Lonapegsomatropin (1) – Skytrofa®

Wachstumsstörung durch Wachstumshormonmangel, ≥ 3 bis < 18 Jahre

Steckbrief

Start des Verfahrens 15.09.2023 – Zulassung: 11.01.2022
Beschluss 07.03.2024
Wirkstoff Lonapegsomatropin
Handelsname Skytrofa®
Pharm. Unternehmer Ascendis Pharma Endocrinology GmbH
G-BA Vorgangsnummer D-972
ATC-Code H01AC09 Somatropin und Somatropinrezeptoragonisten (H01AC)
ICD-10 Codes (AIS) E23.0Hypopituitarismus, R62.8Sonstiges Ausbleiben der erwarteten physiologischen Entwicklung
Alpha-ID Codes (AIS) I15665Wachstumsstörung, I27893Wachstumshormonmangel
Therapeutisches Gebiet Stoffwechselkrankheiten Wachstumsstörung / Achondroplasie Orphan
Grund des Verfahrens Erstbewertung

Anwendungsgebiet des Beschlusses

Wachstumsstörung bei Kindern und Jugendlichen von 3 Jahren bis 18 Jahren aufgrund unzureichender Sekretion des endogenen Wachstumshormons (Wachstumshormonmangel [GHD])

Patientengruppe Indikation ZVT
Kinder und Jugendliche im Alter von 3 bis < 18 Jahre mit Wachstumsstörung aufgrund unzureichender Sekretion des Wachstumshormons – (Orphan Drug)

Studien und Ergebnisse

Anzahl Studien
(beste Patientengruppe)
2 (heiGHt, CT-301-CN)
Studiendesign
(beste Patientengruppe)
H2H vs. ZVT
Metaanalyse
(beste Patientengruppe)
ja

  • Klinische Studien
    • Bei den Studien heiGHt und CT-301-CN handelt es sich um randomisierte, offene, aktiv kontrollierte Phase-III-Studien zum Vergleich von Lonapegsomatropin gegenüber einem täglich zu verabreichenden Somatropin über 52 Wochen.

Kinder und Jugendliche im Alter von 3 bis < 18 Jahre mit Wachstumsstörung aufgrund unzureichender Sekretion des Wachstumshormons

  • Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen, weil die wissenschaftliche Datengrundlage eine Quantifizierung nicht zulässt
  • In der Gesamtschau wird die Aussagesicherheit in der Kategorie „Anhaltspunkt“ eingeordnet.
  • Mortalität
    • In den Studien heiGHt und CT-301-CN traten keine Todesfälle auf.
  • Morbidität - Körpergröße (SDS)
    • Anthropometrische Parameter können insbesondere bei Kindern mit charakteristischen, krankheitsbedingten Wachstumsstörungen als patientenrelevante Morbiditätsparameter eingeschätzt werden.
    • Die standardisierte Körpergröße wurde mittels Standard Deviation Score (SDS) berechnet.
    • In der Studie CT-301-CN erfolgte eine Auswertung mittels ANCOVA. In der Studie heiGHt erfolgte zusätzlich zur prädefinierten Auswertung mittels MMRM eine nicht präspezifizierte Auswertung mittels ANCOVA.
    • Während sich in der Studie CT-301-CN in der Auswertung unter Verwendung einer ANCOVA ein statistisch signifikanter Vorteil zugunsten von Lonapegsomatropin zeigte, ergab sich in der Studie heiGHt lediglich ein statistisch signifikanter Unterschied in der nicht prädefinierten Auswertung unter Verwendung der ANCOVA, jedoch nicht unter Verwendung der prädefinierten Analyse mittels MMRM.
    • Der signifikante Unterschied zugunsten von Lonapegsomatropin zeigte sich außerdem in der Metaanalyse beider Studien unter Verwendung einer ANCOVA.
    • Die klinische Relevanz des Unterschiedes lässt sich jedoch nicht abschließend bewerten.
    • Für das Subgruppenmerkmal „Alter“ zeigte sich in der Studie CT-301-CN eine statistisch signifikante Effektmodifikation für den Endpunkt „Körpergröße (SDS)“. Hier zeigte sich für Personen unter 6 Jahren ein signifikanter Vorteil zugunsten von Lonapegsomatropin im Vergleich zu Somatropin, während sich für Personen im Alter über 6 Jahren ein kleinerer nicht signifikanter Effekt zeigte.
  • Morbidität - Jährliche Wachstumsgeschwindigkeit
    • Der primäre Endpunkt Wachstumsgeschwindigkeit beschreibt die jährliche Zunahme der Stehhöhe [cm/Jahr] und wird ausschließlich ergänzend dargestellt, da dieser keine über die Stehhöhe hinausgehende Informationen über das Wachstum für die Nutzenbewertung liefert.
    • In den Studien heiGHt und CT-301-CN zeigte sich für den Endpunkt Wachstumsgeschwindigkeit ein statistisch signifikanter Vorteil zugunsten von Lonapegsomatropin.
  • Lebensqualität
    • Es wurden keine Daten zur Lebensqualität erhoben.
  • Nebenwirkungen
    • Insgesamt traten nur wenige schwere oder schwerwiegende Unerwünschte Ereignisse (UE), bzw. Therapieabbrüche aufgrund von UE auf.
    • Für schwere UE, schwerwiegende UE und Therapieabbrüche aufgrund von UE, zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
    • Bei den UE von besonderem Interesse zeigte sich in der Studie heiGHt für die Endpunkte Abnorme Reaktionen an der Injektionsstelle und Rötungen jeweils ein statistisch signifikanter Nachteil von Lonapegsomatropin gegenüber Somatropin.
    • In der Kategorie Nebenwirkungen ergeben sich jedoch in der Gesamtschau keine Vor- oder Nachteile für Lonapegsomatropin gegenüber Somatropin.
  • Gesamtbewertung
    • Für den Endpunkt der Kategorie Morbidität „Körpergröße (SDS)“ zeigte sich in der Studie CT-301-CN in der prädefinierten Auswertung unter Verwendung einer ANCOVA ein statistisch signifikanter Vorteil zugunsten von Lonapegsomatropin. In der Studie heiGHt zeigte sich ein statistisch signifikanter Vorteil von Lonapegsomatropin in der nicht-prädefinierten Auswertung unter Verwendung der ANCOVA, jedoch nicht unter Verwendung der prädefinierten Analyse mittels MMRM. Der signifikante Vorteil zugunsten von Lonapegsomatropin zeigte sich außerdem in der metaanalytischen Auswertung beider Studien unter Verwendung einer ANCOVA.
    • Insgesamt jedoch lässt sich der statistisch signifikante Unterschied bei dem Endpunkt „Körpergröße (SDS)“ hinsichtlich seiner klinischen Relevanz nicht abschließend bewerten, sodass keine Aussagen zum Ausmaß des Zusatznutzens abgeleitet werden können.
    • Darüber hinaus fehlen Langzeitauswertungen, die eine Einschätzung zum weiteren Verlauf des Größenwachstums erlauben.
    • In der Kategorie Nebenwirkungen ergeben sich in der Gesamtschau keine Vor- oder Nachteile für Lonapegsomatropin.

Zugehörige Verfahren

Lonapegsomatropin (1) Skytrofa® Ascendis Pharma Endocrinology GmbH Stoffwechselkrankheiten Wachstumsstörung durch Wachstumshormonmangel, ≥ 3 bis < 18 Jahre 5.710–6.550 100% Anhaltspunkt für nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen Orphan


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