Tagraxofusp (1) – Elzonris®
Blastische plasmazytoide dendritische Zellneoplasie, Erstlinie
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 15.06.2021 – Zulassung: 07.01.2021 |
|---|---|
| Beschluss | 02.12.2021 |
| Wirkstoff | Tagraxofusp |
| Handelsname | Elzonris® |
| Pharm. Unternehmer |
Dossier: Stemline Therapeutics B.V.
Neuer Inverkehrbringer: Menarini Stemline Deutschland GmbH |
| G-BA Vorgangsnummer | D-667 |
| ATC-Code | L01XX67 Andere antineoplastische Mittel (L01XX) |
| ICD-10 Codes (AIS) | C86.4Blastisches NK-Zell-Lymphom |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I116088Blastisches NK-Zell-Lymphom |
| ORPHAcodes (AIS) | 86870Blastisches NK-Zell-Lymphom |
| DDD Tagesdosis | 0.2 mg parenteral |
| Therapeutisches Gebiet | Onkologische Erkrankungen Blastische plasmazytoide dendritische Zellneoplasie (BPDCN) Orphan |
| Grund des Verfahrens | Erstbewertung |
| Regulatorischer Status | Außergewöhnliche Umstände (EC) |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
|
Elzonris wird angewendet als Monotherapie zur Erstlinien-Behandlung erwachsener Patienten mit blastischer plasmazytoider dendritischer Zellneoplasie (BPDCN). |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| Erwachsene mit blastischer plasmazytoider dendritischer Zellneoplasie (BPDCN) | – (Orphan Drug) |
Studien und Ergebnisse
|
Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
1 (STML-401-0114) |
|---|---|
|
Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
Single-Arm + kein Vergleich |
|
Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
nein |
- Klinische Studien
- Bei der für die Nutzenbewertung vorgelegten Studie STML-401-0114 handelt es sich um eine abgeschlossene multizentrische, offene, einarmige Phase-I/II-Studie (Dosiseskalation und -expansion) zur Behandlung von Erwachsenen mit blastischer plasmazytoider dendritischer Zellneoplasie (BPDCN) in der Erstlinie oder rezidivierend/refraktär sowie zur Behandlung von Erwachsenen mit akuter myeloischer Leukämie mit Tagraxofusp.
Erwachsene mit blastischer plasmazytoider dendritischer Zellneoplasie (BPDCN)
- Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen, weil die wissenschaftliche Datengrundlage eine Quantifizierung nicht zulässt.
- In der Gesamtschau wird für Tagraxofusp zur Behandlung von Patientinnen und Patienten mit blastischer plasmazytoider dendritischer Zellneoplasie ein nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen festgestellt, weil die wissenschaftliche Datengrundlage eine Quantifizierung nicht zulässt.
- Insgesamt wird für Tagraxofusp ein Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen festgestellt, weil die wissenschaftliche Datengrundlage eine Quantifizierung nicht zulässt.
- Mortalität
- Der Endpunkt Gesamtüberleben war in der Studie STML-401-0114 operationalisiert als Zeit von der ersten Tagraxofusp-Infusion bis zum Tod jeglicher Ursache.
- Da keine vergleichenden Daten vorliegen, lassen sich keine Aussagen zum Ausmaß des Zusatznutzens ableiten.
- Morbidität
- Mit dem Krankheitsbild der BPDCN gehen äußerlich gut sichtbare, häufig schmerzende und / oder juckende Hautveränderungen einher, die eine Belastung für die betroffene Patientin/ den betroffenen Patienten darstellen.
- Zur Bewertung der Validität und Reliabilität in der vorliegenden Bewertungssituation fehlen jedoch Informationen zur (evidenzbasierten) Grundlage der verwendeten Gewichtungsfaktoren für die Art der Hautveränderung (Patches, Plaques, Tumoren) sowie zur Interrater-Reliabilität, sodass die Fragen nach der zuverlässigen Einschätzung der Intensität des Befalls und des Anteils der betroffenen Körperregion offen bleiben.
- Es besteht somit zum einen Zweifel, ob das für die Beurteilung des Hautansprechens verwendete Messinstrument mSWAT ausreichend valide und reliabel ist, um die kutane Krankheitslast abzubilden und zum anderen, ob diesbezüglich in der vorliegenden Studie stringent objektive Messungen vorgelegen haben.
- Insgesamt liegen im Dossier keine adäquaten aggregierten Ergebnisse zum mSWAT vor, weshalb keine Ergebnisse zum mSWAT abgebildet werden können.
- Das PFS wurde als ein sekundärer Endpunkt in der Studie STML-401-0114 erhoben und definiert als die Zeit ab Beginn der Behandlung mit Tagraxofusp bis zum Eintreten einer Progression und/oder Tod jeglicher Ursache, je nachdem, was zuerst auftrat.
- Bei dem Endpunkt PFS handelt es sich um einen kombinierten Endpunkt, der sich aus Endpunkten der Kategorien Mortalität und Morbidität zusammensetzt.
- Die Erhebung der Morbiditätskomponente „Krankheitsprogression“ in den Kompartimenten Knochenmark, peripheres Blut, Lymphknoten sowie Milz und Leber erfolgte entsprechend der Operationalisierung nicht symptombezogen, sondern mittels bildgebender Verfahren und Laborparametern. Daher wird die Erhebung der Krankheitsprogression dieser Bereiche als nicht unmittelbar patientenrelevant bewertet.
- Aus den genannten Gründen wird der Endpunkt PFS zwar abgebildet, jedoch in der vorliegenden Bewertung nicht herangezogen.
- Davon unbenommen lassen sich keine Aussagen zum Ausmaß des Zusatznutzens ableiten, da keine vergleichenden Daten vorliegen.
- Der Endpunkt Komplettremission (CR/CRc) war in der Studie STML-401-0114 der primäre Wirksamkeitsendpunkt für Stufe 3 in der Erstlinientherapie und erfasste Patientinnen und Patienten mit Komplettremission (CR) und Komplettremission mit minimaler residualer Hautanomalie (CRc).
- Eine Komplettremission (CR), definiert als das Verschwinden aller Anzeichen der Krankheit in allen Kompartimenten, kann bezogen auf das vorliegende Anwendungsgebiet grundsätzlich ein wichtiger Prognosefaktor und relevant für Therapieentscheidungen sein.
- Insgesamt bestehen Zweifel an der Aussagekraft des Endpunktes für die Bewertung von patientenrelevanten therapeutischen Effekten; der Endpunkt Komplettremission (CR/CRc) wird lediglich ergänzend dargestellt.
- Davon unbenommen lassen sich keine Aussagen zum Ausmaß des Zusatznutzens ableiten, da keine vergleichenden Daten vorliegen.
- In der Studie STML-401-0114 wurde die Rate der Stammzelltransplantation (SZT) definiert als die Anzahl und der Anteil der Patientinnen und Patienten, die für eine SZT geeignet waren und diese erhielten.
- Der Endpunkt Rate der Stammzelltransplantation wird daher lediglich ergänzend dargestellt.
- Da keine vergleichenden Daten vorliegen lassen sich keine Aussagen zum Ausmaß des Zusatznutzens ableiten.
- In der Gesamtbetrachtung der Daten zur Morbidität lassen sich abschließend keine Aussagen zum Ausmaß des Zusatznutzens ableiten.
- Lebensqualität
- Es wurden keine Daten zur Lebensqualität erhoben.
- Nebenwirkungen
- Unerwünschte Ereignisse waren definiert als jegliche unerwünschten medizinischen Ereignisse, die nach der ersten Verabreichung von Tagraxofusp bis 30 Tage nach der letzten Infusion auftraten, unabhängig von deren Zusammenhang mit der Studienmedikation.
- Bei allen in die Studie eingeschlossenen Patientinnen und Patienten trat ein unerwünschtes Ereignis auf.
- Ein unerwünschtes Ereignis mit CTCAE-Grad ≥ 3 ist bei 22 (75,9 %) Patientinnen und Patienten in Stufe 1-3 der Studie STML-401-0114 und bei 9 (69,2 %) Patientinnen und Patienten in Stufe 3 aufgetreten.
- Bei 12 (41,4 %) Patientinnen und Patienten in Stufe 1-3 und bei 4 (30,8 %) Patientinnen und Patienten in Stufe 3 ist ein schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis aufgetreten.
- Bei einer Patientin bzw. einem Patienten (3,4 %) in Stufe 1-3 und bei einer Patientin bzw. einem Patienten (7,7 %) in Stufe 3 trat ein unerwünschtes Ereignis auf, das zum Abbruch der Studienmedikation führte.
- UE von besonderem klinischen Interesse traten bei nahezu 80 % der Studienteilnehmenden im SMQ „durch Arzneimittel bedingte Erkrankungen der Leber“ auf.
- In der Gesamtbetrachtung der Ergebnisse zu Nebenwirkungen lassen sich keine Aussagen zum Ausmaß des Zusatznutzens ableiten, da keine vergleichenden Daten vorliegen.
- Gesamtbewertung
- Der Nutzenbewertung von Tagraxofusp zur Erstlinienbehandlung von Patientinnen und Patienten mit blastischer plasmazytoider dendritischer Zellneoplasie wird die Studie STML-401-0114 zugrunde gelegt, aus der Ergebnisse zur Mortalität, Morbidität und zu Nebenwirkungen vorliegen.
- Aufgrund des einarmigen Designs der Studie STML-401-0114 liegen keine Daten für eine vergleichende Bewertung vor.
- Damit ist eine Quantifizierung des Zusatznutzens auf der Grundlage der vorgelegten Daten nicht möglich.
- In der Gesamtschau wird für Tagraxofusp zur Behandlung von Patientinnen und Patienten mit blastischer plasmazytoider dendritischer Zellneoplasie ein nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen festgestellt, weil die wissenschaftliche Datengrundlage eine Quantifizierung nicht zulässt.
Zugehörige Verfahren
| Tagraxofusp (1) | Elzonris® | Stemline Therapeutics B.V. | Blastische plasmazytoide dendritische Zellneoplasie, Erstlinie | 30–90 | 100% Anhaltspunkt für nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen Orphan |
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