Simeprevir (1) – Olysio®
Chronische Hepatitis C
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 01.06.2014 |
|---|---|
| Beschluss | 20.11.2014 |
| Wirkstoff | Simeprevir |
| Handelsname | Olysio® |
| Pharm. Unternehmer | Janssen-Cilag GmbH |
| G-BA Vorgangsnummer | D-113 |
| ATC-Code | J05AP05 Antivirale Mittel zur Behandlung von Hepatitis C Infektionen (J05AP) |
| DDD Tagesdosis | 0.15 g oral |
| Therapeutisches Gebiet | Infektionskrankheiten Hepatitis C (HCV) |
| Grund des Verfahrens | Erstbewertung |
| Regulatorischer Status | Zulassung zurückgezogen durch PU |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
|
Simeprevir (Olysio®) ist bei erwachsenen Patienten in Kombination mit anderen Arzneimitteln zur Behandlung der chronischen Hepatitis C (CHC) indiziert (siehe Abschnitte 4.2, 4.4 und 5.1). Für die Hepatitis-C-Virus (HCV)-genotypspezifische Aktivität, siehe Abschnitte 4.4 und 5.1. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| a) | Behandlung der chronischen Hepatitis C: Therapienaive Patienten (mit und ohne Zirrhose), Genotyp 1: Simeprevir in Kombination mit Peginterferon alfa + Ribavirin gegenüber Peginterferon alfa + Ribavirin | Duale Therapie (Kombination aus Peginterferon alfa und Ribavirin) oder Triple-Therapie (Kombination aus einem Proteaseinhibitor (Boceprevir oder Telaprevir), Peginterferon alfa und Ribavirin) |
| b) | Behandlung der chronischen Hepatitis C: Therapieerfahrene Patienten (Relapse), Genotyp 1: in Kombination mit Peginterferon alfa + Ribavirin gegenüber Peginterferon alfa + Ribavirin | Duale Therapie (Kombination aus Peginterferon alfa und Ribavirin) oder Triple-Therapie (Kombination aus einem Proteaseinhibitor (Boceprevir oder Telaprevir), Peginterferon alfa und Ribavirin) |
| c) | Behandlung der chronischen Hepatitis C: Therapieerfahrene Patienten (vorherige Non-Responder), Genotyp 1: in Kombination mit Peginterferon alfa + Ribavirin gegenüber Peginterferon alfa + Ribavirin + Proteaseinhibitor (Boceprevir oder Telaprevir) | Duale Therapie (Kombination aus Peginterferon alfa und Ribavirin) oder Triple-Therapie (Kombination aus einem Proteaseinhibitor (Boceprevir oder Telaprevir), Peginterferon alfa und Ribavirin) |
| d) | Behandlung der chronischen Hepatitis C: Therapienaive Patienten und therapieerfahrene Patienten (Relapse), Genotyp 4: in Kombination mit Peginterferon alfa + Ribavirin gegenüber Peginterferon alfa + Ribavirin | Duale Therapie (Kombination aus Peginterferon alfa und Ribavirin) |
| e) | Behandlung der chronischen Hepatitis C: Therapieerfahrene Patienten (vorherige Non-Responder), Genotyp 4: in Kombination mit Peginterferon alfa + Ribavirin gegenüber Peginterferon alfa + Ribavirin | Duale Therapie (Kombination aus Peginterferon alfa und Ribavirin) |
| f) | Behandlung der chronischen Hepatitis C: Therapienaive Patienten (ohne Zirrhose) und therapieerfahrene Patienten (Relapse ohne Zirrhose) mit einer HIV-Koinfektion, Genotyp 1, 4 in Kombination mit Peginterferon alfa + Ribavirin gegenüber Peginterferon alfa + Ribavirin | Duale Therapie (Kombination aus Peginterferon alfa und Ribavirin) |
| g) | Behandlung der chronischen Hepatitis C: Therapienaive Patienten (mit Zirrhose) und therapieerfahrene Patienten (vorherige Non- Responder mit/ohne Zirrhose, Relapse mit Zirrhose) mit einer HIV-Koinfektion, Genotyp 1, 4: in Kombination mit Peginterferon alfa + Ribavirin gegenüber Peginterferon alfa + Ribavirin | Duale Therapie (Kombination aus Peginterferon alfa und Ribavirin) |
Studien und Ergebnisse
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Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
1 (ATTAIN) |
|---|---|
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Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
H2H vs. ZVT |
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Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
nein |
| Grund für Patientengruppenbildung (G-BA) | Vorbehandlung, Genetik/Mutationstyp, Krankheitsstadium |
- Klinische Studien
- PILLAR war eine randomisierte, doppelblinde, kontrollierte Studie (Phase IIb). Eingeschlossen wurden therapienaive Patienten (ohne Zirrhose = keine Patienten mit Metavir-Score F4) mit CHC-Genotyp 1.
- QUEST-1 war eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte, 2-armige Studie (Phase III). Eingeschlossen wurden therapienaive Patienten (mit [12 %] /ohne [88 %] Zirrhose) mit CHC-Genotyp 1.
- QUEST-2 war eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte, 2-armige Studie (Phase III). Eingeschlossen wurden therapienaive Patienten (mit [ca. 8 %] /ohne [ca. 92 %] Zirrhose) mit CHC-Genotyp 1.
- PROMISE war eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte, 2-armige Phase-III-Studie mit Patienten mit einer HCV-Genotyp-1-Infektion, die nach einer früheren Interferon-basierten Therapie einen Relapse erlitten hatten.
- ATTAIN handelt es sich um eine doppelblinde RCT, in der Erwachsene mit einer chronischen Hepatitis-C-Virusinfektion mit dem Genotyp 1 behandelt wurden. Die Patienten waren Non-Responder, d. h. mindestens einmal mit Peginterferon-alfa-2a oder 2b in Kombination mit Ribavirin über ≥ 12 Wochen (Null-Responder) oder ≥ 20 Wochen (partielle Responder) vorbehandelt.
- RESTORE (N=107) ist eine laufende unverblindete, einarmige Phase-III-Studie mit Patienten mit HCV-Genotyp-4-Infektion, die therapienaiv sind oder bei denen eine frühere Therapie mit Peginterferon alfa und Ribavirin versagt hat (einschließlich vorherigen Relapsern, partiellen Respondern oder Null-Respondern).
- Studie C212 (N=106) ist eine offene einarmige Phase-III-Studie mit Patienten mit HIV-1- und HCV-Genotyp-1-Koinfektion, die nicht vorbehandelt sind (N=53) oder bei denen eine frühere Therapie mit Peginterferon alfa und Ribavirin versagt hatte (Relapser (N=15), partielle Responder (N=10) und Null-Responder (N=28)).
- COSMOS ist eine unverblindete randomisierte Phase-IIa-Studie, in der erwachsene Patienten mit bestätigter chronischer HCV-Infektion vom Genotyp 1 untersucht wurden, die entweder als Null-Responder ohne fortgeschrittene Leberfibrose in Kohorte 1 (N=80) oder als therapienaive Patienten oder Null-Responder jeweils mit fortgeschrittener Leberfibrose in Kohorte 2 (N=87) eingeschlossen wurden.
a) Therapienaive Patienten (mit und ohne Zirrhose), Genotyp 1: Simeprevir in Kombination mit Peginterferon alfa + Ribavirin gegenüber Peginterferon alfa + Ribavirin
- In der Zusammenschau der Ergebnisse der Studien PILLAR, QUEST-1 und QUEST-2 wird insbesondere aufgrund der statistisch signifikanten Verbesserung des SVR ein beträchtlicher Zusatznutzen festgestellt.
- Der G-BA stuft das Ausmaß des Zusatznutzens von Simeprevir auf Basis der Kriterien in § 5 Absatz 7 der AM-NutzenV unter Berücksichtigung des Schweregrades der Erkrankung und des therapeutischen Ziels bei der Behandlung der Erkrankung als beträchtlich ein.
- Bezüglich der Aussagesicherheit wird deshalb ein Hinweis auf einen Zusatznutzen festgestellt.
- Mortalität
- In QUEST-1 Studie traten 2 Todesfälle im Simeprevir-Arm auf. Ein Zusatznutzen bezüglich der Mortalität ist nicht belegt.
- Morbidität - dauerhaftes virologisches Ansprechen (SVR = Sustained Virologic Response)
- Alle drei eingeschlossenen Studien zeigen für den SVR 24 statistisch signifikante Ergebnisse zugunsten von Simeprevir + PEG + RBV mit absoluten Risikoreduktionen zwischen 15,6 % und 30,5%.
- Das Ergebnis der Sensitivitätsanalyse zum SVR 24 zeigt ebenfalls einen statistisch signifikanten Vorteil für Simeprevir.
- Für den Endpunkt SVR 24 ergibt sich ein Hinweis auf Effektmodifikation durch das Merkmal Q80K-Polymorphismus sowie ein Beleg auf Effektmodifikation durch das Merkmal IL28B-Genotyp.
- Bei Patienten ohne Q80K Polymorphismus sowie bei Patienten mit einem IL28-B-Genotyp (CT/TT) besteht ein statistisch signifikanter Vorteil zugunsten von Simeprevir + PEG + RBV gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie.
- Bei Patienten mit einem IL28B-Genotyp CC sowie Patienten mit einem Q80K-Polymorphismus liegen keine statistisch signifikanten Ergebnisse bezüglich des Erreichens eines SVR vor.
- Morbidität - Depression über Center for Epidemiologic Studies Depression Scale (CES-D)
- Die meta-analytische Zusammenfassung der Ergebnisse von QUEST-1 und QUEST-2 ergibt einen statistisch signifikanten Vorteil zugunsten von Simeprevir + PEG + RBV. Das 95 % KI des Hedges’g liegt nicht vollständig unterhalb der Irrelevanzschwelle von – 0,2.
- Morbidität - Fatigue über Fatigue Severity Scale (FSS)
- Die Meta-Analyse aller 3 Studien zum Endpunkt Fatigue ergibt einen statistisch signifikanten Vorteil zugunsten von Simeprevir + PEG + RBV. Das 95 % KI des Hedges’g liegt nicht vollständig unterhalb der Irrelevanzschwelle von – 0,2.
- Für diesen Endpunkt zeigen sich Hinweise auf Effektmodifikation durch die Merkmale Fibrosestatus (Metavir-Score) und Q80K-Polymorphismus.
- Es liegen statistisch signifikante Ergebnisse zugunsten von Simeprevir für die Subgruppen „Patienten mit einem Metavir-Score von F0-F2“ und „Patienten ohne Q80K-Polymorphismus“ vor. Das jeweilige 95 % KI des Hedges’g liegt vollständig unterhalb der Irrelevanzschwelle von – 0,2.
- Morbidität - Gesundheitszustand über European Quality of Life-5-Dimensions Visual Analogue Scale (EQ-5D VAS)
- Die meta-analytische Zusammenfassung der Ergebnisse von QUEST-1 und QUEST-2 ergibt einen statistisch signifikanten Vorteil zugunsten von Simeprevir + PEG + RBV. Das 95 % KI des Hedges’g liegt nicht vollständig oberhalb der Irrelevanzschwelle von 0,2.
- Für diesen Endpunkt zeigt sich ein Beleg auf Effektmodifikation durch das Merkmal Q80K-Polymorphismus. Es liegt ein statistisch signifikantes Ergebnis zugunsten von Simeprevir für die Subgruppe „Patienten ohne Q80K-Polymorphismus“ vor. Das 95 % KI des Hedges’g liegt vollständig oberhalb der Irrelevanzschwelle von 0,2.
- Nebenwirkungen - schwere unerwünschte Ereignisse (SUE)
- Für die Endpunkte SUE (schwere unerwünschte Ereignisse) und Abbruch aufgrund von UE (unerwünschte Ereignisse) zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Therapiearmen.
- Für den Endpunkt SUE ergibt sich ein Hinweis auf Effektmodifikation durch das Merkmal Fibrosestatus (Metavir-Score). Bei Patienten mit einem Metavir-Score von F3 bis F4 treten statistisch signifikant weniger SUE unter der Simeprevir-Behandlung auf.
- Nebenwirkungen - Pruritus und Ausschlag (Rash)
- Für die Endpunkte Pruritus und Ausschlag (Rash) zeigen sich weder ein Vor- noch ein Nachteil von Simeprevir gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie.
- Gesamtbewertung
- Für therapienaive Patienten (mit und ohne Zirrhose) mit chronischer Hepatitis-C-Virus Infektion (Genotyp 1) liegt in der Gesamtbetrachtung der Ergebnisse zur Mortalität, zur Morbidität und zu Nebenwirkungen ein Hinweis für einen beträchtlichen Zusatznutzen von Simeprevir in Kombination mit Peginterferon alfa und Ribavirin gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie [Peginterferon alfa + Ribavirin] vor.
- Der G-BA stuft das Ausmaß des Zusatznutzens von Simeprevir auf Basis der Kriterien in § 5 Absatz 7 der AM-NutzenV unter Berücksichtigung des Schweregrades der Erkrankung und des therapeutischen Ziels bei der Behandlung der Erkrankung als beträchtlich ein. Gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie handelt es sich gemäß § 5 Abs. 7 i.V.m. § 2 Abs. 3 AM-NutzenV um eine beträchtliche Verbesserung des therapierelevanten Nutzens, die sich insbesondere durch eine statistisch signifikante Verbesserung des dauerhaften virologischen Ansprechens (SVR) ergibt.
- In der Zusammenschau der Ergebnisse der Studien PILLAR, QUEST-1 und QUEST-2 wird insbesondere aufgrund der statistisch signifikanten Verbesserung des SVR ein beträchtlicher Zusatznutzen festgestellt. Das statistisch signifikante Ergebnis hinsichtlich der Vermeidung schwerwiegender unerwünschter Ereignisse bei der Subgruppe Patienten mit einem Metavir-Scoere F3-F4 sowie die positive Beeinflussung der Fatigue als auch des Gesundheitszustandes bei der Subgruppe Patienten ohne Q80K-Polymorphismus und die positive Beeinflussung der Fatigue bei der Subgruppe Patienten mit einem Metavir-Score von F0-F2 werden in dieser Entscheidung ebenfalls berücksichtigt.
b) Therapieerfahrene Patienten (Relapse), Genotyp 1: Simeprevir in Kombination mit Peginterferon alfa + Ribavirin gegenüber Peginterferon alfa + Ribavirin
- In der Gesamtbetrachtung der Ergebnisse zur Mortalität, zur Morbidität und zu Nebenwirkungen ein Hinweis für einen beträchtlichen Zusatznutzen von Simeprevir in Kombination mit Peginterferon alfa und Ribavirin gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie [Peginterferon alfa + Ribavirin] vor.
- Der G-BA stuft das Ausmaß des Zusatznutzens von Simeprevir auf Basis der Kriterien in § 5 Absatz 7 der AM-NutzenV unter Berücksichtigung des Schweregrades der Erkrankung und des therapeutischen Ziels bei der Behandlung der Erkrankung als beträchtlich ein.
- Bezüglich der Aussagesicherheit wird in der Gesamtschau ein Hinweis auf einen Zusatznutzen festgestellt.
- Mortalität
- In PROMISE Studie trat je ein Todesfall im Simeprevir-Arm und im Kontrollarm auf. Ein statistisch signifikanter Unterschied besteht nicht. Ein Zusatznutzen bezüglich der Mortalität ist nicht belegt.
- Morbidität - dauerhaftes virologisches Ansprechen (SVR = Sustained Virologic Response)
- Die PROMISE Studie zeigt für den SVR 24 ein statistisch signifikantes Ergebnis zugunsten von Simeprevir + PEG + RBV mit einer absoluten Risikoreduktionen von 43,5 %.
- Das Ergebnis der Sensitivitätsanalyse zum SVR 24 zeigt ebenfalls einen statistisch signifikanten Vorteil für Simeprevir.
- Die Rate des SVR an Woche 72 (SVR W72) zeigt ein statistisch signifikantes Ergebnis.
- Morbidität - Depression über Center for Epidemiologic Studies Depression Scale (CES-D)
- Für den Endpunkt Depression liegt in der PROMISE Studie ein statistisch signifikanter Vorteil zugunsten von Simeprevir + PEG + RBV. Das 95 % KI des Hedges’g liegt nicht vollständig unterhalb der Irrelevanzschwelle von – 0,2.
- Morbidität - Fatigue über Fatigue Severity Scale (FSS)
- Für den Endpunkt Fatigue liegt in der PROMISE Studie ein statistisch signifikanter Vorteil zugunsten von Simeprevir + PEG + RBV. Das 95 % KI des Hedges’g liegt vollständig unterhalb der Irrelevanzschwelle von – 0,2.
- Morbidität - Gesundheitszustand über European Quality of Life-5-Dimensions Visual Analogue Scale (EQ-5D VAS)
- Für den Endpunkt Gesundheitszustand liegt in der PROMISE Studie ein statistisch signifikanter Vorteil zugunsten von Simeprevir + PEG + RBV. Das 95 % KI des Hedges’g liegt vollständig oberhalb der Irrelevanzschwelle von 0,2.
- Für diesen Endpunkt zeigt sich je ein Beleg auf Effektmodifikation durch das Merkmal Q80K-Polymorphismus sowie Genotyp 1a/1b. Es liegt jeweils ein statistisch signifikantes Ergebnis zugunsten von Simeprevir für die Subgruppen „Patienten ohne Q80K-Polymorphismus“ und „Patienten mit Genotyp 1b“ vor. Das 95 % KI des Hedges’g liegt jeweils vollständig oberhalb der Irrelevanzschwelle von 0,2.
- Nebenwirkungen - schwere unerwünschte Ereignisse (SUE) und Abbruch aufgrund von unerwünschten Ereignissen (UE)
- Für die Endpunkte SUE (schwere unerwünschte Ereignisse) und Abbruch aufgrund von UE (unerwünschte Ereignisse) liegen keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Therapiearmen vor.
- Nebenwirkungen - Augenerkrankungen
- Für den Endpunkt Augenerkrankungen zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Simeprevir + PEG + RBV.
- Nebenwirkungen - grippeähnliche Erkrankung und Dyspnoe
- Für die Endpunkte grippeähnliche Erkrankung und Dyspnoe liegen statistisch signifikante Unterschiede zugunsten der Vergleichstherapie Placebo + PEG + RBV vor. Das Ausmaß dieser Effekte wird allerdings nicht mehr als geringfügig bewertet.
- Gesamtbewertung
- Für therapieerfahrene Patienten (Relaps) mit chronischer Hepatitis-C-Virus Infektion (Genotyp 1) liegt in der Gesamtbetrachtung der Ergebnisse zur Mortalität, zur Morbidität und zu Nebenwirkungen ein Hinweis für einen beträchtlichen Zusatznutzen von Simeprevir in Kombination mit Peginterferon alfa und Ribavirin gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie [Peginterferon alfa + Ribavirin] vor.
- Der G-BA stuft das Ausmaß des Zusatznutzens von Simeprevir auf Basis der Kriterien in § 5 Absatz 7 der AM-NutzenV unter Berücksichtigung des Schweregrades der Erkrankung und des therapeutischen Ziels bei der Behandlung der Erkrankung als beträchtlich ein. Gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie handelt es sich gemäß § 5 Abs. 7 i.V.m. § 2 Abs. 3 AM-NutzenV um eine beträchtliche Verbesserung des therapierelevanten Nutzens, die sich insbesondere durch eine statistisch signifikante Verbesserung des dauerhaften virologischen Ansprechens (SVR), eine statistisch signifikante und klinisch relevante positive Beeinflussung der Fatigue und des Gesundheitszustandes sowie durch die relevante Vermeidung von Nebenwirkungen ergibt.
c) Therapieerfahrene Patienten (vorherige Non-Responder), Genotyp 1: Simeprevir in Kombination mit Peginterferon alfa + Ribavirin gegenüber Peginterferon alfa + Ribavirin + Proteaseinhibitor (Boceprevir oder Telaprevir)
- Für therapieerfahrene Patienten (Non-Responder) mit chronischer Hepatitis-C-Virus Infektion (Genotyp 1) liegt in der Gesamtbetrachtung der Ergebnisse zur Mortalität, zur Morbidität und zu Nebenwirkungen ein Hinweis für einen beträchtlichen Zusatznutzen Simeprevir in Kombination mit Peginterferon alfa und Ribavirin gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie [Telaprevir + Peginterferon alfa + Ribavirin] vor.
- Der G-BA stuft das Ausmaß des Zusatznutzens von Simeprevir auf Basis der Kriterien in § 5 Absatz 7 der AM-NutzenV unter Berücksichtigung des Schweregrades der Erkrankung und des therapeutischen Ziels bei der Behandlung der Erkrankung als beträchtlich ein.
- Bezüglich der Aussagesicherheit wird ein Hinweis auf einen Zusatznutzen festgestellt.
- Mortalität
- In ATTAIN Studie traten drei Todesfälle im Kontrollarm (Telaprevir + PEG + RBV) auf. Es liegt kein statistisch signifikanter Unterschied vor. Ein Zusatznutzen bezüglich der Mortalität ist nicht belegt.
- Morbidität - dauerhaftes virologisches Ansprechen (SVR = Sustained Virologic Response)
- Die ATTAIN Studie zeigt für den SVR 12 kein statistisch signifikantes Ergebnis. Ein Zusatznutzen bezüglich des Erreichens des SVR liegt nicht vor.
- Morbidität - Depression über Center for Epidemiologic Studies Depression Scale (CES-D)
- Für den Endpunkt Depression zeigt sich in der ATTAIN Studie kein statistisch signifikanter Unterschied.
- Morbidität - Fatigue über Fatigue Severity Scale (FSS)
- Für den Endpunkt Fatigue zeigt sich in der ATTAIN Studie kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Morbidität - Gesundheitszustand über European Quality of Life-5-Dimensions Visual Analogue Scale (EQ-5D VAS)
- Für den Endpunkt Gesundheitszustand liegt in der ATTAIN Studie ein statistisch signifikanter Vorteil zugunsten von Simeprevir + PEG + RBV vor. Das 95 % KI des Hedges’g liegt nicht vollständig oberhalb der Irrelevanzschwelle von 0,2.
- Nebenwirkungen - schwere unerwünschte Ereignisse (SUE) und Abbruch aufgrund von unerwünschten Ereignissen (UE)
- Für die Endpunkte SUE (schwere unerwünschte Ereignisse) und Abbruch aufgrund von UE (unerwünschte Ereignisse) zeigen sich jeweils statistisch signifikante Unterschiede zwischen den Therapiearmen.
- Nebenwirkungen - Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes, Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts und schwerwiegende Anämien
- Für die Endpunkte „Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes“, „Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts“ sowie „schwerwiegende Anämien zeigen sich ebenfalls statistisch signifikante Unterschiede zugunsten von Simeprevir + PEG + RBV.
- Gesamtbewertung
- Für therapieerfahrene Patienten (Non-Responder) mit chronischer Hepatitis-C-Virus Infektion (Genotyp 1) liegt in der Gesamtbetrachtung der Ergebnisse zur Mortalität, zur Morbidität und zu Nebenwirkungen ein Hinweis für einen beträchtlichen Zusatznutzen Simeprevir in Kombination mit Peginterferon alfa und Ribavirin gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie [Telaprevir + Peginterferon alfa + Ribavirin] vor.
- Der G-BA stuft das Ausmaß des Zusatznutzens von Simeprevir auf Basis der Kriterien in § 5 Absatz 7 der AM-NutzenV unter Berücksichtigung des Schweregrades der Erkrankung und des therapeutischen Ziels bei der Behandlung der Erkrankung als beträchtlich ein. Gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie handelt es sich gemäß § 5 Abs. 7 i.V.m. § 2 Abs. 3 AM-NutzenV um eine beträchtliche Verbesserung des therapierelevanten Nutzens, die sich insbesondere durch eine relevante Vermeidung schwerwiegender Nebenwirkungen ergibt.
d) Therapienaive Patienten und therapieerfahrene Patienten (Relapse), Genotyp 4: Simeprevir in Kombination mit Peginterferon alfa + Ribavirin gegenüber Peginterferon alfa + Ribavirin
- Für die aufgeführten Patientengruppen liegt ein Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie vor.
- Der G-BA bewertet das Ausmaß des Zusatznutzens von Simeprevir auf Basis der Kriterien in § 5 Absatz 7 der AM-NutzenV unter Berücksichtigung des Schweregrades der Erkrankung und des therapeutischen Ziels bei der Behandlung der Erkrankung insgesamt als gering.
- Die Aussagesicherheit wird aufgrund des Vorliegens einer einarmigen Studie für den Nachweis eines adäquaten Ansprechens bezüglich des SVR und der vergleichenden Betrachtung der Nebenwirkungsprofile des Simeprevir-Regimes einerseits und einer längeren Behandlungsdauer eines Interferon-haltigen Regimes der zweckmäßigen Vergleichstherapie andererseits als ein Anhaltspunkt eingestuft.
- Morbidität - dauerhaftes virologisches Ansprechen (SVR = Sustained Virologic Response)
- Bei der RESTORE Studie handelt es sich um eine laufende unverblindete, einarmige Phase-III-Studie. Bei den Patienten, bei denen die SVR12 evaluiert werden konnte, betrug die SVR12-Gesamtrate 85 % (52/61); die SVR12-Raten betrugen 88 % (28/32) bei therapienaiven Patienten, 91 % bei vorherigen Relapsern (19/21), 33 % (1/3) bei vorherigen partiellen Respondern und 80 % (4/5) bei vorherigen Null-Respondern.
- Bei den therapienaiven Patienten oder den Patienten mit vorherigem Relapse, die die im Protokoll definierten RGT-Kriterien erfüllten und insgesamt 24 Wochen lang behandelt wurden, betrugen die SVR12-Raten 92 % (47/51).
- Aufgrund der erreichten Größenordnung der SVR-Raten wird trotz einer einarmigen Studie von einer Äquivalenz einer Behandlung mit einem Simeprevir-Regime im Vergleich zu einer dualen Therapie (Ribavirin plus Peginterferon) bezüglich dieses Endpunktes ausgegangen.
- Nebenwirkungen
- Unter Berücksichtigung der sowohl in Studien hinreichend belegten und in den Fachinformationen beschriebenen unerwünschten Wirkungen der Behandlung mit Peginterferon, wird die wesentliche Verkürzung der Therapiedauer gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie für therapienaive HCV Patienten und Patienten mit einem Rückfall auf eine vorherige Therapie (Relapse) als relevant hinsichtlich der Vermeidung von Nebenwirkungen bewertet.
e) Therapieerfahrene Patienten (vorherige Non-Responder), Genotyp 4: Simeprevir in Kombination mit Peginterferon alfa + Ribavirin gegenüber Peginterferon alfa + Ribavirin
- Für die aufgeführten Patienten ist ein Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt.
- Es liegen keine ausreichenden Daten vor, um den Zusatznutzen bewerten zu können. Diese Patienten werden über 48 Wochen mit einer Kombination aus Simeprevir plus Ribavirin plus Peginterferon alfa behandelt. Eine Verkürzung der Therapiedauer eines Interferon-haltigen Therapieregimes gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie liegt nicht vor. Daher ist der Zusatznutzen für die aufgeführten Patientengruppen nicht belegt.
f) Therapienaive Patienten (ohne Zirrhose) und therapieerfahrene Patienten (Relapse ohne Zirrhose) mit einer HIV-Koinfektion, Genotyp 1, 4: Simeprevir in Kombination mit Peginterferon alfa + Ribavirin gegenüber Peginterferon alfa + Ribavirin
- Für die aufgeführten Patientengruppen liegt ein Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie vor.
- Der G-BA bewertet das Ausmaß des Zusatznutzens von Simeprevir auf Basis der Kriterien in § 5 Absatz 7 der AM-NutzenV unter Berücksichtigung des Schweregrades der Erkrankung und des therapeutischen Ziels bei der Behandlung der Erkrankung insgesamt als gering.
- Die Aussagesicherheit wird aufgrund des Vorliegens einer einarmigen Studie für den Nachweis eines adäquaten Ansprechens bezüglich des SVR und der vergleichenden Betrachtung der Nebenwirkungsprofile des Simeprevir-Regimes einerseits und der Interferon-haltigen zweckmäßigen Vergleichstherapie andererseits als ein Anhaltspunkt eingestuft.
- Morbidität - dauerhaftes virologisches Ansprechen (SVR = Sustained Virologic Response)
- In der Studie C212 erreichten 79 % (42/53) der therapienaiven Patienten; 87 % der vorherigen Relapser (13/15); 70 % (7/10) der vorherigen partiellen Responder und 57 % (16/28) der vorherigen Null-Responder einen SVR 12.
- Für eine Gesamtbehandlungsdauer von 24 Wochen qualifizierten sich 89 % (54/61) der mit Simeprevir behandelten therapienaiven Patienten oder vorherigen Relapser ohne Zirrhose durch Erfüllung der im Protokoll definierten RGT-Kriterien (HCV-RNA < 25 IE/ml in Woche 4 nachweisbar oder nicht nachweisbar und keine nachweisbare HCV-RNA in Woche 12). Bei diesen Patienten betrug die SVR12-Rate 87 %.
- Aufgrund der erreichten Größenordnung der SVR-Raten wird trotz einer einarmigen Studie von einer Äquivalenz einer Behandlung mit einem Simeprevir-Regime im Vergleich zu einer dualen Therapie (Ribavirin plus Peginterferon) bezüglich dieses Endpunktes ausgegangen.
- Nebenwirkungen
- Unter Berücksichtigung der sowohl in Studien hinreichend belegten und in den Fachinformationen beschriebenen unerwünschten Wirkungen der Behandlung mit Peginterferon, wird die wesentliche Verkürzung der Therapiedauer gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie für HIV-koinfizierte therapienaive HCV Patienten sowie Patienten mit einem Rückfall auf eine vorherige Therapie (Relapse) ohne Zirrhose als relevant hinsichtlich der Vermeidung von Nebenwirkungen bewertet.
g) Therapienaive Patienten (mit Zirrhose) und therapieerfahrene Patienten (vorherige Non-Responder mit/ohne Zirrhose; Relapse mit Zirrhose) mit einer HIV-Koinfektion, Genotyp 1, 4: Simeprevir in Kombination mit Peginterferon alfa + Ribavirin gegenüber Peginterferon alfa + Ribavirin
- Für die aufgeführten Patienten ist ein Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt.
- Es liegen keine ausreichenden Daten vor, um den Zusatznutzen bewerten zu können. Diese Patienten werden über 48 Wochen mit einer Kombination aus Simeprevir plus Ribavirin plus Peginterferon alfa behandelt. Eine Verkürzung der Therapiedauer eines Interferon-haltigen Therapieregimes gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie liegt nicht vor. Daher ist der Zusatznutzen für die aufgeführten Patientengruppen nicht belegt.
Zugehörige Verfahren
| Simeprevir (1) | Olysio® | Janssen-Cilag GmbH | Chronische Hepatitis C | 64.800 | 91% Hinweis auf beträchtlicher Zusatznutzen |
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