Vibegron (1) – Obgemsa®
Überaktive Blase
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 01.03.2025 – Zulassung: 27.06.2024 |
|---|---|
| Beschluss | 21.08.2025 |
| Wirkstoff | Vibegron |
| Handelsname | Obgemsa® |
| Pharm. Unternehmer | Pierre Fabre Pharma GmbH |
| G-BA Vorgangsnummer | D-1116 |
| ATC-Code | n.d. |
| ICD-10 Codes (AIS) | N32.8Sonstige näher bezeichnete Krankheiten der Harnblase |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I86756Überaktive Harnblase |
| Therapeutisches Gebiet | Krankheiten des Urogenitalsystems überaktive Blase (OAB) |
| Grund des Verfahrens | Erstbewertung |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
|
Obgemsa wird angewendet bei Erwachsenen zur symptomatischen Therapie bei überaktiver Blase (ÜAB-Syndrom). |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| Erwachsene mit überaktiver Blase | Erwachsene mit überaktiver Blase |
Studien und Ergebnisse
|
Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
1 (RVT-901-3003) |
|---|---|
|
Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
H2H vs. ZVT |
|
Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
nein |
- Klinische Studien
- Die randomisierte, kontrollierte, doppelblinde, multizentrische Studie 3003 untersuchte die Gabe von Vibegron gegenüber Tolterodin bzw. Placebo bei Erwachsenen mit diagnostizierter überaktiver Blase.
- Die randomisierte, kontrollierte, doppelblinde, multizentrische Studie 3004 untersuchte die Gabe von Vibegron gegenüber Tolterodin über 40 Wochen.
Erwachsene mit überaktiver Blase
- Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
- Zusammengenommen wird festgestellt, dass für Erwachsene mit überaktiver Blase ein Zusatznutzen für Vibegron gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie Tolterodin nicht belegt ist.
- Mortalität
- In den Studien 3003 und 3004 trat kein Todesfall auf.
- Morbidität - Gesundheitszustand (EQ-5D VAS)
- Für den Endpunkt Gesundheitszustand, erhoben mit der visuellen Analogskala (VAS) des EQ-5D, zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Morbidität - Symptomatik (Symptom Bother Score, PGI-Change, PGI-Severity und PGI-Control)
- Für die Nutzenbewertung werden die Responderanalysen herangezogen, die eine Verbesserung abbilden.
- Insgesamt zeigt sich für die Endpunkte jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Morbidität - Inkontinenz
- Bei den Endpunkten Inkontinenz und Dranginkontinenz zeigt sich auf Basis der Mittelwertdifferenzen jeweils ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Vibegron im Vergleich zu Tolterodin.
- Jedoch lässt sich aus den dazugehörigen Effektschätzern und zugehörigen 95 %-Konfidenzintervallen nicht ableiten, dass mit dem mittleren Unterschied von jeweils einer halben Inkontinenz-Episode zwischen den beiden Behandlungsarmen klinisch relevante Effekte vorliegen.
- Diese Einschätzung erfolgt auch vor dem Hintergrund, dass sich die Vorteile nicht in anderen patientenrelevanten Endpunkten wie der Miktionshäufigkeit, dem imperativen Harndrang oder der Nykturie widerspiegeln.
- Morbidität - Dranginkontinenz
- Bei den Endpunkten Inkontinenz und Dranginkontinenz zeigt sich auf Basis der Mittelwertdifferenzen jeweils ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Vibegron im Vergleich zu Tolterodin.
- Jedoch lässt sich aus den dazugehörigen Effektschätzern und zugehörigen 95 %-Konfidenzintervallen nicht ableiten, dass mit dem mittleren Unterschied von jeweils einer halben Inkontinenz-Episode zwischen den beiden Behandlungsarmen klinisch relevante Effekte vorliegen.
- Diese Einschätzung erfolgt auch vor dem Hintergrund, dass sich die Vorteile nicht in anderen patientenrelevanten Endpunkten wie der Miktionshäufigkeit, dem imperativen Harndrang oder der Nykturie widerspiegeln.
- Morbidität - Miktionshäufigkeit
- Für die Endpunkte Miktionshäufigkeit, Imperativer Harndrang und Nykturie zeigt sich jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Morbidität - Imperativer Harndrang
- Für die Endpunkte Miktionshäufigkeit, Imperativer Harndrang und Nykturie zeigt sich jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Gesundheitsbezogene Lebensqualität
- Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde mit dem OAB-q LF erhoben.
- Für die Nutzenbewertung werden die Responderanalysen herangezogen, die eine klinisch relevante Verbesserung abbilden.
- Es zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Dabei liegt eine Effektmodifikation durch das Merkmal „Alter“ vor: Für Personen ≥ 65 Jahre ergibt sich eine statistisch signifikante Verbesserung der Lebensqualität im Vibegron-Arm im Vergleich zum Tolterodin-Arm.
- Für Personen < 65 Jahre zeigt sich weiterhin kein statistisch signifikanter Unterschied.
- Diese Effektmodifikation spiegelt sich jedoch in keinen weiteren patientenrelevanten Endpunkten wider.
- Zudem ist die medizinische Rationale für diese Altersgrenze unklar.
- Insgesamt werden die Ergebnisse der beobachteten Effektmodifikation durch das Merkmal „Alter“ als nicht hinreichend angesehen, um in der Gesamtbewertung getrennte Aussagen zum Zusatznutzen für Personen < 65 Jahre und ≥ 65 Jahre abzuleiten.
- Nebenwirkungen - Schwere unerwünschte Ereignisse (SUE), schwere UEs und Abbruch wegen UEs
- Für die Gesamtraten der schwerwiegenden unerwünschte Ereignisse (SUE), schweren UEs und Abbruch wegen UEs zeigt sich jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Gesamtbewertung
- Es liegen die Ergebnisse der Studien 3003 und 3004 vor.
- Für die Bewertung des Zusatznutzens wird ausschließlich die Teilpopulation betrachtet, die während der beiden Studien – und damit durchgängig über einen Zeitraum von 52 Wochen – mit Vibegron oder Tolterodin behandelt wurde.
- In den Studien traten keine Todesfälle auf.
- Für die Endpunktkategorie der Morbidität zeigt sich für die Endpunkte Gesundheitszustand (EQ-5D VAS), Symptomatik (erhoben mittels Symptom Bother Score, PGI-Change, PGI-Severity und PGI-Control), Miktionshäufigkeit, Imperativer Harndrang und Nykturie jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Für die Endpunkte Inkontinenz und Dranginkontinenz ergibt sich auf Basis der Mittelwertdifferenzen jeweils ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Vibegron im Vergleich zu Tolterodin.
- Die Reduktion um eine halbe Inkontinenz-Episode pro Tag wird jedoch nicht als klinisch relevanter Vorteil bewertet.
- Diese Einschätzung erfolgt auch vor dem Hintergrund, dass sich die Vorteile nicht in anderen patientenrelevanten Endpunkten wie der Miktionshäufigkeit, dem imperativen Harndrang oder der Nykturie widerspiegeln.
- Für die Endpunktkategorie der gesundheitsbezogenen Lebensqualität, erhoben über den OAB-q LF, zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Dabei liegt eine Effektmodifikation durch das Merkmal „Alter“ vor.
- Für Personen ≥ 65 Jahre ergibt sich eine statistisch signifikante Verbesserung der Lebensqualität zugunsten von Vibegron gegenüber Tolterodin.
- Die Ergebnisse der beobachteten Effektmodifikation durch das Merkmal „Alter“ werden jedoch nicht als hinreichend angesehen, um in der Gesamtbewertung getrennte Aussagen zum Zusatznutzen für Personen < 65 Jahre und ≥ 65 Jahre abzuleiten.
- Für die Endpunktkategorie der Nebenwirkungen zeigt sich in den Gesamtraten der schwerwiegenden unerwünschte Ereignisse (SUE), schweren UEs und Abbruch wegen UEs jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Im Detail zeigt sich für das UE Mundtrockenheit ein statistisch signifikanter Vorteil von Vibegron im Vergleich zu Tolterodin.
- In der Gesamtschau der Ergebnisse in der Kategorie Nebenwirkungen wird kein Zusatznutzen von Vibegron im Vergleich zu Tolterodin abgeleitet.
- Zusammengenommen wird festgestellt, dass für Erwachsene mit überaktiver Blase ein Zusatznutzen für Vibegron gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt ist.
Zugehörige Verfahren
| Vibegron (1) | Obgemsa® | Pierre Fabre Pharma GmbH | Überaktive Blase | 587.900–1.270.000 | 100% Zusatznutzen nicht belegt |
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