Indacaterolacetat / Glycopyrroniumbromid / Mometasonfuroat (1) – Enerzair Breezhaler®

Asthma bronchiale

Steckbrief

Start des Verfahrens 15.08.2020 – Zulassung: 03.07.2020
Beschluss 04.02.2020
Wirkstoff Indacaterolacetat/Glycopyrroniumbromid/Mometasonfuroat
Handelsname Enerzair Breezhaler®
Pharm. Unternehmer Dossier: Novartis Pharma GmbH
Neuer Inverkehrbringer: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG
G-BA Vorgangsnummer D-571
ATC-Code R03AL12 Sympathomimetika in Kombination mit Anticholinergika inkl. Dreifachkombinationen mit Corticosteroiden (R03AL)
ICD-10 Codes (AIS) J45.0Vorwiegend allergisches Asthma bronchiale, J45.1Nichtallergisches Asthma bronchiale, J45.8Mischformen des Asthma bronchiale, J45.9Asthma bronchiale, nicht näher bezeichnet
Alpha-ID Codes (AIS) I16367Asthma bronchiale, I5222Asthma bronchiale atopicum, I5239Intrinsisches Asthma bronchiale, I5245Mischform des Asthma bronchiale
DDD Tagesdosis 1 E Inhalation
Therapeutisches Gebiet Krankheiten des Atmungssystems Asthma bronchiale
Grund des Verfahrens Erstbewertung

Anwendungsgebiet des Beschlusses

Enerzair Breezhaler ist angezeigt als Erhaltungstherapie für die Behandlung von Asthma bei erwachsenen Patienten, die mit einer Kombination aus einem langwirksamen Beta-2-Agonisten und einer hohen Dosis eines inhalativen Kortikosteroids als Erhaltungstherapie nicht ausreichend kontrolliert sind und bei denen im Vorjahr eine oder mehrere Asthmaexazerbationen aufgetreten sind.

Patientengruppe Indikation ZVT
Erwachsene Patienten mit Asthma, die mit einer Kombination aus einem LABA und einer hohen Dosis eines ICS als Erhaltungstherapie nicht ausreichend kontrolliert sind und bei denen im Vorjahr eine oder mehrere Asthmaexazerbationen aufgetreten sind Hochdosiertes ICS und LABA und LAMA

Studien und Ergebnisse

Anzahl Studien
(beste Patientengruppe)
1 (ARGON)
Studiendesign
(beste Patientengruppe)
H2H vs. ZVT
Metaanalyse
(beste Patientengruppe)
nein

  • Klinische Studien
    • In der Studie ARGON wird die Wirkstoffkombination Ind/Glyc/Mom in 2 unterschiedlichen Dosierungen (150/50/80 µg oder 150/50/160 µg) mit Salmeterol/Fluticason (Sal/Flu) + Tiotropium (Tio) verglichen.

Erwachsene Patienten mit Asthma, die mit einer Kombination aus einem LABA und einer hohen Dosis eines inhalativen Kortikosteroids als Erhaltungstherapie nicht ausreichend kontrolliert sind und bei denen im Vorjahr eine oder mehrere Asthmaexazerbationen aufgetreten sind

  • Für erwachsene Patienten mit Asthma, die mit einer Kombination aus einem LABA und einer hohen Dosis eines inhalativen Kortikosteroids als Erhaltungstherapie nicht ausreichend kontrolliert sind und bei denen im Vorjahr eine oder mehrere Asthmaexazerbationen aufgetreten sind, ist ein Zusatznutzen nicht belegt.
  • Mortalität
    • Für den Endpunkt Gesamtmortalität zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Morbidität - Schwere Asthmaexazerbationen
    • Eine schwere Asthmaexazerbation war in der Studie ARGON definiert als eine Asthmaexazerbation, die eine medizinische Behandlung durch einen Arzt, die Aufnahme in eine Notfallambulanz (oder äquivalente Einrichtung) oder eine Hospitalisierung und eine Behandlung mit OCS für mindestens 3 Tage erforderlich machte.
    • Für den Endpunkt schwere Asthmaexazerbationen zeigt sich in beiden Auswertungen kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Morbidität - Asthmasymptomatik
    • Für die Asthmasymptomatik, erhoben mittels ACQ-5, zeigt sich auf Basis der Ergebnisse kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Gesundheitsbezogene Lebensqualität
    • Zusammenfassend zeigt sich für den Endpunkt gesundheitsbezogene Lebensqualität anhand der mittleren Veränderung gegenüber Studienbeginn für den AQLQ-S und SGRQ jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Nebenwirkungen
    • Sowohl für den Endpunkt SUEs als auch den Endpunkt Abbruch wegen UEs zeigt sich jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Gesamtbewertung / Fazit
    • Für die Nutzenbewertung der Wirkstoffkombination Indacaterolacetat/Glycopyrroniumbromid/ Mometasonfuroat zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit Asthma, die mit einer Kombination aus einem LABA und einer hohen Dosis eines inhalativen Kortikosteroids als Erhaltungstherapie nicht ausreichend kontrolliert sind und bei denen im Vorjahr eine oder mehrere Asthmaexazerbationen aufgetreten sind, liegen Ergebnisse aus der randomisierten, kontrollierten Phase-III-Studie ARGON zur Mortalität, zur Morbidität, zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität und Nebenwirkungen im Vergleich zu der Behandlung mit Salmeterol/Fluticason und Tiotropium vor.
    • Es zeigen sich in keiner Endpunktkategorie signifikante Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen.
    • Ein Zusatznutzen für die Wirkstoffkombination Indacaterolacetat/Glycopyrroniumbromid/ Mometasonfuroat für erwachsene Patienten mit Asthma, die mit einer Kombination aus einem LABA und einer hohen Dosis eines inhalativen Kortikosteroids als Erhaltungstherapie nicht ausreichend kontrolliert sind und bei denen im Vorjahr eine oder mehrere Asthmaexazerbationen aufgetreten sind, ist gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie Salmeterol/ Fluticason und Tiotropium folglich nicht belegt.

Zugehörige Verfahren

Indacaterolacetat / Glycopyrroniumbromid / Mometasonfuroat (1) Enerzair Breezhaler® Novartis Pharma GmbH Krankheiten des Atmungssystems Asthma bronchiale 100.000 100% Zusatznutzen nicht belegt


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