Fluticasonfuroat / Umeclidinium / Vilanterol (Trelegy Ellipta, Elebrato Ellipta, 1) – Trelegy Ellipta, Elebrato Ellipta®, Elebrato Ellipta®

Neues Anwendungsgebiet COPD, keine ausreichende Kontrolle mit LAMA und LABA

Steckbrief

Start des Verfahrens 15.11.2018 – Zulassung: 31.10.2018
Beschluss 02.05.2019
Wirkstoff Fluticasonfuroat/Umeclidinium/Vilanterol
Handelsname Trelegy Ellipta, Elebrato Ellipta®, Elebrato Ellipta®
Pharm. Unternehmer GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG
G-BA Vorgangsnummer D-413
ATC-Code R03AL08 Sympathomimetika in Kombination mit Anticholinergika inkl. Dreifachkombinationen mit Corticosteroiden (R03AL)
ICD-10 Codes (AIS) J44.90Chronische obstruktive Lungenkrankheit, nicht näher bezeichnet: FEV1 <35 % des Sollwertes, J44.91Chronische obstruktive Lungenkrankheit, nicht näher bezeichnet: FEV1 >=35 % und <50 % des Sollwertes, J44.92Chronische obstruktive Lungenkrankheit, nicht näher bezeichnet: FEV1 >=50 % und <70 % des Sollwertes, J44.93Chronische obstruktive Lungenkrankheit, nicht näher bezeichnet: FEV1 >=70 % des Sollwertes, J44.99Chronische obstruktive Lungenkrankheit, nicht näher bezeichnet: FEV1 nicht näher bezeichnet
Alpha-ID Codes (AIS) I110636Chronisch-obstruktive Lungenkrankheit, I131849Chronisch-obstruktive Lungenkrankheit mit FEV1 < 35 % des Sollwertes, I131851Chronisch-obstruktive Lungenkrankheit mit FEV1 >= 35 % und < 50 % des Sollwertes, I131852Chronisch-obstruktive Lungenkrankheit mit FEV1 >= 50 % und < 70 % des Sollwertes, I131855Chronisch-obstruktive Lungenkrankheit mit FEV1 >= 70 % des Sollwertes
DDD Tagesdosis 0.11 mg nasal
Therapeutisches Gebiet Krankheiten des Atmungssystems Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
Grund des Verfahrens Erstbewertung

Anwendungsgebiet des Beschlusses

Trelegy Ellipta / Elebrato Ellipta ist angezeigt für die Erhaltungstherapie bei erwachsenen Patienten mit moderater bis schwerer chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), die mit einer Kombination aus einem inhalativen Kortikosteroid und einem langwirksamen Beta2-Agonisten oder mit einer Kombination aus einem langwirksamen Beta2-Agonisten und einem langwirksamen Muscarinrezeptor-Antagonisten nicht ausreichend eingestellt sind (zu den Wirkungen hinsichtlich Symptomkontrolle und Vermeidung von Exazerbationen siehe Abschnitt 5.1).

Das neu zu bewertende Anwendungsgebiet umfasst erwachsene Patienten mit moderater bis schwerer chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), die mit einer Kombination aus einem langwirksamen Beta2-Agonisten und einem langwirksamen Muscarinrezeptor-Antagonisten nicht ausreichend eingestellt sind.

Patientengruppe Indikation ZVT
Erwachsene Patienten mit moderater bis schwerer chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), die mit einer Kombination aus einem langwirksamen Beta2-Agonisten (LABA) und einem langwirksamen Muscarinrezeptor-Antagonisten (LAMA) nicht ausreichend eingestellt sind Langwirksamen Beta2-Agonisten (LABA) und langwirksame Muscarinrezeptor-Antagonisten (LAMA) und inhalative Corticoide (ICS)

Studien und Ergebnisse

Anzahl Studien
(beste Patientengruppe)
2 (IMPACT, FULFIL)
Studiendesign
(beste Patientengruppe)
H2H vs. ZVT (off-label)
Metaanalyse
(beste Patientengruppe)
nein

  • Klinische Studien
    • Die randomisierte, kontrollierte, doppelblinde Studie IMPACT wurde zwischen Juni 2014 und Juli 2017 durchgeführt und untersuchte die jeweils einmal tägliche inhalative Gabe der Dreifachfixkombination Fluticasonfuroat/Umeclidinium/Vilanterol (FF/UMEC/VI) im Vergleich zu der Zweifachfixkombination Fluticasonfuroat/Vilanterol (FF/VI) und der Zweifachfixkombination Umeclidinium/Vilanterol (UMEC/VI) bei Patienten mit COPD.
    • Die randomisierte, doppelblinde, kontrollierte Studie FULFIL wurde zwischen Januar 2015 und April 2016 durchgeführt und untersuchte die Gabe der fixen Dreifachkombination FF/UMEC/VI gegenüber der Zweifachkombination aus Budesonid und Formoterol bei Patienten mit COPD.

Erwachsene Patienten mit moderater bis schwerer chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), die mit einer Kombination aus einem langwirksamen Beta2-Agonisten (LABA) und einem langwirksamen Muscarinrezeptor-Antagonisten (LAMA) nicht ausreichend eingestellt sind

  • Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
  • Für Patienten, die unter einer Zweifachtherapie aus LABA und LAMA weitere Exazerbationen aufweisen, wäre jedoch anhand der derzeitigen Therapieempfehlungen eine Eskalation auf eine Dreifachkombination aus LABA und LAMA und ICS angezeigt. Es ist davon auszugehen, dass die Patienten im Vergleichsarm keine adäquate Behandlung nach dem derzeitigen medizinischen Stand der Erkenntnisse erhielten. Aus diesem Grund können keine Aussagen hinsichtlich eines Zusatznutzens von FF/UMEC/VI aus den Studien IMPACT und FULFIL getroffen werden.
  • Mortalität
    • Hinsichtlich der Gesamtmortalität (Todesfälle, die während der Behandlung mit Studienmedikation auftraten (zwischen Beginn der Studienbehandlung und Ende der Nachbeobachtungsphase (7 Tage nach letzter Gabe der Studienmedikation)) traten 6 Todesfälle (1,5 %) im FF/UMEC/VI- und 2 Todesfälle (0,6 %) im FF/VI-Arm auf. Das Ergebnis ist nicht statistisch signifikant zwischen den Behandlungsgruppen.
    • In der Studie FULFIL wurden Todesfälle über die Erhebung von unerwünschten Ereignissen erfasst. In der Studie trat ein Todesfall auf. Es zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Morbidität - Exazerbationen
    • Für den Endpunkt Exazerbationen der beiden Studien lagen die Ergebnisse der „jährlichen Exazerbationsrate“ („moderate oder schwere Exazerbationen“ bzw. „schwere Exazerbationen“) und ergänzend der „Anteil der Patienten mit Ereignis“ vor.
    • In der Studie IMPACT betrug die jährliche Exazerbationsrate für den Endpunkt „moderate oder schwere Exazerbationen“ im FF/UMEC/VI-Arm 0,84 und im FF/VI-Arm 1,11 (47 % bzw. 48 % der Patienten erlitten innerhalb von 52 Wochen eine Exazerbation) und für den Endpunkt „schwere Exazerbationen“ im FF/UMEC/VI-Arm 0,14 und im FF/VI-Arm 0,13 (11 % bzw. 9 % der Patienten erlitten innerhalb von 52 Wochen eine schwere Exazerbation). Das Rate Ratio der jährlichen Exazerbationsraten beträgt damit für „moderate oder schwere Exazerbationen“ 0,76 (95 %-KI [0,62; 0,94], p < 0,001) und ist damit statistisch signifikant zugunsten von FF/UMEC/VI. Für „schwere Exazerbationen“ ergibt sich ein Rate Ratio von 1,04; das Ergebnis ist nicht statistisch signifikant zwischen den Behandlungsgruppen.
    • In der Studie FULFIL betrug die jährliche Exazerbationsrate für den Endpunkt „moderate oder schwere Exazerbationen“ im FF/UMEC/VI-Arm 0,38 und im Kontrollarm 0,27 (18 % bzw. 14 % der Patienten erlitten innerhalb von 24 Wochen eine Exazerbation). In den beiden Studienarmen trat jeweils bei zwei Patienten schwere Exazerbationen auf. Für beide Endpunkte zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Morbidität - CAT-Responder
    • Der COPD Assessment Test (CAT) erhebt die COPD-Symptomatik und die damit verbundenen Beeinträchtigungen im Alltag des Patienten. Bei dem Endpunkt „CAT-Responder“ (Reduktion des CAT-Scores um ≥ 2 Punkte) zeigte sich in beiden Studien kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Morbidität - Patient Global Rating (PGR) und European Quality of Life Questionnaire 5 Dimensions (visuelle Analogskala, EQ-5D VAS)
    • Der Gesundheitszustand der Patienten wurde in den beiden Studien anhand des PGR und den EQ-5D VAS erfasst. In der Studie IMPACT zeigte sich bei beiden Fragebögen kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
    • In der Studie FULFIL liegen für den EQ-5D VAS keine verwertbaren Daten vor. Hinsichtlich des PGR gab ein höherer Anteil der Patienten im FF/UMEC/VI-Arm die Schwere der COPD nach 24 Wochen Behandlung als verbessert an („viel besser“, „besser“ bzw. „etwas besser“), wobei die Patienten im Kontrollarm die Schwere der COPD hauptsächlich als unverändert bzw. als verschlechtert einstuften (OR = 0,42 95 %-KI [0,24; 0,72]; p = 0,002).
  • Gesundheitsbezogene Lebensqualität - SGRQ-Responder
    • Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde mittels des Fragebogens St. George`s Respiratory Questionnaire (SGRQ) erhoben. Als Responder wurden Patienten mit einer Reduktion des Gesamtscores um mindestens 4 Skalenpunkte gewertet, wobei eine Reduktion des Scores eine Verbesserung bedeutet.
    • In der Studie IMPACT zeigte sich ein statistisch signifikanter Vorteil in der Lebensqualität zugunsten von FF/UMEC/VI ggü. FF/VI gemessen anhand der SGRQ-Responder zu Woche 52 (37 % vs. 29 %; RR = 1,27; 95 %-KI [1,03; 1,57]; p = 0,024).
    • In der Studie FULFIL zeigt sich hinsichtlich der Lebensqualität kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen zu Woche 24.
  • Nebenwirkungen - Schwere unerwünschte Ereignisse (SUE) und Abbruch wegen UE
    • Für SUE (nicht tödlich, ohne Exazerbationsereignisse) und für UE, die zum Abbruch der Therapie führten (ohne Exazerbationsereignisse), zeigt sich in der Studie IMPACT zu Woche 52 und in der Studie FULFIL zu Woche 24 kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Nebenwirkungen - Pneumonie
    • In den beiden Studien ergaben sich hinsichtlich der Pneumonien keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Fazit der Studien IMPACT und FULFIL
    • In beiden Studien wiesen die eingeschlossenen Patienten trotz einer COPD-Erhaltungstherapie von mindestens drei Monaten vor Studieneinschluss eine moderate bis sehr schwere Atemwegsobstruktion (Schweregrade 2 bis 4 nach GOLD) auf.
    • Zusammengenommen wurde in beiden Studien die zweckmäßige Vergleichstherapie nicht umgesetzt und es ist davon auszugehen, dass die Patienten im Vergleichsarm nicht nach dem derzeitigen medizinischen Stand der Erkenntnisse behandelt wurden. Vor diesem Hintergrund können beide Studien nicht für die Ableitung des Zusatznutzens von FF/UMEC/VI herangezogen werden.
    • Dessen unbenommen zeigen die Ergebnisse der relevanten Teilpopulation der Studie IMPACT einen statistisch signifikanten Vorteil durch die Gabe von FF/UMEC/VI gegenüber FF/VI hinsichtlich der jährlichen Rate an moderaten und schweren Exazerbationen sowie hinsichtlich der Lebensqualität (gemessen anhand des SGRQ-Responders). In der Studie FULFIL zeigen sich für die entsprechende Teilpopulation Vorteile von FF/UMEC/VI gegenüber BUD/FOR hinsichtlich der Schwere der COPD (gemessen anhand PGR). Für alle weiteren Endpunkte der Morbidität, Mortalität sowie Nebenwirkungen zeigen sich in beiden Studien keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen.

Zugehörige Verfahren

Fluticasonfuroat / Umeclidinium / Vilanterol (Trelegy Ellipta, Elebrato Ellipta, 1) Trelegy Ellipta, Elebrato Ellipta® GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG Krankheiten des Atmungssystems Neues Anwendungsgebiet COPD, keine ausreichende Kontrolle mit LAMA und LABA 524.000–1.217.000 100% Zusatznutzen nicht belegt


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