Voxelotor (1) – Oxbryta®
Hämolytische Anämie bei Sichelzellkrankheit, Monotherapie oder Kombination mit Hydroxycarbamid, ≥ 12 Jahre
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 15.05.2022 – Zulassung: 14.02.2022 |
|---|---|
| Beschluss | 03.11.2022 |
| Wirkstoff | Voxelotor |
| Handelsname | Oxbryta® |
| Pharm. Unternehmer |
Dossier: Global Blood Therapeutics Germany GmbH
Neuer Inverkehrbringer: Pfizer Pharma GmbH |
| G-BA Vorgangsnummer | D-813 |
| ATC-Code | B06AX03 Andere Hämatologika (B06AX) |
| ICD-10 Codes (AIS) | D57.0Sichelzellenanämie mit Krisen, D57.1Sichelzellenanämie ohne Krisen |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I1837Sichelzellenanämie mit Krisen, I1838Sichelzellenanämie ohne Krisen |
| ORPHAcodes (AIS) | 232Sichelzellenanämie mit Krisen, |
| DDD Tagesdosis | 1.5 g oral |
| Therapeutisches Gebiet | Krankheiten des Blutes und der blutbildenden Organe Anämie / Hämolytische Anämie, Sichelzellkrankheit Orphan |
| Grund des Verfahrens | Erstbewertung |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
|
Oxbryta wird angewendet bei Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen ab dem Alter von 12 Jahren zur Behandlung von hämolytischer Anämie infolge Sichelzellkrankheit als Monotherapie oder in Kombination mit Hydroxycarbamid. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| Patientinnen und Patienten ab 12 Jahren mit hämolytischer Anämie infolge Sichelzellkrankheit | – (Orphan Drug) |
Studien und Ergebnisse
|
Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
1 (HOPE) |
|---|---|
|
Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
H2H vs. ZVT |
|
Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
nein |
- Klinische Studien
- Der pharmazeutische Unternehmer hat zur Nutzenbewertung Daten der pivotalen, randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Phase III Studie HOPE vorgelegt.
- In dieser dreiarmigen Studie wurde eine Behandlung mit Voxelotor in zwei verschiedenen Dosierungen (900 mg/Tag und 1500 mg/Tag) gegenüber einer Behandlung mit Placebo verglichen.
Patientinnen und Patienten ab 12 Jahren mit hämolytischer Anämie infolge Sichelzellkrankheit
- In der Gesamtschau stuft der G-BA das Ausmaß des Zusatznutzens von Voxelotor (+ ggf. Hydroxycarbamid) zur Behandlung von Patientinnen und Patienten ab 12 Jahren mit hämolytischer Anämie infolge Sichelzellkrankheit als nicht quantifizierbarer ein, weil die wissenschaftliche Datengrundlage eine Quantifizierung nicht zulässt.
- Die Aussagekraft der Nachweise wird in die Kategorie „Anhaltspunkt“ eingestuft.
- Mortalität
- Das Gesamtüberleben wurde in der Studie HOPE nicht als eigenständiger Endpunkt erhoben.
- Todesfälle wurden im Rahmen der Erhebung unerwünschter Ereignisse erfasst, wobei in beiden Studienarmen jeweils zwei Todesfälle deskriptiv berichtet wurden.
- Aus den vorliegenden Daten ergibt sich kein relevanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Morbidität - Vasookklusive Krisen (VOC)
- Mit der Sichelzellkrankheit einhergehende vasookklusive Schmerzkrisen und weitere für die Patientinnen und Patienten spürbare vasookklusive Komplikationen werden als patientenrelevante Ereignisse betrachtet.
- Es zeigt sich weder in der Analyse der „jährlichen Ereignisrate“ noch in der ergänzend dargestellten Analyse der „Zeit bis zur 1. VOC“ ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- In Übereinstimmung mit den Ausführungen klinischer Experten im Stellungnahmeverfahren wird den aus VOC langfristig folgenden Endorganschäden ein hoher Stellenwert beigemessen.
- Aus den vorliegenden Daten der Studie HOPE können jedoch keine Schlussfolgerungen zu langfristig folgenden Endorganschäden getroffen werden.
- Morbidität - Akutes Thoraxsyndrom (ATS) oder Pneumonie
- Der Endpunkt „ATS oder Pneumonie“ war in der Studie HOPE definiert als ein durch die Prüfärztin/den Prüfarzt über Röntgen-Thorax-Aufnahme diagnostiziertes, neu aufgetretenes pulmonales Infiltrat, das mit Fieber und/oder respiratorischer Symptomatik einhergeht.
- Es zeigt sich weder in der Analyse der „jährlichen Ereignisrate“ noch in der ergänzend dargestellten Analyse der „Zeit bis zum 1. ATS oder Pneumonie“ ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Morbidität - Erythrozyten-Transfusionsfreiheit
- Der Endpunkt „Erythrozyten-Transfusionsfreiheit“ wird daher für die vorliegende Bewertung nicht herangezogen.
- Gesundheitszustand
- Die Rücklaufquoten liegen jedoch zu keinem Messzeitpunkt über 70 %, sodass die Aussagekraft der Ergebnisse als nicht belastbar anzusehen ist.
- Die Ergebnisse zum Gesundheitszustand werden daher nicht zur Beurteilung des Ausmaßes des Zusatznutzens herangezogen.
- Lebensqualität
- In der Studie HOPE wurden keine Daten zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität erhoben.
- Nebenwirkungen - Unerwünschte Ereignisse (UE) gesamt
- UE traten bei ca. 90 % der Patientinnen und Patienten im Interventionsarm und bei ca. 90 % der Patientinnen und Patienten im Vergleichsarm auf.
- Die Ergebnisse werden nur ergänzend dargestellt.
- Nebenwirkungen - Schwerwiegende UE (SUE), schwere UE (CTCAE-Grad ≥ 3) und Therapieabbrüche aufgrund von UE
- Bei den Endpunkten SUE, schwere UE (CTCAE-Grad ≥ 3) und Therapieabbrüche aufgrund von UE zeigen sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen.
- Nebenwirkungen - Weitere relevante Sicherheitsereignisse
- Im Detail zeigt sich bei den Ergebnissen zu SUE und schweren UE (CTCAE-Grad ≥ 3), die mit einer Inzidenz > 5 % in einem Studienarm aufgetreten sind, allein zu schweren UE (CTCAE-Grad ≥ 3) bei der Systemorganklasse (SOC) „Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort“ ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Voxelotor (+ ggf. Hydroxycarbamid) gegenüber Placebo (+ ggf. Hydroxycarbamid).
- In der Gesamtbetrachtung der Endpunktkategorie Nebenwirkungen
- In der Gesamtbetrachtung der Endpunktkategorie Nebenwirkungen ergeben sich somit insgesamt keine bewertungsrelevanten Unterschiede zwischen Voxelotor (+ ggf. Hydroxycarbamid) und Placebo (+ ggf. Hydroxycarbamid).
- In der Gesamtschau der Ergebnisse zur Morbidität
- In der Gesamtschau der Ergebnisse zur Morbidität lässt sich weder ein Vor- noch ein Nachteil für Voxelotor (+ ggf. Hydroxycarbamid) gegenüber Placebo (+ ggf. Hydroxycarbamid) feststellen.
- Gesamtbewertung
- Für die Nutzenbewertung von Voxelotor als Monotherapie in Kombination mit Hydroxycarbamid zur Behandlung von hämolytischer Anämie infolge Sichelzellkrankheit bei Patientinnen und Patienten ab 12 Jahren, liegen die Ergebnisse der Studie HOPE vor.
- Zum Gesamtüberleben wurden zwei Todesfälle in jedem Studienarm deskriptiv berichtet, die im Rahmen der Erhebung der unerwünschten Ereignisse (UE) dokumentiert wurden.
- Effektschätzungen liegen nicht vor, sodass die vorliegenden Daten keine Aussage zum Ausmaß des Zusatznutzens ermöglichen.
- Für die Endpunktkategorie Morbidität liegen Ergebnisse zum Auftreten von vasookklusiven Krisen (VOC) und akuten Thoraxsyndromen (ATS) oder Pneumonien vor.
- Dabei zeigt sich weder für VOC noch für ATS oder Pneumonien ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität wurden in der Studie HOPE keine Daten erhoben.
- Auch bei den Nebenwirkungen liegen insgesamt keine bewertungsrelevanten Unterschiede zwischen Voxelotor (+ ggf. Hydroxycarbamid) und Placebo (+ ggf. Hydroxycarbamid) vor.
- In der Gesamtschau stuft der G-BA das Ausmaß des Zusatznutzens von Voxelotor (+ ggf. Hydroxycarbamid) zur Behandlung von Patientinnen und Patienten ab 12 Jahren mit hämolytischer Anämie infolge Sichelzellkrankheit als nicht quantifizierbarer ein, weil die wissenschaftliche Datengrundlage eine Quantifizierung nicht zulässt.
Zugehörige Verfahren
| Voxelotor (1) | Oxbryta® | Global Blood Therapeutics Germany GmbH | Hämolytische Anämie bei Sichelzellkrankheit, Monotherapie oder Kombination mit Hydroxycarbamid, ≥ 12 Jahre | 1.590–2.580 | 100% Anhaltspunkt für nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen Orphan |
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