Dimethylfumarat (1) – Tecfidera®

Schubförmig remittierende Multiple Sklerose

Steckbrief

Start des Verfahrens 01.05.2014
Beschluss 16.10.2014
Wirkstoff Dimethylfumarat
Handelsname Tecfidera®
Pharm. Unternehmer Biogen Idec GmbH
G-BA Vorgangsnummer D-100
ATC-Code L04AX07 Andere Immunsuppressiva (L04AX)
ICD-10 Codes (AIS) G35.10Multiple Sklerose mit vorherrschend schubförmigem Verlauf: Ohne Angabe einer akuten Exazerbation oder Progression, G35.11Multiple Sklerose mit vorherrschend schubförmigem Verlauf: Mit Angabe einer akuten Exazerbation oder Progression, G35.9Multiple Sklerose, nicht näher bezeichnet
Alpha-ID Codes (AIS) I98549Multiple Sklerose mit vorherrschend schubförmigem Verlauf, I99339Multiple Sklerose
DDD Tagesdosis 0.36 g oral
Therapeutisches Gebiet Krankheiten des Nervensystems Multiple Sklerose (MS) / Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankungen (NMOSD)
Grund des Verfahrens Erstbewertung
Besonderheit Ende Patent-/Unterlagenschutz

Anwendungsgebiet des Beschlusses

Dimethylfumarat (Tecfidera®) wird zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit schubförmig remittierender Multipler Sklerose angewendet (siehe Abschnitt 5.1 für wichtige Informationen über die Populationen, für die eine Wirksamkeit bestätigt wurde).

Patientengruppe Indikation ZVT
Erwachsene Patienten mit schubförmig-remittierender Multipler Sklerose Interferon beta-1a oder Interferon beta-1b oder Glatirameracetat

Studien und Ergebnisse

Anzahl Studien
(beste Patientengruppe)
2 (DEFINE, CONFIRM)
Studiendesign
(beste Patientengruppe)
H2H vs. Nicht-ZVT + indirekter Vergleich (MTC)
Metaanalyse
(beste Patientengruppe)
ja

  • Klinische Studien
    • Ergänzend hat der G-BA festgestellt, dass die vom pharmazeutischen Unternehmen vorgelegte Studie 109MS302 (CONFIRM) neben zwei Studienarmen mit unterschiedlichen Dimethylfumarat-Applikationsfrequenzen sowie Tagesdosen und einem Placebo-Vergleichsarm auch einen aktiv-kontrollierten Vergleichsarm mit Glatirameracetat enthalten hat.

Patienten mit schubförmig remittierender Multipler Sklerose (RRMS)

  • Ein Zusatznutzen gegenüber Interferon beta-1a ist nicht belegt.
  • Aufgrund der genannten Mängel hinsichtlich der Vollständigkeit, der inadäquaten Überprüfung der Grundannahmen der Netzwerk-Meta-Analyse bezüglich Ähnlichkeit, Homogenität und Konsistenz sowie des nicht geeigneten statistischen Modelles, ließ der im Dossier dargestellte indirekte Vergleich keine validen Aussagen zum Zusatznutzen von Dimethylfumarat gegenüber der gewählten zweckmäßigen Vergleichstherapie IFN β-1a zu.
  • Mortalität
    • Die Informationen zu Todesfällen (1 Todesfall unter IFN β-1a), ebenfalls im Studienbericht zur Studie MSCRG enthalten, wurden vom pharmazeutischen Unternehmer innerhalb des indirekten Vergleichs von Dimethylfumarat gegenüber IFN β-1a nicht berücksichtigt.
  • Morbidität
    • In der Netzwerk-Meta-Analyse aus der Stellungnahme wird für die meisten Endpunkte lediglich der Vergleich von Dimethylfumarat und IFN β-1a, 44 μg s. c. (Rebif®) betrachtet, wodurch auch dieser indirekte Vergleich inhaltlich unvollständig ist.
  • Nebenwirkungen
    • Darüber hinaus werden keine Analysen zu schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen und lediglich unvollständige Analysen zu den Todesfällen vorgelegt.
  • Gesamtbewertung
    • Aufgrund der o. g. Unterschiede kann nicht von einer hinreichenden Ähnlichkeit der in den indirekten Vergleich eingeschlossenen Studienpopulationen ausgegangen werden. Folglich sind auf Basis der vorgelegten Netzwerk-Meta-Analyse keine validen Aussagen zum Zusatznutzen von Dimethylfumarat gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie möglich.
    • Somit können die Ergebnisse aus der vorgelegten Netzwerk-Meta-Analyse nicht herangezogen werden, da diesen ebenfalls nicht ein verwendbares statistisches Modell sowie unvollständige Analysen zugrunde liegen.

Zugehörige Verfahren

Dimethylfumarat (2) Tecfidera® Biogen GmbH Krankheiten des Nervensystems Schubförmig remittierende Multiple Sklerose, ≥ 13 Jahre 350–1.200 100% Zusatznutzen nicht belegt
Dimethylfumarat (1) Tecfidera® Biogen Idec GmbH Krankheiten des Nervensystems Schubförmig remittierende Multiple Sklerose 85.000–105.000 100% Zusatznutzen nicht belegt


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