Somatrogon (1) – Ngenla®

Wachstumsstörung durch Wachstumshormonmangel, ≥ 3 bis < 18 Jahre

Steckbrief

Start des Verfahrens 01.04.2022 – Zulassung: 14.02.2022
Beschluss 15.09.2022
Wirkstoff Somatrogon
Handelsname Ngenla®
Pharm. Unternehmer Pfizer Pharma GmbH
G-BA Vorgangsnummer D-800
ATC-Code H01AC08 Somatropin und Somatropinrezeptoragonisten (H01AC)
ICD-10 Codes (AIS) E23.0Hypopituitarismus, R62.8Sonstiges Ausbleiben der erwarteten physiologischen Entwicklung
Alpha-ID Codes (AIS) I15665Wachstumsstörung, I27893Wachstumshormonmangel
DDD Tagesdosis 2.4 mg parenteral
Therapeutisches Gebiet Stoffwechselkrankheiten Wachstumsstörung / Achondroplasie Orphan
Grund des Verfahrens Erstbewertung

Anwendungsgebiet des Beschlusses

Ngenla wird für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen ab einem Alter von 3 Jahren mit Wachstumsstörung durch unzureichende Ausschüttung von Wachstumshormon angewendet.

Patientengruppe Indikation ZVT
Kinder und Jugendliche ab 3 Jahren mit Wachstumsstörung durch unzureichende Ausschüttung von Wachstumshormon – (Orphan Drug)

Studien und Ergebnisse

Anzahl Studien
(beste Patientengruppe)
1 (Studie CP-4-006)
Studiendesign
(beste Patientengruppe)
H2H vs. ZVT
Metaanalyse
(beste Patientengruppe)
nein

  • Klinische Studien
    • Für die Bewertung des Zusatznutzens von Somatrogon für Kinder und Jugendliche ab 3 Jahren mit Wachstumsstörung durch unzureichende Ausschüttung von Wachstumshormon wurde seitens des pharmazeutischen Unternehmers die zulassungsbegründende, offene randomisierte, kontrollierte Phase-III-Studie CP-4-006 im Parallelgruppendesign mit Datenschnitt zu Monat 12 vorgelegt.
    • In der Studie CP-4-006 wurde Somatrogon im Vergleich zu Genotropin untersucht.

Kinder und Jugendliche ab 3 Jahren mit Wachstumsstörung durch unzureichende Ausschüttung von Wachstumshormon

  • Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen, weil die wissenschaftliche Datengrundlage eine Quantifizierung nicht zulässt.
  • In der Gesamtschau wird für Kinder und Jugendliche ab 3 Jahren mit Wachstumsstörung durch unzureichende Ausschüttung von Wachstumshormon ein Anhaltspunkt für einen nicht­ quantifizierbaren Zusatznutzen festgestellt, weil die wissenschaftliche Datengrundlage eine Quantifizierung nicht zulässt.
  • Mortalität
    • In der Studie CP-4-006 traten keine Todesfälle auf.
  • Morbidität - Körpergröße (z-Score)
    • Der anthropometrische Parameter Körpergröße wird, insbesondere bei Kindern mit charakteristischen, krankheitsbedingten Wachstumsstörungen, als patientenrelevanter Morbiditätsparameter eingeschätzt.
    • Für den Endpunkt Körpergröße (z-Score) zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Morbidität - Wachstumsgeschwindigkeit
    • Der primäre Endpunkt Wachstumsgeschwindigkeit beschreibt die jährliche Zunahme der Stehhöhe [cm/Jahr] und wird ausschließlich ergänzend dargestellt, da dieser keine über die Stehhöhe hinausgehende Informationen über das Wachstum für die Nutzenbewertung liefert.
    • In der Studie CP-4-006 zeigte sich für den Endpunkt Wachstumsgeschwindigkeit kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Lebensqualität - Quality of Life in Short Stature Youth Questionnaire (QoLISSY)
    • Beim Fragebogen QoLISSY handelt es sich um ein Instrument zur Beurteilung der Lebensqualität von Kindern und Jugendlichen mit Kleinwuchs, für das eine Version zur direkten Befragung von Kindern und Jugendlichen in den Altersgruppen von 8 bis 12 Jahren und von 13 bis 18 Jahren sowie eine Version zur Befragung der Eltern von betroffenen Kindern und Jugendlichen in den Altersgruppen von 4 bis 7 Jahren, 8 bis 12 Jahren sowie 13 bis 18 Jahren existiert.
    • Für den QoLISSY konnte in der Studie CP-4-006 für die Verbesserung um ≥ 15 Punkte zu Monat 12 kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen festgestellt werden.
  • Nebenwirkungen
    • In der Studie CP-4-006 konnte für die Endpunkte schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUEs) und schwere unerwünschte Ereignisse jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen festgestellt werden.
    • In der Studie CP-4-006 brach eine Person im Somatrogon-Arm die Behandlung aufgrund von UE ab. Daraus ergibt sich für den Endpunkt Therapieabbrüche aufgrund von UE kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
    • Auf Ebene der SOC (Systemorganklasse) und PT (bevorzugter Begriff) zeigte sich für die Endpunkte Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort, Augenerkrankungen (SOC), Schmerzen an der Injektionsstelle (PT) jeweils ein statistisch signifikanter Nachteil von Somatrogon gegenüber Genotropin.
    • Für den Endpunkt Untersuchungen (SOC) wurde ein statistisch signifikanter Vorteil von Somatrogon gegenüber Genotropin festgestellt.
    • Bei den UE von besonderem Interesse wurde für die Endpunkte Reaktionen an der Injektionsstelle und Immunogenität jeweils ein statistisch signifikanter Nachteil von Somatrogon gegenüber Genotropin gezeigt.
    • In der Kategorie Nebenwirkungen ergeben sich in der Gesamtschau keine Vor- oder Nachteile für Somatrogon gegenüber Genotropin.
  • Gesamtbewertung
    • Aus der Studie CP-4-006 ergeben sich Ergebnisse zur Mortalität, Morbidität, Lebensqualität sowie zu Nebenwirkungen.
    • In der Studie CP-4-006 traten keine Todesfälle auf.
    • Für den Endpunkt der Kategorie Morbidität Körpergröße (z-Score) zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
    • In der Kategorie Lebensqualität konnte für den Endpunkt QoLISSY kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen festgestellt werden.
    • In der Kategorie Nebenwirkungen ergeben sich in der Gesamtschau keine Vor- oder Nachteile für Somatrogon.
    • In der Gesamtschau ergibt sich ein nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen, weil die wissenschaftliche Datengrundlage eine Quantifizierung nicht zulässt.
  • Aussagekraft der Nachweise
    • Für die vorgelegte Studie CP-4-006 liegt aufgrund des offenen Studiendesigns ein hohes Verzerrungspotenzial auf Studienebene vor.
    • Die Bestätigung der Diagnose des GHD erfolgte in der Studie CP-4-006 durch zwei verschiedene GH-Stimulationstests mit einer maximalen GH-Konzentration von ≤ 10 ng/ml, gemessen durch ein lokales oder zentrales Labor. Gemäß aktueller S2e-Leitlinie wird jedoch ein Cut-off von < 8 ng/ml in der höchsten gemessenen GH-Konzentration in zwei GH-Stimulationstests zur Diagnostik eines Wachstumshormonmangels im Kindes- und Jugendalter empfohlen. Es bleibt daher unklar, ob alle in die Studie CP-4-006 eingeschlossenen Patientinnen und Patienten einen GHD aufweisen.
    • Es bleibt unklar, ob die Ergebnisse aus der Studie CP-4­ 006 zu Monat 12 auch auf Patientinnen und Patienten mit einem Knochenalter von ≥ 10 bis ≤ 14 Jahre (Mädchen) bzw. ≥ 11 bis ≤ 16 Jahre (Jungen), anwendbar sind.
    • In der Gesamtschau resultiert bezüglich der Aussagekraft der Nachweise ein Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen.

Zugehörige Verfahren

Somatrogon (1) Ngenla® Pfizer Pharma GmbH Stoffwechselkrankheiten Wachstumsstörung durch Wachstumshormonmangel, ≥ 3 bis < 18 Jahre 5.710–6.550 100% Anhaltspunkt für nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen Orphan


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