Teprotumumab (1) – Tepezza®

Endokrine Orbitopathie

Steckbrief

Start des Verfahrens 01.03.2026 – Zulassung: 19.06.2026
Beschluss 20.08.2026
Wirkstoff Teprotumumab
Handelsname Tepezza®
Pharm. Unternehmer Amgen GmbH
G-BA Vorgangsnummer D-1296
ATC-Code L04AG13 IMMUNSUPPRESSIVA (L04A)
ICD-10 Codes (AIS) E05.0Hyperthyreose mit diffuser Struma
Alpha-ID Codes (AIS) I24929Basedow-Syndrom
Therapeutisches Gebiet Augenerkrankungen
Grund des Verfahrens Erstbewertung

Anwendungsgebiet des Beschlusses

TEPEZZA wird zur Behandlung einer mittelschweren bis schweren endokrinen Orbitopathie bei Erwachsenen angewendet.

Patientengruppe Indikation ZVT
a)

Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer endokriner Orbitopathie im akuten Krankheitsstadium; Erstlinientherapie

- Individualisierte Therapie unter Auswahl von

• Methylprednisolon

• Methylprednisolon in Kombination mit Mycophenolat Mofetil

b)

Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer endokriner Orbitopathie im akuten Krankheitsstadium; Erstlinientherapie

- Individualisierte Therapie unter Auswahl von

• Methylprednisolon

• Methylprednisolon in Kombination mit Mycophenolat Mofetil

c)

Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer endokriner Orbitopathie im akuten Krankheitsstadium; Erstlinientherapie

- Individualisierte Therapie unter Auswahl von

• Methylprednisolon

• Methylprednisolon in Kombination mit Mycophenolat Mofetil

a)

Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer endokriner Orbitopathie im akuten Krankheitsstadium; Erstlinientherapie

  • Individualisierte Therapie unter Auswahl von
  • Methylprednisolon
  • Methylprednisolon in Kombination mit Mycophenolat Mofetil
b)

Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer endokriner Orbitopathie im akuten Krankheitsstadium, die für eine Zweitlinientherapie in Frage kommen

  • Individualisierte Therapie unter Auswahl von
  • Methylprednisolon
  • Glukokortikoiden in Kombination mit orbitaler Strahlentherapie, Cyclosporin oder Azathioprin
  • Rituximab (Monotherapie)
c)

Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer endokriner Orbitopathie im chronischen Krankheitsstadium

− Beobachtendes Abwarten

a)

Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer endokriner Orbitopathie im akuten Krankheitsstadium; Erstlinientherapie

- Individualisierte Therapie unter Auswahl von

• Methylprednisolon

• Methylprednisolon in Kombination mit Mycophenolat Mofetil

b)

Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer endokriner Orbitopathie im akuten Krankheitsstadium; Erstlinientherapie

- Individualisierte Therapie unter Auswahl von

• Methylprednisolon

• Methylprednisolon in Kombination mit Mycophenolat Mofetil

c)

Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer endokriner Orbitopathie im akuten Krankheitsstadium; Erstlinientherapie

- Individualisierte Therapie unter Auswahl von

• Methylprednisolon

• Methylprednisolon in Kombination mit Mycophenolat Mofetil

Studien und Ergebnisse

  • Klinische Studien
    • Die Studie TED01RV ist eine multizentrische, randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Phase-II-Studie zur Bewertung der Wirksamkeit und Sicherheit von Teprotumumab bei Erwachsenen mit mittelschwerer bis schwerer endokriner Orbitopathie im akuten Krankheitsstadium.
    • Die Studie HZNP-TEP-301 ist eine multizentrische, randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Phase-III-Studie.

a) Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer endokriner Orbitopathie im akuten Krankheitsstadium; Erstlinientherapie

  • Der pharmazeutische Unternehmer stellt im Dossier die Daten zu den Studien TED01RV und HZNP-TEP-301 dar, in denen Teprotumumab mit Placebo verglichen wird.
  • Da es sich bei den Studien TED01RV und HZNP-TEP-301 um Placebo-kontrollierte Studien handelt, in denen keine der in der zweckmäßigen Vergleichstherapie genannten Therapieoptionen der Erst- oder Zeitlinientherapie eingesetzt wurden, sind die vom pharmazeutischen Unternehmer vorgelegten Daten nicht geeignet, um Aussagen zum Zusatznutzen von Teprotumumab im Vergleich mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie bei Erwachsenen mit endokriner Orbitopathie im akuten Krankheitsstadium abzuleiten.
  • Für Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer endokriner Orbitopathie im akuten Krankheitsstadium, die für eine Erstlinientherapie in Frage kommen, ist der Zusatznutzen nicht belegt.

b) Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer endokriner Orbitopathie im akuten Krankheitsstadium, die für eine Zweitlinientherapie in Frage kommen

  • Der pharmazeutische Unternehmer stellt auch für diese Patientenpopulation im Dossier die Daten zu den Studien TED01RV und HZNP-TEP-301 dar, in denen Teprotumumab mit Placebo verglichen wird.
  • Da es sich bei den Studien TED01RV und HZNP-TEP-301 um Placebo-kontrollierte Studien handelt, in denen keine der in der zweckmäßigen Vergleichstherapie genannten Therapieoptionen der Erst- oder Zeitlinientherapie eingesetzt wurden, sind die vom pharmazeutischen Unternehmer vorgelegten Daten nicht geeignet, um Aussagen zum Zusatznutzen von Teprotumumab im Vergleich mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie bei Erwachsenen mit endokriner Orbitopathie im akuten Krankheitsstadium abzuleiten.
  • Für Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer endokriner Orbitopathie im akuten Krankheitsstadium, die für eine Zweitlinientherapie in Frage kommen, ist der Zusatznutzen nicht belegt.

c) Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer endokriner Orbitopathie im chronischen Krankheitsstadium

  • Für die Bewertung der Patientenpopulation c) hat der pharmazeutische Unternehmer die Studie HNZP-TEP-403 vorgelegt.
  • Während das chronische Krankheitsstadium über die Einschlusskriterien der Studie HZNP-TEP-403 abgebildet ist, wurde die Studienpopulation anhand der Einschlusskriterien nicht auf eine mittelschwere bis schwere endokrine Orbitopathie eingegrenzt.
  • Die Tatsache, dass nicht abschließend festgestellt werden kann, ob die Studie HZNP-TEP-403 die Krankheitsschwere mittelschwer bis schwer ausreichend abbildet, führt zusätzlich zu Unsicherheiten bei der Beurteilung der Studie.
  • Insgesamt kann unbeschadet der Frage, ob die Studie HZNP-TEP-403 die Krankheitsschwere mittelschwer bis schwer ausreichend abbildet, unter Berücksichtigung der vorgelegten Ergebnisse kein Zusatznutzen für Teprotumumab abgeleitet werden.
  • Mortalität
    • In beiden Behandlungsgruppen traten bis Woche 24 keine Todesfälle auf.
  • Morbidität - Diplopiefreiheit
    • Für den Endpunkt Diplopiefreiheit zeigt sich zu Woche 24 kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Morbidität - Orbitale Schmerzen (VAS)
    • Für den Endpunkt orbitale Schmerzen, erhoben mit einer 10-cm-VAS, zeigt sich bis Woche 24 kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Lebensqualität - Graves’ Ophthalmopathy Quality of Life questionnaire (GO-QoL)
    • Für die Domäne visuelle Funktion zeigt sich bis Woche 24 ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Teprotumumab im Vergleich zu Placebo. Allerdings liegt das 95 %-Konfidenzintervall der standardisierten Mittelwertdifferenz (SMD) nicht vollständig außerhalb des Irrelevanzbereichs von - 0,2 bis 0,2, sodass sich nicht ableiten lässt, dass der Effekt klinisch relevant ist.
    • Für die Domäne Erscheinungsbild zeigt sich bis Woche 24 kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Nebenwirkungen - SUEs, schwere UEs (CTCAE-Grad ≥ 3) und Abbruch wegen UEs
    • Für die Endpunkte SUEs, schwere UEs und Abbruch wegen UEs zeigt sich zu Woche 24 jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Nebenwirkungen - Hörstörung (SMQ, HLT, UEs)
    • Für den Endpunkt Hörstörung zeigt sich zu Woche 24 kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Gesamtbewertung
    • Für Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer endokriner Orbitopathie im chronischen Krankheitsstadium liegen aus der Studie HZNP-TEP-403 zum Vergleich von Teprotumumab mit Placebo Daten zu den Endpunkten Mortalität, Morbidität, gesundheitsbezogene Lebensqualität und Nebenwirkungen vor.
    • Hinsichtlich der patientenrelevanten Endpunkte der Endpunktkategorien Mortalität, Morbidität und Nebenwirkungen zeigten sich weder Vor- noch Nachteile für Teprotumumab gegenüber Placebo.
    • In der Endpunktkategorie gesundheitsbezogene Lebensqualität zeigte sich in der Domäne visuelle Funktion des GO-QoL bis Woche 24 ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Teprotumumab im Vergleich zu Placebo. Allerdings liegt das 95 %-Konfidenzintervall der standardisierten Mittelwertdifferenz (SMD) nicht vollständig außerhalb des Irrelevanzbereichs von - 0,2 bis 0,2, sodass sich nicht ableiten lässt, dass der Effekt klinisch relevant ist.
    • Die Tatsache, dass nicht abschließend festgestellt werden kann, ob die Studie HZNP-TEP-403 die Krankheitsschwere mittelschwer bis schwer ausreichend abbildet, führt zusätzlich zu Unsicherheiten bei der Beurteilung der Studie.
    • Insgesamt kann unbeschadet der Frage, ob die Studie HZNP-TEP-403 die Krankheitsschwere mittelschwer bis schwer ausreichend abbildet, unter Berücksichtigung der vorgelegten Ergebnisse kein Zusatznutzen für Teprotumumab abgeleitet werden.

Zugehörige Verfahren

Teprotumumab (1) Tepezza® Amgen GmbH Augenerkrankungen Endokrine Orbitopathie 18.200–27.700 100% Zusatznutzen nicht belegt


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