Eptinezumab (1) – Vyepti®

Migräne-Prophylaxe

Steckbrief

Start des Verfahrens 01.09.2022 – Zulassung: 24.01.2022
Beschluss 16.02.2023
Wirkstoff Eptinezumab
Handelsname Vyepti®
Pharm. Unternehmer Lundbeck GmbH
G-BA Vorgangsnummer D-861
ATC-Code N02CD05 CGRP-Antagonisten (N02CD)
ICD-10 Codes (AIS) G43.0Migräne ohne Aura (Gewöhnliche Migräne), G43.1Migräne mit Aura (Klassische Migräne), G43.3Komplizierte Migräne, G43.8Sonstige Migräne, G43.9Migräne, nicht näher bezeichnet
Alpha-ID Codes (AIS) I18412Migräne, I3593Migräne ohne Aura, I3596Migräne mit Aura, I3602Komplizierte Migräne, I3604Chronische Migräne
DDD Tagesdosis 1.2 mg parenteral
Therapeutisches Gebiet Krankheiten des Nervensystems Migräne (MÄ)
Grund des Verfahrens Erstbewertung

Anwendungsgebiet des Beschlusses

VYEPTI wird angewendet zur Migräneprophylaxe bei Erwachsenen mit mindestens 4 Migränetagen pro Monat.

Patientengruppe Indikation ZVT
a) Erwachsene mit mindestens 4 Migränetagen pro Monat, die für eine konventionelle Migräneprophylaxe in Frage kommen Metoprolol oder Propranolol oder Flunarizin oder Topiramat oder Amitriptylin oder Clostridium botulinum Toxin Typ A oder Erenumab
b) Erwachsene mit mindestens 4 Migränetagen pro Monat, die auf keine der medikamentösen Therapien/Wirkstoffklassen (Metoprolol, Propranolol, Flunarizin, Topiramat, Amitriptylin, Clostridium botulinum Toxin Typ A) ansprechen, für diese nicht geeignet sind oder diese nicht vertragen Erenumab oder Fremanezumab oder Galcanezumab

Studien und Ergebnisse

Anzahl Studien
(beste Patientengruppe)
1 (DELIVER)
Studiendesign
(beste Patientengruppe)
H2H vs. Nicht-ZVT + indirekter Vergleich (Bucher)
Metaanalyse
(beste Patientengruppe)
nein
Grund für Patientengruppenbildung (G-BA) Sonstiges

  • Klinische Studien
    • Die Studie DELIVER ist eine doppelblinde, randomisierte, kontrollierte Studie zum Vergleich von Eptinezumab gegenüber Placebo.
    • Die Studie FOCUS ist eine doppelblinde, randomisierte, kontrollierte Studie zum Vergleich von Fremanezumab gegenüber Placebo und war bereits Gegenstand der Nutzenbewertung von Fremanezumab.

a) Erwachsene mit mindestens 4 Migränetagen pro Monat, die für eine konventionelle Migräneprophylaxe in Frage kommen

  • Für Erwachsene mit mindestens 4 Migränetagen pro Monat, die für eine konventionelle Migräneprophylaxe in Frage kommen, ist der Zusatznutzen nicht belegt.
  • Der pharmazeutische Unternehmer legt für Erwachsene mit mindestens 4 Migränetagen pro Monat, die für eine konventionelle Migräneprophylaxe in Frage kommen, keine Daten zur Bewertung des Zusatznutzens von Eptinezumab gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie vor.

b) Erwachsene mit mindestens 4 Migränetagen pro Monat, die auf keine der medikamentösen Therapien/Wirkstoffklassen (Metoprolol, Propranolol, Flunarizin, Topiramat, Amitriptylin, Clostridium botulinum Toxin Typ A) ansprechen, für diese nicht geeignet sind oder diese nicht vertragen

  • Mortalität
    • Gesamtmortalität
    • In den Studien DELIVER und FOCUS traten jeweils in beiden Studienarmen keine Todesfälle auf.
  • Morbidität - Symptomatik (Migränetage pro Monat)
    • Sowohl in der Studie DELIVER als auch in der Studie FOCUS wurde ein Migränetag in Anlehnung an die ICHD-3-Kriterien definiert, weswegen von einer hinreichenden Ähnlichkeit der Operationalisierungen in beiden Studien ausgegangen wird.
    • Da für die Studie FOCUS keine Angaben zur Häufigkeit oder Verteilung fehlender Werte im elektronischen Tagebuch vorliegen, muss für den Endpunkt „Migränetage pro Monat“ in dieser Studie von einem hohen Verzerrungspotenzial ausgegangen werden.
    • Vor diesem Hintergrund ist ein adjustierter indirekter Vergleich für den vorliegenden Endpunkt nicht sachgerecht, da die Anforderungen an die Ergebnissicherheit zur Durchführung eines adjustierten indirekten Vergleichs nicht erfüllt sind.
    • Der Endpunkt „Migränetage pro Monat“ wird aus diesem Grund nicht für die vorliegende Nutzenbewertung herangezogen.
  • Gesundheitsbezogene Lebensqualität - Allgemeine Beeinträchtigung durch Kopfschmerz (HIT-6)
    • Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde in den Studien DELIVER und FOCUS mithilfe des Instruments Headache Impact Test-6 (HIT-6) erhoben.
    • Für den Endpunkt allgemeine Beeinträchtigung durch Kopfschmerz (HIT-6) werden die Mittelwertdifferenzen herangezogen.
    • Im adjustierten indirekten Vergleich zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen Eptinezumab und Fremanezumab.
  • Nebenwirkungen - SUE und Abbruch wegen UE
    • Für die Endpunkte SUE und Abbruch wegen UE zeigt sich im adjustierten indirekten Vergleich jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen Eptinezumab und Fremanezumab.
  • Gesamtbewertung / Fazit
    • Zur Migräneprophylaxe bei Erwachsenen mit mindestens 4 Migränetagen pro Monat, die auf keine der medikamentösen Therapien/Wirkstoffklassen (Metoprolol, Propranolol, Flunarizin, Topiramat, Amitriptylin, Clostridium botulinum Toxin Typ A) ansprechen, für diese nicht geeignet sind oder diese nicht vertragen, liegen für die Nutzenbewertung von Eptinezumab die Ergebnisse der Studien DELIVER (Eptinezumab vs. Placebo) und FOCUS (Fremanezumab vs. Placebo) sowie des adjustierten indirekten Vergleiches von Eptinezumab gegenüber Fremanezumab über den Brückenkomparator Placebo vor.
    • In der Kategorie der Mortalität sind im Rahmen beider Studien keine Ereignisse aufgetreten.
    • In der Endpunktkategorie Morbidität können die Ergebnisse des adjustierten indirekten Vergleichs für den Endpunkt „Migränetage pro Monat“ nicht herangezogen werden, da aufgrund des hohen Verzerrungspotenzials dieses Endpunkts in der Studie FOCUS die methodischen Anforderungen hierfür nicht erfüllt sind.
    • Für den Endpunkt „Gesundheitszustand (EQ-5D VAS)“ zeigen sich im adjustierten indirekten Vergleich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen Eptinezumab und Fremanezumab.
    • Auch in der Endpunktkategorie der gesundheitsbezogenen Lebensqualität zeigt sich sowohl im HIT-6 als auch in den Domänen „Einschränkung der Rollenfunktion“ sowie „Emotionale Verfassung“ des MSQoL kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen Eptinezumab und Fremanezumab.
    • Für die Domäne „Verhinderung der Rollenfunktion“ des MSQoL liegt ein statistisch signifikanter, jedoch nicht klinisch relevanter Unterschied zugunsten von Eptinezumab vor.
    • In der Kategorie der Nebenwirkungen lassen sich für Eptinezumab gegenüber Fremanezumab auf Basis des adjustierten Vergleiches keine Vor- oder Nachteile ableiten.
    • In der Gesamtschau ergeben sich in den Endpunktkategorien Morbidität, gesundheitsbezogene Lebensqualität und Nebenwirkungen für Eptinezumab gegenüber Fremanezumab im Rahmen des adjustierten indirekten Vergleichs zu Woche 12 weder relevante positive noch negative Effekte.
    • Ein Zusatznutzen von Eptinezumab für Erwachsene mit mindestens 4 Migränetagen pro Monat, die auf keine der medikamentösen Therapien/Wirkstoffklassen (Metoprolol, Propranolol, Flunarizin, Topiramat, Amitriptylin, Clostridium botulinum Toxin Typ A) ansprechen, für diese nicht geeignet sind oder diese nicht vertragen, ist damit nicht belegt.
  • Gesamtbewertung / Fazit
    • Zur Migräneprophylaxe bei Erwachsenen mit mindestens 4 Migränetagen pro Monat, die auf keine der medikamentösen Therapien/Wirkstoffklassen (Metoprolol, Propranolol, Flunarizin, Topiramat, Amitriptylin, Clostridium botulinum Toxin Typ A) ansprechen, für diese nicht geeignet sind oder diese nicht vertragen, liegen für die Nutzenbewertung von Eptinezumab die Ergebnisse der Studien DELIVER (Eptinezumab vs. Placebo) und FOCUS (Fremanezumab vs. Placebo) sowie des adjustierten indirekten Vergleiches von Eptinezumab gegenüber Fremanezumab über den Brückenkomparator Placebo vor.
    • In der Kategorie der Mortalität sind im Rahmen beider Studien keine Ereignisse aufgetreten.
    • In der Endpunktkategorie Morbidität können die Ergebnisse des adjustierten indirekten Vergleichs für den Endpunkt „Migränetage pro Monat“ nicht herangezogen werden, da aufgrund des hohen Verzerrungspotenzials dieses Endpunkts in der Studie FOCUS die methodischen Anforderungen hierfür nicht erfüllt sind.
    • Für den Endpunkt „Gesundheitszustand (EQ-5D VAS)“ zeigen sich im adjustierten indirekten Vergleich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen Eptinezumab und Fremanezumab.
    • Auch in der Endpunktkategorie der gesundheitsbezogenen Lebensqualität zeigt sich sowohl im HIT-6 als auch in den Domänen „Einschränkung der Rollenfunktion“ sowie „Emotionale Verfassung“ des MSQoL kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen Eptinezumab und Fremanezumab.
    • Für die Domäne „Verhinderung der Rollenfunktion“ des MSQoL liegt ein statistisch signifikanter, jedoch nicht klinisch relevanter Unterschied zugunsten von Eptinezumab vor.
    • In der Kategorie der Nebenwirkungen lassen sich für Eptinezumab gegenüber Fremanezumab auf Basis des adjustierten Vergleiches keine Vor- oder Nachteile ableiten.
    • In der Gesamtschau ergeben sich in den Endpunktkategorien Morbidität, gesundheitsbezogene Lebensqualität und Nebenwirkungen für Eptinezumab gegenüber Fremanezumab im Rahmen des adjustierten indirekten Vergleichs zu Woche 12 weder relevante positive noch negative Effekte.
    • Ein Zusatznutzen von Eptinezumab für Erwachsene mit mindestens 4 Migränetagen pro Monat, die auf keine der medikamentösen Therapien/Wirkstoffklassen (Metoprolol, Propranolol, Flunarizin, Topiramat, Amitriptylin, Clostridium botulinum Toxin Typ A) ansprechen, für diese nicht geeignet sind oder diese nicht vertragen, ist damit nicht belegt.

Zugehörige Verfahren

Eptinezumab (1) Vyepti® Lundbeck GmbH Krankheiten des Nervensystems Migräne-Prophylaxe 1.614.300–1.645.200 100% Zusatznutzen nicht belegt


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