Vericiguat (1) – Verquvo®
Herzinsuffizienz, chronische
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 15.09.2021 – Zulassung: 16.07.2021 |
|---|---|
| Beschluss | 03.03.2022 |
| Wirkstoff | Vericiguat |
| Handelsname | Verquvo® |
| Pharm. Unternehmer | Bayer Vital GmbH |
| G-BA Vorgangsnummer | D-724 |
| ATC-Code | C01DX22 Andere bei Herzerkrankungen eingesetzte Vasodilatatoren (C01DX) |
| ICD-10 Codes (AIS) | I50.01Sekundäre Rechtsherzinsuffizienz, I50.12Linksherzinsuffizienz: Mit Beschwerden bei stärkerer Belastung, I50.13Linksherzinsuffizienz: Mit Beschwerden bei leichterer Belastung, I50.14Linksherzinsuffizienz: Mit Beschwerden in Ruhe |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I115729Linksherzinsuffizienz mit Beschwerden in Ruhe, I27019Rechtsherzinsuffizienz, I86842Linksherzinsuffizienz mit Beschwerden bei stärkerer Belastung, I86845Linksherzinsuffizienz mit Beschwerden bei leichterer Belastung |
| DDD Tagesdosis | 10 mg oral |
| Therapeutisches Gebiet | Herz-Kreislauf-Erkrankungen Chronische Herzinsuffizienz (CHF) |
| Grund des Verfahrens | Erstbewertung |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
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Verquvo wird angewendet zur Behandlung von symptomatischer, chronischer Herzinsuffizienz bei erwachsenen Patienten mit reduzierter Ejektionsfraktion, die nach einem kürzlich aufgetretenen Dekompensationsereignis, das eine i. v.-Therapie erforderte, stabilisiert wurden. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| Erwachsene mit einer symptomatischen, chronischen Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion, die nach einem kürzlich aufgetretenen Dekompensationsereignis, das eine i. v.-Therapie erforderte, stabilisiert wurden | Eine optimierte Standardtherapie zur Behandlung der symptomatischen, chronischen Herzinsuffizienz und der zugrundeliegenden Erkrankungen, wie z. B. Hypertonie, Herz-rhythmusstörungen, Koronare Herzkrankheit, Diabetes mellitus, Hypercholesterinämie sowie der Begleitsymptome |
Studien und Ergebnisse
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Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
1 (VICOTRIA) |
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Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
H2H vs. ZVT |
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Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
nein |
- Klinische Studien
- Der pharmazeutische Unternehmer legt die placebokontrollierte, doppelblinde, randomisierte Studie VICTORIA vor, in der Patientinnen und Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz der NYHA-Klassen II bis IV mit reduzierter linksventrikulärer Ejektionsfraktion (LVEF) ≤ 45 % untersucht wurden.
Erwachsene mit einer symptomatischen, chronischen Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion, die nach einem kürzlich aufgetretenen Dekompensationsereignis, das eine i. v.-Therapie erforderte, stabilisiert wurden
- Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen
- In der Gesamtschau wird ein Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen abgeleitet.
- Aufgrund der oben beschriebenen Unsicherheiten wird die Aussagesicherheit in der Kategorie „Anhaltspunkt“ eingeordnet.
- Mortalität
- Weder für den Endpunkt „Gesamtmortalität“ noch für den ergänzend dargestellten Endpunkt „kardiovaskulärer Tod“ ergeben sich statistisch signifikante Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen.
- Morbidität - Gesamthospitalisierung
- Der Endpunkt „Gesamthospitalisierung“ war in der Studie VICTORIA nicht geplant, es liegen keine genaueren Angaben zur Operationalisierung vor.
- Aus den im Stellungnahmeverfahren nachgereichten Daten zeigt sich für die „Gesamthospitalisierung“ ein statistisch signifikanter Vorteil für Vericiguat im Vergleicht zum Kontrollarm.
- Morbidität - Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz
- Der Endpunkt „Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz“ wird im vorliegenden Fall ergänzend dargestellt.
- Es zeigt sich dabei ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Vericiguat gegenüber dem Vergleichsarm.
- Zudem wird eine Effektmodifikation hinsichtlich des Alters festgestellt: für Erwachsene jünger als 75 Jahre traten statistisch signifikant weniger Hospitalisierungen aufgrund von Herzinsuffizienz im Vericiguat-Arm im Vergleich zur Kontrolle auf, und bei Erwachsenen im Alter von 75 Jahren oder älter ergaben sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen.
- Morbidität - Myokardinfarkt und Schlaganfall
- Bei den Endpunkten „Myokardinfarkt“ und „Schlaganfall“ zeigen sich jeweils keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen.
- Morbidität - Gesundheitszustand
- Die Erhebung des Gesundheitszustands erfolgte in der Studie mittels der visuellen Analogskala (VAS) des Fragebogens EQ-5D.
- Für die Verbesserung um ≥ 15 Punkte zu Woche 32 zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Lebensqualität - Kansas City Cardiomyopathy Questionnaire (KCCQ)
- Für die Endpunktkategorie gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde der Fragebogen KCCQ eingesetzt.
- Für den klinischen Summenscore KCCQ-OSS operationalisiert als Verbesserung um ≥ 15 % ergeben sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen.
- Der pharmazeutische Unternehmer legt Auswertungen von Responderanalysen unter Verwendung des Kriteriums Verbesserung um ≥ 5 Punkte im Vergleich zum Ausgangswert zu Woche 32 vor.
- Daraus ergibt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Vericiguat gegenüber dem Vergleichsarm.
- Nebenwirkungen - Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE)
- Für den Endpunkt SUE ergeben sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen.
- Nebenwirkungen - Abbruch wegen unerwünschter Ereignisse (UE)
- Für den Endpunkt Abbruch wegen UE ergeben sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen.
- Nebenwirkungen - Hypotonie
- Im Detail zeigen sich bei den spezifischen UE Hypotonie (PT, SUE) keine statistisch signifikanten Differenzen zwischen den Behandlungsgruppen.
- Nebenwirkungen - Erkrankung des Blutes und des Lymphsystems
- Im Detail zeigt sich für den Endpunkt Erkrankung des Blutes und des Lymphsystems (SOC, SUE) ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen zum Nachteil von Vericiguat gegenüber dem Vergleichsarm.
- Nebenwirkungen - Vorhofflimmern
- Im Detail ergibt sich für den Endpunkt Vorhofflimmern (PT, SUE) ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen zum Vorteil von Vericiguat gegenüber dem Vergleichsarm.
- Gesamtbewertung / Fazit
- Für die Kategorie Mortalität, beim Endpunkt „Gesamtmortalität“ und für den ergänzend dargestellten Endpunkt „kardiovaskuläre Mortalität“, zeigt sich jeweils kein statistisch signifikanter Unterscheide zwischen den Behandlungsarmen.
- In der Kategorie Morbidität wird ein statistisch signifikanter Vorteil von Vericiguat gegenüber dem Vergleichsarm beim Endpunkt „Gesamthospitalisierung“ festgestellt.
- Für weitere Endpunkte der Kategorie Morbidität: Myokardinfarkt, Schlaganfall und Gesundheitszustand, erhoben anhand des EQ-5D VAS, ergeben sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen.
- In der Kategorie gesundheitsbezogene Lebensqualität liegen Daten für den klinischen Summenscore KCCQ-OSS in zwei Operationalisierungen vor, die je nach Operationalisierung unterschiedliche Effekte zeigen.
- Für die Operationalisierung als Verbesserung um ≥ 15 % ergeben sich keine statistisch signifikanten Unterschiede.
- Für die Verbesserung um ≥ 5 Punkte zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Vericiguat.
- In der Kategorie Nebenwirkungen werden für die Gesamtrate der SUE und Abbrüche wegen UE keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen festgestellt.
- Bei den spezifischen UE ergab sich im Detail für den Endpunkt Erkrankung des Blutes und des Lymphsystems (SOC, SUE) ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Vericiguat gegenüber der Kontrolle, während für den Endpunkt Vorhofflimmern (PT, SUE) sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil für Vericiguat zeigte.
- In der Gesamtschau der Ergebnisse auf Basis der positiven Effekte von Vericiguat bei der Vermeidung von Gesamthospitalisierungen und der Verbesserung der Lebensqualität (operationalisiert als Verbesserung um ≥ 5 Punkte im KCCQ-OSS:) wird insgesamt ein geringer Zusatznutzen für Vericiguat gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie abgeleitet.
Zugehörige Verfahren
| Vericiguat (1) | Verquvo® | Bayer Vital GmbH | Herzinsuffizienz, chronische | 74.600–530.000 | 100% Anhaltspunkt für geringer Zusatznutzen |
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