Seladelpar (1) – Seladelpar Gilead®, Seladelpar Gilead®

Primär biliäre Cholangitis (Kombination mit Ursodeoxycholsäure)

Steckbrief

Start des Verfahrens 15.03.2025 – Zulassung: 20.02.2025
Beschluss 04.09.2025
Befristung bis 01.03.2031
Wirkstoff Seladelpar
Handelsname Seladelpar Gilead®, Seladelpar Gilead®
Pharm. Unternehmer Gilead Sciences GmbH
G-BA Vorgangsnummer D-1170
ATC-Code A05AX07 Andere Mittel zur Gallentherapie (A05AX)
ICD-10 Codes (AIS) K74.3Primäre biliäre Cholangitis
Alpha-ID Codes (AIS) I126870Primäre biliäre Cholangitis
ORPHAcodes (AIS) 186Primäre biliäre Cholangitis
Therapeutisches Gebiet Krankheiten des Verdauungssystems Primäre biliäre Cholangitis Orphan
Grund des Verfahrens Erstbewertung
Regulatorischer Status Bedingte Zulassung (CMA)

Anwendungsgebiet des Beschlusses

Lyvdelzi wird angewendet für die Behandlung der primär biliären Cholangitis (PBC) in Kombination mit Ursodeoxycholsäure (UDCA) bei Erwachsenen, die nicht ausreichend auf UDCA alleine ansprechen, oder als Monotherapie bei Patienten, die UDCA nicht vertragen.

Patientengruppe Indikation ZVT
Erwachsene mit primär biliärer Cholangitis (PBC) und unzureichendem Ansprechen oder Unverträglichkeit auf Ursodeoxycholsäure – (Orphan Drug)

Studien und Ergebnisse

Anzahl Studien
(beste Patientengruppe)
1 (RESPONSE)
Studiendesign
(beste Patientengruppe)
H2H vs. ZVT
Metaanalyse
(beste Patientengruppe)
nein

  • Klinische Studien
    • Bei der Studie RESPONSE handelt es sich um eine multizentrische, randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Phase-III-Studie, in der die Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit von Seladelpar bei Patientinnen und Patienten mit PBC mit unzureichendem Ansprechen oder Unverträglichkeit auf UDCA untersucht wurde.

Erwachsene mit primär biliärer Cholangitis (PBC) und unzureichendem Ansprechen oder Unverträglichkeit auf Ursodeoxycholsäure (UDCA)

  • Zusammenfassend wird der Zusatznutzen von Seladelpar wie folgt bewertet: Für Erwachsene mit primär biliärer Cholangitis (PBC) und unzureichendem Ansprechen oder Unverträglichkeit auf Ursodeoxycholsäure (UDCA) liegt für Seladelpar ein Hinweis für einen geringen Zusatznutzen vor.
  • In der Gesamtschau der vorliegenden Ergebnisse wird aufgrund des gezeigten Vorteils im Endpunkt Juckreiz ein Hinweis für einen geringen Zusatznutzen von Seladelpar festgestellt.
  • Mortalität
    • Todesfälle jeglicher Ursache wurden im Rahmen der Sicherheitserhebung erfasst. In der Studie traten keine Todesfälle auf. Es zeigt sich somit kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Studienarmen.
  • Morbidität - Klinische Ereignisse
    • Als klinische PBC-Ereignisse wurden die Endpunkte Lebertransplantation, MELD-Score ≥ 15 (Model-for-End-Stage-Liver-Disease) bei mindestens 2 aufeinanderfolgenden Visiten, behandlungsbedürftiger Aszites, Hospitalisierungen aufgrund Varizenblutung, hepatische Enzephalopathie oder spontaner bakterieller Peritonitis und Todesfälle definiert.
    • Es kam sowohl im Interventions- als auch im Kontrollarm zu Hospitalisierungen. Es zeigt sich jedoch kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Studienarmen. Bei den weiteren Endpunkten traten in beiden Behandlungsarmen jeweils keine Ereignisse auf.
  • Morbidität - Juckreiz
    • Der Endpunkt Juckreiz stellt im Anwendungsgebiet einen patientenrelevanten Endpunkt dar.
    • Es zeigt sich sowohl in der Pruritus-NRS als auch im Gesamtscore und allen Einzeldomänen der 5-D Itch Scale ein statistisch signifikanter Vorteil von Seladelpar gegenüber Placebo. Auf Basis des jeweiligen Hedges´g lässt sich zudem bei den statistisch signifikanten Auswertungsergebnissen der Pruritus-NRS, des Gesamtscores des 5-D Itch und der Domäne „Beeinträchtigung“ des 5-D Itch ableiten, dass der Effekt klinisch relevant ist.
  • Lebensqualität
    • Im Endpunkt PBC-40 zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
  • Nebenwirkungen
    • Bei den Ergebnissen zur Sicherheit in der Gesamtpopulation der Studie RESPONSE zeigen sich weder bei den schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (SUE) und schweren unerwünschten Ereignissen (CTCAE-Grad 3 oder 4), noch bei den Therapieabbrüchen aufgrund von UE statistisch signifikante Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Gesamtbewertung
    • Für die Nutzenbewertung von Seladelpar zur Behandlung von Erwachsenen mit primär biliärer Cholangitis (PBC) und unzureichendem Ansprechen oder Unverträglichkeit auf Ursodeoxycholsäure (UDCA) liegen Ergebnisse der Studie RESPONSE vor, in der Seladelpar gegenüber Placebo über einen Zeitraum von 12 Monaten verglichen wurde.
    • In der Studie RESPONSE traten keine Todesfälle auf.
    • In der Endpunktkategorie Morbidität wurden die patientenrelevanten Endpunkte klinische Ereignisse sowie Juckreiz erhoben. Für den Endpunkt Juckreiz zeigt sich sowohl im Messinstrument Pruritus-NRS als auch im Gesamtscore und allen Einzeldomänen der 5-D Itch Scale jeweils ein statistisch signifikanter Vorteil von Seladelpar gegenüber Placebo. Es traten keine klinischen Ereignisse wie eine Lebertransplantationen, ein MELD-Score ≥ 15 oder eine behandlungsbedürftige Aszitis auf. Im Endpunkt Hospitalisierung zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
    • In der Endpunktkategorie Lebensqualität zeigt sich im Endpunkt PBC-40 kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
    • In der Endpunktkategorie Nebenwirkungen zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
    • In der Gesamtschau der vorliegenden Ergebnisse wird aufgrund des gezeigten Vorteils im Endpunkt Juckreiz ein geringer Zusatznutzen von Seladelpar festgestellt.

Zugehörige Verfahren

Seladelpar (1) Seladelpar Gilead® Gilead Sciences GmbH Krankheiten des Verdauungssystems Primär biliäre Cholangitis (Kombination mit Ursodeoxycholsäure) 6.000–13.000 100% Hinweis auf geringer Zusatznutzen Orphan


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