Fluticasonfuroat / Vilanterol-Trifenatat (2) – Relvar Ellipta®

Asthma bronchiale

Steckbrief

Start des Verfahrens 15.02.2018
Beschluss 02.08.2018
Wirkstoff Fluticasonfuroat/Vilanterol-Trifenatat
Handelsname Relvar Ellipta®
Pharm. Unternehmer Dossier: GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG
Neuer Inverkehrbringer: BERLIN-CHEMIE AG
G-BA Vorgangsnummer D-344
ATC-Code R03AK10 Sympathomimetika in Kombination mit Corticosteroiden oder anderen Mitteln, exkl. Anticholinergika (R03AK)
DDD Tagesdosis 0.11 mg nasal
Therapeutisches Gebiet Krankheiten des Atmungssystems Asthma bronchiale
Grund des Verfahrens Neubewertung: §14 (Antrag Hersteller) – Nicht-Änderung des ursprünglichen Beschlusses
Ursprünglicher Beschluss: Fluticasonfuroat / Vilanterol-Trifenatat (1) (20.03.2014)

Patientengruppe Indikation ZVT
Kombinationen von Glucocorticoiden mit langwirksamen Beta2-Sympathomimetika, Gruppe 1, in Stufe 3

Studien und Ergebnisse

  • Klinische Studien
    • Bei der SLS Asthma handelt es sich um eine multizentrische, randomisierte, kontrollierte, offene Phase 3-Studie, in der die Wirksamkeit und Sicherheit von Fluticasonfuroat/Vilanterol (FF/VI) im Vergleich zur Standardtherapie bei erwachsenen Patientinnen und Patienten (N=4233), die seit ≥ 4 Wochen eine Asthmaerhaltungstherapie mit inhalativen Kortikosteroiden (ICS) oder ICS/langwirksame Beta-Sympathomimetika (LABA) erhielten und symptomatisch waren, über einen Zeitraum von 12 Monaten untersucht wurde.
    • Die Studie Fregate ist eine multizentrische, randomisierte, kontrollierte, offene Phase 3b-Studie, in der die Wirksamkeit und Sicherheit von FF/VI im Vergleich zu bestehenden ICS/LABA Fixkombinationen FP/SALM und BUD/FOR über 6 Monate untersucht wurde.
    • Die Studie 201378 ist eine multizentrische, randomisierte, kontrollierte, dreiarmige, doppelblinde, doppel-dummy Phase 3-Studie bei erwachsenen und jugendlichen Patientinnen und Patienten (N=1522) mit persistierenden Asthma, die bereits ausreichend mit ICS und LABA zweimal täglich eingestellt sind.
    • Bei der HZA113091 handelt es sich um eine multizentrische, randomisierte, kontrollierte, doppelblinde, doppel-dummy Phase 3-Studie (N=806) zur Untersuchung der Wirksamkeit und Sicherheit von FF/VI 100/25 µg einmal täglich gegenüber FP/ SALM 250/50 µg zweimal täglich über 24 Wochen.

Kombinationen von Glucocorticoiden mit langwirksamen Beta2-Sympathomimetika, Gruppe 1, in Stufe 3

  • Auf Basis der vom pharmazeutischen Unternehmer vorgelegten Unterlagen sowie nach Würdigung der im schriftlichen und mündlichen Anhörungsverfahren vorgetragenen Stellungnahmen stellt der G-BA fest, dass der Nachweis des medizinischen Zusatznutzens als therapeutische Verbesserung entsprechend § 35 Absatz 1b Satz 1 bis 5 SGB V gemäß § 35a Absatz 1 Satz 4, Absatz 3 i.V.m. Absatz 4 Satz 1 SGB V nicht erbracht ist.
  • In der Gesamtbetrachtung aller Studienergebnisse liegt gemäß § 35 Abs. 1b SGB V keine therapeutische Verbesserung vor, da nicht belegt wurde, dass die Kombination FF/VI einen therapierelevanten höheren Nutzen als andere Arzneimittel dieser Wirkstoffgruppe hat und deshalb als zweckmäßige Therapie regelmäßig oder auch für relevante Patientengruppen oder Indikationsbereiche den anderen Arzneimitteln dieser Gruppe vorzuziehen ist.
  • Morbidität - Schwere Asthmaexazerbationen
    • Für die wichtigen Outcome-Parametern wie schweren Asthmaexazerbationen und Hospitalisierungen zeigten sich in keiner der vorgelegten Studien Unterschiede für einen therapierelevant höheren Nutzen von FF/VI.
  • Morbidität - Asthma-Symptomatik (Asthma-Control-Test, ACT)
    • Ausschließlich die Daten der offenen Studie SLS Asthma zeigen statistisch signifikante Unterschiede zugunsten von FF/VI im Morbiditätsendpunkt Asthma-Symptomatik anhand des ACT:
    • In der für die übliche Behandlungssituation repräsentativen und relevanten Teilpopulation der Patientinnen und Patienten mit ICS-Monotherapie als Erhaltungstherapie vor Studienbeginn ergab sich beim ACT kein signifikanter Unterschied.
  • Morbidität - Gesundheitszustand (EQ-5D-VAS)
    • Basierend auf dem EQ-5D-VAS ergab sich zwar ein statistisch signifikanter Unterschied im Gesundheitszustand, der Effekt liegt jedoch unterhalb der klinischen Relevanzschwelle von 0,2 (gemessen anhand Hedges´g).
  • Gesundheitsbezogene Lebensqualität - Asthma Quality of Life Questionnaire (AQLQ)
    • Darüber hinaus zeigen sich in der SLS Asthma statistisch signifikante und klinisch relevante Vorteile beim Endpunkt Lebensqualität anhand des AQLQ.
    • Die Differenz zwischen den Responderraten im FF/VI- und Vergleichsarm betrug jedoch nur 10 % (50 versus 40 %).
    • In der für die übliche Behandlungssituation repräsentativen und relevanten Teilpopulation der Patientinnen und Patienten mit ICS-Monotherapie als Erhaltungstherapie vor Studienbeginn zeigte sich kein signifikanter Unterschied.
    • Beim Vergleich der Mittelwertsdifferenzen liegt die Größe des Effektschätzers im Gesamtwert bei nur 0,29, was allgemein einem kleinen Effekt entspricht.
  • Nebenwirkungen
    • Sicherheitsendpunkte waren (schwerwiegende) unerwünschte Ereignisse, Studienabbrüche aufgrund von (schwerwiegenden) unerwünschten Ereignissen, (schwerwiegende) unerwünschte Ereignisse von besonderem Interesse, Pneumonie und Hospitalisierungen.
    • Hinsichtlich des Vergleiches der Wirkstoffkombination FF/Vl gegenüber anderen ICS/LABA-Kombinationen aus der betreffenden Festbetragsgruppe konnten in den verblindeten Studien HZA 201378 und HZA 113091 sowie der offenen FREGATE hinsichtlich Mortalität, Morbidität und Nebenwirkungen keine relevanten Unterschiede nachgewiesen werden.
  • Gesamtbetrachtung
    • Zusammenfassend wurden bei den wichtigen Morbiditätsendpunkten Exazerbationen und Hospitalisierung keine Vorteile nachgewiesen.
    • Für den Endpunkt Asthma-Symptomatik wurde anhand des ACT in ausschließlich einer der vier Studien, welche zusätzlich ein hohes Verzerrungspotenzial aufgrund der fehlenden Verblindung aufweist, ein statistisch signifikanter Vorteil nachgewiesen.
    • Beim Endpunkt Lebensqualität (AQLQ) weisen die Ergebnisse unabhängig von der klinischen Relevanz kein therapeutisch bedeutsames Ausmaß auf.
    • Das hohe Verzerrungspotenzial der SLS Asthma ist auch bei diesem Endpunkt zu berücksichtigen.
    • Qualitativ kann anhand des vorgelegten Studienmaterials nicht abgeleitet werden, dass die Vorteile ein therapeutisch relevantes Ausmaß beispielsweise bei der Abschwächung schwerwiegender Symptome zeigen.

Zugehörige Verfahren

Fluticasonfuroat / Vilanterol-Trifenatat (2) Relvar Ellipta® GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG Krankheiten des Atmungssystems Asthma bronchiale n.d. 100% Zusatznutzen nicht belegt
Fluticasonfuroat / Vilanterol-Trifenatat (1) Relvar Ellipta® GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG Krankheiten des Atmungssystems Asthma bronchiale, COPD n.d. 100% Zusatznutzen nicht belegt


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