Elacestrant (1) – Orserdu®
Mammakarzinom, ER+, HER2-, mit ESR1-Mutation, nach min. 1 Vortherapie
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 01.11.2023 – Zulassung: 15.09.2023 |
|---|---|
| Beschluss | 02.05.2024 |
| Wirkstoff | Elacestrant |
| Handelsname | Orserdu® |
| Pharm. Unternehmer |
Dossier: Stemline Therapeutics B.V.
Neuer Inverkehrbringer: Menarini Stemline Deutschland GmbH |
| G-BA Vorgangsnummer | D-986 |
| ATC-Code | L02BA04 Antiestrogene (L02BA) |
| ICD-10 Codes (AIS) | C50.0Bösartige Neubildung: Brustwarze und Warzenhof, C50.1Bösartige Neubildung: Zentraler Drüsenkörper der Brustdrüse, C50.2Bösartige Neubildung: Oberer innerer Quadrant der Brustdrüse, C50.3Bösartige Neubildung: Unterer innerer Quadrant der Brustdrüse, C50.4Bösartige Neubildung: Oberer äußerer Quadrant der Brustdrüse, C50.5Bösartige Neubildung: Unterer äußerer Quadrant der Brustdrüse, C50.6Bösartige Neubildung: Recessus axillaris der Brustdrüse, C50.8Bösartige Neubildung: Brustdrüse, mehrere Teilbereiche überlappend, C50.9Bösartige Neubildung: Brustdrüse, nicht näher bezeichnet |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I102868Bösartige Neubildung der äußeren 2 Quadranten der Brustdrüse, I102970Bösartige Neubildung des oberen inneren Quadranten der Brustdrüse, I102971Bösartige Neubildung des unteren inneren Quadranten der Brustdrüse, I102972Bösartige Neubildung des oberen äußeren Quadranten der Brustdrüse, I102973Bösartige Neubildung des unteren äußeren Quadranten der Brustdrüse, I102998Bösartige Neubildung des zentralen Drüsenkörpers der Brustdrüse, I102999Bösartige Neubildung des Recessus axillaris der Brustdrüse, I111628Bösartige Neubildung der Brustwarze und des Warzenhofes, I18060Metastasierendes Mammakarzinom |
| Therapeutisches Gebiet | Onkologische Erkrankungen Mammakarzinom / Brustkrebs (BC) |
| Grund des Verfahrens | Erstbewertung |
| Besonderheit | ZVT-Änderung |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
|
Orserdu wird angewendet als Monotherapie zur Behandlung von postmenopausalen Frauen sowie von Männern mit Estrogenrezeptor (ER)-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs mit einer aktivierenden ESR1-Mutation, deren Erkrankung nach mindestens einer endokrinen Therapielinie, einschließlich eines CDK 4/6-Inhibitors, fortgeschritten ist |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| a1) | Postmenopausale Frauen mit 1 vorherigen endokrinen Therapielinie | Eine Therapie nach ärztlicher Maßgabe unter Berücksichtigung eines Wechsels der endokrinen Therapie auf - Tamoxifen - Anastrozol - Fulvestrant als Monotherapie - Letrozol - Exemestan - Everolimus in Kombination mit Exemestan (nur für Patientinnen ohne symptomatische viszerale Metastasierung, nachdem es zu einer Progression nach einem nicht-steroidalen Aromatasehemmer gekommen ist) |
| a2) | Postmenopausale Frauen mit 2 vorherigen endokrinen Therapielinien | Eine Therapie nach ärztlicher Maßgabe unter Berücksichtigung eines Wechsels der endokrinen Therapie auf - Tamoxifen - Anastrozol - Fulvestrant als Monotherapie - Letrozol - Exemestan - Everolimus in Kombination mit Exemestan (nur für Patientinnen ohne symptomatische viszerale Metastasierung, nachdem es zu einer Progression nach einem nicht-steroidalen Aromatasehemmer gekommen ist) |
| b) | Männer mit Östrogenrezeptor (ER)-positivem, humanem epidermalem Wachstumsfaktor-Rezeptor 2 (HER2)-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs mit einer aktivierenden ESR1-Mutation; mit Krankheitsprogression nach mindestens einer endokrinen Therapielinie einschließlich eines CDK4/6-Inhibitors | Therapie nach ärztlicher Maßgabe unter Berücksichtigung eines Wechsels der endokrinen Therapie auf - Tamoxifen, - Aromatasehemmer in Kombination mit einem GnRH-Analogon, - Fulvestrant |
Studien und Ergebnisse
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Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
1 (EMERALD) |
|---|---|
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Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
H2H vs. ZVT |
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Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
nein |
| Grund für Patientengruppenbildung (G-BA) | Vorbehandlung, Behandlungszeitraum |
| ZVT-Änderung | 05.10.2023 – Neue Therapiestandards |
- Klinische Studien
- In der laufenden, offenen Phase III-Studie EMERALD wird Elacestrant gegenüber einer Therapie nach ärztlicher Maßgabe unter Auswahl von Fulvestrant, Anastrozol, Letrozol und Exemestan verglichen.
a1) Postmenopausale Frauen mit Östrogenrezeptor (ER)-positivem, humanem epidermalem Wachstumsfaktor-Rezeptor 2 (HER2)-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs mit einer aktivierenden ESR1-Mutation; mit Krankheitsprogression nach mindestens einer endokrinen Therapielinie einschließlich eines CDK4/6-Inhibitors - Postmenopausale Frauen mit 1 vorherigen endokrinen Therapielinie
- Im Ergebnis wird festgestellt, dass ein Zusatznutzen für Elacestrant gegenüber einer Therapie nach ärztlicher Maßgabe für Patientinnen mit ER-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs mit einer aktivierenden ESR1-Mutation mit 1 vorherigen endokrinen Vortherapie nicht belegt ist.
- Zusammenfassend leitet der G-BA hinsichtlich der Aussagesicherheit einen Anhaltspunkt für den festgestellten Zusatznutzen ab.
- Mortalität
- Für Patientinnen mit 1 vorherigen endokrinen Therapielinie zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Morbidität - Progressionsfreies Überleben (PFS)
- Für das PFS zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Elacestrant im Vergleich zur Therapie nach ärztlicher Maßgabe.
- Unabhängig davon würde selbst bei einer Berücksichtigung des vorliegenden Ergebnisses zum PFS die Gesamtaussage zum Ausmaß des Zusatznutzens unverändert bleiben.
- Morbidität - Symptomatik (EORTC QLQ-C30)
- Für den Endpunkt Appetitverlust zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Elacestrant im Vergleich zu einer Therapie nach ärztlicher Maßgabe.
- Für den Endpunkt Schlaflosigkeit zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen. Es liegt eine Effektmodifikation durch das Merkmal Anzahl vorheriger endokriner Therapielinien vor. Für Patientinnen mit 1 vorherigen endokrinen Therapielinie zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen zum Vorteil von Elacestrant.
- Für die Endpunkte Fatigue, Übelkeit/Erbrechen, Schmerzen, Dyspnoe, Verstopfung und Diarrhö zeigt sich jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Morbidität - Gesundheitszustand (EQ-5D VAS)
- Für den Endpunkt Gesundheitszustand, erhoben mit der EQ-5D VAS, zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Gesundheitsbezogene Lebensqualität
- Für die Endpunkte globaler Gesundheitsstatus, körperliche Funktion, Rollenfunktion, emotionale Funktion, kognitive Funktion und soziale Funktion zeigt sich jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Hinsichtlich der gesundheitsbezogenen Lebensqualität liegt kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen vor.
- Nebenwirkungen - Unerwünschte Ereignisse gesamt
- In der Studie EMERALD traten in beiden Behandlungsarmen bei nahezu allen Studienteilnehmerinnen und Studienteilnehmern UE auf.
- Nebenwirkungen - schwerwiegende UE (SUE), schwere UE und Abbruch wegen UE
- Für die Endpunkte SUE, schwere UE und Abbruch wegen UE zeigen sich jeweils keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen.
- Nebenwirkungen - Spezifische UEs
- Für die Endpunkte „Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts“ (SOC, UE) und „Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen“ (SOC, schwere UE) zeigt sich jeweils ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Elacestrant in der Gesamtpopulation.
- Gesamtbewertung / Fazit
- Für Patientinnen mit einer vorherigen endokrinen Therapielinie ergibt sich in den Endpunktkategorien Mortalität und gesundheitsbezogene Lebensqualität kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- In den Kategorien Morbidität und Nebenwirkungen ergibt sich insgesamt weder ein Vorteil noch ein Nachteil für die Behandlung mit Elacestrant.
- In der Gesamtbetrachtung der Ergebnisse ergeben sich weder Vor- noch Nachteile in allen Endpunktkategorien. Für Patientinnen mit ER-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs mit einer aktivierenden ESR1-Mutation und 1 vorherigen Therapielinie ist ein Zusatznutzen von Elacestrant gegenüber einer Therapie nach ärztlicher Maßgabe daher nicht belegt.
a2) Postmenopausale Frauen mit Östrogenrezeptor (ER)-positivem, humanem epidermalem Wachstumsfaktor-Rezeptor 2 (HER2)-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs mit einer aktivierenden ESR1-Mutation; mit Krankheitsprogression nach mindestens einer endokrinen Therapielinie einschließlich eines CDK4/6-Inhibitors - Postmenopausale Frauen mit 2 vorherigen endokrinen Therapielinien
- Im Ergebnis stellt der G-BA für Elacestrant gegenüber einer Therapie nach ärztlicher Maßgabe einen beträchtlichen Zusatznutzen für Patientinnen mit ER-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs mit einer aktivierenden ESR1-Mutation mit 2 vorherigen endokrinen Vortherapien fest.
- Zusammenfassend leitet der G-BA hinsichtlich der Aussagesicherheit einen Anhaltspunkt für den festgestellten Zusatznutzen ab.
- Morbidität - Progressionsfreies Überleben (PFS)
- Für das PFS zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Elacestrant im Vergleich zur Therapie nach ärztlicher Maßgabe.
- Unabhängig davon würde selbst bei einer Berücksichtigung des vorliegenden Ergebnisses zum PFS die Gesamtaussage zum Ausmaß des Zusatznutzens unverändert bleiben.
- Morbidität - Symptomatik (EORTC QLQ-C30)
- Für den Endpunkt Appetitverlust zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Elacestrant im Vergleich zu einer Therapie nach ärztlicher Maßgabe.
- Für den Endpunkt Schlaflosigkeit zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Für die Endpunkte Fatigue, Übelkeit/Erbrechen, Schmerzen, Dyspnoe, Verstopfung und Diarrhö zeigt sich jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Morbidität - Gesundheitszustand (EQ-5D VAS)
- Für den Endpunkt Gesundheitszustand, erhoben mit der EQ-5D VAS, zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Gesundheitsbezogene Lebensqualität
- Für die Endpunkte globaler Gesundheitsstatus, körperliche Funktion, Rollenfunktion, emotionale Funktion, kognitive Funktion und soziale Funktion zeigt sich jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Hinsichtlich der gesundheitsbezogenen Lebensqualität liegt kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen vor.
- Nebenwirkungen - Unerwünschte Ereignisse gesamt
- In der Studie EMERALD traten in beiden Behandlungsarmen bei nahezu allen Studienteilnehmerinnen und Studienteilnehmern UE auf.
- Nebenwirkungen - schwerwiegende UE (SUE), schwere UE und Abbruch wegen UE
- Für die Endpunkte SUE, schwere UE und Abbruch wegen UE zeigen sich jeweils keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen.
- Nebenwirkungen - Spezifische UEs
- Für die Endpunkte „Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts“ (SOC, UE) und „Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen“ (SOC, schwere UE) zeigt sich jeweils ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Elacestrant in der Gesamtpopulation.
- Gesamtbewertung / Fazit
- Für Patientinnen mit 2 vorherigen endokrinen Therapielinien ergibt sich in der Endpunktkategorie Mortalität ein deutlicher Vorteil zugunsten von Elacestrant.
- In der Kategorie Morbidität und Nebenwirkungen ergibt sich insgesamt weder ein Vorteil noch ein Nachteil für die Behandlung mit Elacestrant.
- Für die gesundheitsbezogene Lebensqualität zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- In der Gesamtschau zeigt sich ein Vorteil in der Mortalität. In den weiteren Endpunktkategorien zeigen sich insgesamt weder Vor- noch Nachteile. In der Gesamtbewertung wird ein beträchtlicher Zusatznutzen von Elacestrant gegenüber einer Therapie nach ärztlicher Maßgabe für Patientinnen mit ER-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs mit einer aktivierenden ESR1-Mutation und 2 vorherigen Therapielinien festgestellt.
b) Männer mit Östrogenrezeptor (ER)-positivem, humanem epidermalem Wachstumsfaktor-Rezeptor 2 (HER2)-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs mit einer aktivierenden ESR1-Mutation; mit Krankheitsprogression nach mindestens einer endokrinen Therapielinie einschließlich eines CDK4/6-Inhibitors
- Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
- In der zulassungsbegründenden Teilpopulation aus der Studie EMERALD (ESR1-mut-Teilpopulation) sind keine Männer eingeschlossen.
- Insgesamt liegen daher keine Daten für die Bewertung des Zusatznutzens von Elacestrant im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie vor. Somit ist ein Zusatznutzen nicht belegt.
Zugehörige Verfahren
| Elacestrant (1) | Orserdu® | Stemline Therapeutics B.V. | Mammakarzinom, ER+, HER2-, mit ESR1-Mutation, nach min. 1 Vortherapie | 1.527–16.070 | 39% Hinweis auf beträchtlicher Zusatznutzen |
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