Casirivimab / Imdevimab (2) – Ronapreve®

COVID-19-Infektion, ≥ 12 Jahre

Steckbrief

Start des Verfahrens 15.04.2022 – Zulassung: 12.11.2021
Beschluss 06.10.2022 aufgehoben
Wirkstoff Casirivimab/Imdevimab
Handelsname Ronapreve®
Pharm. Unternehmer Roche Pharma AG
G-BA Vorgangsnummer D-810
ATC-Code J06BD07 Antivirale monoklonale Antikörper (J06BD)
ICD-10 Codes (AIS) B34.2Infektion durch Coronaviren nicht näher bezeichneter Lokalisation, J06.9Akute Infektion der oberen Atemwege, nicht näher bezeichnet
Alpha-ID Codes (AIS) I130700Infektion durch Coronaviren a.n.k., I4988Akute Infektion der oberen Atemwege
Therapeutisches Gebiet Infektionskrankheiten COVID-19
Grund des Verfahrens Erstbewertung
Besonderheit Bundling

Anwendungsgebiet des Beschlusses

Ronapreve wird angewendet Behandlung einer Coronavirus-2019-Erkrankung (COVID-19) bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren mit mindestens 40 kg Körpergewicht, die keine zusätzliche Sauerstofftherapie benötigen und bei denen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 besteht.

Patientengruppe Indikation ZVT
a) Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren mit mindestens 40 kg Körpergewicht mit einer COVID-19-Erkrankung, die keine zusätzliche Sauerstofftherapie benötigen und bei denen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 besteht, bei einer Infektion mit einer Virusvariante, gegenüber der Casirivimab/Imdevimab keine ausreichende Wirksamkeit aufweist Therapie nach ärztlicher Maßgabe
b) Erwachsene mit einer COVID-19-Erkrankung, die keine zusätzliche Sauerstofftherapie benötigen und bei denen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 besteht, bei einer Infektion mit einer Virusvariante, gegenüber der Casirivimab/ Imdevimab eine ausreichende Wirksamkeit aufweist Therapie nach ärztlicher Maßgabe
c) Jugendliche ab 12 Jahren mit mindestens 40 kg Körpergewicht mit einer COVID-19-Erkrankung, die keine zusätzliche Sauerstofftherapie benötigen und bei denen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 besteht, bei einer Infektion mit einer Virusvariante, gegenüber der Casirivimab/Imdevimab eine ausreichende Wirksamkeit aufweist Therapie nach ärztlicher Maßgabe

Studien und Ergebnisse

Anzahl Studien
(beste Patientengruppe)
1 (COV-2067)
Studiendesign
(beste Patientengruppe)
H2H vs. ZVT
Metaanalyse
(beste Patientengruppe)
nein
Grund für Patientengruppenbildung (G-BA) Alter

  • Klinische Studien
    • Bei der Studie COV-2067 handelt es sich um eine adaptive, placebokontrollierte, doppelblinde, randomisierte Phase-1/2/3-Studie zur Behandlung mit Casirivimab/Imdevimab bei Patientinnen und Patienten mit einer COVID-19-Erkrankung.

a) Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren mit mindestens 40 kg Körpergewicht mit einer COVID-19-Erkrankung, die keine zusätzliche Sauerstofftherapie benötigen und bei denen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 besteht, bei einer Infektion mit einer Virusvariante, gegenüber der Casirivimab/Imdevimab keine ausreichende Wirksamkeit aufweist

  • Für die Behandlung erwachsener und jugendlicher Patientinnen und Patienten mit einer COVID-19-Erkrankung, die keine zusätzliche Sauerstofftherapie benötigen, ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 besteht und die Infektion mit einer Virusvariante erfolgt, gegenüber der Casirivimab/Imdevimab keine ausreichende Wirksamkeit aufweist, ist der Zusatznutzen nicht belegt.
  • Erwachsene und Jugendliche, die mit einer Virusvariante des SARS-CoV-2 infiziert sind, für die nachweislich oder aufgrund des aktuellen Pandemiegeschehens keine ausreichende Neutralisationsaktivität von Casirivimab/Imdevimab vorliegt, ist keine Aussage zum Zusatznutzen einer Behandlung von COVID-19 mit Casirivimab/Imdevimab möglich.
  • Für diese Patientenpopulation (Patientenpopulation a) ist ein Zusatznutzen von Casirivimab/Imdevimab gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt.

b) Erwachsene mit einer COVID-19-Erkrankung, die keine zusätzliche Sauerstofftherapie benötigen und bei denen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 besteht, bei einer Infektion mit einer Virusvariante, gegenüber der Casirivimab/Imdevimab eine ausreichende Wirksamkeit aufweist

  • Für die Behandlung erwachsener Patientinnen und Patienten mit einer COVID-19-Erkrankung, die keine zusätzliche Sauerstofftherapie benötigen, ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 besteht und die Infektion mit einer Virusvariante erfolgt, gegenüber der Casirivimab/Imdevimab eine ausreichende Wirksamkeit aufweist, liegt ein Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen von Casirivimab/Imdevimab gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie vor.
  • In der Gesamtschau wird für Erwachsene bei einer Infektion mit einer Virusvariante, gegenüber der Casirivimab/Imdevimab eine ausreichende Wirksamkeit aufweist, ein Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen von Casirivimab/Imdevimab abgeleitet.
  • Mortalität
    • Für den Endpunkt Gesamtmortalität zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen zum Vorteil von Casirivimab/Imdevimab.
  • Morbidität - Hospitalisierung aufgrund von COVID-19
    • Aus den Studienunterlagen und den Angaben des pharmazeutischen Unternehmers geht nicht hervor, unter welchen Bedingungen eine Hospitalisierung aufgrund von COVID-19 erfolgte. Zudem bleibt unklar, ob die Hospitalisierung mit einem zeitlichen Mindestkriterium wie z. B. einer Mindestdauer von 24 h verbunden war.
    • Für den Endpunkt Hospitalisierung aufgrund von COVID-19 zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen zum Vorteil von Casirivimab/Imdevimab.
  • Morbidität - Aufnahme auf eine Intensivstation aufgrund von COVID-19
    • Für den Endpunkt Aufnahme auf eine Intensivstation aufgrund von COVID-19 zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Morbidität - Abklingen von COVID-19-Symptomen (SE-C19)
    • COVID-19-Symptome wurden in der Studie COV-2067 mittels des Fragebogens SE-C19 erhoben.
    • Für den Endpunkt Abklingen von COVID-19-Symptomen, erhoben mittels SE-C19, zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen zum Vorteil von Casirivimab/Imdevimab.
    • Allerdings liegt eine Effektmodifikation durch das Merkmal Alter vor. Für Patientinnen und Patienten im Alter von 18 bis 64 Jahren ergibt sich kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen von Casirivimab/Imdevimab im Vergleich zu einer Therapie nach ärztlicher Maßgabe. Für Patientinnen und Patienten ≥ 65 Jahre ergibt sich hingegen ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen von Casirivimab/Imdevimab im Vergleich zu einer Therapie nach ärztlicher Maßgabe.
  • Morbidität - Rückkehr zu normaler Gesundheit, Rückkehr zu normalen Aktivitäten und Gesundheitszustand (EQ-5D VAS)
    • Für die Endpunkte Rückkehr zu normaler Gesundheit, Rückkehr zu normalen Aktivitäten und Gesundheitszustand erhoben über die EQ-5D VAS liegen daher keine verwertbaren Daten vor.
  • Lebensqualität
    • Endpunkte zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität wurden in der eingeschlossenen Studie nicht erhoben.
  • Nebenwirkungen - Schwere unerwünschte Ereignisse (SUEs), schwere unerwünschte Ereignisse (UEs), Abbrüche wegen UEs und infusionsbedingte Reaktionen
    • Für die Endpunkte der Kategorie Nebenwirkungen liegen keine verwertbaren Daten vor.
    • Bei der Erhebung der SUEs und der schweren UEs wurden in der Studie COV-2067 erkrankungsbezogene Ereignisse miterfasst.
    • Basierend auf den Ergebnissen zu häufigen SUEs und schweren UEs werden angesichts des geringen Anteils an Patientinnen und Patienten mit Ereignis jedoch keine negativen Effekte von Casirivimab/Imdevimab in einem Ausmaß erwartet, welche den Zusatznutzen von Casirivimab/Imdevimab infrage stellen können.
  • Gesamtbewertung
    • In der Kategorie Mortalität zeigte sich für den Endpunkt Gesamtmortalität ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen zum Vorteil von Casirivimab/Imdevimab.
    • In der Kategorie Morbidität zeigt sich für die Endpunkte Hospitalisierung aufgrund von COVID-19 und Abklingen von COVID-19-Symptomen, erhoben mittels SE-C19, statistisch signifikante Vorteile zugunsten von Casirivimab/Imdevimab im Vergleich zum Kontrollarm.
    • Für den weiteren Endpunkt der Kategorie Morbidität, Aufnahme auf eine Intensivstation aufgrund von COVID-19, zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
    • Für die Morbiditätsendpunkte Rückkehr zu normaler Gesundheit, Rückkehr zu normalen Aktivitäten und Gesundheitszustand (EQ-5D VAS) liegen keine verwertbaren Daten vor.
    • Endpunkte zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität wurden in der Studie nicht erhoben.
    • Für die Endpunkte der Kategorie Nebenwirkungen liegen keine verwertbaren Daten vor. Basierend auf den Ergebnissen zu häufigen SUEs und schweren UEs werden angesichts des geringen Anteils an Patientinnen und Patienten mit Ereignis jedoch keine negativen Effekte von Casirivimab/Imdevimab in einem Ausmaß erwartet, welche den Zusatznutzen von Casirivimab/Imdevimab infrage stellen können.
    • Zusammenfassend zeigen sich positive Effekte in den Kategorien Mortalität und Morbidität, denen keine negativen Effekte entgegenstehen.
    • Zusammenfassend gibt es für Erwachsene mit COVID-19-Erkrankung, die keine zusätzliche Sauerstofftherapie benötigen und bei denen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 besteht, einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen von Casirivimab/Imdevimab gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie Therapie nach ärztlicher Maßgabe.

c) Jugendliche ab 12 Jahren mit mindestens 40 kg Körpergewicht mit einer COVID-19-Erkrankung, die keine zusätzliche Sauerstofftherapie benötigen und bei denen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 besteht, bei einer Infektion mit einer Virusvariante, gegenüber der Casirivimab/Imdevimab eine ausreichende Wirksamkeit aufweist

  • Für die Behandlung jugendlicher Patientinnen und Patienten mit einer COVID-19-Erkrankung, die keine zusätzliche Sauerstofftherapie benötigen, ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 besteht und die Infektion mit einer Virusvariante erfolgt, gegenüber der Casirivimab/Imdevimab eine ausreichende Neutralisierungsaktivität aufweist, ist der Zusatznutzen nicht belegt.
  • Für Jugendliche im Alter von 12 bis < 18 Jahren mit mindestens 40 kg Körpergewicht, die keine zusätzliche Sauerstofftherapie benötigen und bei denen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 besteht, liegen keine Daten vor (siehe Studienbeschreibung bei Patientenpopulation b).
  • Für diese Altersgruppe ist ein Zusatznutzen von Casirivimab/Imdevimab somit nicht belegt.

Zugehörige Verfahren

Casirivimab / Imdevimab (1) Ronapreve® Roche Pharma AG Infektionskrankheiten Postexpositionsprophylaxe einer COVID-19 Infektion, ≥ 12 Jahre n.d. 100% Anhaltspunkt für geringer Zusatznutzen aufgehoben
Casirivimab / Imdevimab (2) Ronapreve® Roche Pharma AG Infektionskrankheiten COVID-19-Infektion, ≥ 12 Jahre n.d. 100% Anhaltspunkt für beträchtlicher Zusatznutzen aufgehoben


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