Lecanemab (1) – Leqembi®
Frühe Alzheimer-Krankheit
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 01.09.2025 – Zulassung: 15.04.2025 |
|---|---|
| Beschluss | 19.02.2026 |
| Wirkstoff | Lecanemab |
| Handelsname | Leqembi® |
| Pharm. Unternehmer | Eisai GmbH |
| G-BA Vorgangsnummer | D-1054 |
| ATC-Code | N06DX04 Andere Antidementiva (N06DX) |
| ICD-10 Codes (AIS) | G30.0Alzheimer-Krankheit mit frühem Beginn, G30.1Alzheimer-Krankheit mit spätem Beginn, G30.8Sonstige Alzheimer-Krankheit, G30.9Alzheimer-Krankheit, nicht näher bezeichnet, G30.9Alzheimer-Krankheit, nicht näher bezeichnet |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I23257Alzheimer-Krankheit, I3520Alzheimer-Krankheit, später Beginn, I84669Präsenile Form der Alzheimer-Krankheit, I84669Präsenile Form der Alzheimer-Krankheit |
| Therapeutisches Gebiet | Krankheiten des Nervensystems |
| Grund des Verfahrens | Erstbewertung |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
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Leqembi wird angewendet zur Behandlung erwachsener Patienten mit klinisch diagnostizierter leichter kognitiver Störung (mild cognitive impairment, MCI) und leichter Demenz aufgrund der Alzheimer-Krankheit (zusammengenommen frühe Alzheimer-Krankheit) mit bestätigter Amyloid-Pathologie, die Apolipoprotein E ε4 (ApoE ε4)-Nichtträger oder heterozygote ApoE ε4-Träger sind. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| a) | Erwachsene mit klinisch diagnostizierter leichter kognitiver Störung (mild cognitive impairment, MCI) aufgrund der Alzheimer-Krankheit mit bestätigter Amyloid-Pathologie, die Apolipoprotein E ε4 (ApoE ε4)-Nichtträger oder heterozygote ApoE ε4-Träger sind | Best Supportive Care |
| b) | Erwachsene mit klinisch diagnostizierter leichter Demenz aufgrund der Alzheimer- Krankheit mit bestätigter Amyloid-Pathologie, die Apolipoprotein E ε4 (ApoE ε4)-Nichtträger oder heterozygote ApoE ε4-Träger sind | Donepezil oder Galantamin oder Rivastigmin |
Studien und Ergebnisse
- Klinische Studien
- In die Studie wurden Patientinnen und Patienten im Alter von 50 bis 90 Jahren mit leichter kognitiver Störung aufgrund der Alzheimer-Krankheit oder leichter Alzheimer-Demenz eingeschlossen.
a) Erwachsene mit klinisch diagnostizierter leichter kognitiver Störung (mild cognitive impairment, MCI) aufgrund der Alzheimer-Krankheit mit bestätigter Amyloid-Pathologie, die Apolipoprotein E ε4 (ApoE ε4)-Nichtträger oder heterozygote ApoE ε4-Träger sind
- Für Erwachsene mit klinisch diagnostizierter leichter kognitiver Störung aufgrund der Alzheimer-Krankheit mit bestätigter Amyloid-Pathologie, die ApoE ε4-Nichtträger oder heterozygote ApoE ε4-Träger sind, ist der Zusatznutzen nicht belegt.
- Mortalität
- Für den Endpunkt Gesamtmortalität zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Morbidität - Symptomatik mittels Clinical Dementia Rating (CDR)
- Es liegen Auswertungen auf Grundlage des CDR-SB zur Verschlechterung um mindestens 3 Punkte (2,7 Punkte entsprechen 15 % der Skalenspannweite) zu Monat 18 für die Studienteilpopulation a vor.
- Auf Basis dieser Analysen zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Morbidität - Kognition mittels Alzheimer’s Disease Assessment Scale – Cognitive Subscale 14 (ADAS-Cog14)
- Es liegen Auswertungen auf Grundlage des ADAS-Cog14 zur Verschlechterung um mindestens 13,5 Punkte (entsprechend 15 % der Skalenspannweite) zu Monat 18 für die Studienteilpopulation a vor, die für die Nutzenbewertung herangezogen werden.
- Auf Basis dieser Analysen zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Morbidität - Gesundheitszustand mittels visueller Analogskala (VAS) des EQ-5D
- Es liegen Auswertungen auf Grundlage der EQ-5D VAS zur Verschlechterung um mindestens 15 Punkte (entsprechend 15 % der Skalenspannweite) zu Monat 18 für die Studienteilpopulation a vor, die für die Nutzenbewertung herangezogen werden.
- Auf Basis dieser Analysen zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Gesundheitsbezogene Lebensqualität - Quality of Life in Alzheimer’s Disease Scale (QOL-AD)
- Auf Basis dieser Analysen zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Nebenwirkungen
- Für die Gesamtraten der SUE und unerwünschten Ereignisse, die zum Abbruch der Studienmedikation führten, zeigt sich jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen in den Auswertungen auf Basis der Studienteilpopulation a.
- Im Detail zeigt sich im Endpunkt symptomatische ARIA-Ereignisse ein statistisch signifikanter Nachteil von Lecanemab.
- Zudem zeigt sich im Endpunkt Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion ebenfalls ein statistisch signifikanter Nachteil von Lecanemab.
- Gesamtbewertung
- In der Gesamtschau lassen sich für die Patientenpopulation a auf Basis der Studie CLARITY AD in den Endpunktkategorien Mortalität, Morbidität, gesundheitsbezogene Lebensqualität und Nebenwirkungen keine für die Nutzenbewertung relevanten Unterschiede feststellen.
- Ein Zusatznutzen von Lecanemab zur Behandlung von Erwachsenen mit klinisch diagnostizierter leichter kognitiver Störung aufgrund der Alzheimer-Krankheit mit bestätigter Amyloid-Pathologie, die ApoE ε4-Nichtträger oder heterozygote ApoE ε4-Träger sind, ist damit nicht belegt.
b) Erwachsene mit klinisch diagnostizierter leichter Demenz aufgrund der Alzheimer-Krankheit mit bestätigter Amyloid-Pathologie, die Apolipoprotein E ε4 (ApoE ε4)-Nichtträger oder heterozygote ApoE ε4-Träger sind
- Für Erwachsene mit klinisch diagnostizierter leichter Demenz aufgrund der Alzheimer-Krankheit mit bestätigter Amyloid-Pathologie, die ApoE ε4-Nichtträger oder heterozygote ApoE ε4-Träger sind, ist der Zusatznutzen nicht belegt.
- Die patientenrelevanten Endpunkte, die im Rahmen der Nutzenbewertung herangezogen werden, sind für die Patientengruppe a und b identisch. Diesbezüglich wird auf die obenstehenden Ausführungen verwiesen.
- Mortalität
- Für den Endpunkt Gesamtmortalität zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Morbidität - Symptomatik mittels Clinical Dementia Rating (CDR)
- Es liegen Auswertungen auf Grundlage des CDR-SB zur Verschlechterung um mindestens 3 Punkte (2,7 Punkte entsprechen 15 % der Skalenspannweite) zu Monat 18 für die Studienteilpopulation b vor.
- Auf Basis dieser Analysen zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Auf Basis der stetigen Analysen zeigt sich für die Patientenpopulation b ein statistisch signifikanter Vorteil von Lecanemab gegenüber AChEI. Allerdings liegt das 95 %-Konfidenzintervall der standardisierten Mittelwertdifferenz (SMD) nicht vollständig außerhalb des Irrelevanzbereichs von - 0,2 bis 0,2, sodass sich nicht ableiten lässt, dass der Effekt klinisch relevant ist.
- Morbidität - Kognition mittels Alzheimer’s Disease Assessment Scale – Cognitive Subscale 14 (ADAS-Cog14)
- Es liegen Auswertungen auf Grundlage des ADAS-Cog14 zur Verschlechterung um mindestens 13,5 Punkte (entsprechend 15 % der Skalenspannweite) zu Monat 18 für die Studienteilpopulation b vor, die für die Nutzenbewertung herangezogen werden.
- Auf Basis dieser Analysen zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Morbidität - Gesundheitszustand mittels visueller Analogskala (VAS) des EQ-5D
- Es liegen Auswertungen auf Grundlage der EQ-5D VAS zur Verschlechterung um mindestens 15 Punkte (entsprechend 15 % der Skalenspannweite) zu Monat 18 für die Studienteilpopulation b vor, die für die Nutzenbewertung herangezogen werden.
- Auf Basis dieser Analysen zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Gesundheitsbezogene Lebensqualität - Quality of Life in Alzheimer’s Disease Scale (QOL-AD)
- Es liegen Auswertungen auf Grundlage des QOL-AD zur Verschlechterung um mindestens 5,85 Punkte (entsprechend 15 % der Skalenspannweite) zu Monat 18 für die Studienteilpopulation b vor, die für die Nutzenbewertung herangezogen werden.
- Auf Basis dieser Analysen zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Nebenwirkungen
- Für die Gesamtraten der SUE und UE, die zum Abbruch der Studienmedikation führten, zeigt sich für Studienteilpopulation b jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Im Detail zeigt sich im Endpunkt symptomatische ARIA-Ereignisse ein statistisch signifikanter Nachteil von Lecanemab. Dabei liegt eine Diskrepanz zwischen dem 95 %-Konfidenzintervall, das den Nulleffekt überdeckt, und dem p-Wert (< 0,05) vor.
- Zudem zeigt sich im Endpunkt Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion ebenfalls ein statistisch signifikanter Nachteil von Lecanemab.
- Für den Endpunkt Harnwegsinfektionen zeigt sich ein statistisch signifikanter Vorteil von Lecanemab.
- Gesamtbewertung
- In der Gesamtschau lassen sich für die Patientenpopulation b auf Basis der Studie CLARITY AD in den Endpunktkategorien Mortalität, Morbidität, gesundheitsbezogene Lebensqualität und Nebenwirkungen keine für die Nutzenbewertung relevanten Unterschiede feststellen.
- Ein Zusatznutzen von Lecanemab zur Behandlung von Erwachsenen mit klinisch diagnostizierter leichter Demenz aufgrund der Alzheimer-Krankheit mit bestätigter Amyloid-Pathologie, die ApoE ε4-Nichtträger oder heterozygote ApoE ε4-Träger sind, ist damit nicht belegt.
Zugehörige Verfahren
| Lecanemab (1) | Leqembi® | Eisai GmbH | Frühe Alzheimer-Krankheit | 131.000–440.000 | 100% Zusatznutzen nicht belegt |
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