Doravirin (1) – Pifeltro®
HIV-Infektion
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 15.01.2019 – Zulassung: 22.11.2018 |
|---|---|
| Beschluss | 04.07.2019 |
| Wirkstoff | Doravirin |
| Handelsname | Pifeltro® |
| Pharm. Unternehmer | MSD SHARP & DOHME GMBH |
| G-BA Vorgangsnummer | D-421 |
| ATC-Code | J05AG06 Nicht-Nukleosidale Inhibitoren der Reversen Transkriptase (J05AG) |
| ICD-10 Codes (AIS) | B24Nicht näher bezeichnete HIV-Krankheit (Humane Immundefizienz-Viruskrankheit), Z21Asymptomatische HIV-Infektion (Humane Immundefizienz-Virusinfektion) |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I24822HIV-Infektion, I29605HIV-Krankheit |
| DDD Tagesdosis | 0.1 g oral |
| Therapeutisches Gebiet | Infektionskrankheiten HIV |
| Grund des Verfahrens | Erstbewertung |
| Besonderheit | Kombinationstherapie |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
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Pifeltro® ist in Kombination mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln angezeigt für die Behandlung von Erwachsenen, die mit dem humanen Immundefizienzvirus (HIV-1) infiziert sind. Die HI Viren dürfen keine Mutationen aufweisen, die bekanntermaßen mit einer Resistenz gegen die Substanzklasse der NNRTI (nichtnukleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren) assoziiert sind. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| a) | Therapienaive erwachsene HIV-1 Patienten, bei denen die HI-Viren keine Mutationen aufweisen, die bekanntermaßen mit einer Resistenz gegen die Substanzklasse der NNRTI assoziiert sind | Rilpivirin in Kombination mit Tenofovirdisoproxil/-alafenamid plus Emtricitabin oder in Kombination mit Abacavir plus Lamivudin oder Dolutegravir in Kombination mit Tenofovirdisoproxil/-alafenamid plus Emtricitabin oder in Kombination mit Abacavir plus Lamivudin |
| b) | Therapieerfahrene erwachsene HIV-1 Patienten, bei denen die HI-Viren keine Mutationen aufweisen, die bekanntermaßen mit einer Resistenz gegen die Substanzklasse der NNRTI assoziiert sind | Individuelle antiretrovirale Therapie in Abhängigkeit der Vortherapie(n) und unter Berücksichtigung des Grundes für den Therapiewechsel, insbesondere Therapieversagen aufgrund eines virologischen Versagens und etwaig einhergehender Resistenzbildung oder aufgrund von Nebenwirkungen |
Studien und Ergebnisse
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Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
6 (Studie 007, Studie 018, Studie 021 vs. SINGLE, SPRING-1, FLAMINGO) |
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Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
H2H vs. Nicht-ZVT + indirekter Vergleich (MTC) |
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Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
ja |
| Grund für Patientengruppenbildung (G-BA) | Vorbehandlung |
- Klinische Studien
- In den zulassungsbegründenden doppelblinden, randomisierten Parallelgruppenstudien an therapienaiven HIV-1-infizierten Erwachsenen 007, 018 und 021 erfolgte jeweils keine Umsetzung der zweckmäßigen Vergleichstherapie.
- Die Studie 007 ist eine Dosisfindungsstudie, in der DOR mit EFV, jeweils mit der festen Kombination aus Emtricitabin und Tenofovirdisoproxilfumarat (FTC/TDF) verglichen wurde.
- In der Studie 018 wurde DOR mit DRV/r, jeweils mit der festen Kombination aus FTC/TDF oder Abacavir/Lamivudin (ABC/3TC) verglichen, und in der Studie 021 die Fixkombinationen DOR/3TC/TDF und EFV/FTC/TDF.
- Bei den Studien FLAMINGO, SINGLE und SPRING-1 handelt es sich um randomisierte Parallelgruppenstudien.
- In der Studie FLAMINGO wurde DTG mit DRV/r, jeweils mit der festen Kombination aus FTC/TDF oder ABC/3TC verglichen und in der Studie SINGLE DTG + ABC/3TC mit EFV/FTC/TDF.
- Bei der Studie SPRING-1 handelt es sich um eine Dosisfindungsstudie zu DTG.
a) Therapienaive erwachsene HIV-1 Patienten, bei denen die HI-Viren keine Mutationen aufweisen, die bekanntermaßen mit einer Resistenz gegen die Substanzklasse der NNRTI assoziiert sind
- Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
- Mortalität
- Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigte sich in der Metaanalyse der beiden adjustierten indirekten Vergleiche kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen DOR + 2 NRTI und DTG + 2 NRTI.
- Damit ist ein Zusatznutzen von DOR im Vergleich zu DTG für den Endpunkt Mortalität nicht belegt.
- Morbidität - AIDS-definierende Ereignisse (CDC-Klasse C)
- Für den Endpunkt AIDS-definierende Ereignisse (CDC-Klasse C) zeigte sich im adjustierten indirekten Vergleich über den Brückenkomperator EFV kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen DOR + 2 NRTI und DTG + 2 NRTI.
- Morbidität - Virologisches Ansprechen
- Für den Endpunkt virologisches Ansprechen wurde in der Metaanalyse der beiden adjustierten indirekten Vergleiche kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen DOR + 2 NRTI und DTG + 2 NRTI festgestellt.
- Morbidität - CD4-Zellzahlen
- Für die CD4-Zellzahl zeigte sich im adjustierten indirekten Vergleich über den Brückenkomperator EFV kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen DOR + 2 NRTI und DTG + 2 NRTI.
- Morbidität
- In der Zusammenschau der Ergebnisse zu den AIDS-definierenden Erkrankungen, zum virologischen Ansprechen und zur CD4-Zellzahl ist ein Zusatznutzen von DOR im Vergleich zu DTG für den Endpunkt Morbidität nicht belegt.
- Gesundheitsbezogene Lebensqualität
- In den Studien 007, 018, 021, SINGLE, SPRING-1 und FLAMINGO wurden Endpunkte der Endpunktkategorie gesundheitsbezogene Lebensqualität nicht untersucht.
- Damit ist ein Zusatznutzen von DOR im Vergleich zu DTG für den Endpunkt Lebensqualität nicht belegt.
- Nebenwirkungen
- Für die Endpunkte schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE) und schwere unerwünschte Ereignisse (UE; Division of AIDS (DAIDS) Grad 3–4) zeigte sich in der Metaanalyse der beiden adjustierten indirekten Vergleiche kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen DOR + 2 NRTI und DTG + 2 NRTI.
- Für den Endpunkt Abbruch wegen UEs wurde in der Metaanalyse der beiden adjustierten indirekten Vergleiche kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen DOR + 2 NRTI und DTG + 2 NRTI festgestellt.
- Für den Endpunkt spezifische UEs wurden seitens des pharmazeutischen Unternehmers sowohl im Dossier als auch im Stellungnahmeverfahren unvollständige Auswertungen vorgelegt, die für die Nutzenbewertung nicht berücksichtigt werden.
- In der Kategorie Nebenwirkungen ergeben sich in der Gesamtschau keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen DOR + 2 NRTI und DTG + 2 NRTI.
- Gesamtbewertung / Fazit
- Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigte sich in der Metaanalyse der beiden adjustierten indirekten Vergleiche kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen DOR + 2 NRTI und DTG + 2 NRTI.
- In der Gesamtschau der Ergebnisse der Kategorie Morbidität zu den AIDS-definierenden Erkrankungen, zum virologischen Ansprechen und zur CD4-Zellzahl ist ein Zusatznutzen von DOR im Vergleich zu DTG nicht belegt.
- In der Kategorie Nebenwirkungen wurde in der Metaanalyse der beiden adjustierten indirekten Vergleiche kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen festgestellt.
- Zusammenfassend ergibt sich für therapienaive erwachsene HIV-1-infizierte Patientinnen und Patienten in der Gesamtbetrachtung der Ergebnisse zu Mortalität, Morbidität und zu den Nebenwirkungen kein Zusatznutzen für DOR gegenüber DTG.
b) Therapieerfahrene erwachsene HIV-1 Patienten, bei denen die HI-Viren keine Mutationen aufweisen, die bekanntermaßen mit einer Resistenz gegen die Substanzklasse der NNRTI assoziiert sind
- Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
- Für diese Patientenpopulation wurde seitens des pharmazeutischen Unternehmers keine Studie vorgelegt, die für die Bewertung des Zusatznutzens von DOR gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie geeignet gewesen wäre.
- In der Gesamtschau ist für therapieerfahrene erwachsene HIV-1-infizierte Patientinnen und Patienten ein Zusatznutzen für DOR daher nicht belegt.
Zugehörige Verfahren
| Doravirin (2) | Pifeltro® | MSD Sharp & Dohme GmbH | HIV-Infektion, 12 bis < 18 Jahre | 130–140 | 100% Zusatznutzen nicht belegt | |
| Doravirin (1) | Pifeltro® | MSD SHARP & DOHME GMBH | HIV-Infektion | 57.800–73.700 | 100% Zusatznutzen nicht belegt |
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