Umeclidinium (1) – Incruse®
COPD
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 01.02.2016 – Zulassung: 28.04.2014 |
|---|---|
| Beschluss | 21.07.2016 |
| Wirkstoff | Umeclidinium |
| Handelsname | Incruse® |
| Pharm. Unternehmer | GlaxoSmithKline GmbH & Co KG |
| G-BA Vorgangsnummer | D-210 |
| ATC-Code | R03BB07 Anticholinergika (R03BB) |
| ICD-10 Codes (AIS) | J44.90Chronische obstruktive Lungenkrankheit, nicht näher bezeichnet: FEV1 <35 % des Sollwertes, J44.91Chronische obstruktive Lungenkrankheit, nicht näher bezeichnet: FEV1 >=35 % und <50 % des Sollwertes, J44.99Chronische obstruktive Lungenkrankheit, nicht näher bezeichnet: FEV1 nicht näher bezeichnet |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I110636Chronisch-obstruktive Lungenkrankheit, I131849Chronisch-obstruktive Lungenkrankheit mit FEV1 < 35 % des Sollwertes, I131851Chronisch-obstruktive Lungenkrankheit mit FEV1 >= 35 % und < 50 % des Sollwertes |
| DDD Tagesdosis | 55 mcg Inhalation |
| Therapeutisches Gebiet | Krankheiten des Atmungssystems Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) |
| Grund des Verfahrens | Erstbewertung |
| Besonderheit | ZVT-Änderung |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
|
„Incruse® ist für die bronchialerweiternde Erhaltungstherapie zur Symptomlinderung bei erwachsenen Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) angezeigt.“ |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| a) | Bronchialerweiternde Erhaltungstherapie zur Symptomlinderung bei erwachsenen Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD): Erwachsene Patienten mit COPD ab einem mittleren Schweregrad (50 % ≤ FEV11 < 80 % Soll): | Langwirksame Beta-2-Sympathomimetika oder langwirksame Anticholinergika (Tiotropium) oder die Kombination beider Wirkstoffklassen |
| b) | Bronchialerweiternde Erhaltungstherapie zur Symptomlinderung bei erwachsenen Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD): Bei darüberhinausgehenden Schweregraden (30 % ≤ FEV1 < 50 % Soll bzw FEV1 < 30 % Soll oder respiratorische Insuffizienz) mit ≥ 2 Exazerbationen pro Jahr | Langwirksame Beta-2-Sympathomimetika oder langwirksame Anticholinergika (Tiotropium) oder die Kombination beider Wirkstoffklassen und zusätzlich inhalative Corticosteroide (ICS) |
Studien und Ergebnisse
|
Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
1 (201316 (Woche 24)) |
|---|---|
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Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
H2H vs. ZVT |
|
Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
nein |
| Grund für Patientengruppenbildung (G-BA) | Krankheitsstadium |
| ZVT-Änderung | 26.01.2016 – Änderung nach Einreichung des Dossiers |
a) Erwachsene Patienten mit COPD ab einem mittleren Schweregrad (50 % ≤ FEV1 < 80 % Soll)
- Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
- Mortalität - Gesamtmortalität
- In der Studie traten in der relevanten Teilpopulation weder im Tiotropium-Arm noch im Umeclidinium-Arm Todesfälle auf.
- Daraus ergibt sich kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen von Umeclidinium im Vergleich zu Tiotropium für den Endpunkt „Gesamtmortalität“.
- Morbidität - COPD-Symptomatik (TDI-Responder)
- Zum Zeitpunkt 24 Wochen wurde dieser Endpunkt nicht mehr erhoben.
- Folglich ist für den Endpunkt „TDI-Responder“ ein Zusatznutzen von Umeclidinium im Vergleich zu Tiotropium nicht belegt.
- Morbidität - COPD-Symptomatik (CAT-Responder)
- Der COPD Assessment Test (CAT) erhebt die COPD-Symptomatik und die damit verbundenen Beeinträchtigungen im Alltag des Patienten.
- Der Endpunkt „CAT-Responder“ stellt die Patienten mit einer Reduktion des CAT-Scores um ≥ 2 Punkte dar.
- Im Umeclidinium-Arm zeigten 51 % und im Tiotropium-Arm etwa 41 % der Patienten eine Verbesserung des Zustandes.
- Diese Ergebnisse sind nicht statistisch signifikant unterschiedlich (RR 1,25 [0,77; 2,03]; p = 0,528) und ein Zusatznutzen von Umeclidinium im Vergleich zu Tiotropium ist für den Endpunkt „CAT-Responder“ nicht belegt.
- Morbidität - Exazerbationen
- Für den Endpunkt „Exazerbationen (moderat und schwer)“ waren zum Zeitpunkt der Dossiereinreichung keine Auswertungen vorhanden.
- Der pharmazeutische Unternehmer gibt in seiner schriftlichen Stellungnahme an, dass im Umeclidinium-Arm bei etwa 21 % und im Tiotropium-Arm bei etwa 15 % der Patienten eine Exazerbation auftrat.
- Diese Ergebnisse sind nicht statistisch signifikant unterschiedlich.
- Ein Zusatznutzen von Umeclidinium im Vergleich zu Tiotropium für den Endpunkt „Exazerbationen“ ist damit nicht belegt.
- Morbidität - Schwere Exazerbationen
- In der Studie 201316 traten bei 2 Patienten im Umeclidinium-Arm und bei keinem Patienten im Tiotropium-Arm schwere Exazerbationen auf.
- Es zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen (RR 5,00 [0,25; 100,89]; p = 0,208).
- Damit ist ein Zusatznutzen vom Umeclidinium verglichen mit Tiotropium für den Endpunkt „schwere Exazerbationen“ nicht belegt.
- Gesundheitsbezogene Lebensqualität - SGRQ-Responder
- Der Endpunkt „SGRQ-Responder“ bildet die Patienten ab, die eine Reduktion des SGRQ-Scores um mindestens 4 Punkte zeigen.
- Im Umeclidinium-Arm wiesen dabei etwa 38 % und im Tiotropium-Arm etwa 49 % der Patienten eine Verbesserung der Lebensqualität auf.
- Jedoch sind diese Ergebnisse nicht statistisch signifikant unterschiedlich (RR 0,79 [0,47; 1,32]; p = 0,528).
- Ein Zusatznutzen von Umeclidinium im Vergleich zu Tiotropium ist damit für den Endpunkt „SGRQ-Responder“ nicht belegt.
- Nebenwirkungen - Schwere unerwünschte Ereignisse (SUE) und Abbruch wegen unerwünschten Ereignissen (UE)
- Bei den Endpunkten „Schwere unerwünschte Ereignisse (SUE)“ und „Abbruch wegen unerwünschten Ereignisse (UE)“ zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Ein Zusatznutzen von Umeclidinium verglichen mit Tiotropium ist damit für beide Endpunkte nicht belegt.
- Fazit
- Zusammengenommen zeigten sich keine Vorteile von Umeclidinium hinsichtlich patientenrelevanter Endpunkte in der Patientenpopulation a) „Erwachsene Patienten mit COPD ab einem mittleren Schweregrad (50 % ≤ FEV1 < 80 % Soll)“.
- Ein Zusatznutzen von Umeclidinium gegenüber Tiotropium ist damit bei dieser Patientenpopulation nicht belegt.
b) Bei darüberhinausgehenden Schweregraden (30 % ≤ FEV1 < 50 % Soll bzw. FEV1 < 30 % Soll oder respiratorische Insuffizienz) mit ≥ 2 Exazerbationen pro Jahr
- Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
- Da diese Patientenpopulation nur einen Patienten umfasst, legt der pharmazeutische Unternehmer keine Daten im Dossier vor.
- Damit ist ein Zusatznutzen von Umeclidinium verglichen mit Tiotropium für „Patienten mit darüberhinausgehenden Schweregraden (30 % ≤ FEV1 < 50 % Soll bzw. FEV1 < 30 % Soll oder respiratorische Insuffizienz) mit ≥ 2 Exazerbationen pro Jahr“ nicht belegt.
Zugehörige Verfahren
| Umeclidinium (1) | Incruse® | GlaxoSmithKline GmbH & Co KG | COPD | 2.342.000–2.765.000 | 100% Zusatznutzen nicht belegt |
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