Vimseltinib (1) – Romvimza®
Symptomatische tenosynoviale Riesenzelltumoren
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 01.11.2025 – Zulassung: 17.09.2025 |
|---|---|
| Beschluss | 16.04.2026 |
| Wirkstoff | Vimseltinib |
| Handelsname | Romvimza® |
| Pharm. Unternehmer | Deciphera Pharmaceuticals (Netherlands) B.V. |
| G-BA Vorgangsnummer | D-1253 |
| ATC-Code | L01EX29 Andere Proteinkinase-Inhibitoren (L01EX) |
| ICD-10 Codes (AIS) | M12.20Villonoduläre Synovitis (pigmentiert): Mehrere Lokalisationen, M12.21Villonoduläre Synovitis (pigmentiert): Schulterregion (Klavikula, Skapula, Akromioklavikular-, Schulter-, Sternoklavikulargelenk), M12.22Villonoduläre Synovitis (pigmentiert): Oberarm (Humerus, Ellenbogengelenk), M12.23Villonoduläre Synovitis (pigmentiert): Unterarm (Radius, Ulna, Handgelenk), M12.24Villonoduläre Synovitis (pigmentiert): Hand (Finger, Handwurzel, Mittelhand, Gelenke zwischen diesen Knochen), M12.25Villonoduläre Synovitis (pigmentiert): Beckenregion und Oberschenkel (Becken, Femur, Gesäß, Hüfte, Hüftgelenk, Iliosakralgelenk), M12.26Villonoduläre Synovitis (pigmentiert): Unterschenkel (Fibula, Tibia, Kniegelenk), M12.27Villonoduläre Synovitis (pigmentiert): Knöchel und Fuß (Fußwurzel, Mittelfuß, Zehen, Sprunggelenk, sonstige Gelenke des Fußes), M12.28Villonoduläre Synovitis (pigmentiert): Sonstige (Hals, Kopf, Rippen, Rumpf, Schädel, Wirbelsäule), M12.29Villonoduläre Synovitis (pigmentiert): Nicht näher bezeichnete Lokalisation |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I127909Pigmentierte villonoduläre Synovialitis, I134079Pigmentierte villonoduläre Synovialitis an mehreren Lokalisationen, I134080Pigmentierte villonoduläre Synovialitis in der Schulterregion, I134081Pigmentierte villonoduläre Synovialitis am Oberarm, I134082Pigmentierte villonoduläre Synovialitis am Unterarm, I134083Pigmentierte villonoduläre Synovialitis an der Hand, I134084Pigmentierte villonoduläre Synovialitis am Oberschenkel, I134086Pigmentierte villonoduläre Synovialitis am Unterschenkel, I134087Pigmentierte villonoduläre Synovialitis am Fuß, I134089Pigmentierte villonoduläre Synovialitis an der Wirbelsäule |
| ORPHAcodes (AIS) | 66627Pigmentierte villonoduläre Synovialitis, 66627Pigmentierte villonoduläre Synovialitis an mehreren Lokalisationen, 66627Pigmentierte villonoduläre Synovialitis in der Schulterregion, 66627Pigmentierte villonoduläre Synovialitis am Oberarm, 66627Pigmentierte villonoduläre Synovialitis am Unterarm, 66627Pigmentierte villonoduläre Synovialitis an der Hand, 66627Pigmentierte villonoduläre Synovialitis am Oberschenkel, 66627Pigmentierte villonoduläre Synovialitis am Unterschenkel, 66627Pigmentierte villonoduläre Synovialitis am Fuß, 66627Pigmentierte villonoduläre Synovialitis an der Wirbelsäule |
| Therapeutisches Gebiet | Onkologische Erkrankungen Orphan |
| Grund des Verfahrens | Erstbewertung |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
|
Romvimza wird angewendet zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit symptomatischen tenosynovialen Riesenzelltumoren (Tenosynovial Giant Cell Tumours, TGCT), die mit einer klinisch relevanten Verschlechterung der körperlichen Funktionsfähigkeit assoziiert sind und bei denen chirurgische Optionen ausgeschöpft sind oder zu einer inakzeptablen Morbidität oder Behinderung führen würden. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| Erwachsene mit symptomatischen tenosynovialen Riesenzelltumoren (Tenosynovial Giant Cell Tumours, TGCT), die mit einer klinisch relevanten Verschlechterung der körperlichen Funktionsfähigkeit assoziiert sind und bei denen chirurgische Optionen ausgeschöpft sind oder zu einer inakzeptablen Morbidität oder Behinderung führen würden | – (Orphan Drug) |
Studien und Ergebnisse
- Klinische Studien
- Für die Bewertung des Ausmaßes des Zusatznutzens von Vimseltinib im Anwendungsgebiet tenosynoviale Riesenzelltumore (TGCT) wurden vom pharmazeutischen Unternehmer Daten der multizentrischen, randomisierten, Placebo-kontrollierten mehrteiligen Phase-III-Studie MOTION vorgelegt, die seit Oktober 2021 in 30 Studienzentren in Nordamerika, Europa und Asien durchgeführt wird.
- Bei der noch laufenden Studie MOTION wird Vimseltinib (+ Best-Supportive-Care, BSC) gegen Placebo (+ BSC) bei Erwachsenen mit symptomatischem TGCT [...] verglichen.
Erwachsene mit symptomatischen tenosynovialen Riesenzelltumoren (Tenosynovial Giant Cell Tumours, TGCT), die mit einer klinisch relevanten Verschlechterung der körperlichen Funktionsfähigkeit assoziiert sind und bei denen chirurgische Optionen ausgeschöpft sind oder zu einer inakzeptablen Morbidität oder Behinderung führen würden
- Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen
- Insgesamt leitet der G-BA hinsichtlich der Aussagekraft der Nachweise einen Hinweis für den festgestellten Zusatznutzen ab.
- Somit lässt sich insgesamt ein beträchtlicher Zusatznutzen von Vimseltinib + BSC gegenüber Placebo + BSC bei Erwachsenen mit symptomatischen tenosynovialen Riesenzelltumoren (Tenosynovial Giant Cell Tumours, TGCT), die mit einer klinisch relevanten Verschlechterung der körperlichen Funktionsfähigkeit assoziiert sind und bei denen chirurgische Optionen ausgeschöpft sind oder zu einer inakzeptablen Morbidität oder Behinderung führen würden, feststellen.
- Mortalität
- In der Studie Motion wurden Todesfälle im Rahmen der Sicherheit als UE, die zum Tod führten, erfasst. Es traten keine Todesfälle auf.
- Morbidität
- In der MOTION ist das Tumoransprechen bzw. die „Objektive Ansprechrate“ (ORR) definiert als der Anteil der Studienteilnehmenden mit einem kompletten Ansprechen (CR) oder partiellen Ansprechen (PR) zu Woche 25, wobei CR und PR wie folgt definiert sind:
- CR: Verschwinden aller Zielläsionen. Alle pathologischen Lymphknoten müssen in der kurzen Achse kleiner als 10 mm sein. Nicht-noduläre Zielläsionen müssen verschwunden sein.
- PR: Mindestens 30 % Abnahme der Summe des Durchmessers der Zielläsionen, wobei die Summe der Ausgangsdurchmesser als Referenz dient.
- Die Beurteilung des Tumoransprechens erfolgte mittels unabhängiger radiologischer Überprüfung (IRR) nach Response Evaluation Criteria In Solid Tumors (RECIST) Version 1.1-Kriterien und somit nicht symptombezogen, sondern maßgeblich auf Basis bildgebender Verfahren. Aus diesem Grund wird dieser Endpunkt als nicht patientenrelevant eingestuft.
- Die körperliche Funktionsfähigkeit wurde in der Studie MOTION anhand von 15 Fragen aus der standardisierten Itembank des „Patient-Reported Outcomes Measurement Information System Physical Function“ (PROMIS PF) sowie mittels der selbstberichteten Fragebögen PGIC-PF und PGIS-PF erhoben.
- Dabei zeigt sich für den Endpunkt körperliche Funktionsfähigkeit mittels PROMIS PF ein statistisch signifikanter und klinisch relevanter Unterschied zugunsten von Vimseltinib zu Woche 25. Für den PGIC-/PGIS-PF zeigt sich jeweils ebenfalls eine statistisch signifikante Verbesserung für Vimseltinib.
- Im Hinblick auf die vorliegenden Ergebnisse zum PGIC-/PGIS-PF liegt eine potenzielle Doppelerfassung hinsichtlich des Endpunktes „körperlichen Funktionsfähigkeit“ vor. Insgesamt werden die Ergebnisse zum PGIC-/PGIS-PF daher als Bestätigung der Ergebnisse des PROMIS PF bewertet.
- Dabei zeigt sich für den Endpunkt Steifigkeit mittels NRS ein statistisch signifikanter Vorteil von Vimseltinib zu Woche 25. Für den PGIC-ROM zeigt sich ebenfalls eine statistisch signifikante Verbesserung für Vimseltinib.
- Im Hinblick auf die vorliegenden Ergebnisse zum PGIC-ROM liegt auch hier eine potenzielle Doppelerfassung hinsichtlich des Endpunktes „Einschränkungen im Bewegungsumfang“ vor. Insgesamt werden die Ergebnisse zum PGIC-ROM daher als Bestätigung der Ergebnisse der NRS-Steifigkeit bewertet.
- Dabei zeigt sich zu Woche 25 ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Vimseltinib im Vergleich zu Baseline.
- Der aktive Bewegungsumfang wird nicht als unmittelbar patientenrelevant erachtet und nur ergänzend dargestellt.
- Dabei zeigt sich für die beiden Skalen „Schmerzen“ und „Durchschnittlicher Schmerz“ jeweils ein statistisch signifikanter und klinisch relevanter Vorteil von Vimseltinib zu Woche 25.
- Dabei zeigt sich für den Endpunkt Gesundheitszustand mittels EQ-5D VAS ein statistisch signifikanter Vorteil zugunsten von Vimseltinib zu Woche 25.
- Für den PGIC-Krankheitssymptomatik zeigt sich eine statistisch signifikante Verbesserung für Vimseltinib.
- In der Gesamtbetrachtung der Endpunktkategorie Morbidität zeigen sich konsistente und deutliche Vorteile für Vimseltinib in beinahe allen Endpunkten.
- Lebensqualität
- In der Studie MOTION wurden keine Daten zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität erhoben.
- Nebenwirkungen
- In der Studie MOTION traten in beiden Studienarmen bei nahezu allen Patientinnen und Patienten UE auf. Die Ergebnisse werden nur ergänzend dargestellt.
- Für die Endpunkte SUE und Therapieabbrüche aufgrund von UE zeigt sich jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Für den Endpunkt schwere UE zeigt sich ein statistisch signifikanter Nachteil von Vimseltinib + BSC gegenüber Placebo + BSC.
- Zusammenfassend zeigen sich bei den Nebenwirkungen für Vimseltinib Nachteile durch die Zunahme von schweren UEs.
- Gesamtbewertung
- In der Studie MOTION sind keine Todesfälle aufgetreten.
- Für die Endpunktkategorie Morbidität ergibt sich für die Behandlung mit Vimseltinib unter Betrachtung der Endpunkte „Körperliche Funktionsfähigkeit“ (mittels PROMIS PF und PGIC-/PGIS-PF), „Stärkster Schmerz“ und „Durchschnittlicher Schmerz“ (jeweils mittels BPI-SF), „Einschränkungen im Bewegungsumfang“ (mittels NRS-Steifigkeit und PGIC-ROM), „Gesundheitszustand“ mittels EQ-5D VAS sowie dem PGIC-Krankheitssymptomatik ein insgesamt deutlicher Vorteil von Vimseltinib.
- Zur Endpunktkategorie gesundheitsbezogene Lebensqualität wurden in der Studie MOTION keine Daten erhoben.
- In der Endpunktkategorie Nebenwirkungen zeigt sich für Vimseltinib ein Nachteil durch die relevante Zunahme von schweren UE; in den Endpunkten schwerwiegende UE sowie Therapieabbrüche wegen UE zeigen sich keine Unterschiede.
- In der Gesamtbetrachtung steht den konsistent positiven Effekten in der Morbidität (körperliche Funktionsfähigkeit, Schmerzen, Einschränkungen im Bewegungsumfang und Gesundheitsstatus) ein negativer Effekt in der Endpunktkategorie Nebenwirkungen (schwere UE) gegenüber. Der negative Effekt wird dahingehend beurteilt, dass dieser das Ausmaß des Zusatznutzens aufgrund der deutlichen Verbesserung der Morbidität nicht infrage stellt.
- Gesamtschau
- In der Gesamtschau liegen konsistent positive Effekte in beinahe allen Endpunkten der Kategorie Morbidität vor. Demgegenüber zeigt sich ein Nachteil bei den Nebenwirkungen durch die Zunahme bei den schweren UE, welcher die konsistenten Vorteile in der Morbidität jedoch nicht infrage stellt.
- Insgesamt wird ein beträchtlicher Zusatznutzen von Vimseltinib festgestellt.
Zugehörige Verfahren
| Vimseltinib (1) | Romvimza® | Deciphera Pharmaceuticals (Netherlands) B.V. | Symptomatische tenosynoviale Riesenzelltumoren | 160–1.140 | 100% Hinweis auf beträchtlicher Zusatznutzen Orphan |
<< Liste aller Beschlüsse