Andexanet alfa (1) – Ondexxya®

Aufhebung der medikamentösen Antikoagulation

Steckbrief

Start des Verfahrens 01.09.2019 – Zulassung: 26.04.2019
Beschluss 20.02.2020 aufgehoben
Befristung bis 01.11.2023
Wirkstoff Andexanet alfa
Handelsname Ondexxya®
Pharm. Unternehmer Dossier: Portola Deutschland GmbH
Neuer Inverkehrbringer: AstraZeneca GmbH
G-BA Vorgangsnummer D-487
ATC-Code V03AB38 Antidote (V03AB)
ICD-10 Codes (AIS) D68.35Hämorrhagische Diathese durch sonstige Antikoagulanzien
Alpha-ID Codes (AIS) I85098Blutung bei Antikoagulanziendauertherapie
DDD Tagesdosis 7 E parenteral
Therapeutisches Gebiet Krankheiten des Blutes und der blutbildenden Organe Aufhebung der Antikoagulation
Grund des Verfahrens Erstbewertung
Regulatorischer Status Bedingte Zulassung (CMA)

Anwendungsgebiet des Beschlusses

Andexanet alfa (Ondexxya®) wird bei erwachsenen Patienten, die mit einem direkten FXa-Inhibitor (Apixaban oder Rivaroxaban) behandelt werden, angewendet, wenn aufgrund lebensbedrohlicher oder nicht kontrollierbarer Blutungen eine Aufhebung der Antikoagulation erforderlich ist.

Patientengruppe Indikation ZVT
Erwachsene Patienten, die mit einem direkten Faktor Xa (FXa)-Inhibitor (Apixaban oder Rivaroxaban) behandelt werden, wenn aufgrund lebensbedrohlicher oder nicht kontrollierbarer Blutungen eine Aufhebung der Antikoagulation erforderlich ist Optimierte Standardtherapie der lebensbedrohlichen oder nicht kontrollierbaren Blutungen

Studien und Ergebnisse

Anzahl Studien
(beste Patientengruppe)
1 (ANNEXA-4)
Studiendesign
(beste Patientengruppe)
Single-Arm + indirekter Vergleich (PID/PSM)
Metaanalyse
(beste Patientengruppe)
nein

  • Klinische Studien
    • Der pharmazeutische Unternehmer legt zu Andexanet alfa die einarmige multizentrische Zulassungsstudie ANNEXA-4 vor.
    • Die RETRACE-II-Studie ist eine retrospektive deutsche Beobachtungs(Register)-Studie, in die 1338 Patienten aus 19 Hochschulzentren eingeschlossen wurden, die zwischen dem 1. Januar 2011 und dem 31. Dezember 2015 eine Vitamin-K-Antagonist-assoziierte oder eine nicht Vitamin-K-abhängige orale Antikoagulanzwirkstoff-assoziierte intrazerebrale Blutung erlitten.

Erwachsene Patienten, die mit einem direkten Faktor Xa (FXa)-Inhibitor (Apixaban oder Rivaroxaban) behandelt werden, wenn aufgrund lebensbedrohlicher oder nicht kontrollierbarer Blutungen eine Aufhebung der Antikoagulation erforderlich ist.

  • Für erwachsene Patienten, die mit einem direkten Faktor Xa (FXa)-Inhibitor (Apixaban oder Rivaroxaban) behandelt werden, wenn aufgrund lebensbedrohlicher oder nicht kontrollierbarer Blutungen eine Aufhebung der Antikoagulation erforderlich ist, ist der Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt.
  • Der Nutzenbewertung lagen keine direkt vergleichenden Daten von Andexanet alfa gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie zugrunde.
  • Insgesamt sind die vorgelegten Daten des PS-adjustierten Vergleichs daher nicht geeignet, um einen Zusatznutzen für Andexanet alfa im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie abzuleiten.
  • Mortalität
    • Sowohl im Endpunkt neurologische Funktion als auch in der Mortalität zeigt sich jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den beiden Gruppen.
  • Morbidität - Volumenänderung der intrazerebralen Blutungsläsion
    • Der beobachtete Effekt ist jedoch nicht groß genug, als dass dieser nicht allein durch systematische Verzerrung erklärt werden könnte.
    • Zudem ist unklar, wie sich dieser Endpunkt in direkt patientenrelevanten Endpunkten, wie z.B. der neurologischen Funktion oder Mortalität, widerspiegelt.
  • Morbidität - Neurologische Funktion (Modified-Rankin-Skala)
    • Sowohl im Endpunkt neurologische Funktion als auch in der Mortalität zeigt sich jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den beiden Gruppen.
  • Nebenwirkungen
    • Des Weiteren liegen keine vergleichenden Daten zu Nebenwirkungsendpunkten vor, sodass eine Abwägung von Nutzen und Schaden der Intervention im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht möglich ist.
  • Gesamtbewertung
    • Die Patientencharakteristika der Studien, die für den Propensity-Score-adjustierten Vergleich herangezogen wurden, zeigen – insbesondere im Hinblick auf den Schweregrad der intrazerebralen Blutungen – keine hinreichende Ähnlichkeit.
    • Für den Endpunkt Volumenänderung der intrazerebralen Blutungsläsion ergibt sich zwar ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Andexanet alfa, der Effekt ist jedoch nicht groß genug, als dass dieser nicht allein durch systematische Verzerrung erklärt werden könnte.
    • Zudem ist unklar, wie sich dieser Endpunkt in direkt patientenrelevanten Endpunkten, wie z.B. der neurologischen Funktion oder Mortalität, widerspiegelt.
    • Sowohl im Endpunkt neurologische Funktion als auch in der Mortalität zeigt sich jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den beiden Gruppen.
    • Des Weiteren liegen keine vergleichenden Daten zu Nebenwirkungsendpunkten vor, sodass eine Abwägung von Nutzen und Schaden der Intervention im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht möglich ist.
    • Insgesamt sind die vorgelegten Daten daher nicht geeignet, um einen Zusatznutzen von Andexanet alfa im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie abzuleiten.

Zugehörige Verfahren

Andexanet alfa (2) Ondexxya® AstraZeneca GmbH Krankheiten des Blutes und der blutbildenden Organe Aufhebung der medikamentösen Antikoagulation 9.900–32.600 50% Zusatznutzen nicht belegt
Andexanet alfa (1) Ondexxya® Portola Deutschland GmbH Krankheiten des Blutes und der blutbildenden Organe Aufhebung der medikamentösen Antikoagulation 0
4.200–27.600
100% Zusatznutzen nicht belegt aufgehoben


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