Naldemedin (1) – Rizmoic®

Opioid-induzierte Obstipation

Steckbrief

Start des Verfahrens 15.05.2020 – Zulassung: 18.02.2019
Beschluss 05.11.2020
Wirkstoff Naldemedin
Handelsname Rizmoic®
Pharm. Unternehmer Dossier: Hexal AG
Neuer Inverkehrbringer: Viatris Healthcare GmbH
G-BA Vorgangsnummer D-512
ATC-Code A06AH05 Periphere Opioidrezeptorantagonisten (A06AH)
ICD-10 Codes (AIS) K59.02Medikamentös induzierte Obstipation
Alpha-ID Codes (AIS) I126647Medikamentös induzierte Obstipation
DDD Tagesdosis 0.2 mg oral
Therapeutisches Gebiet Krankheiten des Verdauungssystems Opioidinduzierte Obstipation
Grund des Verfahrens Erstbewertung

Anwendungsgebiet des Beschlusses

Rizmoic wird angewendet zur Behandlung von Opioid-induzierter Obstipation (OIC, opioidinduced constipation) bei Erwachsenen, die früher bereits mit einem Abführmittel behandelt wurden.

Patientengruppe Indikation ZVT
a) Erwachsene Patienten mit opioidinduzierter Obstipation, die zuvor mit einem Laxans behandelt wurden Ein weiteres nicht verschreibungspflichtiges Abführmittel (gemäß AM-RL Anlage I Nr. 1) oder ein verordnungsfähiges Medizinprodukt zur Behandlung der Obstipation (gemäß AM-RL Abschnitt J und Anlage V) oder Kombinationen dieser
b) Erwachsene Patienten mit opioidinduzierter Obstipation, für die ein nicht-verschreibungspflichtiges Abführmittel oder ein verordnungsfähiges Medizinprodukt zur Behandlung der Obstipation nicht mehr in Frage kommt Methylnaltrexon oder Naloxegol

Studien und Ergebnisse

Anzahl Studien
(beste Patientengruppe)
0 (Daten nicht akzeptiert)
Studiendesign
(beste Patientengruppe)
Daten nicht akzeptiert (Dossier: H2H vs. Nicht-ZVT + kein indirekter Vergleich)
Grund für Patientengruppenbildung (G-BA) Patienten-Eignung

  • Klinische Studien
    • Die Studie COMPOSE 3 ist eine doppelblinde, randomisierte, multizentrische Studie zum Vergleich von Naldemedin mit Placebo über 52 Wochen.
    • Die Studie KODIAC-08 ist eine offene, randomisierte, multizentrische Studie zum Vergleich von Naloxegol mit einer Standardtherapie über 52 Wochen.

a) Erwachsene Patienten mit Opioid-induzierter Obstipation, die zuvor mit einem Laxans behandelt wurden

  • Für diese Patientenpopulation wurde seitens des pharmazeutischen Unternehmers keine Studie vorgelegt, die für die Bewertung des Zusatznutzens von Naldemedin gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie geeignet gewesen wäre.
  • In der Gesamtschau ist für erwachsene Patienten mit Opioid-induzierter Obstipation, die zuvor mit einem Laxans behandelt wurden, ein Zusatznutzen von Naldemedin gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt.

b) Erwachsene Patienten mit Opioid-induzierter Obstipation, für die ein nicht-verschreibungspflichtiges Abführmittel oder ein verordnungsfähiges Medizinprodukt zur Behandlung der Obstipation nicht mehr in Frage kommt

  • Der pharmazeutische Unternehmer legt in seinem Dossier für die Bewertung des Zusatznutzens von Naldemedin keine direkt vergleichenden Studien gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie vor, sondern einen indirekten Vergleich (Naldemedin vs. Naloxegol über den Brückenkomparator Standardtherapie) auf Basis der beiden RCT COMPOSE 3 sowie KODIAC-08.
  • Der auf den genannten Studien basierende indirekte Vergleich ist aus den folgenden Gründen für die vorliegende Nutzenbewertung jedoch nicht geeignet.
  • Die vom pharmazeutischen Unternehmer berücksichtigte Studie KODIAC-08 ist eine Studie zur Langzeitsicherheit, welche lediglich Ergebnisse zu Endpunkten zu unerwünschten Ereignissen erfasst. Eine Nutzen-Risiko-Vergleich anhand dieser Studie ist daher nicht möglich.
  • Darüber hinaus sind die eingeschlossenen Studienpopulationen der beiden Studien nicht ausreichend ähnlich. In der Studie KODIAC-08 entspricht die Studienpopulation nur teilweise dem zugelassenen Anwendungsgebiet von Naldemedin, da eine Vorbehandlung mit Laxanzien für den Studieneinschluss nicht notwendig war.
  • Des Weiteren ist in beiden Studien der Anteil der Patienten unklar, der für die Behandlung mit einem weiteren Laxans nicht mehr infrage kommt.
  • Auch der Brückenkomparator Standardtherapie für den indirekten Vergleich ist in beiden Studien nicht ausreichend ähnlich, da in der Studie COMPOSE 3 im Gegensatz zur Studie KODIAC-08 zu Studienbeginn keine neu definierte Laxanzientherapie als Standardtherapie eingesetzt worden ist.
  • In der Gesamtschau ist für erwachsene Patienten mit Opioid-induzierter Obstipation, für die ein nicht-verschreibungspflichtiges Abführmittel oder ein verordnungsfähiges Medizinprodukt zur Behandlung der Obstipation nicht mehr in Frage kommt, ein Zusatznutzen von Naldemedin nicht belegt.
  • Gesamtbewertung / Fazit
    • Der pharmazeutische Unternehmer legt mit dem Dossier für die Bewertung des Zusatznutzens von Naldemedin gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie für erwachsene Patienten mit Opioid-induzierter Obstipation, die zuvor mit einem Laxans behandelt wurden, keine relevanten Daten vor.
    • Der G-BA betrachtet die dargelegten indirekten Vergleiche für erwachsene Patienten mit Opioid-induzierter Obstipation, für die ein nicht-verschreibungspflichtiges Abführmittel oder ein verordnungsfähiges Medizinprodukt zur Behandlung der Obstipation nicht mehr in Frage kommt, insgesamt als nicht geeignet, patientenrelevante Effekte zum Zusatznutzen von Naldemedin ableiten zu können.
    • Der Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie ist somit für erwachsene Patienten mit Opioid-induzierter Obstipation erwachsene Patienten, die zuvor mit einem Laxans behandelt wurden, sowie für die ein nicht-verschreibungspflichtiges Abführmittel oder ein verordnungsfähiges Medizinprodukt zur Behandlung der Obstipation nicht mehr in Frage kommt, nicht belegt.

Zugehörige Verfahren

Naldemedin (1) Rizmoic® Hexal AG Krankheiten des Verdauungssystems Opioid-induzierte Obstipation 65.000 100% Zusatznutzen nicht belegt


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