Lazertinib (1) – Lazcluze®
Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom, EGFR-Exon19-Deletionen oder Exon 21-Substitutionsmutationen (L858R), Kombination mit Amivantamab
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 15.02.2025 – Zulassung: 20.01.2025 |
|---|---|
| Beschluss | 17.07.2025 |
| Wirkstoff | Lazertinib |
| Handelsname | Lazcluze® |
| Pharm. Unternehmer | Janssen-Cilag GmbH |
| G-BA Vorgangsnummer | D-1165 |
| ATC-Code | L01EB09 EGFR-Tyrosinkinase-Inhibitoren (L01EB) |
| ICD-10 Codes (AIS) | C34.0Bösartige Neubildung: Hauptbronchus, C34.1Bösartige Neubildung: Oberlappen (-Bronchus), C34.2Bösartige Neubildung: Mittellappen (-Bronchus), C34.3Bösartige Neubildung: Unterlappen (-Bronchus), C34.8Bösartige Neubildung: Bronchus und Lunge, mehrere Teilbereiche überlappend, C34.9Bösartige Neubildung: Bronchus oder Lunge, nicht näher bezeichnet |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I111155Karzinom des Oberlappenbronchus, I116693Nicht kleinzelliges Lungenkarzinom, I24595Karzinom des Hauptbronchus, I30015Lungenkarzinom des Mittellappens, I30021Lungenkarzinom des Unterlappens, I30022Bösartige Neubildung der Bronchien und der Lunge, mehrere Teilbereiche überlappend |
| Therapeutisches Gebiet | Onkologische Erkrankungen Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom (NSCLC) |
| Grund des Verfahrens | Erstbewertung |
| Besonderheit | Kombinationstherapie |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
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Lazcluze ist indiziert in Kombination mit Amivantamab zur Erstlinienbehandlung erwachsener Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (non-small cell lung cancer, NSCLC) mit EGFR Exon-19-Deletionen oder Exon-21-L858R-Substitutionsmutationen. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| Erwachsene mit einem fortgeschrittenen NSCLC und EGFR Exon-19-Deletionen oder Exon-21-L858R-Substitutionsmutationen; Erstlinienbehandlung | Afatinib (nur für Patientinnen und Patienten mit der aktivierenden EGFR-Mutation Deletion im Exon-19) oder Osimertinib |
Studien und Ergebnisse
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Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
1 (MARIPOSA) |
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Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
H2H vs. ZVT |
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Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
nein |
- Klinische Studien
- Die Studie MARIPOSA ist eine laufende, multizentrische, teilverblindete, randomisierte, kontrollierte, 3-armige Phase III Studie zum Vergleich von Amivantamab + Lazertinib (Arm A) sowie Osimertinib (Arm B) und Lazertinib (Arm C) in Monotherapie.
Erwachsene mit einem fortgeschrittenen NSCLC und EGFR Exon-19-Deletionen oder Exon-21-L858R-Substitutionsmutationen; Erstlinienbehandlung
- Mortalität
- In der Studie MARIPOSA war das Gesamtüberleben definiert als die Zeit zwischen der Randomisierung und dem Tod jeglicher Ursache.
- Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigt sich in der Gesamtpopulation ein statistisch signifikanter Überlebensvorteil zugunsten von Lazertinib in Kombination mit Amivantamab gegenüber Osimertinib, dessen Ausmaß als eine deutliche Verbesserung bewertet wird.
- Dabei zeigt sich eine Effektmodifikation durch das Merkmal „Alter“. Für Personen < 65 Jahre zeigt sich in der Subgruppenanalyse ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Lazertinib in Kombination mit Amivantamab. Für Personen ≥ 65 Jahre zeigt sich dagegen kein statistisch signifikanter Unterschied. Diese Subgruppenergebnisse werden als ein relevantes Ergebnis der vorliegenden Nutzenbewertung betrachtet. Sie weisen darauf hin, dass ältere Patientinnen und Patienten weniger von der Therapie profitieren. Jedoch werden sie nicht als hinreichend angesehen, um in der Gesamtbewertung getrennte Aussagen zum Zusatznutzen abzuleiten. Darüber hinaus zeigt sich die Effektmodifikation nicht bei weiteren patientenrelevanten Endpunkten.
- Morbidität - Symptomatik (EORTC QLQ-C30)
- Die Krankheitssymptomatik wurde in der Studie MARIPOSA mittels des Fragebogens EORTC QLQ-C30 erhoben. Die im Dossier vorgelegte Auswertung der Ereignisanteile war nicht für die Nutzenbewertung geeignet. Vom pharmazeutischen Unternehmer wurden mit der Stellungnahme Ereigniszeitanalysen zur bestätigten Verschlechterung eingereicht, die der vorliegenden Bewertung zugrunde gelegt werden.
- Für die Endpunkte Diarrhö und Appetitverlust liegen statistisch signifikante Unterschiede zum Vorteil von Lazertinib in Kombination mit Amivantamab vor.
- Für die weiteren Symptome Fatigue, Übelkeit und Erbrechen, Schmerzen, Dyspnoe, Verstopfung und Schlaflosigkeit wurden keine Unterschiede festgestellt.
- Gesundheitsbezogene Lebensqualität (EORTC QLQ-C30)
- Die Krankheitssymptomatik wurde in der Studie MARIPOSA mittels des Fragebogens EORTC QLQ-C30 erhoben. Die im Dossier vorgelegte Auswertung der Ereignisanteile war nicht für die Nutzenbewertung geeignet. Vom pharmazeutischen Unternehmer wurden mit der Stellungnahme Ereigniszeitanalysen zur bestätigten Verschlechterung eingereicht, die der vorliegenden Bewertung zugrunde gelegt werden.
- Für die Endpunkte körperliche Funktion und Rollenfunktion zeigt sich jeweils ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Lazertinib in Kombination mit Amivantamab.
- Für die Endpunkte globaler Gesundheitsstatus, emotionale Funktion, kognitive Funktion und soziale Funktion liegen keine Unterschiede vor.
- Für die Endpunkte körperliche Funktion und Rollenfunktion zeigen sich in der Gesamtschau Nachteile. Hinsichtlich der gesundheitsbezogenen Lebensqualität wird daher ein Nachteil für Lazertinib in Kombination mit Amivantamab abgeleitet.
- Nebenwirkungen - Unerwünschte Ereignisse (UE) gesamt
- In der Studie MARIPOSA traten bei nahezu allen Patientinnen und Patienten im Kontroll- und Interventions-Arm ein UE auf. Die Ergebnisse werden nur ergänzend dargestellt.
- Gesamtbewertung
- Für die Bewertung des Zusatznutzens von Lazertinib in Kombination mit Amivantamab zur Erstlinienbehandlung erwachsener Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom mit EGFR Exon-19-Deletionen oder Exon-21-L858R-Substitutionsmutationen, liegen Ergebnisse zur Mortalität, Morbidität, gesundheitsbezogenen Lebensqualität und Nebenwirkungen aus der Studie MARIPOSA vor. In dieser RCT wurde Lazertinib in Kombination mit Amivantamab gegenüber Osimertinib verglichen.
- Die Ergebnisse zum Endpunkt Gesamtüberleben zeigen einen statistisch signifikanten Unterschied mit einem deutlichen Vorteil für Lazertinib in Kombination mit Amivantamab. Dabei zeigt sich eine Effektmodifikation durch das Merkmal „Alter“. Für Personen < 65 Jahre zeigt sich in der Subgruppenanalyse ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Lazertinib in Kombination mit Amivantamab. Für Personen ≥ 65 Jahre zeigt sich dagegen kein statistisch signifikanter Unterschied. Diese Subgruppenergebnisse werden als ein relevantes Ergebnis der vorliegenden Nutzenbewertung betrachtet. Sie weisen darauf hin, dass ältere Patientinnen und Patienten weniger von der Therapie profitieren. Jedoch werden sie nicht als hinreichend angesehen, um in der Gesamtbewertung getrennte Aussagen zum Zusatznutzen abzuleiten. Darüber hinaus zeigt sich die Effektmodifikation nicht bei weiteren patientenrelevanten Endpunkten.
- In der Endpunktkategorie Morbidität wurde die Symptomatik (EORTC QLQ-C30, NSCLC-SAQ, PGIS) und der Gesundheitszustand (EORTC QLQ-C30, EQ-5D VAS) erhoben, wobei für die Endpunkte Diarrhö und Appetitverlust positive Effekte vorliegen. Insgesamt wird ein Vorteil für Lazertinib in Kombination mit Amivantamab abgeleitet.
- Hinsichtlich der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (EORTC QLQ-C30) lässt sich insgesamt ein Nachteil aufgrund negativer Effekte bei den Endpunkten körperliche Funktion und Rollenfunktion feststellen.
- Bei den Nebenwirkungen liegen hinsichtlich der Endpunkte SUE, schwere UE und Therapieabbrüche aufgrund UE sowie im Detail bei dem spezifischen UE „venöses thromboembolisches Ereignis“ und weiteren spezifischen UE Nachteile für Lazertinib in Kombination mit Amivantamab vor. In der Kategorie Nebenwirkungen sind somit insgesamt deutliche Nachteile festzustellen.
- In der Gesamtbetrachtung der vorliegenden Ergebnisse zu patientenrelevanten Endpunkten stehen dem deutlichen Vorteil im Gesamtüberleben deutliche Nachteile bei den Nebenwirkungen gegenüber. Weitere Vorteile liegen in der Endpunktkategorie Morbidität vor und weitere Nachteile in der gesundheitsbezogenen Lebensqualität. Der G-BA kommt in einer Abwägungsentscheidung in der Gesamtschau zu dem Ergebnis, dass ein geringer Zusatznutzen für Lazertinib in Kombination mit Amivantamab zur Erstlinienbehandlung erwachsener Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom mit EGFR Exon-19-Deletionen oder Exon-21-L858R-Substitutionsmutationen vorliegt.
Zugehörige Verfahren
| Lazertinib (1) | Lazcluze® | Janssen-Cilag GmbH | Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom, EGFR-Exon19-Deletionen oder Exon 21-Substitutionsmutationen (L858R), Kombination mit Amivantamab | 1.250–3.025 | 100% Anhaltspunkt für geringer Zusatznutzen |
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