Elafibranor (1) – Iqirvo®

Primär biliäre Cholangitis (Kombination mit Ursodeoxycholsäure)

Steckbrief

Start des Verfahrens 15.10.2024 – Zulassung: 19.09.2024
Beschluss 03.04.2025
Befristung bis 01.12.2030
Wirkstoff Elafibranor
Handelsname Iqirvo®
Pharm. Unternehmer Ipsen Pharma GmbH
G-BA Vorgangsnummer D-1115
ATC-Code n.d.
ICD-10 Codes (AIS) K74.3Primäre biliäre Cholangitis
Alpha-ID Codes (AIS) I126870Primäre biliäre Cholangitis
ORPHAcodes (AIS) 186Primäre biliäre Cholangitis
Therapeutisches Gebiet Krankheiten des Verdauungssystems Primäre biliäre Cholangitis Orphan
Grund des Verfahrens Erstbewertung
Regulatorischer Status Bedingte Zulassung (CMA)

Anwendungsgebiet des Beschlusses

Iqirvo ist indiziert für die Behandlung der primär biliären Cholangitis (PBC) in Kombination mit Ursodeoxycholsäure (UDCA) bei Erwachsenen, die nicht ausreichend auf UDCA ansprechen, oder als Monotherapie bei Patienten, die UDCA nicht vertragen.

Patientengruppe Indikation ZVT
Erwachsene mit primär biliärer Cholangitis (PBC) und unzureichendem Ansprechen oder Unverträglichkeit auf Ursodeoxycholsäure (UDCA) – (Orphan Drug)

Studien und Ergebnisse

Anzahl Studien
(beste Patientengruppe)
1 (ELATIVE)
Studiendesign
(beste Patientengruppe)
H2H vs. ZVT
Metaanalyse
(beste Patientengruppe)
nein

  • Klinische Studien
    • Bei der Studie ELATIVE handelt es sich um eine multizentrische, randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Phase-III-Studie, in der die Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit von Elafibranor bei Patientinnen und Patienten mit PBC mit unzureichendem Ansprechen oder Unverträglichkeit auf UDCA untersucht wurde.

Erwachsene mit primär biliärer Cholangitis (PBC) und unzureichendem Ansprechen oder Unverträglichkeit auf Ursodeoxycholsäure (UDCA)

  • Für Erwachsene mit primär biliärer Cholangitis (PBC) und unzureichendem Ansprechen oder Unverträglichkeit auf Ursodeoxycholsäure (UDCA) liegt für Elafibranor ein Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen vor.
  • In der Gesamtschau der vorliegenden Ergebnisse wird aufgrund des gezeigten Vorteils in der gesundheitsbezogenen Lebensqualität ein Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen von Elafibranor festgestellt.
  • In der Gesamtschau resultiert aus den genannten Unsicherheiten bezüglich der Aussagekraft der Nachweise ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen.
  • Mortalität
    • Todesfälle jeglicher Ursache wurden im Rahmen der Sicherheitserhebung erfasst. In der Studie sind zwei Todesfälle unter Elafibranor aufgetreten. Es zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Studienarmen.
    • In der Studie traten zwei Todesfälle im Elafibranor-Arm auf.
  • Morbidität
    • Der kombinierte Endpunkt klinische Ereignisse setzt sich aus den Teilkomponenten Lebertransplantation, unkontrollierte Aszites, die behandlungsbedürftig ist, sowie Hospitalisierungen aufgrund von Varizenblutung, hepatischer Enzephalopathie oder spontaner bakterieller Peritonitits zusammen.
    • Im Rahmen der Studie trat bei einer Person unter Elafibranor und bei keiner Person im Kontrollarm eine unkontrollierte behandlungsbedürftige Aszites auf. Es zeigte sich jedoch kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Studienarmen.
    • Bei den weiteren Teilkomponenten traten in beiden Behandlungsarmen jeweils keine Ereignisse auf.
  • Morbidität - Juckreiz
    • Der Endpunkt Juckreiz stellt im Anwendungsgebiet einen patientenrelevanten Endpunkt dar.
    • Die Erhebung der Symptomatik Juckreiz im Rahmen der Studie erfolgte mit den zwei Instrumenten „PBC Worst Itch NRS“ und „5-D Itch Scale“ (5-D Itch).
    • Auf Basis der Responderanalysen zeigte sich für den 5-D Itch in den Domänen „Schweregrad“ und „Richtung“ ein statistisch signifikanter Vorteil von Elafibranor gegenüber Placebo. Diese Vorteile spiegeln sich jedoch weder im Gesamtscore des 5-D Itch noch in den Domänen „Dauer“, „Verteilung“ und „Behinderung“ wider.
    • Auf Basis der Responderanalysen erhoben mittels PBC Worst Itch NRS zeigten sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen.
    • Für den Endpunkt Juckreiz zeigte sich zwar in den Domänen „Schweregrad“ und „Richtung“ des 5-D Itch jeweils ein statistisch signifikanter Vorteil, dieser spiegelte sich jedoch weder im Gesamtscore des 5-D Itch noch in den weiteren Domänen wider. Auch an Hand des PBC Worst Itch NRS zeigte sich für den Endpunkt Juckreiz keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen.
  • Morbidität - Gesundheitszustand
    • Der Gesundheitszustand der Patientinnen und Patienten wird als patientenrelevant eingeschätzt. Er wurde in der Studie mittels der visuellen Analogskala des European Quality of Life 5-Dimension 5-Level Fragebogen (EQ-5D-5L-VAS) erhoben.
    • Im Rahmen der Responderanalyse zeigte sich im Endpunkt EQ-5D-5L-VAS kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
  • Morbidität - Tagesschläfrigkeit
    • Der Endpunkt Tagesschläfrigkeit wird im vorliegenden Anwendungsgebiet insbesondere vor dem Hintergrund des nächtlich auftretenden Juckreizes als patientenrelevant angesehen. In der Studie wurde die Tagesschläfrigkeit mittels Epworth Sleepiness Scale (ESS) erhoben.
    • Im Rahmen der Responderanalyse zeigte sich im Endpunkt ESS kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
  • Morbidität - Fatigue
    • Der Endpunkt Fatique stellt im vorliegenden Anwendungsgebiet einen patientenrelevanten Endpunkt dar und wurde in der Studie mittels PROMIS Fatigue Short Form 7a erhoben.
    • Im Rahmen der Responderanalyse zeigte sich im Endpunkt PROMIS Fatigue Short Form 7a kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
  • Lebensqualität
    • Für die Erfassung der Lebensqualität wurde der PBC-40-Fragebogen mit den Domänen generelle Symptome (7 Items), Jucken (3 Items), Fatigue (11 Items), kognitive Funktionen (6 Items), soziale Domäne und emotionale Domäne verwendet.
    • Im Rahmen der Responderanalyse zeigte sich in der Domäne „Juckreiz“ des PBC-40-Fragebogens ein statistisch signifikanter Vorteil von Elafibranor gegenüber Placebo. In den weiteren Domänen des PBC-40-Fragebogens („generelle Symptome“, „Fatigue“, „kognitive Funktion“, „emotionale Funktion“ und „soziale Funktion“) zeigten sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen.
  • Nebenwirkungen
    • Bei den Ergebnissen zur Sicherheit in der Gesamtpopulation der Studie ELATIVE zeigten sich weder bei den schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (SUE) und schweren unerwünschten Ereignissen (UE), noch bei den Therapieabbrüchen aufgrund von UE statistisch signifikante Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen.
    • In der Kategorie Nebenwirkungen konnten keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen beobachtet werden.
  • Gesamtbewertung
    • Für die Nutzenbewertung von Elafibranor zur Behandlung von Erwachsenen mit primär biliärer Cholangitis (PBC) und unzureichendem Ansprechen oder Unverträglichkeit auf Ursodeoxycholsäure (UDCA) liegen Ergebnisse der Studie ELATIVE vor, in der Elafibranor gegenüber Placebo über einen Zeitraum von 52 Wochen verglichen wurde.
    • In der Endpunktkategorie Morbidität wurden die Endpunkte klinische Ereignisse, Juckreiz, Gesundheitszustand, Tagesschläfrigkeit und Fatigue erhoben. Für den Endpunkt Juckreiz zeigten sich zwar statistisch signifikante Vorteile in den Domänen „Schweregrad“ und „Richtung“ des 5-D Itch. Diese Vorteile spiegelten sich jedoch weder im Gesamtscore des 5-D Itch noch in den weiteren Domänen wider. Auch an Hand des PBC Worst Itch NRS zeigten sich für den Endpunkt Juckreiz keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen. Für die weiteren Endpunkte der Kategorie Morbidität zeigten sich ebenfalls keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen.
    • In der Endpunktkategorie Lebensqualität zeigte sich ein statistische signifikanter Vorteil von Elafibranor in der Domäne „Juckreiz“ des PBC-40-Fragebogens. In den weiteren Domänen zeigten sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen.
    • In der Endpunktkategorie Nebenwirkungen zeigten sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen.
    • In der Gesamtschau der vorliegenden Ergebnisse wird aufgrund des gezeigten Vorteils in der gesundheitsbezogenen Lebensqualität ein geringer Zusatznutzen von Elafibranor festgestellt.

Zugehörige Verfahren

Elafibranor (1) Iqirvo® Ipsen Pharma GmbH Krankheiten des Verdauungssystems Primär biliäre Cholangitis (Kombination mit Ursodeoxycholsäure) 6.000–13.000 100% Anhaltspunkt für geringer Zusatznutzen Orphan


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