Talquetamab (1) – Talvey®

Multiples Myelom, mind. 3 Vortherapien

Steckbrief

Start des Verfahrens 15.09.2023 – Zulassung: 22.08.2023
Beschluss 07.03.2024
Wirkstoff Talquetamab
Handelsname Talvey®
Pharm. Unternehmer Janssen-Cilag GmbH
G-BA Vorgangsnummer D-981
ATC-Code L01FX29 Andere monoklonale Antikörper und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (L01FX)
ICD-10 Codes (AIS) C90.00Multiples Myelom: Ohne Angabe einer kompletten Remission, C90.01Multiples Myelom: In kompletter Remission
Alpha-ID Codes (AIS) I21328Multiples Myelom, I31059Multiples Myelom in kompletter Remission
ORPHAcodes (AIS) 29073Multiples Myelom,
Therapeutisches Gebiet Onkologische Erkrankungen Multiples Myelom (MM) Orphan
Grund des Verfahrens Erstbewertung
Regulatorischer Status Bedingte Zulassung (CMA)
Besonderheit Praxisbesonderheit

Anwendungsgebiet des Beschlusses

Talvey wird angewendet als Monotherapie zur Behandlung erwachsener Patienten mit rezidiviertem und refraktärem multiplem Myelom, die zuvor bereits mindestens drei Therapien erhalten haben, darunter einen immunmodulatorischen Wirkstoff, einen Proteasom-Inhibitor und einen Anti-CD38-Antikörper, und die während der letzten Therapie eine Krankheitsprogression gezeigt haben.

Patientengruppe Indikation ZVT
Erwachsene mit rezidiviertem und refraktärem multiplem Myelom, die zuvor bereits mindestens drei Therapien erhalten haben, darunter einen immunmodulatorischen Wirkstoff, einen Proteasom-Inhibitor und einen Anti-CD38-Antikörper, und die während der letzten Therapie eine Krankheitsprogression gezeigt haben – (Orphan Drug)

Studien und Ergebnisse

Anzahl Studien
(beste Patientengruppe)
1 (onumentTAL-1)
Studiendesign
(beste Patientengruppe)
Single-Arm + kein Vergleich
Metaanalyse
(beste Patientengruppe)
nein

  • Klinische Studien
    • Für die Bewertung des Zusatznutzens von Talquetamab im Anwendungsgebiet rezidiviertes und refraktäres Multiples Myelom (≥ 3 Vortherapien) wurden vom pharmazeutischen Unternehmer im Dossier Daten der einarmigen, offenen Phase I/II-Studie MonumenTAL-1 vorgelegt.

Erwachsene mit rezidiviertem und refraktärem multiplem Myelom, die zuvor bereits mindestens drei Therapien erhalten haben, darunter einen immunmodulatorischen Wirkstoff, einen Proteasom-Inhibitor und einen Anti-CD38-Antikörper, und die während der letzten Therapie eine Krankheitsprogression gezeigt haben

  • Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen, weil die wissenschaftliche Datengrundlage eine Quantifizierung nicht zulässt.
  • Somit wird die Aussagesicherheit mit einem Anhaltspunkt bewertet.
  • Mortalität
    • Der Endpunkt Gesamtüberleben ist in der Studie MonumenTAL-1 definiert als Zeit von der ersten Dosierung von Talquetamab bis zum Versterben jedweder Ursache.
    • Zum Zeitpunkt des für die Nutzenbewertung relevanten Datenschnittes waren in der Kohorte nicht-TCRDT vortherapiert 81 Personen (28,1 %) verstorben.
    • In der Kohorte TCRDT vortherapiert verstarben 14 Personen (45,2 %).
    • Die mediane Überlebensdauer war in beiden Kohorten zum Zeitpunkt des Datenschnittes noch nicht erreicht.
    • Aufgrund des einarmigen Studiendesigns ist eine vergleichende Bewertung der Daten zum Gesamtüberleben nicht möglich.
  • Morbidität - Progressionsfreies Überleben (PFS)
    • Das PFS ist in der Studie MonumenTAL-1 definiert als der Zeitraum zwischen dem Datum der ersten Gabe von Talquetamab und dem Datum der ersten dokumentierten Krankheitsprogression nach den IMWG-Kriterien basierend auf Laborparametern sowie hämatologischen und bildgebenden Verfahren, oder dem Tod jeglicher Ursache, je nachdem, was zuerst eintritt.
    • Das mediane PFS betrug in der nicht-TCRDT vorbehandelten Kohorte 9,56 Monate und in der TCRDT vorbehandelten Kohorte 5,03 Monate.
    • Bei dem Endpunkt PFS handelt es sich um einen kombinierten Endpunkt, der sich aus Endpunkten der Kategorien Mortalität und Morbidität zusammensetzt.
    • Unter Berücksichtigung der oben genannten Aspekte bestehen hinsichtlich der Patientenrelevanz des Endpunktes PFS unterschiedliche Auffassungen innerhalb des G-BA.
    • Aufgrund des einarmigen Studiendesigns ist eine vergleichende Bewertung der Daten zum PFS nicht möglich.
  • Morbidität - Gesamtansprechrate (ORR)
    • Die Gesamtansprechrate ist der primäre Endpunkt in der Studie MonumenTAL-1 und ist definiert als das Erreichen eines partiellen oder besseren Ansprechens gemäß der Einschätzung eines unabhängigen Gutachterkomitees anhand der IMWG-Kriterien.
    • Die Gesamtansprechrate betrug in der nicht-TCRDT vorbehandelten Kohorte 72,9 % und in der TCRDT vorbehandelten Kohorte 58,1 %.
    • Die Gesamtansprechrate wird als primärer Endpunkt der Studie ergänzend dargestellt.
    • Aufgrund des einarmigen Studiendesigns ist eine vergleichende Bewertung der Daten zur Gesamtansprechrate nicht möglich.
  • Morbidität - EQ-5D-VAS
    • Der allgemeine Gesundheitszustand wurde in Phase II der Studie MonumenTAL-1 mittels der visuellen Analogskala des European Quality of Life – 5 Dimensions (EQ-5D-VAS) erhoben.
    • Die Rücklaufquote des EQ-5D-VAS betrug bereits zu Zyklus 1 Tag 1 in den Kohorten A, B und C weniger als 70 %, sodass die vorgelegten Analysen für die Nutzenbewertung als nicht geeignet erachtet werden.
    • Darüber hinaus konnten für die TCRDT vorbehandelte Kohorte keine Analysen identifiziert werden.
    • Ungeachtet dessen ist eine vergleichende Bewertung der Daten zur EQ-5D-VAS aufgrund des einarmigen Studiendesigns nicht möglich.
  • Morbidität - Symptomskalen des EORTC-QLQ-C30
    • Die Erhebung der Symptomatik erfolgte in der Studie MonumenTAL-1 anhand der Symptomskalen des EORTC-QLQ-C30 bei N = 122 Patientinnen und Patienten der Kohorte A und N = 109 Patientinnen und Patienten der Kohorte C.
    • Im Rahmen des Stellungnahmeverfahrens wurden vom pharmazeutischen Unternehmer Auswertungen zu den MMRM-Analysen zum EORTC-QLQ-C30 für die aggregierte Kohorte nicht-TCRDT vortherapiert (N=231) sowie für die Kohorte TCRDT vortherapiert (N=19) jeweils zum letzten Zyklus mit > 70 % Rücklaufquote nachgereicht.
    • Für die aggregierte Kohorte nicht-TCRDT vortherapiert werden vorliegend die Auswertungen zu Zyklus 3 Tag 1 herangezogen.
  • Lebensqualität
    • Die Erhebung der Lebensqualität erfolgte in der Studie MonumenTAL-1 anhand der Funktionsskalen des EORTC-QLQ-C30 bei N = 122 Patientinnen und Patienten der Kohorte A und N = 109 Patientinnen und Patienten der Kohorte C.
    • Im Rahmen des Stellungnahmeverfahrens wurden vom pharmazeutischen Unternehmer Auswertungen zu den MMRM-Analysen zum EORTC QLQ-C30 für die aggregierten Daten der Kohorte nicht-TCRDT vortherapiert (N=231) sowie für die Kohorte TCRDT vortherapiert (N=19) jeweils zum letzten Zyklus mit > 70 % Rücklaufquote nachgereicht.
    • Für die aggregierte Kohorte nicht-TCRDT vortherapiert werden vorliegend die Auswertungen zu Zyklus 3 Tag 1 herangezogen.
    • Die Auswertungen der Funktionsskalen des EORTC-QLQ-C30 zu Zyklus 1 Tag 1 für die Kohorte TCRDT vortherapiert werden nicht herangezogen.
  • Nebenwirkungen
    • In der Studie MonumenTAL-1 trat bei allen Patientinnen und Patienten der Kohorten nicht-TCRDT vortherapiert und TCRDT vortherapiert mindestens ein unerwünschtes Ereignis (UE) auf.
    • Schwere UE traten bei 77,8 % in der nicht-TCRDT vorbehandelten Kohorte und bei 96,8 % in der TCRDT vorbehandelten Kohorte auf.
    • Schwerwiegende UE traten bei 50,7 % in der nicht-TCRDT vorbehandelten Kohorte und bei 61,3 % in der TCRDT vorbehandelten Kohorte auf.
    • Ein UE, das zum Abbruch der Studienmedikation führte, trat bei 6,6 % in der nicht-TCRDT vorbehandelten Kohorte und bei 6,5 % in der TCRDT vorbehandelten Kohorte auf.
    • Eine vergleichende Bewertung der Nebenwirkungen ist aufgrund des einarmigen Studiendesigns nicht möglich.
  • Gesamtbewertung
    • Für die Nutzenbewertung liegen Daten der zulassungsbegründenden, einarmigen, multizentrischen Phase-I/II-Studie MonumenTAL-1 vor.
    • Zur Studie MonumenTAL-1 hat der pharmazeutische Unternehmer Daten zur Mortalität, Morbidität, Lebensqualität und zu Nebenwirkungen vorgelegt.
    • Aufgrund des einarmigen Studiendesign ermöglichen diese Daten jedoch keine vergleichende Bewertung.
    • In der Gesamtschau wird das Ausmaß des Zusatznutzens als nicht-quantifizierbar eingestuft, weil die wissenschaftliche Datengrundlage eine Quantifizierung nicht zulässt.

Zugehörige Verfahren

Talquetamab (1) Talvey® Janssen-Cilag GmbH Onkologische Erkrankungen Multiples Myelom, mind. 3 Vortherapien 1.210–1.310 100% Anhaltspunkt für nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen Orphan


<< Liste aller Beschlüsse