Fezolinetant (1) – Veoza®
Vasomotorische Symptome (VMS), mit der Menopause assoziiert
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 01.02.2024 – Zulassung: 07.12.2023 |
|---|---|
| Beschluss | 01.08.2024 |
| Wirkstoff | Fezolinetant |
| Handelsname | Veoza® |
| Pharm. Unternehmer | Astellas Pharma GmbH |
| G-BA Vorgangsnummer | D-1035 |
| ATC-Code | G02CX06 Andere Gynäkologika (G02CX) |
| ICD-10 Codes (AIS) | N95.1Zustände im Zusammenhang mit der Menopause und dem Klimakterium |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I14386Klimakterium, I14387Wechseljahre, I14388Climacterium tardum, I28835Menopause, I65764Menopausensymptome |
| Therapeutisches Gebiet | Sonstiges Menopause vasomotorische Symptome (VMS) |
| Grund des Verfahrens | Erstbewertung |
| Besonderheit | Praxisbesonderheit |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
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Veoza wird angewendet für die Behandlung von moderaten bis schweren vasomotorischen Symptomen (VMS), die mit der Menopause assoziiert sind. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| a) | Frauen in der Menopause mit moderaten bis schweren vasomotorischen Symptomen, die für eine Hormontherapie in Frage kommen und sich nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung für eine Hormonersatztherapie entschieden haben | Therapie nach ärztlicher Maßgabe unter Auswahl einer systemischen Hormonersatztherapie (Estrogen/Gestagen-Kombination bei Frauen mit intaktem Uterus bzw. nur Estrogen bei Frauen ohne Uterus) |
| b) | Frauen in der Menopause mit moderaten bis schweren vasomotorischen Symptomen, die für eine Hormontherapie nicht in Frage kommen, oder die sich nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung gegen eine Therapie entschieden haben | Beobachtendes Abwarten |
Studien und Ergebnisse
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Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
1 (DAYLIGHT) |
|---|---|
|
Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
H2H vs. ZVT |
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Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
nein |
| Grund für Patientengruppenbildung (G-BA) | Patienten-Eignung |
- Klinische Studien
- Bei der Studie DAYLIGHT handelt es sich um eine randomisierte, kontrollierte, doppelblinde Studie, in der insgesamt 453 Patientinnen im Verhältnis 1:1 mit Fezolinetant oder Placebo behandelt wurden.
- Bei den Studien SKYLIGHT 1 und SKYLIGHT 2 handelt es sich um randomisierte, kontrollierte, doppelblinde Studien, in denen Fezolinetant in zwei Dosierungen mit Placebo verglichen wurde.
- Bei der Studie SKYLIGHT 4 handelt es sich um eine randomisierte, kontrollierte, doppelblinde Studie, in die menopausale Frauen im Alter von 40 bis 65 Jahren mit vasomotorischen Symptomen (mit der Menopause assoziiert), unabhängig von ihrem Schweregrad, eingeschlossen wurden.
a) Frauen in der Menopause mit moderaten bis schweren vasomotorischen Symptomen, die für eine Hormontherapie in Frage kommen und sich nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung für eine Hormonersatztherapie entschieden haben
- Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
- Für die Bewertung des Zusatznutzens von Fezolinetant im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie bei Patientinnen in der Menopause mit moderaten bis schweren vasomotorischen Symptomen, die für eine Hormontherapie in Frage kommen und sich nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung für eine Hormonersatztherapie entschieden haben, liegen keine Daten vor.
b) Frauen in der Menopause mit moderaten bis schweren vasomotorischen Symptomen, die für eine Hormontherapie nicht in Frage kommen oder die sich nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung gegen eine Therapie entschieden haben
- Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen
- Für Frauen in der Menopause mit moderaten bis schweren vasomotorischen Symptomen, die für eine Hormontherapie nicht in Frage kommen oder die sich nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung gegen eine Therapie entschieden haben, wird daher in der Gesamtschau unter Berücksichtigung der genannten Unsicherheiten ein geringer Zusatznutzen von Fezolinetant gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie beobachtendes Abwarten festgestellt.
- Die Aussagesicherheit wird daher als Anhaltspunkt eingestuft.
- Mortalität
- In der Studie DAYLIGHT wurde die Gesamtmortalität, operationalisiert als UEs, die zum Tod führten, erfasst. Es sind keine Todesfälle aufgetreten.
- Morbidität - moderate und schwere vasomotorische Symptome
- Für den Endpunkt moderate und schwere vasomotorische Symptome (Reduktion um 100 %) zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Fezolinetant.
- Da bei der Reduktion der moderaten und schweren vasomotorischen Symptome um 100 % unklar bleibt, wie häufig es sich um einen Wegfall der vasomotorischen Symptome oder um eine Abschwächung auf milde vasomotorische Symptome handelt, kann die zusätzliche Auswertung weitere Informationen zu dem Endpunkt liefern.
- Morbidität - Schlafstörungen (PROMIS SD SF 8b)
- Für den Endpunkt Schlafstörungen (PROMIS SD SF 8b, Verbesserung um ≥ 7,14 Punkte) zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Fezolinetant.
- Für die vorliegende Nutzenbewertung wird die post hoc durchgeführte Responderanalyse mit einer Verbesserung des PROMIS SD SF 8b um ≥ 7,14 Punkte herangezogen, da dieses Responsekriterium genau 15 % der Skalenspannweite (basierend auf transformierten Werten) entspricht.
- Morbidität - Weibliche Sexualfunktion (FSFI)
- Für den Endpunkt weibliche Sexualfunktion (FSFI, Verbesserung um ≥ 5,1 Punkte) zeigt sich sowohl im Gesamtscore als auch in den einzelnen Domänen jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Morbidität - Allgemeine Symptome zu Depression und Angststörungen (PHQ-4)
- Für den Endpunkt allgemeine Symptome zu Depression und Angststörungen (PHQ-4, Verbesserung um ≥ 1,8 Punkte) zeigt sich sowohl im Gesamtscore als auch in den beiden Subskalen jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Morbidität - Gesundheitszustand (EQ-5D VAS)
- Für den Endpunkt Gesundheitszustand (EQ-5D VAS, Verbesserung ≥ 15 Punkte) zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Gesundheitsbezogene Lebensqualität (Menopause-Specific Quality of Life, MENQOL)
- Für den Endpunkt gesundheitsbezogenen Lebensqualität, erhoben mittels MENQOL, zeigt sich für alle 4 Domänen (vasomotorisch, psychosozial, physisch und sexuell; jeweils Verbesserung um ≥ 1,05 Punkte) jeweils ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Fezolinetant.
- Nebenwirkungen
- Der Anteil der Patientinnen mit Studienabbruch war im Kontrollarm mit 17 % höher als im Interventionsarm (8 %).
- Für die Endpunkte SUEs und Abbruch wegen UEs zeigt sich jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Für den Endpunkt leberbedingte Untersuchungen, klinische Zeichen und Symptome (SMQ, SUEs) zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Gesamtbewertung
- In der Endpunktkategorie Mortalität traten keine Ereignisse auf.
- In der Kategorie Morbidität zeigt sich zu Studienwoche 24 bei dem Endpunkt Reduktion der moderaten und schweren vasomotorischen Symptome um 100 % und bei dem Endpunkt Schlafstörungen (erhoben mittels PROMIS SD SF 8b) jeweils ein statistisch signifikanter Vorteil zugunsten Fezolinetant gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie.
- Für die Endpunkte Sexualfunktion (erhoben mittels FSFI), allgemeine Symptome zu Depression und Angststörungen (erhoben mittels PHQ-4) und Gesundheitszustand (erhoben mittels EQ-5D VAS) zeigen sich jeweils keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen.
- In der Kategorie gesundheitsbezogene Lebensqualität (erhoben mittels MENQOL) zeigt sich zu Studienwoche 24 ein statistisch signifikanter Vorteil zugunsten Fezolinetant gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie.
- In der Kategorie Nebenwirkungen zeigen sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen.
- Insgesamt ergeben sich somit zu Woche 24 in der Endpunktkategorie der Morbidität und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität statistisch signifikante Vorteile für Fezolinetant gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie.
- Bei der Bewertung des Ausmaßes der Beeinträchtigung der Patientinnen durch die vorliegenden vasomotorischen Symptome ergeben sich jedoch relevante Unsicherheiten.
- Zur Anzahl der vasomotorischen Symptome aufgeschlüsselt nach Schweregrad liegen keine Angaben vor.
- Die Unterscheidung zwischen moderaten und schweren vasomotorischen Symptomen beruht zudem ausschließlich darauf, ob die gerade durchgeführte Aktivität fortgesetzt werden konnte oder nicht.
- Bei dem Endpunkt Schlafstörungen bestehen ebenfalls Unsicherheiten, da unklar bleibt, ob für die Auswertung die bevorzugte Transformierungsmethode verwendet wurde.
- Grundsätzliche Unsicherheiten ergeben sich auch aus Unterschieden bei den Patientencharakteristika der Studie DAYLIGHT: Die Zeit seit Beginn der Amenorrhö betrug bei Patientinnen im Interventionsarm im Mittel 72,9 Monate, während es im Kontrollarm 56,9 Monate waren.
Zugehörige Verfahren
| Fezolinetant (1) | Veoza® | Astellas Pharma GmbH | Vasomotorische Symptome (VMS), mit der Menopause assoziiert | 2.589.650–3.015.900 | 80% Anhaltspunkt für geringer Zusatznutzen |
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