Vamorolon (1) – Agamree®

Duchenne-Muskeldystrophie, ≥ 4 Jahren

Steckbrief

Start des Verfahrens 15.01.2024 – Zulassung: 14.12.2023
Beschluss 04.07.2024
Wirkstoff Vamorolon
Handelsname Agamree®
Pharm. Unternehmer Santhera Pharmaceuticals GmbH
G-BA Vorgangsnummer D-1037
ATC-Code H02AB18 Glucocorticoide (H02AB)
ICD-10 Codes (AIS) G71.0Muskeldystrophie
Alpha-ID Codes (AIS) I14724Duchenne-Muskeldystrophie
ORPHAcodes (AIS) 98896Duchenne-Muskeldystrophie
Therapeutisches Gebiet Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems Duchenne Muskeldystrophie (DMD) Orphan
Grund des Verfahrens Erstbewertung

Anwendungsgebiet des Beschlusses

Agamree wird angewendet für die Behandlung von Duchenne-Muskeldystrophie (DMD) bei Patienten ab 4 Jahren.

Patientengruppe Indikation ZVT
Patienten ab einem Alter von 4 Jahren mit Duchenne Muskeldystrophie – (Orphan Drug)

Studien und Ergebnisse

Anzahl Studien
(beste Patientengruppe)
1 (VB15-004)
Studiendesign
(beste Patientengruppe)
H2H vs. ZVT
Metaanalyse
(beste Patientengruppe)
nein

  • Klinische Studien
    • Bei der Studie VISION-DMD handelt es sich um eine randomisierte, doppelblinde, Placebo- und aktiv-kontrollierte Phase-IIb-Studie zum Vergleich zweier Dosierungen von Vamorolon (2,0 mg/kg/täglich und 6,0 mg/kg/täglich) gegenüber Prednison (0,75 mg/kg/täglich) bzw. Placebo.
    • Bei der Studie FOR-DMD handelt es sich um eine randomisierte, kontrollierte Studie bei der drei Kortikosteroid-Dosierungsschemata bei kortikosteroid-naiven Patienten im Alter zwischen 4-7 Jahren mit DMD untersucht wurden.

Patienten ab einem Alter von 4 Jahren mit Duchenne-Muskeldystrophie

  • Für Patienten ab 4 Jahren mit Duchenne-Muskeldystrophie liegt ein Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen vor, weil die wissenschaftliche Datengrundlage eine Quantifizierung nicht zulässt.
  • Mortalität
    • In der Studie VISION-DMD traten keine Todesfälle während der Behandlungsphase 1 (Woche 24) auf.
  • Morbidität - Time-to-Stand-Test (TTSTAND)
    • Bei dem Endpunkt TTSTAND wird die Zeit (in Sekunden) gemessen, die ein Patient benötigt, um aus der Rückenlage auf dem Boden in einen aufrechten Stand zu gelangen („Aufstehdauer“). Der Endpunkt wird im vorliegenden Anwendungsgebiet als patientenrelevant angesehen.
    • Für den Endpunkt „Aufstehdauer“ (TTSTAND) zeigen sich zu Woche 24 keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Morbidität - Geh- / Laufstrecke von 10 m (TTRW)
    • Bei dem Endpunkt „Geh-/Laufstrecke von 10 m“ (TTRW) wird die Zeit gemessen, die der Patient benötigt, um 10 m zu gehen oder zu laufen. Der Endpunkt wird im vorliegenden Anwendungsgebiet als patientenrelevant angesehen.
    • Es zeigen sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Morbidität - Treppensteigen von 4 Stufen (TTCLIMB)
    • Der Endpunkt „Treppensteigen von 4 Stufen“ (TTCLIMB) misst die Zeit, die der Patient benötigt, um vier Treppenstufen zu steigen.
    • Der Endpunkt wird im vorliegenden Anwendungsgebiet als patientenrelevant angesehen.
    • Für die beiden Erhebungszeitpunkte (Baseline und Woche 24) konnten keine deskriptiven Daten identifiziert werden. Eine abschließende Beurteilung der Ergebnisse ist daher nicht möglich.
    • Es zeigen sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Morbidität - 6-Minuten-Gehtest (6MWT)
    • Der 6-Minuten-Gehtest (6-Minute Walk Test: 6MWT) dient der Untersuchung der körperlichen Funktion und erfasst die Distanz, die ein Patient innerhalb von 6 Minuten gehen kann. Der Endpunkt wird im vorliegenden Anwendungsgebiet als patientenrelevant angesehen.
    • Für den Endpunkt „6MWT“ zeigen sich zu Woche 24 keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Lebensqualität
    • Es wurde kein Daten zur Lebensqualität erhoben.
  • Nebenwirkungen
    • Während der Behandlungsphase 1 (Woche 24) ist ein schweres unerwünschtes Ereignis (UE) (Preferred Term „Aggression“) und ein Therapieabbruch aufgrund von UE jeweils bei einem Patienten im Behandlungsarm Prednison aufgetreten, es zeigen sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen. Schwerwiegende UE sind in diesem Zeitraum in der Studie VISION-DMD nicht aufgetreten.
  • Gesamtbewertung / Fazit
    • In der Studie traten keine Todesfälle auf, für die Kategorie Mortalität können daher keine Aussagen zum Ausmaß des Zusatznutzens abgeleitet werden.
    • In der Endpunktkategorie Morbidität zeigen sich für die Endpunkte Time-to-Stand-Test (TTSTAND), Geh- / Laufstrecke von 10 m (TTRW), Treppensteigen von 4 Stufen (TTCLIMB) und 6-Minuten-Gehtest (6MWT) keine signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen. Für die Kategorie Morbidität können daher ebenfalls keine Aussagen zum Ausmaß des Zusatznutzens abgeleitet werden.
    • In der Kategorie Nebenwirkungen zeigen sich bei den schweren UEs und den Therapieabbrüchen aufgrund von UEs jeweils keine signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen. Schwerwiegende UE sind nicht aufgetreten. Für die als Sicherheitsendpunkte erhobenen anthropometrischen Parameter zeigt sich für den Endpunkt Körperhöhe (z-Scores) ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Vamorolon und für den Endpunkt Körpergewicht (z-Score) ein statistisch signifikanter Unterschied zuungunsten von Vamorolon. Unter Berücksichtigung von Imbalancen in den Baselinewerten und dem Vorliegen von vergleichenden Daten für die Endpunkte Körpergröße und Körpergewicht über einen verhältnismäßig kurzen Zeitraum von 24 Wochen, lässt sich nicht ableiten, dass es sich um klinisch relevante Effekte handelt. Für die Kategorie Nebenwirkungen können daher ebenfalls keine Aussagen zum Ausmaß des Zusatznutzens abgeleitet werden.
    • In der Gesamtschau ergibt sich daher für Patienten ab 4 Jahren mit Duchenne-Muskeldystrophie ein nicht quantifizierbarer Zusatznutzen, weil die wissenschaftliche Datengrundlage eine Quantifizierung nicht zulässt.
  • Gesamtbewertung / Fazit
    • In der Studie traten keine Todesfälle auf, für die Kategorie Mortalität können daher keine Aussagen zum Ausmaß des Zusatznutzens abgeleitet werden.
    • In der Endpunktkategorie Morbidität zeigen sich für die Endpunkte Time-to-Stand-Test (TTSTAND), Geh- / Laufstrecke von 10 m (TTRW), Treppensteigen von 4 Stufen (TTCLIMB) und 6-Minuten-Gehtest (6MWT) keine signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen. Für die Kategorie Morbidität können daher ebenfalls keine Aussagen zum Ausmaß des Zusatznutzens abgeleitet werden.
    • In der Kategorie Nebenwirkungen zeigen sich bei den schweren UEs und den Therapieabbrüchen aufgrund von UEs jeweils keine signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen. Schwerwiegende UE sind nicht aufgetreten. Für die als Sicherheitsendpunkte erhobenen anthropometrischen Parameter zeigt sich für den Endpunkt Körperhöhe (z-Scores) ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Vamorolon und für den Endpunkt Körpergewicht (z-Score) ein statistisch signifikanter Unterschied zuungunsten von Vamorolon. Unter Berücksichtigung von Imbalancen in den Baselinewerten und dem Vorliegen von vergleichenden Daten für die Endpunkte Körpergröße und Körpergewicht über einen verhältnismäßig kurzen Zeitraum von 24 Wochen, lässt sich nicht ableiten, dass es sich um klinisch relevante Effekte handelt. Für die Kategorie Nebenwirkungen können daher ebenfalls keine Aussagen zum Ausmaß des Zusatznutzens abgeleitet werden.
    • In der Gesamtschau ergibt sich daher für Patienten ab 4 Jahren mit Duchenne-Muskeldystrophie ein nicht quantifizierbarer Zusatznutzen, weil die wissenschaftliche Datengrundlage eine Quantifizierung nicht zulässt.

Zugehörige Verfahren

Vamorolon (2) Agamree® Santhera Pharmaceuticals GmbH Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems Duchenne-Muskeldystrophie, ≥ 2 bis < 4 Jahre n.d. laufendes Verfahren Orphan
Vamorolon (1) Agamree® Santhera Pharmaceuticals GmbH Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems Duchenne-Muskeldystrophie, ≥ 4 Jahren 740–3.670 100% Anhaltspunkt für nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen Orphan


<< Liste aller Beschlüsse