), intermediäre (IMs) oder schnelle Metabolisierer (EMs) sind, werden Ergebnisse der einarmigen Studie ELIKIDS zugrunde gelegt.
    • Es liegen Ergebnisse zur Mortalität, zum Gesundheitszustand, zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität und zu Nebenwirkungen vor. Aufgrund des einarmigen Studiendesigns lassen sich keine vergleichenden Aussagen treffen, sodass auf Basis der vorgelegten Daten eine Quantifizierung des Ausmaßes des Zusatznutzens nicht möglich ist.
    • In der Gesamtbewertung der vorliegenden Ergebnisse stuft der G-BA das Ausmaß des Zusatznutzens von Eliglustat zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen ab 6 Jahren mit einem Körpergewicht von mindestens 15 kg mit Morbus Gaucher Typ 1, die mit einer Enzymersatztherapie stabilisiert und die in Bezug auf Cytochrom-P450 Typ 2D6 langsame, intermediäre oder schnelle Metabolisierer sind, als nicht quantifizierbar ein, weil die wissenschaftliche Datengrundlage eine Quantifizierung nicht zulässt.

Zugehörige Verfahren

Eliglustat (2) Cerdelga® Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Stoffwechselkrankheiten Morbus Gaucher Typ 1, ≥ 6 bis < 18 Jahre, ≥ 15 kg KG 10–30 100% Anhaltspunkt für nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen Orphan
Eliglustat (1) Cerdelga® Genzyme GmbH Stoffwechselkrankheiten Morbus Gaucher Typ 1 150–500 100% nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen Orphan


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